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Außer Job keine / zu wenig Gemeinsamkeiten?

10Golding

Mitglied
Hallo an Alle,
ich bin gerade dabei ein wenig ins Grübeln zu geraten.

Ich habe vor knapp einem halben Jahr einen Arbeitskollegen kennengelernt, über ein Schnittstellenprojekt. Vorher kannte ich ihn vom Sehen her, fand ihn schon toll, aber näher kennengelernt haben wir uns erst im Herbst letzten Jahres.

In den Anfängen waren wir oft etwas trinken, auf Weihnachtsmärkten, nach und nach merkte ich, dass das eigentlich nicht so sehr sein Ding ist, aber er war einfach um mit mir zusammen zu sein oft dabei. Ich gehe gern mal Shisha rauchen, er ist ein absoluter Nichtraucher, Vegetarier, ich hingegenschon öfter mal Fast Food. Anfangs hab ich ihn überredet, einfach mal was Neues auszuprobieren, aber inzwischen mache ich das nicht mehr, wei lich weiß, dass das eigentlich garnicht sein Ding ist. Und ich will ihn nicht verbiegen.

Anfangs redeten wir viel über uns, über Ängste vor Beziehungen, wir waren einige Monate Solo, wobei ich schon diverse Sexbeziehungen hatte, er hingegen garnicht. Das war dann zu Beginn auch etwas befremdlich für ihn, weil ich so toll an ihm fand, dass er nicht "so" einer der Männer war, mit denen ich halt häufiger etwas hatte. Zugleich merkte ich seinerseits unterschwellig schon ein wenig, dass ihm das so gut nicht gefiel, aber er hielt sich zurück mit Aussagen.

Was mir aber viel mehr auffällt ist, dass uns irgendwie die Themen recht schnell ausgingen, und wir landeten häufig doch wieder beim Thema Arbeit. Ich warf ihm das anfangs immer vor, in Telefonaten oder auch Treffen, "hey, lass nicht wieder über den Job sprechen", aber erwischte mich dabei, dass ich genau so viel über den Job sprach. In der Mitte unserer sechsmonatigen Beziehung verlor man sich irgendwie mal kurz ein wenig, ich hatte immer das Gefühl, es fehlten so die Themen.

Hinzu kommt, dass wir uns meist Freitag Abend auf Samstag sehen und den Samstag mehr oder weniger allein verbringen. Weiß ich nicht, ob mein Anspruch da zu hoch ist, da ich mit meinen Ex Freunden schon viel mehr Zeit und gemeinsame Hobbys hatte, zb waren wir hier an unserem See oft segeln, mein jetziger Freund ist eher wasserscheu.

Diese fehlenden gemeinsamen Erlebnisse bedingen natürlich, jeder macht sein Ding, hin und wieder tauchen dann Namen auf, bei mir Männer und bei ihm Frauen, die man nicht einordnen kann oder kennt und sich dann fragt: Wer ist denn das?

Am Sonntag haben wir den gesamten Tag mit einander verbracht, mir fiel da auch schon wieder auf, dass wir nur über den Job reden und eher so ein bisschen im kleinen Streit verfallen. Das fangen wir oft wieder ein.

Ich hatte zuletzt ein wenig das Gefühl, dass diese liebevolle Art total abhanden gekommen ist und wir super schnell im Alltag sind, das gefällt mir überhaupt nicht, aber wir sehen uns auch im Büro oft und ich hab das Gefühl, dass er dann auch am Wochenende einfach mal froh ist, mich nicht zu sehen.

Ich geh gern mal auf Party abends mit Freundinnen und er ist eher so jemand, der gern früh schlafen geht, morgens im Wald joggen, das ist halt so garnicht meins, ich schlafe bis 11/12 Uhr, während er schon die Wohnung geputzt hat, Sport erledigt hat, ihn stört das garnicht.

Aber ich denke gerade, wie entwickelt sich das mit uns, ich überlege aber auch, ob ich es wohl vielleicht "zerdenke"? Denn dazu neige ich.

Weiteres etwas blödes Thema ist, dass ich aufgrund einer "Frauensache", operiert werden musste und wir daher auch vorerst nichts mit einander machen können, das belastet unsere Nähe schon ein wenig muss ich sagen, und das wird wohl auch eine Weile so bleiben, weil ich noch Probleme habe. Er sagt, das ist kein Problem, aber ich spüre, dass es unangenehmerweise irgendwie in eine gute Freundschaft driftet, was wollen wir beide aber nicht.

Eines Tages rutschte ihm mal etwas raus, da meinte er, naja, er übernachte so garnicht gern derzeit mit mir, weil er das Gefühl hat, dass diese Nähe zu Unzufriedenheit führt, wenn am Ende nichts passiert. Das stimmt ein wenig.

Achso, er ist 44 Jahre alt, ich werde jetzt 45 Jahre alt.

Ich kenne in meinem Umfeld fast nur Paare, die sämtliche Hobbys teilen, das ist bei uns halt garnicht so, daher bin ich etwas unsicher, ob das alles überhaupt haltbar ist.
 
Ich kenne in meinem Umfeld fast nur Paare, die sämtliche Hobbys teilen, das ist bei uns halt garnicht so, daher bin ich etwas unsicher, ob das alles überhaupt haltbar ist.

Man muss sicher nicht alle Hobbys teilen, aber dass ihr so wenig Gesprächsthemen habt, gibt durchaus zu Recht zu denken.

Ich glaub nicht, dass das dauerhaft passt.

Du könntest dich allerdings von ihm inspirieren lassen, auch gesünder zu leben. Wobei ich nicht meine, dass du sonntagsmorgen joggen gehen sollst, wenn das so gar nicht dein Ding ist.

Aber irgendwie müsstet ihr euch schon annähern, wenn das eine Zukunft haben soll.
 
Miteinander sprechen, ehrlich und offen, was verbindet euch noch, was ist trennend, was geht gar nicht mehr, ihr müsste das für euch entscheiden. Wenn die Unterschiede in Sachen Lebenseinstellung so groß sind, solltet ihr lieber in bitte Freundschaft getrennte Wege gehen.
 
Habt ihr so gar keine Gemeinsamkeiten? Redet ihr nicht über Politik, die Gesellschaft, alles was so täglich drumherum passiert? Zusammen kochen, spazieren? Du musst ja nicht mit ihm sonntags joggen gehen aber ihr habt doch bestimmt tolle Wanderwege in der Nähe. Andere Orte erkunden, Museen besuchen, mal ins Theater oder in die Oper. Kochkurse, Tanzkurse. Man kann sich damit halt viele Gesprächsthemen schaffen.
 
Irgendwie habe ich erst am Ende deines Beitrags verstanden,dass ihr zusammen seid?


Ihr habt so wenig gemeinsam.
Man muss ja nicht alle Interessen teilen,aber bei euch hört es sich tatsächlich so an,als wenn die Arbeit das Einzige wäre.
Hört sich schwierig an.
 
Oder eben etwas suchen, was Ihr beide mögt.

Nein, man muss keine Hobbys zusammen machen. Mein Freund und ich haben auch ganz unterschiedliche Interessen. Aber bei manchen gehe ich mal mit und bei manchen geht er mal mit.

Und dann gibt es die Dinge, die wir gern zusammen machen.

Ihr könntet zusammen Ausflüge machen, Museen besuchen, tanzen gehen oder irgendwas kreatives?
 
Keine Seltenheit, in den allermeisten Beziehungen habe ich das Gefühl, wissen Frauen oft nicht so viel mit ihrer Zeit anzufangen, meine Freundinnen machen nur in den Single Phasen Sport, dann wenn der Freund gefunden ist, wird das Hobby zur Seite gelegt oder der Sport aufgegeben. Die Männer nervt das immer, weil sie die Frauen beschäftigt kennenlernen und plötzlich kleben sie nur noch am Mann.

Für mich ist es eher schädlich, wenn man zuviel unternimmt, denn sonst geht man sich auf den Geist. Die Mischung machts und vor allem würde mich es nerven, wenn mein Freund keine Hobbys hätte. Ich habe allerdings auch zwei Pferde, da ist immer was zu tun. Ein Freund ohne Hobbys scheidet per se aus.
 
Wenn man hier so querliest, scheinen einige häufiger ein Problem mit aktiven Partnern zu haben, meist im Forum jedenfalls Frauen. In meinem Umfeld ist das gemischt, aber meistens sind in der Tat in meinem Umfeld jedenfalls die Männer deutlich aktiver, gerade im Mannschaftssport.

Ich war jahrelang im Leichtathletikverein, auch als Trainer. Das störte einige meiner Ex Freundinnen. Viele wussten ihre Samstage oder Sonntage nicht allein zu füllen, der Sport wurde oft nur als Intermezzo betrachtet, wenn man Solo war. Leider. Das hat mich immer gestört.

Mit manchen Frauen waren Kompromisse möglich, mit anderen nicht. Es kommt halt auch darauf an, über was man sich vor hat zu unterhalten. Wenn man über gemeinsame Hobbys philosophieren will, braucht man eines.

Ich muss allerdings sagen, ich kenne viele Fußballer, deren Frauen keinen Bezug dazu haben, ich kenne viele Handballer, wo die Frau kein Handball spielt und es funktioniert trotzdem gut.

Manchmal muss man machen und weniger kaputt denken.
 
Manchmal ziehen sich die Gegensätze eben an. Und jede Beziehung hat so ihren eigenen Modus, den ihr offenbar noch finden müsst. Ich glaube, dass es euch gut täte, wenn ihr etwas habt, das "euer Ding" ist. Es müssen nicht alle Interessen übereinstimmen, aber zumindest ein gemeinsames Hobby wäre schon hilfreich.

Anfangs hab ich ihn überredet, einfach mal was Neues auszuprobieren, aber inzwischen mache ich das nicht mehr, wei lich weiß, dass das eigentlich garnicht sein Ding ist.
Hast du auch mal etwas Neues ausprobiert? Vielleicht gemeinsam Sport treiben? Davon könntest du auf vielen Ebenen profitieren.

Hinzu kommt, dass wir uns meist Freitag Abend auf Samstag sehen und den Samstag mehr oder weniger allein verbringen. Weiß ich nicht, ob mein Anspruch da zu hoch ist, da ich mit meinen Ex Freunden schon viel mehr Zeit und gemeinsame Hobbys hatte, zb waren wir hier an unserem See oft segeln, mein jetziger Freund ist eher wasserscheu.
Es klingt schon merkwürdig, dass ihr dann am Wochenende - wenn ihr Zeit habt - wieder Zeit getrennt verbringt. Was wäre für dich denn eine schöne, gemeinsame Aktion, außer Segeln? Eine Radtour, Wandern, Cabrio fahren?

Macht etwas zusammen! Schreibt mal beide 10 Sachen auf, die ihr schon immer einmal ausprobieren wolltet und dann schaut, worauf ihr beide Lust habt.
 

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