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Aus der Selbstzerstörungsspirale aussteigen

Oh Mann, ich verstehe es alles irgendwie nur zu gut.

Vielleicht kann man ja in der Selbstzerstörung auch irgendwo etwas gutes entdecken? Etwas überaus mutiges?
Um es stark zu vereinfachen: Ein Mensch besteht aus zwei Teilen: Zum einen: aus frei fließenden, warmen Empfindungen. Der andere Teil jedoch ist Angst. Angst engt ein, erstickt, kühlt ab.
So wird aus Liebe zum Leben oft Einsamkeit.
Ich glaube einfach nur, das man die Angst in sich zu zerstören versucht. Um wieder freie und warm empfinden zu können.

Doch so einfach ist es nicht. Leider.
 
Bei einer Selbstzerstörungsspirale denke da ich an mögliche Ruhepausen, die man sich gönnen sollte, um dies zu unterbinden oder zu minimieren. Ruhe dich aus, wenn du gestresst bist und mache später weiter, wenn es möglich ist. Mache Urlaub, schlafe dich aus. Ruhe dich in der Natur aus. Führe ein Hobby aus, welches dich erfüllt und mit der Natur zu tun hat. Oder dergleichen. Und wenn du Sex gerne hast, dann ist es vielleicht überlegenswert, wenn du ihn wieder mehr genießen willst, dich mehr zurückzuhalten als jetzt und es nicht zu oft zu machen. Denn auch etwa Nahrung schmeckt mehr, wenn man vorher Hunger hatte. Und wenn du dich nicht mehr mit Suchtmitteln befassen willst oder mit Selbstverletzung, dann kannst du über mögliche Ersatzhandlungen nachdenken, die du dir gönnen könntest, wie etwa Sport (was du schon zu machen scheinst), wo du aber etwa schön locker ohne viel Stress durch die Natur joggen könntest, während du sie ein bisschen beobachtest und die schöne frische Luft einatmest.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo @Morlin es tut mir echt Leid was du erleben musstest und was du auch jetzt erleben willst/musst.
Ich gebe denn anderen Recht, dass du die Nähe nicht aushälst weil du Angst hast dass dein Herz wieder gebrochen wird!

Aber wenn du die Einsamkeit verlieren möchtest dann musst du irgendwann Nähe zulassen, anders wird es nicht funktionieren können.

Zu deinen Süchten: Ich muss dazu sagen dass ich auch einige Zeit ein ähnliches Problem hatte, mehrere Monate. Ich hatte angefangen mich selbst zu befriedigen. Und es ist so wie du gesagt hast, während dessen ist es schön und danach habe ich mir auch vorgenommen dass nicht mehr zu machen. Aber es ist doch jede Woche passiert! Mehrere Monate lang.

Aber da ich Christ bin habe ich dafür gebetet dass Gott mir bei diesem Problem hilft und es weg nimmt. Und tatsächlich! Ich habe kein Verlangen mehr danach, auch nach mehreren Monaten Pause. Theoretisch könnte ich wieder damit anfangen, aber ich muss nicht und will auch nicht.

Ich kenne noch einige andere Menschen die durch Gott von ihren Süchten freigekommen sind und ich wünsche dir auch diese Erfahrung. Ich werde für dich beten! 😊
 
Du hattest hier vor einiger Zeit schon einmal unter einem anderen Nick über deine Situation geschrieben, richtig?

Damals hattest du über eine Therapie nachgedacht bzw. eine solche zumindest in Betracht gezogen. Es gab ja auch noch einen weiteren, vermutlich schwerwiegenden Einschnitt. Hast du dir seitdem mal professionelle Hilfe gesucht?
 
Liebe TE,
ich habe anderes und doch irgendwie ähnliches hinter mir. Wenn du magst, können wir uns via PN austauschen. Hier öffentlich jedoch nicht, da es hier den ein oder anderen interessierten Stalker gibt.
 
Hallo Morlin,
es tut mir sehr leid, dass du in deinem Leben so viel Hartes und Brutales und so viel Verzweiflung erleben musstest.

Hast du schon mal daran gedacht, in eine Suchtklinik oder eine psychosomatische Klinik zu gehen? Da muss man auch warten, aber möglicherweise nicht so lang wie auf einen ambulanten Therapieplatz. Ich war zweimal für je drei Monate in einer psychosomatischen Klinik, gewartet habe ich beide Male auch etwa drei Monate. War allerdings vor 20, 30 Jahren, weiß nicht, wie das heute ist. Klinik wäre natürlich ultrahart für dich, aber da hättest du jede Menge Therapie, d. h. du würdest dem Kern deiner Probleme vermutlich ziemlich schnell näher kommen.
Natürlich fände ich es sehr wichtig, dass du weiter nach einem ambulanten Therapieplatz suchst.

Andere Möglichkeiten: Du könntest dir einen bzw. mehrere Termine in einer psychologischen Beratungsstelle geben lassen. Du könntest jederzeit die Telefonseelsorge anrufen. Du könntest in eine Selbsthilfegruppe gehen und schauen, wie viel Nähe du Stück für Stück zulassen kannst. Könntest ja gleich am Anfang sagen, dass du ein großes Problem mit Nähe hast.
Manche Psychiater haben eine Zusatzausbildung, die ihnen die Erstellung von Diagnosen erlaubt, da muss man extra nachfragen. Wenn du die Diagnosen hast (ich denke, es ist noch mehr als Sucht da), kannst du dir Sach- und Fachbücher zu den Themen besorgen und schauen, ob du dadurch schon ein Stück weiterkommst.
Empfehlen würde ich dir außerdem das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl; hier geht es um Selbstliebe und ein besseres Selbstwertgefühl. Es ist wissenschaftlich fundiert, aber sehr einfach geschrieben.

Was @Avalona über Wut geschrieben hat, finde ich interessant. Kannst du damit etwas anfangen?

Kann es sein, dass du viel Schmerz und unangenehme Gefühle unterdrückst? Kannst du weinen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mich in einigen deiner Erlebnisse wiedererkannt. Da ich das aber nicht öffentlich schreiben möchte, kannst du mir gern eine PN schicken.
 
Hallo Morlin,

Therapieplätze sind schwer zu finden, aber ein kleinerer Schritt, der viel schneller möglich wäre, ist das Aufsuchen einer Selbsthilfegruppe. Ich selbst war 7 Jahre lang in einer Suchtselbsthilfegruppe mit Menschen, die verschiedene stoffgebundene und nicht stoffgebundene Süchte hatten, auch Sexsucht gehörte dazu (war aber nicht meine Sucht). Mir hat die Zeit in der Gruppe sehr geholfen, weil ich Menschen getroffen habe, die mich verstanden haben. Ich habe so auch viel über verschiedene Therapieformen gelernt und Tipps für Ärzte bekommen, die mir dann noch mehr geholfen haben. Ich bin seit 8 Jahren mittlerweile suchtmittelfrei.

Ich wünsche dir nur das beste für die Zukunft!
 
Hey,
Vielleicht wurde das schon vorgeschlagen, hab die anderen Antworten noch nicht ganz durch.
Aber versuch es sonst mal in der Tagesklinik mit Gruppentherapie oder vielleicht auch in der Psychiatrie. Dort gibt es auch einen Station für Süchtige.
Ansonsten wünsche ich dir alles Gute und einen guten Genesungswege. 🍀
 
Hi Morle,
kann das gut nachvollziehen was du beschreibst.
Mir geht es so, dass ich denke, ich habe alles verloren was mal mein Leben ausmachte.
Man kann jetzt sagen, Verlust zu erfahren gehört zum Leben dazu. Doch irgendwann war bei mir auch ein Punkt erreicht, wo sich mein Leben, meine Situation nur noch fremd angefühlt hat. Es ist auch keiner mehr da der mich daran erinnert oder spiegelt wie ich einmal war.
Und das hatte eigentlich immer geholfen.
Vertraute Menschen die einem sagen, wenn man nicht mehr nach seinen eigenen Werten handelt usw. Die Selbstkorrektur bzw Neuausrichtung fällt damit um einiges leichter.

Nunja aber man muss damit arbeiten was man hat. Auch wenn da gerade keiner ist oder man sich fremd im eigenen Leben fühlt.
Mir fällt dazu jetzt nur ein, dass man versuchen müsste zu sich selbst wieder eine Verbindung herzustellen. Sofern da jemals eine bestand.
Denn dann würde man doch das tun was einem langfristig gut tut und einem wichtig ist.

Beruht dieses selbstzerstörerische Verhalten evtl darauf, dass andere Menschen einen schlecht behandelt haben?
Hat alles keinen Sinn wenn andere einem keinen Wert zuschreiben?

Oder wird die Wut aufgrund eines Vertrauensmissbrauchs gegen sich selbst gerichtet?
Was dein Freund da noch vor Gericht abgezogen hat, finde ich schon extrem mies. Keine Reue, kein Schuldbekenntnis und das nach einer längeren Beziehung. 😑
Da fällt verarbeiten und damit vergeben sicher schwer.
Ich kann Vertrauensbrüche und Verluste wie Perlen auf eine Schnur aufziehen. Eine und noch eine und wieder eine... nur dieser Umgang mit verletzenden oder traurigen Situation bewirkt nichts gutes.
Da anknüpfen wo es einmal gut war, soll besser sein.

Nun hast du dich sicher aber auch schon an dein derzeitiges Handeln gewöhnt. Da braucht es bestimmt einen guten Schubser, damit du diese Bahn wieder verlässt. Etwas Neues, etwas anderes, etwas besseres.
Manchmal bekommen wir diesen Schubs von Außen. Nicht immer angenehm, aber es sorgt meist für eine Änderung des Verhaltens.
Schwieriger ist es seine Bahn, aus immer gleich bleibendem destruktivem Verhalten, selbst zu verlassen.
Es kann nur klappen, wenn man Dinge mal anders macht. Und seien es anfangs nur kleine Dinge.
Denn das gefährliche sind ja diese irgendwie automatisierten selbstzerstörerischen Handlungen. Da läuft schon automatisch ein Programm ab, daß sich kaum noch stoppen lässt. So funktioniert nunmal unser Gehirn, es ist energiesparend wenn man sich nicht ständig entscheiden muss, man macht es einfach so wie immer. Daher ist es gut wenn man verschiedene Dinge mal anders macht. Wieder flexibel wird und sich aus der Starre wiederholendem Verhaltens löst.

Die Umlaufbahn um den eigenen Untergang könnte man so ein selbstzerstörerisches Programm eigentlich nennen. 😁
Total gaga dass man sich selbst sein eigenes Leid erschafft. Aber es ist möglich, die Freiheit dazu hat jeder.
Umgekehrt ist es natürlich auch möglich, das man sich selbst schöne Umstände erschafft.
Nur warum macht man das nicht...
Ich kann es mir nur mit Trauer erklären. Man kommt von der Trauer nicht los.
Zu viele Verluste und man schaut nur noch traurig zurück auf das Leben und die Menschen die man verloren hat und nicht mehr nach vorne.

Ja das gilt es zu ändern und nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.
Gut das du dass erkannt hast und angehst.
 

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