Bei den meisten Dingen hilft mir Motivation durch Zielsetzung.
Ich stehe gerade kurz vor meinem Abitur und habe mir vorgenommen, 775 Punkte zu erreichen (Note: 1,4), also mich in jedem Fach um 2 Punkte zu steigern. Das ist eine Heidenarbeit, besonders, da das Schuljahr nur so kurz ist. Da ich diese Note aber unbedingt erreichen will, stelle ich mich jeden Morgen vor den Spiegel und sage: Ich mache ein Abitur von 1,4. Das hilft mir ungemein.
Was Haushaltsangelegenheiten angeht, ist es meistens hilfreich, erstmal einen Plan zu machen, wie man was anstellt. Simple Dinge wie Staubsaugen mache ich zu einem absolut aberwitzigen Unterfangen, indem ich mir überlege, wie ich die Wohnung so vorbereite, dass ich mit dem Saugen in zehn Minuten fertig bin. Dann schleppe ich Möbel hin und her und räume Dinge auf, und dann brauche ich wirklich nur mit dem Staubsauger einmal über den Boden zu gehen, und schon ist alles fertig. Kein Eckensaugen, keine ständigen Möbelschiebereien... Mittlerweile bin ich danach dann so motiviert, dass ich sogar noch fast immer direkt im Anschluss wische. Das liegt daran, dass die Aufgabe selbst auf ein Minimum an Arbeitsaufwand reduziert wurde, ich es vorher schön auf die lange Bank geschoben und etwas anderes gemacht, nämlich Aufräumen, und auch noch meinen Kopf ein wenig benutzt habe. Als hätte ich meinem inneren Schweinehund ein Schnippchen geschlagen. Das kostet mich nicht mal mehr Überwindung.
Eine weitere schöne Methode ist es, den Tag in Zeiteinheiten zu unterteilen. Das können Stunden sein, mehrere Stunden oder nur einige Minuten. Ich mag die Einteilung 30min/Einheit. Ich brauche morgens 30 min im Bad, 30, um Sachen zu packen und zu frühstücken, ich fahre 30 min zur Schule, habe 3 Einheiten lang (90 min.) dasselbe Fach, fahre 30 min zurück... Und so kann ich auch unangenehme Telefonate, Hausaufgaben und Lernzeiten in Einheiten aufteilen. Damit lässt sich dann prima rechnen: "ich brauche vier Einheiten zum Einkaufen. Wenn ich das jetzt mache, habe ich danach noch sechs Einheiten, um ein Buch zu lesen/Gitarre zu spielen. Wenn ich damit aber jetzt noch zwei Einheiten warte, brauche ich zu lange für dieses/das und komme zu nichts mehr..." So bekomme ich eine klare, effiziente Zeiteinteilung und die Dinge erscheinen mir weniger langwierig, sodass ich auch das erledige, was mir nicht so am Herzen liegt.
Checklisten sind auch ziemlich nützlich. Ich mache mir morgens immer eine Liste mit allem, was ich erledigen muss. Und es gibt kein schöneres Gefühl, als zu betrachten, wie die Aufgaben immer weniger werden und am Ende sogar noch Zeit übrig bleibt.
Wenn das alles nicht hilft, hilft Schocktherapie: Einfach bleiben lassen und abwarten. Irgendwann versinkt man so im metaphorischen Dreck, dass man gar nicht mehr anders kann, als seine Pflicht zu tun. Da muss staubgesaugt werden, es muss der Brief an den Anwalt rausgehen, es muss die Rechnung bezahlt werden, es muss eine Bewerbung geschrieben werden, es muss die Aufgabe erledigt werden... Weil es sonst einfach nicht weitergeht oder richtig unangenehm wird. Einfach machen, das wird schon 😉