L
Lyandra
Gast
Hallo Zusammen,
ich stecke im Moment in einer absoluten Lebenskrise.
Ich bin 22, wohne in Hamburg, habe noch keine abgeschlossene Berufsausbildung (aufgrund familiärer und daraus resultierender psychischer Probleme in der Jugend).
Mitte 2008 habe ich meine sieben Sachen gepackt, bin bei meinen Eltern ausgezogen und aus NRW dann in Hamburg gelandet. Hier habe ich auch durch Beziehungen direkt einen Job bekommen in einer Firma, bei der ich dann zwei Jahre blieb (befristet) bis April dieses Jahr.
Im September vergangenen Jahres erlitt ich einen Rückfall meiner oben erwähnten psychischen Probleme, die mit heftigen Depressionen und Panikattacken einhergingen, wodurch ich einige Wochen kaum das Haus verlassen konnte. Seither bin ich in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. Nach insgesant 7 Wochen ließ ich mich auf eigenen Wunsch wieder gesundschreiben, weil ich wieder arbeiten wollte. Richtig fit war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder, informierte aber meine damalige Chefin über den Umstand und es kam, wie es kommen musste: ich musste ab und an früher nach Hause oder kam später zur Arbeit, weil mich die Panikattacken teilweise noch im Griff hatten. Das besserte sich dann aber zum Anfang diesen Jahres, sodass ich wieder normal arbeiten konnte. Die ganze Zeit über beschwerte sich niemand, ich wurde im MA-Gespräch sogar für mein Engagement und die Qualität meiner Arbeit gelobt.
Anfang März teilte man mir dann mit, dass mein Arbeitsvertrag aufgrund mangendeln Engagements nicht verlängert wird bzw. ich nicht fest übernommen werde und ich mir einen neuen Job suchen solle.
Ohne Ausbildung und nur mit einem Hauptschulabschluss (zwar 1,0 Durchschnitt in der Abendschule nachgeholt, aber eben doch NUR ein HSA) fand ich dann Ende August einen Arbeitgeber, der meine Arbeit schätzte und mich aufnahm, leider nur Zeitarbeit, aber immerhin Arbeit, für diese Branche sogar recht gut bezahlt (ich erzielte beinah dasselbe Gehalt, dass ich in der vorherigen Firma hatte, wo ich Überstunden und Wochenend-Arbeit leistete und nichts dafür bekam außer einem müden Lächeln, weil so etwas als selbstverständlich hingenommen wurde).
Nun habe ich Ende Oktober erneut einen Rückfall erlitten (durch finanzielle Sorgen durch die Arbeitslosigkeit, Stress, Probleme in der Beziehung), der unter anderem auch mit wochenlang ständig auftretender heftigster Migräne einherging und bin nun seit dem 04.11. vorerst bis Mitte Dezember AU. Daraufhin bekam ich von meinem Arbeitgeber die Kündigung in der Probezeit mit dem Vermerk, ich könne mich jederzeit wieder bei ihm melden, wenn es mir wieder besser ginge. So weit so gut... Naja nicht wirklich, aber immerhin.
Einige Tage zuvor meldete ich mich bei einer Abendschule für einen Abiturlehrgang an, bei dem es Vorraussetzung ist, dass man entweder berufstätig oder beim Arbeitsamt als arbeitssuchend gemeldet ist.
Durch meine Krankschreibung trifft aktuell beides nicht zu, die netten Damen akzeptierten aber meine letzte Gehaltsabrechnung als vorerst ausreichenden Beleg der Beschäftigung.
Nach Aussage vom Arbeitsamt sei dieses aktuell nicht für mich zuständig, da ich dem Arbeitsmarkt ja nicht zur Verfügung stehe und ich wohl auch noch über Mitte Dezember hinaus krankgeschrieben sein werde. Meiner Krankenkasse habe ich bereits Bescheid gegeben und werde innerhalb der nächsten Tagen die Unterlagen zur Beantragung von Krankengeld erhalten.
Das eine Problem ist, mit dem Krankengeld, dass sich laut meinen Informationen in ungefähr dem gleichen Rahmen bewegen wird wie ALG I komme ich im Monat absolut nicht über die Runden, da ich nach Abzug von Miete, Nebenkosten, Telefon, Versicherungen grade mal noch 50-80 Euro über hätte.
Wo kann ich in diesem Fall noch Unterstützung bekommen? Die KK sagte mir, sie können nichts weiter tun außer mich noch von Arzt- und Rezeptgebühren zu befreien, verstehe ich ja auch voll und ganz, die KK ist ja nun keine soziale Einrichtung, die sich um den Lebensunterhalt der Bevölkerung kümmern muss.
Kann ich denn nun zur Arge gehen und ALG II beantragen, obwohl ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe?! Oder muss ich gar zum Sozialamt und dort um ein paar Euro zusätzlich kämpfen?
Die Schule, bei der ich mich angemeldet habe, fängt erst im Februar 2011 an, zum einen hoffe ich natürlich, dass es mir bis dahin wieder halbwegs gut geht, aber zum anderen besteht dann das Problem, dass die Arge diese Art von Aus-/Weiterbildung nicht "anerkennt", da es sich um weniger als 30 Stunden in der Woche handelt, die dazu benötigt werden. Sie könnten mich daher "zwingen", einen Job anzunehmen, der in die Unterrichtszeit fällt und ich müsste somit die Schule wieder hinwerfen, auf deren Anmeldung ich jetzt so lang gewartet habe.
Muss ich mir sogar eine andere Wohnung suchen? Aktuell habe ich eine 2 Zimmer Wohnung, 57 m² mit 350 Euro Kaltmiete, also eigentlich recht günstig für Hamburg. Aber kann mich jemand dazu "zwingen", die Wohnung aufzugeben?
Und was kann ich tun, um die Anforderung der Schule, entweder berufstätig oder arbeitssuchend gemeldet zu sein, zu umgehen, falls ich über Februar hinaus krankgeschrieben sein sollte? Ich will die Schule unbedingt machen, ich möchte endlich etwas aus meinem Leben machen können und nicht mein Leben lang irgendwo als "Hilfsarbeiter" zu irgendeinem Hungerlohn beschäftigt sein. Ich würde mich ja arbeitssuchend melden, aber das lässt das AA ja nicht zu solang ich krankgeschrieben bin.
Ich weiß im Moment nicht mehr ein noch aus 🙁 Allein die Sache mit meiner Psyche verfolgt mich jetzt seit insgesamt 9 Jahren und trotz Therapie, Medikamenten und jeglicher Bemühungen komme ich aus dem Teufelskreis nicht heraus. Ich möchte mich aber auch nicht ewig krankmelden, ich will mein Abi machen, will evtl studieren oder zumindest eine gescheite Ausbildung danach machen und dann eine Arbeit ausüben, die mir auch zusagt, an der ich Spaß finde und die auch vernünftig bezahlt ist.
Weiß hier jemand von euch Rat?
Liebe Grüße aus Hamburg
ich stecke im Moment in einer absoluten Lebenskrise.
Ich bin 22, wohne in Hamburg, habe noch keine abgeschlossene Berufsausbildung (aufgrund familiärer und daraus resultierender psychischer Probleme in der Jugend).
Mitte 2008 habe ich meine sieben Sachen gepackt, bin bei meinen Eltern ausgezogen und aus NRW dann in Hamburg gelandet. Hier habe ich auch durch Beziehungen direkt einen Job bekommen in einer Firma, bei der ich dann zwei Jahre blieb (befristet) bis April dieses Jahr.
Im September vergangenen Jahres erlitt ich einen Rückfall meiner oben erwähnten psychischen Probleme, die mit heftigen Depressionen und Panikattacken einhergingen, wodurch ich einige Wochen kaum das Haus verlassen konnte. Seither bin ich in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung. Nach insgesant 7 Wochen ließ ich mich auf eigenen Wunsch wieder gesundschreiben, weil ich wieder arbeiten wollte. Richtig fit war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder, informierte aber meine damalige Chefin über den Umstand und es kam, wie es kommen musste: ich musste ab und an früher nach Hause oder kam später zur Arbeit, weil mich die Panikattacken teilweise noch im Griff hatten. Das besserte sich dann aber zum Anfang diesen Jahres, sodass ich wieder normal arbeiten konnte. Die ganze Zeit über beschwerte sich niemand, ich wurde im MA-Gespräch sogar für mein Engagement und die Qualität meiner Arbeit gelobt.
Anfang März teilte man mir dann mit, dass mein Arbeitsvertrag aufgrund mangendeln Engagements nicht verlängert wird bzw. ich nicht fest übernommen werde und ich mir einen neuen Job suchen solle.
Ohne Ausbildung und nur mit einem Hauptschulabschluss (zwar 1,0 Durchschnitt in der Abendschule nachgeholt, aber eben doch NUR ein HSA) fand ich dann Ende August einen Arbeitgeber, der meine Arbeit schätzte und mich aufnahm, leider nur Zeitarbeit, aber immerhin Arbeit, für diese Branche sogar recht gut bezahlt (ich erzielte beinah dasselbe Gehalt, dass ich in der vorherigen Firma hatte, wo ich Überstunden und Wochenend-Arbeit leistete und nichts dafür bekam außer einem müden Lächeln, weil so etwas als selbstverständlich hingenommen wurde).
Nun habe ich Ende Oktober erneut einen Rückfall erlitten (durch finanzielle Sorgen durch die Arbeitslosigkeit, Stress, Probleme in der Beziehung), der unter anderem auch mit wochenlang ständig auftretender heftigster Migräne einherging und bin nun seit dem 04.11. vorerst bis Mitte Dezember AU. Daraufhin bekam ich von meinem Arbeitgeber die Kündigung in der Probezeit mit dem Vermerk, ich könne mich jederzeit wieder bei ihm melden, wenn es mir wieder besser ginge. So weit so gut... Naja nicht wirklich, aber immerhin.
Einige Tage zuvor meldete ich mich bei einer Abendschule für einen Abiturlehrgang an, bei dem es Vorraussetzung ist, dass man entweder berufstätig oder beim Arbeitsamt als arbeitssuchend gemeldet ist.
Durch meine Krankschreibung trifft aktuell beides nicht zu, die netten Damen akzeptierten aber meine letzte Gehaltsabrechnung als vorerst ausreichenden Beleg der Beschäftigung.
Nach Aussage vom Arbeitsamt sei dieses aktuell nicht für mich zuständig, da ich dem Arbeitsmarkt ja nicht zur Verfügung stehe und ich wohl auch noch über Mitte Dezember hinaus krankgeschrieben sein werde. Meiner Krankenkasse habe ich bereits Bescheid gegeben und werde innerhalb der nächsten Tagen die Unterlagen zur Beantragung von Krankengeld erhalten.
Das eine Problem ist, mit dem Krankengeld, dass sich laut meinen Informationen in ungefähr dem gleichen Rahmen bewegen wird wie ALG I komme ich im Monat absolut nicht über die Runden, da ich nach Abzug von Miete, Nebenkosten, Telefon, Versicherungen grade mal noch 50-80 Euro über hätte.
Wo kann ich in diesem Fall noch Unterstützung bekommen? Die KK sagte mir, sie können nichts weiter tun außer mich noch von Arzt- und Rezeptgebühren zu befreien, verstehe ich ja auch voll und ganz, die KK ist ja nun keine soziale Einrichtung, die sich um den Lebensunterhalt der Bevölkerung kümmern muss.
Kann ich denn nun zur Arge gehen und ALG II beantragen, obwohl ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehe?! Oder muss ich gar zum Sozialamt und dort um ein paar Euro zusätzlich kämpfen?
Die Schule, bei der ich mich angemeldet habe, fängt erst im Februar 2011 an, zum einen hoffe ich natürlich, dass es mir bis dahin wieder halbwegs gut geht, aber zum anderen besteht dann das Problem, dass die Arge diese Art von Aus-/Weiterbildung nicht "anerkennt", da es sich um weniger als 30 Stunden in der Woche handelt, die dazu benötigt werden. Sie könnten mich daher "zwingen", einen Job anzunehmen, der in die Unterrichtszeit fällt und ich müsste somit die Schule wieder hinwerfen, auf deren Anmeldung ich jetzt so lang gewartet habe.
Muss ich mir sogar eine andere Wohnung suchen? Aktuell habe ich eine 2 Zimmer Wohnung, 57 m² mit 350 Euro Kaltmiete, also eigentlich recht günstig für Hamburg. Aber kann mich jemand dazu "zwingen", die Wohnung aufzugeben?
Und was kann ich tun, um die Anforderung der Schule, entweder berufstätig oder arbeitssuchend gemeldet zu sein, zu umgehen, falls ich über Februar hinaus krankgeschrieben sein sollte? Ich will die Schule unbedingt machen, ich möchte endlich etwas aus meinem Leben machen können und nicht mein Leben lang irgendwo als "Hilfsarbeiter" zu irgendeinem Hungerlohn beschäftigt sein. Ich würde mich ja arbeitssuchend melden, aber das lässt das AA ja nicht zu solang ich krankgeschrieben bin.
Ich weiß im Moment nicht mehr ein noch aus 🙁 Allein die Sache mit meiner Psyche verfolgt mich jetzt seit insgesamt 9 Jahren und trotz Therapie, Medikamenten und jeglicher Bemühungen komme ich aus dem Teufelskreis nicht heraus. Ich möchte mich aber auch nicht ewig krankmelden, ich will mein Abi machen, will evtl studieren oder zumindest eine gescheite Ausbildung danach machen und dann eine Arbeit ausüben, die mir auch zusagt, an der ich Spaß finde und die auch vernünftig bezahlt ist.
Weiß hier jemand von euch Rat?
Liebe Grüße aus Hamburg