Ich komme mit Deinen Begrifflichkeiten: Assistierter Suizid, offiziell sterben, sich jemand suizidiert... auch nicht ganz klar. !???!
Ich habe mich auch schon gefragt, ob
@Enie sich damit auf offizielle Möglichkeiten in z.B. Belgien bezieht.
Menschen, die es in die Tat umsetzen wollen, tun das in der Regel still und leise.
Das wird in dem Zusammenhang sehr oft gesagt oder geschrieben, aber ich bin mir nicht sicher, ob man da pauschalisieren kann.
Suizid ist die Spitze, der Gipfel, der absolute Kulminationspunkt eines oft langen Leidensweges. Wer angesichts des eigenen Lebens gar keine Alternativen zum Tod sieht, hat meist sehr viel hinter sich, (nicht immer, aber) oft auch zahlreiche Versuche sich mitzuteilen, sich zu erklären, darüber zu reden und um Hilfe zu bitten. Oft nicht unbedingt in direktem Kontext von Suizidplänen, aber zwischen "Mir geht es gut." und Suizid liegt nicht selten sehr, sehr viel Zeit und ich denke, dass es viel entscheidender ist in vorhergehenden Phasen Hilfe und Verständnis von Menschen zu bekommen, denen man sich anvertraut, weil da noch mehr Offenheit für Versuche da ist, sich helfen zu lassen.
Gespräche über Probleme sind grundsätzlich nicht so einfach, selbst mit nahestehenden Menschen. Gespräche über so schwerwiegende Probleme und die eigene Suizidalität sind eine ganz andere Hausnummer. Wenn Menschen in anderen Situationen wenig Gehör oder echtes Verständnis bekommen haben, wird die Scheu und Barriere Suizidgedanken oder gar -pläne zu äußern und zu thematisieren nur umso größer sein und ich glaube, diese Phrasendrescherei und das Vorhaben, einem betroffenen Menschen in so einer Akutsituation sagen zu wollen, es mache keinen Sinn, das Leben zu beenden, es mache nur Sinn, es zu ändern, es gäbe alle Möglichkeiten, sehr schwierig ist. Klar ist das faktisch vermutlich wahr und richtig, aber nicht in der Lebensrealität einer suizidalen Person.
Wie gesagt, mir ist auch nicht ganz klar, worum es der/dem TE konkret geht, aber ich fürchte, es lässt sich auch nicht allgemein sagen, womit Angehörige und womöglich zurückbleibende Angehörige einer nach Suizid verstorbenen Person besser leben können oder den theoretischen Gedanken zu spinnen, was ihnen angesichts solch eines persönlichen Supergaus "lieber wäre".
In meiner Familie gibt es jemanden, der sich für Suizid entschieden hat und in meiner Wahrnehmung ist das für alle übrig gebliebenen Familienmitglieder und Freund*innen unfassbar schlimm, so schlimm, dass es eigentlich keine Worte dafür gibt. In dem konkreten Fall gab es Menschen, die nicht die leiseste Ahnung davon hatten, wie es dem betroffenen Menschen ging, und es gab welche, mit denen lange vorab über Gedanken und Pläne gesprochen wurde. Verantwortlich fühlten und fühlen sich alle davon, schlimm war und ist das auch für alle. Insofern glaube ich, dass es da kaum eine gute oder bessere Variante gibt.