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Ausgebrannt?

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Gast

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Hallo Leute,
keine Ahnung, ob ihr mir helfen könnt, aber ich muss mir das gerade einfach mal von der Seele schreiben.
Ich habe ein sehr belastendes Semester hinter mir. Normalerweise fällt mir Uni leicht, weil ich schnell lerne und kein Problem mit Klausuren habe. Aber dieses Semester hatten wir extrem viele Projekte, die wir in Gruppen absolvieren mussten; das bedeutete viel Recherchen, Arbeit, Abstimmungen, ständige Unterredungen, Treffen, Diskussionen ... Mein ganzes Denken kreiste ständig nur um die Projekte, wobei wir oft an mehreren parallel arbeiten mussten. Ich habe das ganze Semester irgendwie alles zurückgeschraubt: Meine Hobbies, mein Privatleben. Ich hab nur noch "funktioniert", denke ich jetzt im Nachhinein.
Nun ist langsam ein Ende in Sicht - nur noch 1 Projekt muss abgeschlossen werden. Und ich dachte, ich könnte jetzt endlich wieder etwas "durchatmen", mir wieder Zeit für mich nehmen und mal an etwas anderes denken als ans Studium.
Aber als ich heute so dasaß und dachte, jetzt könnte ich mal etwas Schönes machen ... fiel mir nichts mehr ein. Ich habe zu absolut nichts mehr Lust und kein Interesse mehr an irgendetwas. Die Dinge, die mir vorher Freude gemacht hatten, lassen mich total kalt. Ich kann mich an garnichts mehr erfreuen, nicht an der Lieblingsserie, einem guten Buch, ich habe keine Lust mehr zum einkaufen, kochen oder Freunde treffen. Ich bin nur noch müde und würde am liebsten den ganzen Tag schlafen, aber wenn ich aufstehe, fühle ich mich noch müder als vorher. Ich breche bei der kleinsten Kleinigkeit in Tränen aus und manchmal denke ich, ich werde nie wieder glücklich sein.
Kennt jemand solche Gefühle nach langer Zeit mit extremem Arbeitspensum? Geht das von alleine wieder vorbei oder nicht? Ich hab Angst, dass es jetzt für immer so bleibt.
 

Hallo Gast,

schau mal hier: Ausgebrannt?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

dass du nach extremem arbeitspensum erstmal nur noch platt bist, erscheint mir durchaus normal.

die frage ist allerdings, wie lange das schon anhaelt. wenn das laenger dauert, wuerde ich einen burn-out befuerchten oder eine depression. in beiden faellen muesstest du unbedingt zum arzt.

auch das in traenen ausbrechen erscheint mir sehr bedenklich. wenn man einfach nur platt und muede ist, hat man das normalerweise nicht.
 
Hallo,

wenn Du jetzt gegenan steuerst, wird es nicht dauerhaft sein. 🙂

Es ist etwas schwierig zu beurteilen, weil es ja zum Einen etwas ganz Normales sein kann. Viele Menschen haben ja auch das Problem, dass sie wenn sie Urlaub bekommen, plötzlich krank werden (weil die Seele oder der Körper dann schlapp macht) oder den Fuß nicht mehr vor die Tür bekommen. Das ist sicherlich ein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Im Moment würde ich Dir empfehlen, Dich auszuschlafen und dann lange Spaziergänge zu machen, weil die frische Luft und die Möglichkeit, die Gedanken freizulassen, nicht nur Deinem Körper, sondern auch Deiner Seele gut tun. Nimm Dir etwas vor, lenk Dich ab. Gönne Dir etwas. Sage Dir, wow, da habe ich echt etwas geleistet (und das hast Du), aber im nächsten Semester zwinge ich mich dazu, mir auch täglich kleine Auszeiten zu nehmen, selbst wenn ich das Gefühl habe, dass ich es mir eigentlich nicht leisten kann. Dein Akku ist ausgepowert, aber Du vergißt, ihn aufzuladen.

Häufig ist es ja auch so, dass Arbeit von Problemen ablenkt. Eigentlich sind sie es, die bearbeitet werden wollen. Da ist es vielleicht notwendig, eine Ausgewogenheit zu finden. Nimm Dich wichtig! Gönne Dir jeden Tag etwas (und sei es nur ein schönes Essen, eine 10-Minuten-Meditation oder körperliche Bewegung, die die Glückshormone aktiviert).
Schau Dir Deinen Mangel an. Was macht Dich so schlapp und traurig?
Viel Erfolg und liebe Grüße!🙂
 
Ich kenne diese Gefühle und versuche mich mit Sport auf andere Gedanken zu bringen. Mach etwas, wo Du merkst, dass Du noch lebst. Im Frühling in einen Kletterwald gehen zum Beispiel.

Versuch Dir so viel Ruhe wie möglich zu geben. Du musst Dich an die Ruhe erst einmal wieder gewöhnen. Du musst wieder lernen, dich in den Erholungsphasen zu erholen.

Lass Dich nicht entmutigen, es dauert seine Zeit, "bis man damit wieder klar kommt". Sich von Experten Rat zu holen kann nie verkehrt sein. In dieser schnellen Welt kommt es immer häufiger vor, dass man einfach nicht mehr weis, wo einen eigentlich der Kopf steht ...
 
Ein Semester reinhauen nenne ich jetzt nicht " eine extrem lange Zeit massiv belastet sein".

Ruh dich aus, genieß den Erfolg deiner Arbeit und widme dich dann ganz gemach den schönen Dingen.

"Ausgebrannt" geht anders.
 
Ja was du brauchst, ist einfach mal gar nichts zu machen, dich einfach nur erholen. Ob das jetzt schlafen ist oder etwas anderes. Je länger du dich dann erholst, umso mehr Interesse und mehr Spass findest du wieder an anderen Dingen. Wenn man sowas öfter erlebt, macht man sich auch Gedanken wie man dem ganzen vorbeugen kann, wenn man schon weiß, das soetwas auf einen zu kommt. Ich versuche mir dann immer realistische Ziele zu setzen, so dass ich einiges schaffe, aber auch zwischendurch immer mal einfach gar nichts mache oder wonach mir dann ist. Man muss sich einfach mal die Zeit für Dinge, die Spass machen, Erholung usw. nehmen, auch wenn man sie nicht immer hat.
 
Bei kleinsten Kleinigkeiten in Tränen auszubrechen ist nicht normal und kann Anzeichen einer Depression sein. Lustlosigkeit ebenso. Hast Du auch ein Druckgefühl auf der Brust?
Ich würde Dir in jedem Fall raten, Deine Situation nicht auf die leichte Schulter zu nehmen oder einfach zu verdrängen. Ich rate Dir auch, einen Arzt aufzusuchen und die Symptome zu schildern. Der wird erst einmal körperliche Fehlfunktionen ausschließen wollen.
Mir ging es einmal ähnlich und ich habe die Anzeichen nicht beachtet und wäre daran fast kaputt gegangen. Mein Studium musste ich abbrechen, aber dafür bin ich noch hier.

Es kann nur eine Phase sein, die wieder von alleine vorbei geht, aber die Anzeichen sind schon bedenklich. Lass Dich auf jeden Fall mal durchchecken und erfinde keine Ausreden, sei dem Arzt gegenüber genauso offen wie hier. Alles Gute!
 

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