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Arbeitsorte weit weg von zuhause + Konsequenzen

Theodor

Neues Mitglied
Hallo in die Runde,
ich möchte einmal schildern, was mich seit letzter Woche umtreibt, obwohl es mich zu Beginn gefreut hat. Ich möchte möglichst anonym schreiben, deshalb teilweise nur vage Andeutungen.

Ich habe einen Beruf mit bundeslandweiter Einsatzbereitschaft. Kurz: Über meinen Arbeitsort entscheidet eine Behörde. Ich hätte mir mit Anfang 20 nicht im geringsten vorstellen können, was das für Auswirkungen auf mein Privatleben haben kann - und hat.

Mit meinem Wissen von heute würde ich mich auch deswegen nicht mehr für den Beruf entscheiden - obwohl ich auch große Freude an ihm habe und vermutlich ein bisschen Talent.

Ich bin inzwischen in meinen 30ern, die Beziehung zu meiner Frau ist nach einigen Jahren Distanzbeziehung zerbrochen und ich habe zu meinem Bedauern immer noch keinen dauerhaften Ort, an dem ich mich auf unbestimmte Zeit niederlassen werde. Auch habe ich keine Kinder oder überhaupt die Voraussetzungen dazu (ich wollte immer eine größere Familie haben).

Ich habe in den letzten Jahren an zahlreichen Orten gearbeitet, praktisch in allen möglichen Himmelsrichtungen. Wir reden von Ortswechseln alle 6 bis 12 Monate. Bei jeder Versetzung konnte nur in absolut minimalem Maße auf meine Wünsche eingegangen werden, wenn überhaupt. Jahre in der Ferne, häufige Ortswechsel, hunderte neue Namen, unbekannte Abläufe und Eigenheiten des jeweiligen "Betriebs". An jedem Ort nebenbei neue private Kontakte aufbauen und immer ein radikaler Bruch mit "davor".

Aktuell bin ich vergleichsweise "günstig" aufgestellt, d. h. ich wohne zum ersten Mal seit Jahren in meiner Heimat und pendle 2 x 2 Stunden am Tag. (Ich kenne Kollegen, die dauerhaft noch längere Strecken pendeln, das schaffe ich aber nicht).
Warum ich das inzwischen genieße? Weil ich abends in meinem Heimatort einschlafen kann. Zum ersten Mal seit Jahren. Und dort "einfach sein" kann. Etwa auf einem Spaziergang zu meiner Wohnung. Was mir inzwischen, nach langen Monaten "Fremdeln", wieder gelingt - der Ort hat sich verändert in den letzten Jahren.

Leider haben mich die Arbeitsbedigungen (sowieso hart) an meiner aktuellen Arbeitsstelle derart schockiert, dass ich neben meiner Heimatregion dieses Jahr auch einen früheren Ort mit niedriger Priorität angegeben habe (deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, schöne Erinnerungen, weit weg von der Heimat, aber pro Woche weniger Pendelzeit). Hauptsache weg! Ich hatte im Winter bereits meinen Entlassungsantrag ausformuliert - um ihn innerhalb von 2 Minuten ausdrucken und abgeben zu können. Mit dieser Gewissheit habe ich mich durch die letzten Monate gekämpft.

Der letzte Winter war der absolute Tiefpunkt in diesem Beruf sowie im Privatleben. Ich habe mich nur noch wie eine leere Hülle gefühlt, die jeden Tag stundenlang von A nach B fährt und dazwischen Berge an Aufgaben abarbeitet. Ich habe auch privat praktisch alle Kontakte abgeblockt - ich brauchte meine absolute Ruhe für mich. Auch an Weihnachten, auch an Silvester. Meine Energiereserven waren aufgebraucht.

Wie jedes Jahr im Frühling einen Antrag auf neuen Arbeitsort. Die Hoffnung über viele Monate ist immer gleich: Diesmal klappts vielleicht! Mein Problem: Ich komme wegen mangelnden Bedarfs nicht in meine Heimatregion - die Bewerberzahl übersteigt die freien Stellen bei Weitem. Die begrenzten Kräfte müssen übers ganze Land verteilt werden.

Ich konnte mich in den letzten drei Monaten wieder stabilisieren.
Ich nehme mir jeden Tag Zeit für Sport und habe deutlich abgenommen (wenn auch noch weit vom alten Gewicht entfernt). Insgesamt war mein Lebensalltag anstrengend, aber es war nicht mehr grenzwertig. Es war in Ordnung.

Kurzform: Letzte Woche habe ich mich wahnsinnig gefreut, dass ich von meinem aktuellen Arbeitsort wegkomme (ich habe seit Monaten die Tage gezählt). Mir wurde (obwohl an letzter Stelle im Antrag, nach allen realistisch pendelbaren Optionen in der Heimat) wieder der alte Arbeitsort hunderte Kilometer entfernt zugeteilt.

Und heute Nacht hat es mich derart umgetrieben. Es war glücklicherweise keine volle Panikattacke - die ich sowieso erst kenne, seitdem ich in diesem Beruf arbeite.

Positiv:
+ sehr schöne Gegend
+ moderner Arbeitsort (nicht selbstverständlich)
+ frühere Kollegen freuen sich wahnsinnig auf mich (habe viele Nachrichten bekommen)
+ insgesamt glücklich, als ich dort das letzte Mal gearbeitet habe (trotz hoher Arbeitsbelastung)

Negativ:
- erhebliche Fahrtdauer in die Heimat (Infrastruktur)
- inzwischen sehr teuer
(ich kann mir vermutlich keine Zweitwohnung leisten bzw. muss überhaupt erst etwas rechtzeitig vor Ort finden was ich mir leisten kann)
- inzwischen alleine (Beziehung zerbrochen)
- potentiell gefährlich, dass ich an Orten ohne soziales Netz in den letzten Jahren in Gedanken praktisch nur bei der Arbeit war (kann ganz leicht wieder so passieren)

Die dritte Option (seit meinem Berufseinstieg immer präsent):
Ich lasse es einfach bleiben und höre auf. Mein Notfallbudget für 1 Jahr Übergangszeit ist vorhanden.

Was mir momentan sehr zusetzt: Insgeheim hatte ich wohl gehofft, dass es DIESMAL klappt mit meiner Heimatregion. Ein normales Leben mit Arbeit und vertrauter Umgebung.
Und dass ich und meine Frau es vielleicht nochmal versuchen könnten. Nach vielen Monaten ohne Kontakt. Weil wir endlich unsere im Alltag komplett getrennten Leben aufeinander abstimmen könnten. Sie ist ortsgebunden - ich wäre zurück.
Aber es war nur ein Wunschtraum.

Warum ich hier eigentlich schreibe: Gibt es jemanden, der mir einen Gedankenanstoß geben könnte oder eventuell ähnliche Situationen erlebt hat? Hat jemand Ratschläge, wie man nicht die Hoffnung auf eine planbare Zukunft verlieren kann?
 
Ich würde kündigen und eine Umschulung anstreben.
Du hörst dich total unglücklich an und steuerst auf einen Burnout zu.
Der Winter, Weihnachten und Silvester waren ein mehr als deutlicher Weckruf, so kann und darf es für dich nicht weitergehen.

Sonst fühlst du dich alsbald wieder wie eine leere Hülle und beim nächsten Mal ist es möglich, dass du es aus diesen Zustand nicht mehr heraus schaffst.
Das ist es nicht wert, du hast auch nur dieses eine Leben.

Orientiere dich beruflich neu.
Und ziehe in deinen Wunschort und bau dir eine Heimat auf.
 
So einen Job wäre ich bereit auszuüben, wenn mindestens 5k netto rauskommen als Kompensation für die Aufgabe des Privatlebens. Das kommt bei dir doch heraus, oder? Dann hättest du dir einiges ansparen können und könntest problemlos kündigen.
 
Hallo Theodor,
gibt es denn überhaupt keine Möglichkeit, auf deinem Beruf aufbauend eine Stelle zu finden, wo du sesshafter sein kannst?
Was ist mit deinem Wunschtraum, in die Heimatregion versetzt zu werden? Es klingt so, als könntest du dann bleiben... oder wäre das auch nur wieder ein paar Monate?
Hast du Freude an deinem Beruf? Oder quält es dich nur noch?
Da der Job trotz der hohen Belastung anscheinend nicht adäquat bezahlt wird, wäre vielleicht wirklich eine Umorientierung sinnvoll. Vielleicht direkt aufbauend auf deinem Job, vielleicht was ganz Anderes. Bei einer Ausbildung oder einem dualen Studium würdest du ja auch Geld bekommen und bräuchtest deine Ersparnisse vielleicht nur als Zubrot.
 
Gibt es jemanden, der (...) eventuell ähnliche Situationen erlebt hat? Hat jemand Ratschläge, wie man nicht die Hoffnung auf eine planbare Zukunft verlieren kann?
Aktuell ernährst Du Dich vermutlich ( im übertragenen Sinne) von Geldscheinen. Da diese nicht viel Kalorien haben, brauchst Du mehr davon, und trotzdem ist die Ernährung so einseitig, dass Du, wärst Du eine Frau, davon nicht mal Muttermilch produzieren könntest.

Der maslowschen Bedürfnispyramide zufolge erreichst Du irgendwann einen Zustand, indem Selbstverwirklichung ansteht. Wer Du sein willst, was Du erreichen willst.
Bankkonten, auf denen man online Zahlenwechsel verfolgen kann, befriedigen dieses Bedürfnis schlecht, wenn es sonst nichts anderes gibt.
Also wist Du als Arbeiterameise enden- oder Du brichst aus.
Menschen können sowas, da sie denken können, manchmal leider auch müssen ohne es immer zu wollen.

Als ich vor vielen Jahren an der niederländischen Grenze stand und absehbar war, dass sie aufgehoben werden wird, meinte der Vorgesetzte, dass wir uns weg bewerben sollen - oder wir werden versetzt.
Also hab ich etwas Urlaub genommen und bin da hin gefahren, wo Eltern und wir Kinder es im Urlaub schön fanden. Berchtesgaden. Dort wurde eine gleiche Stelle angeboten.
Da ich kein Navi hatte musste ich dort die Polizei fragen, wie ich zur Grenze komme. Sie sagten es mir, meinten aber, dort ist heute zu.(Also quasi "auf".)
Also nahm ich ein Hotelzimmer, langweilte mich an der Theke und ging ins Bett.
Am nächsten Morgen fuhr ich hin.
Man wusste bereits, dass ich komme...
Es gab eine Strasse durch den Wald und am Ende ein kleines Haus mit Flachdach mitten auf dem Weg. Unten war die Waffenkammer und ein Büro, oben eine kleine Wohnung.
Ich hätte eine Garage aus Holz am Strassenrand bauen dürfen, aber nur so lang, so hoch und so breit wie das Auto ist. Bei Schnee kam man da nicht raus - das sagte man mir gleich, bot aber an, mir bei der Anmietung eines TG-Platzes ( in der Stadt... zu helfen).
Die Strasse runter standen etwa 3 andere Häuser. Darin wohnten der Grenzvorsteher, ein Förster und noch ein Wichtiger.
Einen Dienstwagen gab es nicht, man lief zu Fuß. 9 km in die eine Richtung, 8 km in die andere, und guckte nur , ob keiner guckt. Im Winter auf Ski. Dies, um die Touristen nicht zu verschrecken.
Ich dankte irgendwann und fuhr los, wollte aber eben noch zum Bürgermeister.
Die Tür stand offen, ich durfte eintreten.
Ich fragte, ob es Bauvorhaben gäbe. - Ja, an der Wand hing eine Karte und darin steckten 5 Nädelchen. Die erste Baustelle war ein Kuhstall-Umbau, die zweite auch, die dritte war eine Anbaugarage , die vierte ein Dachstuhl und die letzte weiss ich nicht mehr. Da Berchtesgaden ein Talkessel ist war's das.
Aber ja - man konnte dort überall wünderschön wandern, am besten im Kreis, und essen gehen, da sowas hungrig macht.
Konsequenz:
Ich - und das noch als "Preusse" aus NRW - also Ausländer ( so erfuhr ich es später andeswo, im Bereich Traunstein ) hätte dort niemals einen Fuß bei irgend jemandem in die Türe bekommen. Ausser vielleicht als Feuerwehrmitglied, beim Holz machen oder Heu ernten, und wäre mein Leben lang geduldeter Zuschauer geblieben.
Die Leute waren nett, aber höflich-distanziert, und hüteten ihre Plätzchen.
Das Erlebnis war prägend, drum erinnere ich mich gut.

Was kannst Du tun?
Dich als Quereinsteiger bei einer Bundesbehörde, zB Bundesfinanzverwaltung, bewerben. Davon gibts wegen des aktuellen demographischen Wandels ganze Scharen. Die Kollegen waren Bürokaufleute, Lokführer, Soldaten, Handwerker.
Du bekommst nach der bezahlten Ausbildung eine Stelle, und wenn es eine ist, die es so öfter gibt und von politischen Entscheidungen eher nicht betroffen ist, kannst Du dort bleiben solange Du willst.
Nebenbei gehst Du auf den Bau und stielst mit den Augen. Dass Du dort anstrengende Dinge tun sollst acht Dich stark. Das Geld sparst Du, um damit eines der anfallenden Häuser der babyboomer Generation zu kaufen, bei denen sich die Erben nicht gegenseitig auszahlen können und die nichts selber können, also pleite wären, wenn sie es übernähmen.
Ausserdem brauchst Du dann einen Transporter. Damit suchst Du übrig gebliebenes billiges Baumaterial zusammen .
Vom Nebenverdienst zahlst Du Neuteile und stehst dann in etwa 10 Jahren so gut da, dass Du Teilzeit einreichen kannst, um Deine Kinder besser zu betreuen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum ich hier eigentlich schreibe: Gibt es jemanden, der mir einen Gedankenanstoß geben könnte oder eventuell ähnliche Situationen erlebt hat? Hat jemand Ratschläge, wie man nicht die Hoffnung auf eine planbare Zukunft verlieren kann?
Niemand wird dazu gezwungen, einen derart unattraktiven, krankmachenden Beruf auszuüben. Du hoffst und bangst und wirkst wie ein fremdbestimmtes Bündel, dabei steht es dir jederzeit frei, die berufliche Ebene zu wechseln.
Ich würde das Hoffen lassen und ins Handeln kommen.
bewerbe dich auf Stellen im Öffentlichen Dienst, die nicht mit ständiger Umzieherei verbunden sind.
Du bist ein autonomer Mann, kein Lohnsklave. Deine Frau hast du verloren, dafür Übergewicht zugelegt. Freundschaften kannst du so nicht führen und Kinder kannst du dir abschminken, wenn du nicht zeitnah beruflich umsattelst.
 
Das von dir beschriebene Leben finde ich furchtbar und es wundert mich auch nicht, dass sich damit keine Partnerschaft halten lässt.
Wir Menschen sind - sofern nicht irgendwelche Störungen vorliegen - soziale Wesen; Bindungen stärken uns, geben uns im Idealfall Ruhe und Sicherheit. Dein Leben scheint geprägt von Oberflächlichkeit. Als ganz junger Mensch steckt man das eher weg, kann daran vielleicht sogar etwas Gutes finden, denn es passiert ja auch viel Aufregendes. Jetzt mit zunehmendem Alter zollst du diesem Nomadendasein Tribut.

Vielleicht machst du mal eine Bestandsaufnahme und notierst, was dir mittlerweile wichtig ist. Gibt das dein Job beim aktuellen Arbeitgeber nicht her, wirst du wechseln müssen. Da du nicht sagst, was du machst, kann man an dieser Stelle nicht für dich oder mit dir weiterdenken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo und vielen Dank für die Gedankenanstöße,

ich habe sie seit gestern gelesen und es hat mir geholfen, die Situation aus unbeteiligter Sicht zu sehen.

Ich bin momentan noch zu keiner Entscheidung gekommen, weil ich die Tage noch in mich hineinhören möchte.

Ich schwanke zwischen "Gehen, und einfach probieren" und aufhören (im Notfall).

Was mir im Grunde wichtig ist:
Jederzeit (etwa am Wochenende) in die Heimat und den Umkreis zu meiner Familie zurückkehren zu können, falls ich das Bedürfnis habe.

Aktueller Arbeitsort:
- bis vor wenigen Wochen sehr deprimierend
- ich werde nur wenig vermissen, wenn ich gehe (keine stundenlange Pendelei, deprimierende Umgebung)
+ von meinem Heimatort erreichbar (wenn auch aufwändig)

Ich muss jetzt sowieso von dort weg, die Entscheidung ist gefallen und ich bereue es nicht. Ich gebe dort die Schlüssel ab und damit ist alles erledigt.

Neuer Arbeitsort:
+ letztes Mal war ich sehr traurig, als ich gehen musste (habe mich noch lange mit dort identifiziert und ernsthafte Schwierigkeiten gehabt, mich in meinem Heimatort wieder einzuleben - es kam mir alles so farblos vor im Vergleich)
+ die Einheimischen hatten mich in ihren Reihen herzlich willkommen geheißen (nicht selbstverständlich)
+ gegen Ende meiner Zeit dort bin ich regelmäßig nicht mehr in die Heimat, weil ich die Gegend dort erkundet habe (viele schöne Erinnerungen)
--> deshalb als Alternative angeboten, falls in meiner Heimat kein Bedarf ist
- weit weg / wie lange dort / die alten Fragen

Ich hatte damals dort die Hoffnung, dass meine Frau zu mir zieht und wir dort ein Leben aufbauen. Aus nachvollziehbaren Gründen konnte sie das nicht. Zusätzlich hatte ich einen absehbaren Todesfall in der Familie - ich wollte während der letzten Lebensmonate vor Ort sein.

Das waren die zwei Hauptgründe für meine gewünschte Rückkehr in die Heimat. Zum ersten Mal dachte ich, dass ich mich mit einem Ort auch längerfristig arrangieren könnte.

Beide Menschen sind heute nicht mehr in meinem Leben.

Mein Gehalt war nie die Motivation für meine Berufsentscheidung. Ich habe eben nachgesehen. Laut statistischem Bundesamt verdiene ich auf einer theoretischen Skala (1 bis 10) etwa 6,5. Also überdurchschnittlich, aber nicht deutlich. Meine Eltern haben finanziell gekämpft während meiner Kindheit, das hat auch meinen Umgang mit Geld geprägt - ich habe auch heute keinen verschwenderischen Lebensstil.

Potentiell sind die mir zugewiesenen Orte auf unbestimmte Zeit. Ich habe aber jedes Mal einen neuen Antrag gestellt. Ich hatte keine Ahnung, dass die Rundreise in all den Jahren nicht irgendwann in meiner Heimat endet (d. h. Wohnort und Arbeitsort in pendelbarer Entfernung). Praktisch allen Freunden und Kollegen erging es so. Entweder haben sie sich an einem Standort niedergelassen (als akzeptablen Kompromiss) oder einen anderen Beruf ergriffen.

Ich erinnere mich gut daran, wie schockiert die Eltern einer jungen Frau waren, die einen ähnlichen Berufsweg einschlagen wollte. Sie dachten, ihre Tochter könnte vom kleinen Dorf zur Ausbildung in die nächste Großtadt und dann "automatisch" zur nächsten Stelle in der 15 Kilometer entfernten Kleinstadt. Und mich schockierte diese Ahnungslosigkeit.

Danke nochmal für die Gedankenanstöße, ich habe sie alle gelesen, auch wenn ich nicht speziell darauf geantwortet habe. Die Situation mit Berchtesgaden etwa kann ich gut nachvollziehen. Ähnlich erging es mir oft, wenn auch mit positiveren Erfahrungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Manchmal hat jeder Job auch seine Zeit. Deine Zeit in diesem Job scheint vorbei zu sein. Nicht böse gemeint, sondern realistisch.
Es gibt Menschen, die diese Art von Berufsleben lieben. Mein Ding wäre es nicht. Ich brauche ein zuhause. Einen Ort, an dem ich zuhause bin. Andere Menschen sind froh, nicht zuhause zu sein.
 
Entweder haben sie sich an einem Standort niedergelassen (als akzeptablen Kompromiss) oder einen anderen Beruf ergriffen.
Ich verstehe noch nicht, warum du deswegen einen anderen Beruf ergreifen musst, aber das kannst du wahrscheinlich nicht erklären, ohne deine Anonymität zu gefährden - ?
Dich als Quereinsteiger bei einer Bundesbehörde, zB Bundesfinanzverwaltung, bewerben.
Das würde ich nicht tun, denn eine Bundesbehörde agiert bundesweit, und wenn er Pech hat, wird der Behördensitz verlegt, oder er wird wieder als Springer eingesetzt.

So wie es aussieht, ist ein Ende dieser Verschieberei bei diesem Job doch nicht absehbar. Da dich das mittlerweile total zermürbt, solltest du hier baldmöglichst die Reißleine ziehen und dich umorientieren.
 

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