Ich habe mal gelesen, dass diese "Babysprache" (einfache Sätze, verniedlichte Begriffe, etc) intuitiv in uns verankert ist, weil wir damit einhergehend Stimmlage und Mimik übertreiben, damit das Kind lernt, diese zu lesen und zu spiegeln. Es ist auch bekannt, dass Babys und Kleinkinder darauf stärker reagieren als auf Erwachsenensprache.
www.uni-konstanz.de
Auch, wer meint, dies so nicht zu benutzen, benutzt es dann bei den eigenen Kindern doch - vllt. nur etwas geringfügiger ausgeprägt.
Analog kommentieren wir intuitiv vieles bzw. fast alles, was Kinder machen. "Tust du essen", "Ja, jetzt gehst du spielen", "Spielst du mit der Puppe" etc. - die Kinder fühlen sich dann gesehen und begleitet und lernen nebenbei, Dinge und Tätigkeiten zu benennen.
Tatsächlich muss, wer das intuitiv gar nicht tut, z.B. durch psychische Störungen, dies mühevoll lernen und entsprechende Kinder zeigen Bindungsstörungen:
Pädiatrie 03/2016
www.rosenfluh.ch
Es ist also kein unnötiges Verhalten, sondern ein intuitives und natürliches Verhalten, mit Babys und Kleinkindern so zu sprechen. Wie sehr man das mit fremden Kindern tut, ist wahrscheinlich eine persönliche Präferenz - mit dem eigenen Nachwuchs werden das die meisten in mehr oder weniger starker Ausprägung tun.
Viele Grüsse
Santino