Hallo Forumsgemeinde
Ich brauche euren Rat.
Seit 1.5 Jahren studiere ich Germanistik, ohne zu wissen, in welchem Beruf ich enden werde (Lehrer jedenfalls nicht). Das ganze ist so mehr oder minder interessant, aber auch ein bisschen eine Notlösung: Ich hatte eine Wahl zu treffen, was ich nach der Matur studieren soll und habe mich halt für Deutsch entschieden.
In einem Zwischenjahr vor Studienbeginn habe ich ein Jahr lang als Gärtner ohne Ausbildung arbeiten können. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen, ich denke, es kommt dem Begriff Traumberuf sehr nahe.
Leider hatte ich aber nicht den Mut, eine Ausbildung zu beginnen und das Angebt, länger dort zu arbeiten, ausgeschlagen um an der Uni mein Glück zu suchen. Mit dabei war auch die Angst, jetzt zu lange ohne Ausbildung zu arbeiten und dann aus irgendwelchen Gründen nicht mehr studieren zu können.
Eine Ausbildungsstelle wollte ich auch nicht suchen, weil ich dazu ein Zwischenjahr hätte einschieben müssen und mir überhaupt nicht sicher war, ob mich jemand nehmen würde... In meinem Umfeld haben mir alle davon abgeraten, weil ich ohnehin überqualifiziert sei (In der Schweiz ist es leider tatsächlich etwas anders als in DE, eine Ausbildung nach Matur ist - aufgrund weniger Abgänger als bei euch - sehr untypisch, besonders wenn der Richtungswechsel in nicht-Bürojobs führt).
Nun muss ich aber doch feststellen, dass dieser Beruf wohl das richtige für mich wäre. Ich vermisse die Arbeit in und mit der Natur, das Gefühl irgendwas sinnvolles zu tun und bei Feierabend wirklich Feierabend zu haben. Mich quält der Gedanke, einmal in einem Job zu enden, indem ich 8 Stunden vor einem PC werde sitzen müssen.
Aber abbrechen und eine Ausbildung beginnen scheint auch keine Option. Erstens finde ich ohnehin frühestens im Sommer 16 einen Ausbildungsplatz - und das reißt mir ein großes Loch in den Lebenslauf. Dazu möchte ich eigentlich auch kein Studienabbrecher sein (weder vor mir selbst, erst Recht nicht vor meinem ganzen Umfeld und auch nicht vor künftigen Arbeitgebern).
Und bis Sommer 16 habe ich ohnehin den Bachelor und könnte dann anschließend eine Ausbildung beginnen.
Das Studium mit Bachelor abschließen (hat ohne Master keine berufliche Zukunft) und eine Ausbildung zu beginnen wäre wohl der Idealfall. Allerdings ist das auch schwer zu rechtfertigen vor Eltern und Freunden: Ich hätte früher einen Master in der Tasche als einen Gärtnerlehrabschluss und würde obendrein früher und bedeutend mehr Geld verdienen können.
Und meine Hauptangst liegt darin, dass ich als Hochschulabsolvent mit Abschluss, wenn auch nur Bachelor, heillos über- (bzw. meiner Ansicht nach einfach falsch) qualifiziert bin. Die Ausbildungsplätze richten sich an junge Real- oder Hauptschulabgänger, aber bestimmt nicht an einen bis dahin fast 25-jährigen Studenten... Der einzige Grund, meine Bewerbung ernstzunehmen wäre wohl, dass ich ein Jahr Arbeitserfahrung habe.
Aber was, wenn ich keinen Ausbildungsplatz finde?
So, das musste ich einfach einmal niederschreiben. Ich hoffe, ihr könnt mir mit Rat zur Seite stehen, obwohl im Endeffekt das Problem bestehen bleibt... Was denkt ihr, findet man mit meinem Lebenslauf einen Ausbildungsplatz?
Sollte man wirklich für einen tollen Beruf einen akademischen Weg ausschlagen und damit auch auf Geld und (statistisch zumindest) Jobsicherheit verzichten?
Könnte man das Menschen, von Eltern bis Arbeitgebern, sinnvoll erklären oder beisst man eher auf Unverständnis...?
Ich bin gespannt auf eure Ratschläge, vielen Dank fürs Lesen! 🙂
Ich brauche euren Rat.
Seit 1.5 Jahren studiere ich Germanistik, ohne zu wissen, in welchem Beruf ich enden werde (Lehrer jedenfalls nicht). Das ganze ist so mehr oder minder interessant, aber auch ein bisschen eine Notlösung: Ich hatte eine Wahl zu treffen, was ich nach der Matur studieren soll und habe mich halt für Deutsch entschieden.
In einem Zwischenjahr vor Studienbeginn habe ich ein Jahr lang als Gärtner ohne Ausbildung arbeiten können. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen, ich denke, es kommt dem Begriff Traumberuf sehr nahe.
Leider hatte ich aber nicht den Mut, eine Ausbildung zu beginnen und das Angebt, länger dort zu arbeiten, ausgeschlagen um an der Uni mein Glück zu suchen. Mit dabei war auch die Angst, jetzt zu lange ohne Ausbildung zu arbeiten und dann aus irgendwelchen Gründen nicht mehr studieren zu können.
Eine Ausbildungsstelle wollte ich auch nicht suchen, weil ich dazu ein Zwischenjahr hätte einschieben müssen und mir überhaupt nicht sicher war, ob mich jemand nehmen würde... In meinem Umfeld haben mir alle davon abgeraten, weil ich ohnehin überqualifiziert sei (In der Schweiz ist es leider tatsächlich etwas anders als in DE, eine Ausbildung nach Matur ist - aufgrund weniger Abgänger als bei euch - sehr untypisch, besonders wenn der Richtungswechsel in nicht-Bürojobs führt).
Nun muss ich aber doch feststellen, dass dieser Beruf wohl das richtige für mich wäre. Ich vermisse die Arbeit in und mit der Natur, das Gefühl irgendwas sinnvolles zu tun und bei Feierabend wirklich Feierabend zu haben. Mich quält der Gedanke, einmal in einem Job zu enden, indem ich 8 Stunden vor einem PC werde sitzen müssen.
Aber abbrechen und eine Ausbildung beginnen scheint auch keine Option. Erstens finde ich ohnehin frühestens im Sommer 16 einen Ausbildungsplatz - und das reißt mir ein großes Loch in den Lebenslauf. Dazu möchte ich eigentlich auch kein Studienabbrecher sein (weder vor mir selbst, erst Recht nicht vor meinem ganzen Umfeld und auch nicht vor künftigen Arbeitgebern).
Und bis Sommer 16 habe ich ohnehin den Bachelor und könnte dann anschließend eine Ausbildung beginnen.
Das Studium mit Bachelor abschließen (hat ohne Master keine berufliche Zukunft) und eine Ausbildung zu beginnen wäre wohl der Idealfall. Allerdings ist das auch schwer zu rechtfertigen vor Eltern und Freunden: Ich hätte früher einen Master in der Tasche als einen Gärtnerlehrabschluss und würde obendrein früher und bedeutend mehr Geld verdienen können.
Und meine Hauptangst liegt darin, dass ich als Hochschulabsolvent mit Abschluss, wenn auch nur Bachelor, heillos über- (bzw. meiner Ansicht nach einfach falsch) qualifiziert bin. Die Ausbildungsplätze richten sich an junge Real- oder Hauptschulabgänger, aber bestimmt nicht an einen bis dahin fast 25-jährigen Studenten... Der einzige Grund, meine Bewerbung ernstzunehmen wäre wohl, dass ich ein Jahr Arbeitserfahrung habe.
Aber was, wenn ich keinen Ausbildungsplatz finde?
So, das musste ich einfach einmal niederschreiben. Ich hoffe, ihr könnt mir mit Rat zur Seite stehen, obwohl im Endeffekt das Problem bestehen bleibt... Was denkt ihr, findet man mit meinem Lebenslauf einen Ausbildungsplatz?
Sollte man wirklich für einen tollen Beruf einen akademischen Weg ausschlagen und damit auch auf Geld und (statistisch zumindest) Jobsicherheit verzichten?
Könnte man das Menschen, von Eltern bis Arbeitgebern, sinnvoll erklären oder beisst man eher auf Unverständnis...?
Ich bin gespannt auf eure Ratschläge, vielen Dank fürs Lesen! 🙂
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