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Ausbildung macht mich unglücklich, nichts gefällt mir

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Gast

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Hey! Ich dachte mir, ich schildere hier vielleicht mal meine Situation...

2013 habe ich meinen Realschulabschluss gemacht. Ich kam aus der Schule und wusste nicht, was ich jetzt machen soll.
So startete ich als Notlösung eine Ausbildung als Sozialassistent, wobei das absolut nicht meine Richtung ist, aber ich dachte mir, das gibt mir Zeit, um herauszufinden, was ich wirklich machen will.
In der Klasse habe ich mich schon recht bald abgekapselt weil ich - wie ich sagte, es ist nicht meine Richtung - eigentlich ein Einzelgänger bin. Man hörte nur ein "Morgen" beim betreten der Klasse von mir, ansonsten saß ich still auf meinem Platz und habe gezeichnet.

Am Ende des 1. Ausbildungsjahres sollten wir dann ein Praktikum in einem Pflegeheim machen. Ich hatte richtig Angst davor, aber es stellte sich heraus, dass es doch gar nicht so schlimm war wie gedacht!

Mit neuer Hoffnung brach ich die Ausbildung als Sozialassistent ab und zog zu meinen Freund, 1 1/2 Stunden von meinem Elternhaus entfernt, und habe hier nun 2014 eine Ausbildung als Altenpflegerin begonnen.

Altenpflege gefällt mir zwar nicht, aber es ist bis jetzt das beste was ich finden konnte! (Ich hatte schon einige Praktikas in verschiedenste Richtungen absolviert...)

Doch mittlerweile bin ich wieder am Ende. Es macht mir absolut keinen Spaß und ich habe gerade mal die Hälfte des 1. Lehrjahres (von 3) hinter mir.

Ich könnte schon heulen wenn ich daran denke, dass morgen 5 Uhr wieder mein Wecker klingelt und ich zum Frühdienst muss.
Da ich auch nicht der soziale Typ bin, wird mir dieses Arbeitsverhalten auch sehr angekreidet. Die ganzen Gruppenarbeiten in der Schule machen mir sehr zu schaffen. Ich will ja aus mir heraus kommen, doch ich schaffe es nicht. Wieder hört man von mir nur ein "Morgen" und sonst nichts. Ich war schon immer eine sehr schüchterne und introvertiere Person, und Geschehnisse aus meiner Vergangenheit verschlimmerten das ganze, sodass ich kein Vertrauen mehr in Personen in meinem Umfeld aufbauen kann. Ich habe Internetfreunde, mit denen ich tatgäglich telefoniere und came, aber im "Reallife" kann ich keine Freundschaften mehr aufbauen, auch wenn ich es will. Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich kann mich nicht überwinden.

Meine Arbeit gefällt mir ja so alleine schon nicht, und das sind dann Dinge, die das ganze dann noch schwieriger machen.

Ich traue mich nicht auf Menschen zuzugehen, weshalb vieles auf der Strecke bleibt. Eigentlich sollte ich jetzt im März ein Praktikum machen in einem stationären Heim (meine Ausbildungsstätte ist Intensivpflege), was ich aber verschob und es nun eigentlich im Mai machen muss, aber dafür muss ich mit meiner Mentorin und Lehrerin reden und dazu kann ich mich auch nicht überwinden. Dadurch kommt immer mehr hinzu und der Druck wird größer.

Am liebsten würde ich eine neue Ausbildung anfangen, einen Neuanfang, aber das wäre dann meine 3., und ich wäre dann schon 19! Vielleicht setze ich mich auch selber zu sehr unter Druck... Außerdem, was sollte ich überhaupt tun? Ich finde nichts, was mir gefallen könnte! Für alles, was mir gefällt, bräuchte ich einen höheren Schulabschluss, also Abitur. (Japanologie, Spieleentwicklung, Animation,...)

Und dann sagte meine Mutter auch noch, dass sie stolz auf mich ist weil ich so früh von Zuhause auszog, auf eigenen Beinen stehe und meine Ausbildung und alles so verantwortungsvoll durchziehe.

Wenn sie wüsste, wie mich das eigentlich quält...

In 5 Stunden klingelt mein Wecker und ich heule gleich.
Ich komme nach einem langen Dienst nach Hause und denke schon wieder an den nächsten Dienst, und dass ich da nicht hin will. Selbst wenn ich mal ein paar Tage frei habe, muss ich ununterbrochen an das nächste Mal denken, wo ich auf Arbeit oder zur Schule muss. Und ich denke nicht mit Freuden daran.

Irgendwie klingt das alles sehr übertrieben, aber es ist wirklich so. Wenn ich es jemandem erzähle kommt nur ein "Jaa Arbeit macht halt keinen Spaß, das ist nunmal so.", aber ist es wirklich so, dass einen die Arbeit so fertig macht?

Eigentlich weiß ich auch gar nicht was ich jetzt erwarte hier von euch zu lesen... Ich glaube ich wollte das nur mal los werden.

LG
 
Das Problem hatte ich in deinem Alter auch. Letztendlich hab ich meine Ausbildung erst mit 25 abgeschlossen, du bist noch jung, das ist kein Problem!

Was interessiert dich denn? Technik? Sport? Jedenfalls irgendetwas ohne Menschen. Dann vielleicht irgendwas in einer Produktion? Oder bist du ein Ingenieur, der etwas vor sich hin entwickelt? Oder ein Chemiekant? Vielleicht ein Handwerker? Buchbinder, Uhrmacher, Sattler?

Vielleicht schreibst du mal auf, was dir Spaß macht. Dann kannst du mal schauen, ob in den Bereichen Jobs/ Ausbildungen angeboten werden. Auf der Arbeitsagenturseite werden die Berufe beschrieben von A bis Z. Vielleicht ist da etwas, das dir spontan zusagt?!

Viel Glück!
 
Zum Glück hast du kein Abitur, denn Japanologie, Spieleentwicklung und Animation sind alles keine Jobs, die man sinnigerweise "lernen" sollte. Das sind alles Jobs bei denen man gute Chancen hat hinterher arbeitslos zu sein oder kaum Geld zu verdienen. Wenn du das unbedingt machen willst, kannst du dir das auch selber beibringen. Und hinterher interessiert kein Mensch ob du das studiert hast, das läuft über Arbeitsproben.

An deiner Stelle würde ich versuchen die Perspektive zu wechseln bzw. versuchen den Horizont zu erweitern. Ist dein Job wirklich soooo schlecht? Die allermeisten Job haben ätzende Dinge an sich. Glaubst du der Putzfrau macht es Spaß Toilletten zu putzen? Wahrscheinlich nicht. Warum macht sie es dann trotzdem? Arbeitslos zu sein und kein Geld für nichts zu haben, nicht zu wissen wie man die Miete bezahlt, wie sein Essen etc. macht halt auch nicht soviel Spaß. ALG 2 zu beziehen und ständig das Amt im Nacken zu haben, ist auch nicht so spaßig.
 
Hallo,

mir kommt es so vor, als ob du sehr unüberlegt handelst. Du beginnst zwei Ausbildungen, die dir aber beide nicht gefallen. Das hätte man vorher durch Praktika herausfinden können, bzw. wusstest du ja eigentlich nach der 1. Ausbildung schon, dass "Sozial" nicht so deine Richtung ist. Bevor du also nun wieder einen Schnellschuss startest, solltest du erst einmal überlegen, was du wirklich möchtest!!
Noch ist es sicher nicht zu spät, auch wenn sich zwei abgebrochene Ausbildungen alles andere als gut im Lebenslauf machen. Wichtig ist aber wirklich, dass Wahl Nr. 3 dann wirklich das Richtige ist.
Momentan sieht es ziemlich gut aus auf dem Ausbildungsmarkt, nur bist du für dieses Jahr auch schon recht spät dran. Also jetzt wirklich Zeit nehmen und überlegen, was du machen möchtest, dann schnellstens Bewerbungen schreiben und erst dann kündigen. Notfalls lieber noch 1 Jahr länger warten und dann dafür das Richtige auswählen.

Manchmal kann es auch richtig sein, Dinge, die man anfängt zu beenden. Auch dann wirst du noch Gelegenheit haben, dich anderweitig zu bewerben bzw. eine neue Ausbildung zu machen. Nur dann wird dein Lebenslauf wesentlich besser aussehen. Zumal man mit einer abgeschlossenen Ausbildung nochmal ganz andere Möglichkeiten hat.
Vielleicht lohnt es sich daher, doch nochmal zu überlegen, ob es wirklich so schlimm ist. Und ob du die restliche Zeit nicht irgendwie überstehen könntest.
 
Hallo,

also prinzipiell sehe ich das so.
Du hast einen Ausbildungszweig, in dem du etwas Erfahrung hast - das Gesundheitswesen und einen Traum - etwas im Videospiel/Animationsbereich, bevorzugterweise in Japan.

Um letzteres zu machen, brauchst du Geld, das du im ersteren Bereich verdienen kannst. Mein Vorschlag daher wäre:

1. Arbeite im Gesundheitswesen weiter. Falls du wirklich ein so antisozialer Typ bist, kannst du dich auch umorientieren . Med. Masseur wäre deshalb nicht die schlechteste Wahl, weil du da mit einzelnen Klienten, die meist noch fest im Leben stehen, zusammenkommst. Altenpflege ist menschlich viel fordernder. Alternativ kannst du natürlich auch das weitermachen, was du bisher tust. Hilfe beim Durchhalten kann dir Aussicht auf dein eigentliches Ziel ( ich sag jetzt mal "Spielentwickler") geben.

2. Du machst nebenher entweder das Abi oder bereitest dich auf die Studienberechtigungsprüfung vor. Letzteres hab ich nie gemacht, aber ersteres ist nicht so schwer, wie man denkt. Ich habe null dafür gelernt und bestanden ( will jetzt nicht damit prahlen, der Schnitt ist dafür nicht so gut, aber bei uns gibts kein NC, daher war das ok - ich möchte damit nur zeigen - Abi ist machbar).

3. Hier gibts mehrere Möglichkeiten. Ich nenne mal eine.
Du inkribierst als Erstes Japanologie. Zuerst deshalb, weil der Erlernen der Sprache ein Mörderaufwand ist, und darauf ja dein eigentlicher Traum ( so wie ich ihn verstehe) fußt.
Nachdem die Sprache einigermaßen klappt, kannst du Informatik o.Ä. inskribieren und weitermachen.

ODER

Du konzentrierst dich voll auf die Sprache und machst in Japan eine IT- oder Animationsausbildung. Da gibt's auch in Japan einige, manche sogar speziell für ausländische Studierende z.B. die hier: Tokyo Animation College ( wobei ich mich mit den einzelnen Schulen nicht gut auskenne)..



Dein Ziel ist ambitioniert, aber machbar. Klar, vor Dreißig wirst du nicht fertig sein, aber da ist ja auch ok. Leb deinen Traum bzw. versuch es zumindest!
 

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