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Behindertenwerkstatt - Ein Einblick

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Flo_979

Neues Mitglied
Ich bin Florian.
Ich bin 46.
Ich war in zwei Behindertenwerkstätten.

------------------------------

Es war keine gute Erfahrung.
Ich bekam 133 Euro im Monat dafür.
Behinderte sind umgänglich.
Die Arbeiten sind praktisch sehr anspruchsvoll.
Es gibt sehr viel Bürokratie und Verwaltung in einer Behindertenwerkstatt.
Das Personal einer Behindertenwerkstatt ist gegenüber den Behinderten auch sehr erhaben.
Essen war oftmals schlecht. Das ist eine Frechheit.
Manchmal war Essen gut.
Die Arbeiten in einer Behindertenwerkstatt erfordern sehr viel Konzentration.
Man wird in einer Behindertenwerkstatt schnell gemeldet.
Deutschland ist nicht sozial mit Behinderten.
Sozialpädagogen kümmerten sich nicht um Behinderte.
Behinderte kommunizieren in manchen Abteilungen fast nicht... es war eine eigenartige Arbeitsatmosphäre.
Das Pflegeteam war in einer Behindertenwerkstatt hervorragend.

Ich war in zwei Behindertenwerkstätten:

...Inhalt gelöscht...

Ich kann eine Behindertenwerkstatt nicht empfehlen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte dazu etwas sagen,ich habe ehrenamtlich in zwei behinderten Heime gearbeitet und hatte auch Einblick in die Werkstätten.

Es war dort eine sehr angenehme und lockere Atmosphäre und alle haben gerne dort gearbeitet.
Wieviel sie verdienen habe ich natürlich nicht gefragt.
Ich gehe immer noch als Besuch dorthin oder fahre mit einem zur Stadt .

Natürlich glaube ich dir was du schreibst,ich wollte dir damit nur sagen das es anders sein kann.

Vielleicht solltest du noch einen Versuch starten und nochmal wechseln.

Ich kenne zwei und beide sind einfach toll und auch das Personal ist spitze.

Wenn du dich nicht wohl fühlst dann bleibe nicht dort,dass ist nicht gut für dich.

Liebe Grüße
 
Hallo Flo,
danke für deinen Bericht. Ich würde mich an deiner Stelle mit anderen Betroffenen zusammentun und meine Erfahrungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.
Die Ausbeutung in "Geschützten Werkstätten" ist beschämend für eine Gesellschaft, die sich wokeness aufs Banner schrieb.
 
Ich kann eine Behindertenwerkstatt nicht empfehlen.
Für manche Menschen ist die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt die einzige Möglichkeit überhaupt arbeiten zu können.

Ich kenne zwei Leute, den B. und die R., die sich in einer Behindertenwerkstatt kennen- und liebengelernt haben. Ich weiss nicht was sie da gemacht haben, vielleicht Körbe geflochten oder Bleistifte sortiert oder so, aber sie haben da gerne gearbeitet und waren glücklich.

Es gibt auch Behindertenwerkstätten wo die Mitarbeiter zufrieden sind, wie an anderen Orten auch.
 
Zu dem "Taschengeld" kommen folgende Aspekte hinzu:

- fachlich qualifizierte Mitarbeiter*innen, die sich um Dich kümmern (Pflegekräfte, pädagogisch ausgebildete Kräfte wie Ergos oder HEPS, die Dich anleiten, Sozialpädagog*innen - dass Du welche erlebt hast, die sich nicht kümmern, ist wirklich schade, denn ich kenne das sehr anders)
- offenbar eine Mahlzeit, mit deren Qualität Du nicht zufrieden warst
- üblicherweise keine Vollzeit
- tolerierte Ausfallzeiten, egal, wie lange (also fast, wenn jemand über Monate gar nicht zur Werkstatt kommen kann, dann wird geschaut, ob das überhaupt der richtige Ansatz ist)
- Tagesstruktur und Beschäftigung, wie schon jemand schrieb
- Gemeinschaft
- Grundsicherung (Miete und Leistungen zum Lebensunterhalt)

Wenn man das alles zusammenrechnet, entspricht das viel mehr als einem ganz normalen Vollzeit-Gehalt.

Aber ich stimme zu, das System müsste dahingehend umgestellt werden, dass dort arbeitende Menschen ein ganz reales Gehalt bekommen. Dann würde aber zum Beispiel die Grundsicherung wegfallen. Mehr Geld würde das auf keinen Fall werden.

Aber es wäre sehr viel würdiger und mehr auf Augenhöhe.
 
Bei diesem lächerlichen Lohn KANN ein kognitiv im Normbereich liegender Mensch schwerlich zufrieden sein.
Es ist schlichtweg Ausbeutung.
Wäre gut, würde sich ein mutiger Journalist mal des Themas annehmen.
Da kommt mir eine Idee...
Mach Dich nicht lächerlich. Das Thema wird seit Ewigkeiten hoch und runter genudelt.

Es gibt immer einen Grund, weswegen Menschen in Werkstätten beschäftigt sind und die von mir aufgezählten Benefits brauchen, die der erste oder auch der zweite Arbeitsmarkt nicht hergeben.

Das ist keine Ausbeutung. Das System muss reformiert werden, damit Menschen mit Behinderung ein Gehalt beziehen und nicht zu bloßen Hilfeempfänger*innen degradiert bleiben.
 
Erzähle doch noch etwas von dir.

Wohnst du in einer Wohngemeinschaft?
Wie sind denn die Leute zu dir außerhalb der Behindertenwerkstatt?

Sind dort auch welche die du kennst?
Woran arbeitet ihr denn zur Zeit?
Die Bezahlung ist nicht gut,da muss ich dir zustimmen.
Du hast zumindest etwas Taschengeld ,dass gab es nicht immer.

Wichtig ist auch die Gemeinschaft finde ich und wenn dich jemand ärgert dann melde es einfach.
 
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