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Autorität in der Erziehung

_Phoenix2_

Aktives Mitglied
Dieses Thema wird hier immer wieder angesprochen. Ich mache einen Thread.
Ich habe keine Kinder, aber ich habe viel mit Kindern zu tun. Wie steht ihr zur autoritären Erziehung?

Ich denke, dass Kinder gut sein wollen, loyal sein wollen. So habe ich mich als Kind erlebt und so erlebe ich auch die Kinder in meinem Umfeld.
In Konflikte kommen Kinder oft, wenn in der Schule, im Freundeskreis und in der Familie unterschiedliche Dinge gefordert werden.
Wichtig finde ich, Kinder von schlechten Einflüssen fern halten. Dann muss man auch weniger autoritär sein. Das ist aber natürlich sehr schwierig.
In Konflikte kommen sie auch, wenn von ihnen Dinge gefordert werden, die sie nicht leisten können.
Ich denke, dass meistens die autoritäre Erziehung nicht nötig ist und nur die Gefühle des Kindes verletzt.

Ich erlebe auch, dass Kinder freiwillig unangenehme Dinge tun, wenn ein Erwachsener erklärt, warum es gut ist - Dinge auswendig lernen beispielshalber.

Manchmal erlebe ich Dinge, wo ich hart durchgreifen würde, wenn ich das beteiligte Elternteil oder Teil der Familie wäre. Ich habe beispielshalber mal miterlebt, wie ein Junge (vielleicht sechs Jahre) seine Mutter angespuckt hat.
 
Ja, spannendes Thema 🙂

Ich bin ja selbst erzogen worden bzw. man hat es versucht. Im Rückblick und auch aus eigener Erfahrung mit Kindern aller Altersgruppen würde ich mal behaupten, dass der Einfluss von "Erziehung" häufig massiv überschätzt wird.

Kinder erziehen sich zum großen Teil selbst, d. h. in ihrer Peergroup, sie suchen sich selbst Vorbilder (Lehrende, Erziehende, Freunde, Geschwister, Nachbarn, Rollenvorbilder aus den Medien usw.) und natürlich bringen sie eine Menge mit, wenn sie geboren werden, z. B. epigenetische Informationen.

Zudem erzieht und prägt die Kultur stark, in der ein Kind aufwächst. Wenn die eher autoritär ist (wie etwa in Russland), wird das Kind sich daran gewöhnen und gut damit umgehen lernen.

Auch Eltern können ja sehr unterschiedlich sein im Stil. Meine Mutter war z. B. eher autoritär, mein Vater ein ganz sanfter-milder Mensch, der nie geschrien hat oder sonst laut wurde. Auch von daher haben viele Kinder unterschiedliche Erfahrungen.
 
Das Problem ist doch, dass die meisten Kinder gar keine richtige Erziehung mehr bekommen. Sowie sie alt genug sind, geht es in die KiTa, später in den Kindergarten und dann in die Schule. Die Eltern arbeiten meistens beide und sehen das Kind nur abends, am Wochenende oder während des Urlaubs. Das Kind wird nicht von den Eltern erzogen, sondern im Grunde von Eltern, Erziehern, Lehrern und oft auch noch den Großeltern gleichzeitig. Da gibt es keine klare Linie, da gibt es keine feste Bezugsperson, an der das Kind sich orientieren kann.

Auch wenn jetzt mancher aufschreien und mich in die rechte Ecke stellen wird, aber ich fände es sinnvoll, wenn Mütter (oder auch die Väter) sich zumindest die ersten sechs, besser zehn Jahre um ihr Kind kümmern könnten, um ihm so eine vernünftige Erziehung zukommen lassen zu können.

Wichtig ist in meinen Augen, dass das Kind weiß, dass die Eltern es lieben und zwar auch dann, wenn es mal etwas falsch gemacht hat. Aber sie brauchen gleichzeitig auch klare Grenzen und sollten wissen, was sie dürfen und was nicht. Ich bin für einen vernünftigen Mittelweg zwischen autoritärer und antiautoritärer Erziehung. Es sollte klare Regeln, Liebe und eine altersgemäße Entscheidungsfreiheit für das Kind geben.
 
Manchmal erlebe ich Dinge, wo ich hart durchgreifen würde, wenn ich das beteiligte Elternteil oder Teil der Familie wäre. Ich habe beispielshalber mal miterlebt, wie ein Junge (vielleicht sechs Jahre) seine Mutter angespuckt hat.
Das kenne ich.
Ich finde das besorgniserregend, wie sich das entwickelt hat.
Ich erzähle mal nur ein Beispiel von meiner Enkelin, die war zu der Zeit 3 oder 4 Jahre alt.
Ich war bei denen zu Besuch und wir spielten was zusammen.
Plötzlich kriegte die ein Rappel und nahm alles mögliche zur Hand, um es mir an den Kopf zu schmeissen. Erst nur Kuscheltiere, was ich ja noch spassig fand. Dann anderes Zeug, was Härter war.
Ermahnungen halfen nicht, anschreien auch nicht.
Es waren noch die anderen 2 Enkel dabei, die das Schauspiel beobachteten.
Ich habe das tobende Kind dann am Arm gepackt, ins Nachbarzimmer geschoben und die Tür zugeschlossen, mit dem hinweis, das sie raus darf, wenn sie sich beruhigt hat.
Dann tobte sie dort weiter und zerlegte das halbe Zimmer und drosch gegen die Tür.
Meine Tochter kam dazu und es ergab einen heftigen streit über Kindererziehung.
Sie riss die Tür auf, nahm das Kind in die Arme und tröstete es.
Ich war die Böse.
Ich bin dann einfach gegangen.....nur weg da.
So sieht anti-Autoritäre Erziehung aus, ein übergriffiges, tobendes Kind auch noch trösten.
 
Manchmal erlebe ich Dinge, wo ich hart durchgreifen würde, wenn ich das beteiligte Elternteil oder Teil der Familie wäre. Ich habe beispielshalber mal miterlebt, wie ein Junge (vielleicht sechs Jahre) seine Mutter angespuckt hat.
Wenn sich in meiner Kindheit irgendein Kind das erlaubt hätte, wäre der Watschenbaum umgefallen, das hätte sich nie wieder so ein Verhalten getraut. Wo kriegen sie das her, im Elternhaus sicher nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Kinder brauchen Regeln und auch Grenzen.
Aber da ist es auch entscheidend,wie man diese vermittelt.
Es ist wichtig,den Kindern zu vermittelt,warum man ihnen etwas verbietet,z.B.
"Du darfst auf dem Bürgersteig keinen Ball spielen,weil der Ball leicht auf die Straße rollen kann und das gefährlich ist."
Das ist etwas ,was auch kleine Kinder schon verstehen.
Wenn das Kind spuckt,kann man auch sagen,dass das respektlos ist und sie auch nicht angespuckt werden möchten.
Man kann das erklären,wie man sich da fühlt.
Ein tobendes Kind wird sich nicht beruhigen,wenn man es in ein Zimmer sperrt.
Vielleicht hätte es sich beruhigt,wenn man sich selber entfernt hätte mit den Worten " Du ,ich mag das gar nicht,mit Sachen beworfen zu werden.Ich gehe jetzt ein ins Wohnzimmer und suche ein schönes Buch aus,was wir zusammen lesen können,wenn du dich beruhigt hast ."
Nur als Beispiel.
Meine Kinder haben immer sehr positiv auf Lob reagiert.
Ein Lob vom richtigen Verhalten oder kleine Erfolge hat immer mehr bewirkt,als Schimpfen,wenn sie etwas falsch machen.

Ich habe mal beobachtet,als ein Kind auf dem Spielplatz ein anderes gehauen hat.
Die Mutter ging hin und schlug ihrem Kind ebenfalls auf die Hand mit den Worten:" Du darfst andere Kinder nicht schlagen."
Ist das nicht logisch,dass das wenig Erfolg haben wird?
 
Ich glaube Autoritär oder Antiautoritär, ist gar nicht mal die Frage.
Das vermitteln von Werten und sozialer Kompetenz halte ich für viel entscheidender.
Und das kann autoritär, antiautoritär, konservativ oder auch liberal vermittelt werden.

Und auch die Zeit und das Umfeld spielt eine Rolle.
Mal angenommen ich wäre vollkommen antiautoritär erzogen worden.
Und dann hätte ich zu meinem Chef gesagt; Ey Kurti, Du alte Pflaume, wie geht es Dir?
Was dann wohl passiert wäre. ;-)
 
Eltern haben da eine große Verantwortung für ihre Kinder, die Erziehung sollte schon gewisse Grundregeln durchsetzen, auch Verhaltensregeln. Man muss oder sollte da auch mal deutlich Nein und So nicht sagen. Da sollten aber beide Eltern oder Erziehende an einen Strang ziehen, sich von Kindern nicht ausspielen lassen.
 
Ja, spannendes Thema 🙂

Ich bin ja selbst erzogen worden bzw. man hat es versucht. Im Rückblick und auch aus eigener Erfahrung mit Kindern aller Altersgruppen würde ich mal behaupten, dass der Einfluss von "Erziehung" häufig massiv überschätzt wird.

Kinder erziehen sich zum großen Teil selbst, d. h. in ihrer Peergroup, sie suchen sich selbst Vorbilder (Lehrende, Erziehende, Freunde, Geschwister, Nachbarn, Rollenvorbilder aus den Medien usw.) und natürlich bringen sie eine Menge mit, wenn sie geboren werden, z. B. epigenetische Informationen.

Zudem erzieht und prägt die Kultur stark, in der ein Kind aufwächst. Wenn die eher autoritär ist (wie etwa in Russland), wird das Kind sich daran gewöhnen und gut damit umgehen lernen.

Auch Eltern können ja sehr unterschiedlich sein im Stil. Meine Mutter war z. B. eher autoritär, mein Vater ein ganz sanfter-milder Mensch, der nie geschrien hat oder sonst laut wurde. Auch von daher haben viele Kinder unterschiedliche Erfahrungen.

Ich denke auch, dass die Peergroup einen großen Einfluss hat. Meine Eltern haben ja eine andere Kultur und als ich aufwuchs gab es dort keine Community - nur Verwandte von mir.

Mir fällt auf, dass die Gleichaltrigen mich sehr stark geprägt haben: meine Verhaltensweisen, meine Sicht auf die Welt. Da gibt es Dinge, die ich einfach nicht von meinen Eltern haben kann. Meine Selbstwahrnehmung auch.

Ich habe es dann gemerkt und es hat mich in starke Loyalitätskonflikte gebracht. Je älter ich jedoch wurde, desto mehr wurde ich zumindest außerhalb des Elternhauses immer mehr zu einem meiner Gleichaltrigen. Ich bin auch bei weitem nicht der einzige. Ich kenne etliche Menschen, die sich außerhalb des Elternhauses anders verhalten als bei ihren Eltern.

Ich denke aber, dass in einer schlechten Umgebung das Elternhaus kann sehr wichtig sein. Ich sehe das bei Leuten, die im Ghetto aufgewachsen sind, aber gar Akademiker wurden. Ich kenne einige. Ich würde sagen, dass eigentlich immer die Familie der Auslöser war. Sie kommen aus einer bildungsinteressierten Familie, die so zu sagen der „Kultur des Ghetto“ etwas entgegensetzen konnte. Das war oft mit großen persönlichen Kosten verbunden.
 

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