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Autoritäre Erziehung - Persönlichkeitsentwicklung

S

Sunstark

Gast
Hallo liebe Leser,

ich bin gerade sowas von stinkig! Ich habe es mal wieder geschafft, mich in das Thema Depression mit all seinen Ausprägungen einzulesen und bin rausgekommen bei:

Depressionen verursacht durch geringes Selbstwertgefühl verursacht durch eine autoritäre Erziehung. Da ist definitiv was dran.

Jetzt bin ich mal wieder sauer auf meinen Vater, der mir eine freie Entfaltung nicht möglich gemacht hat. Typische Muster:
  • Das Kind hat keine Meinung zu haben.
  • Das Kind muss gehorchen.
  • Das Kind soll seine Wünsche und Träume bitte hinten anstellen oder vergessen.
  • Emotionen sind fehl am Platz, Rationalität und Disziplin herrschen vor.

Das führt zu:
  • Hintenanstellen eigener Bedürfnisse.
  • Fehlen von eigener Lebensgestaltung.
  • Entscheidungsschwierigkeiten.
  • Unterordnung.
  • usw.

Das ist einfach nicht mehr IN heutzutage. Wenn man so ist, wie die letzten drei Punkte, dann tut man sich verdammt schwer im Leben.

Ich bin gerade dabei, mein Leben auf die Reihe zu kriegen, was mir auch immer mehr gelingt, nur denke ich mir manchmal, warum das so sein musste? Und wo sind die anderen Menschen, die auch so eine Erfahrung gemacht haben? Ich meine, ich bin ja nicht die Einzige, die so erzogen wurde.

Aus meiner Kindheit und aus meinem gesamten Umfeld weiß ich aber, dass keiner so erzogen wurde. Selbst von extrem schüchternen Leuten, wo man denkt, ok, die sind auch Opfer der Umstände, kenne ich keinen, der derart fremdbestimmt durchs Leben gelaufen ist, wie ich. Ich war immer die, die von irgendwelchen Menschen, die dominant waren, durch die Phasen meines Lebens geführt wurde. Am Anfang war es mein Vater, dann eine Freundin, später eine andere Ferundin usw.
Im Studium kam dann irgendwann der Kollaps, die Krise , weil ich irgendwann keinen mehr hatte, der mich an der Hand nahm. Irgendwann habe ich den Grund für meine missliche Lage erkannt.
Und dann ging es los: Aufpuschen des Selbstwertgefühls, Suchen, Finden, Struktur aufbauen usw.

Noch immer lasten mir so viele Dinge aus der Vergangenheit an. Sie sind meistens im zwischenmenschlichen Bereich zu finden:
  • Menschen, die denken, sie hätten immer noch die Bedeutungshoheit über meine Person und die mich nun auf Teufel komm an die vermeintliche Unzulänglichkeit meiner Freundschaft erinnern.
  • Menschen, die, wie ich, auch in Bredouille hockten und es noch immer tun und nun vielleicht nicht mit meiner aufkeimenden Persönlichkeit klar kommen.
  • Mein neues Zielfeld an Menschen, mit denen ich endlich etwas anfangen kann, denen ich mich gegenüber aber noch immer unsicher fühle.
  • Meine Familie, bei der ich immer noch versuche, den Spagat zu finden zwischen den Verantwortungen als Familienmensch und der als eigenständige Person (wobei ich nicht weiß, was das vernünftige Mittelmaß ist).

Insgesamt bin ich noch sehr unsicher, wohin ich mich bewegen soll. Noch immer bin ich davon bestimmt, ja nicht mein Gesicht zu verlieren. Ich mache mir noch immer sehr viele Gedanken darüber, welches Vehalten nun richtig ist. Es ist der Kampf zwischen: Das tun, wozu ich Lust habe und dem, was einen Gesellschaftsmenschen ausmacht. Da habe ich meinen Weg noch nicht gefunden.

Als Orientierungsziel kann ich mir immer noch suchen, dass ich glücklich und zufrieden bin.
Ich suche dieses Forum gerade auch auf, um ein wenig Meinungsäußerung zu betreiben, und mit Kritik umgehen zu lernen. Für mich ist es nicht normal, Kritik an etwas auszuüben oder meine Meinung über etwas kundzutun.

Ich hoffe auf Hilfe in Form von Anregungen. Vielleicht schaffe ich es auch noch, etwas persönlicher zu werden.

Schöne Grüße
Sunstark
 
Jaja, die Fehler der Eltern. 😱

Ich kann bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen was du fühlst. Bei mir war's die Mutter, allerdings nicht ganz schon schlimm. Das Resultat ist jedoch das gleiche.

Das wichtige ist, man darf den Kopf nicht in den Sand stecken. Man muss sein Leben lang an sich arbeiten. Ich will auch gar nicht so tun, als wäre ich schon längst aus diesem Loch heraus, denn so ist es nicht. Aber es ist soleicht, zu sagen, dass die Eltern Schuld sind, und dann ergibt man sich seinem eigenen traurigen Schicksal. Da hab ich aber leider nun mal sowas von gar keine Lust drauf, dass ich es einfach ändere. Ich weiß, dass meine Mutter Schuld ist, und sie auch heute noch nicht aufhört - aber Hilfe kann ich aus der Richtung logischerweise keine erwarten. Also muss ich mir selber helfen. Mit positiven Gedanken, Ablenkung und professioneller Hilfe. Ich bin 22 und hab schon zu viele Jahre in diesem Sumpf verbracht, auch mich hätte es ein, zwei Mal fast das Leben gekostet, bis es Klick gemacht hat und ich begriffen habe, wie geil das Leben eigentlich sein kann. Ich rede nicht von Beziehungen, Geld oder sonst einem Scheiß. Ich rede vom Duft der Blumen, vom Sonnenlicht auf der Haut, dem Duft im Wald nach einem Gewitter, der Wärme in einem Haus im Winter. Solche Sachen. Die halten mich oben. Ich hab keine Lust mehr auf Depressionen. Auf Zweifel an mir selbst.

Ich weiß noch wie ich mal nachts mit meinem Golden Retriever spazieren gegangen bin, so um Mitternacht rum. Wir waren auf einem Bolzplatz und keiner hat uns gesehen. Da bin ich in die Hocke gegangen, und hab dem Hund in die Augen gesehen und gesagt:
"Weißt du, die spekulieren doch alle darauf, dass sie mich klein kriegen. Quälen mich weil ihr eigenes Leben eigentlich genauso so traurig und langweilig und beschissen ist, mit dem Unterschied, dass sie es besser verbergen können als ich. Die spekulieren, dass ich aufgebe und untergehe, und mich besiegen lasse, und wegen den Taten anderer ein unglückliches Leben führe. Aber ich sag dir was: Aus diesen Gedanken, da bin ich raus. Hat echt ne Weile gedauert, bis ich das zu begriffen habe, aber da bin ich raus."

Ich hätte schwören können, dass mein Hund da gezwinkert hat. 🙄
 
deine eltern mögen fehler gemacht haben - ok. das passiert, das gehört zum elterndasein dazu. ist ärgerlich, und da muss man sich auch mal luft machen, aber ändern kannst du es nicht mehr. und ich unterstelle einfach mal den meisten eltern, das alles aus der absicht heraus, sein kind bestmöglichst aufs leben vorzubereiten, passiert. das kann aus verschiedenen gründen nach hinten losgehen, aber nur in seltenen extremfällen stecken böse absichten dahinter.

und meinst du, kinder, die anitiautoritär erzogen wurden, haben deine probleme nicht? ich kenne viele, die diesen erziehungsstil genießen durften, die immer noch völlig orientierungs- und planlos durch die welt laufen, weil ihnen niemand so etwas wie diziplin oder die fähigkeit, sich bis zu einem gewissen maße auch unterordnen zu können, beigebracht hat - und dafür verfluchen auch diese ihre eltern...

ab einem gewissen alter ist es auch einfach lächerlich, weiterhin die eltern verantwortlich zu machen. andere mögen ein besseres startpaket mit auf den weg bekommen haben als du - aber was bringt es, darüber zu grübeln? das leben ist nunmal nicht fair. wichtig ist, was du aus deinem paket herausholst. du scheinst reflektiert und intelligent genug zu sein, deine probleme und deren ursache aufzudröseln. statt dich immer wieder darin zu weiden, nutz deine energie um lösungen zu finden. und söhn dich innerlich mit deinem vater aus - es bringt nichts, deine gedanken immer wieder zu vergiften.
 
Es ist der Kampf zwischen: Das tun, wozu ich Lust habe und dem, was einen Gesellschaftsmenschen ausmacht. Da habe ich meinen Weg noch nicht gefunden.

Als Orientierungsziel kann ich mir immer noch suchen, dass ich glücklich und zufrieden bin.

Du magst es als einen Kampf erleben, dennoch befindest du dich mitten auf dem Weg. Mittendrauf und hast zudem auch noch ein Ziel, nämlich glücklich und zufrieden zu sein. Jetzt darfst du noch detailliert diese beiden Begriffe "füllen". Was macht es für dich aus, woran erkennst du es, was brauchst du dafür.....

 
Welche Eltern machen keine Fehler in der Erziehung? Es ist aber auch einfach, ALLE Schuld den Eltern zu geben. Ich bin sehr autoritär erzogen worden. War schüchtern,hatte kein Selbstbewußtsein, konnte keine Entscheidungen treffen usw. Ab einem gewissen Alter sagte ich mir: jetzt ist Schluß. Ich bin für mein Leben selbst verantwortlich.
Es ist gewiss ein langer Prozess, aber man kann nur selbst etws ändern!!!! Vielleicht auch mit professioneller Hilfe. Mir hat das sehr geholfen.
Pack Deine Probleme an.
Viel Glück.
 
Entscheidend ist was Du heute für Dich aus Deinem Leben machst, trotz und gerade mit Deinen Prägungen. Wichtig dabei ist das Du Dir bewußt wirst, dass es in Deiner eigenen Hand liegt Dich als ewiges Opfer Deiner Erziehung zu betrachten, oder aber die Opferrolle zu verlassen und einfach Dein Leben zu leben.

Jeder trägt die Unvollkommenheit seiner Eltern, seiner Erziehung in sich, aber wir können uns im Erwachsenenalter immer dazu entscheiden! Es ist zu einfach, seinen Eltern nun für den Rest des Lebens die Verantwortung für das eigene Leben zu übertragen! Und nicht anderes ist es, wenn man zusehr darin verharrt was sie alles falsch gemacht haben und hätten tun sollen - anstatt jetzt die Verantwortung für sein Leben selbst zu übernehmen. Die Vergangenheit läßt sich nicht verändern, Deine Zukunft schon.

liebe Grüße
Claris
 
trotzdem, wie bekloppt ist es, sein Kind die ganze Zeit nur rumzukommandieren... und natürlich bin ich da sauer. vor allem weil ich mir dieser Dinge nun bewusst bin. Oh Mann, aber vielleicht hat sich mein Pa echt gedacht, dass es so am besten ist. trotzdem, ich kann ihm da nicht verzeihen (was soll daran gut sein, einem Kind blaue Flecken zu verpassen, weil es einmal kurz die Gerechtigkeit angezweifelt hat?). es gibt seit jeher diese distanz zwischen uns und ich wieß gar nicht, ob ich sie überhaupt überbrücken will...
ich weiß auch, dass ich vergangenes nicht ändern kann. aber es gibt gewisse dinge, die hätten einfach nicht sein müssen und deswegen ich geschädigt bin und manchmal habe ich die absurde vorstellung, dass ich es meinen eltern durch meine Art heimzahle. Meine Mutter hat sich schonmal gefragt, warum ihre Kinder alle unfähig sind, einen Partner zu finden. HAHA! Wenn sie eins und eins zusammenrechnen kann, dann... Tsss... auf der anderen Seite leide ich selbst ein wenig darunter, was es ja so absurd macht. und es ist nicht so, als ob ichs nicht versuchen würde 🙁
 
aber eigentlich habt ihr ja alle recht. und ich hab ja schon viel erreicht. wenn ich aber mal wieder so einen tag habe, an dem ich wegen eines möglichen Termins zehnmal meine Meinung ändere, ob ich nun hingehen soll oder nicht, dann regt mich das tierisch auf! und ja, die welt ist ungerecht!! aber zu mir ist sie gar nicht mal so ungerecht. ich habe ja schon so viel erreicht... nur manchmal habe ich das gefühl, als wäre ich im entwicklungsstadium vielleicht einer 16-jährigen, dabei bin ich 25...
auf der anderen seite bin ich schon sehr selbstständig. es macht mir nicht einmal mehr was aus, alleine zu wohnen. komme gut ohne mann zurecht (weiß ja nicht, was ich da vermissen soll), hab genug freunde und so... ach ich weiß nicht... das selbstständigsein hat sich ja auch nur aus komischen gründen ergeben, wegen des MUSS und so weiter. vllt ist es ja gut, denn es hat mich abgehärtet. auf der anderen seite kann es aber sein, dass ich etwas von bedürfnislosigkeit ausstrahle, dass ich in keinem mann den beschützerinstinkt wecken kann. ich habe sogar schonmal gehört, dass männer angst vor mir hätten und mich deswegen nicht ansprechen würden. was auch immer es ist, ich hab es bis jetzt nicht ändern können, weil ich eben auch nicht weiß, wo ansetzen...
aber das geht jetzt auch vom thema autoritäre erziehung weg...
 
Mach Dir nicht soviele Gedanken! Es bringt nichts, den Blick nur nach hinten (oder auf den eigenen Bauchnabel) zu wenden, weil Du dann nicht sehen kannst wo Du hintappst. Wut gehört zu dem Abnabelungsprozeß und zu der Abgrenzung dazu, ist also völlig normal, nur solltest Du nicht darin verharren, weil Du sonst Dein Leben verpasst.

auf der anderen seite kann es aber sein, dass ich etwas von bedürfnislosigkeit ausstrahle, dass ich in keinem mann den beschützerinstinkt wecken kann.

Warum willst Du denn in einem Mann den Beschützerinstinkt wecken? Eine Partnerschaft ist doch kein erweitertes Eltern-Kindverhältnis. Sei glücklich das Du bist wie Du bist und Dein "Deckel" wird sich sicher darüber freuen, dass er dann eine Frau an seiner Seite hat, die ein selbständiges Gegenüber für ihn ist. Glaube mir, es gibt genug Männer die das zu schätzen wissen! Diese Unabhängigkeit ist gut für Dein eigenes Leben - sie macht Dich frei (wenn Du es zulässt), verteufel sie also nicht, sondern sei dankbar das bei allen negativen Seiten der Erziehung sie dabei rausgekommen ist. Es ist Deine eigene Wahl wie Du das Ergebnis betrachtest und bewertest.

Claris
 
Ja, ich mache mir leider zu viele Gedanken. Das ist manchmal mein Problem. Aber nur mal kurz, warum kann einen kein Mann ansprechen???????????????????????? Ich meine, wie machen das andere Frauen? Es ist doch nicht so, dass heutzutage nur noch 5% der Männer den ersten Schritt machen und Frauen den Rest machen müssen...

Ich sollte den Titel der Überschrift ändern. 🙄
 

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