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Arbeiten nach dem Studium / Angst vor Kündigung

S

Sebastian_95

Gast
Hallo alle zusammen,
ich habe meine erste Arbeitswoche geschafft. Mein erster Job nach meinem Studium. Ich versuche natürlich alles richtig zu machen und bemühe mich sehr. In Zeiten wie diesen bin ich dankbar eine Stelle gefunden zu haben, vor allem als Absolvent und Berufsanfänger.
Der erste Tag lief super und ich wurde von meinem Chef eingearbeitet etc. Meine Kollegen sind sehr nett und hilfsbereit. Aktuell ist aber eine stressige Phase mit vielen Überstunden etc.
An meinem zweiten Tag schon wurde mir von meinem Chef gesagt, dass meine aktuelle Leistung nicht ausreicht und ich lösungsorientierter arbeiten muss etc. Er war recht hart im Ton.
Das hat mich sehr getroffen und ich habe an dem Tag zu Hause geweint, weil mich das so fertig gemacht hat. Auch paar Tage später kam Kritik und ich schien nicht den korrekten Ansatz für eine Aufgabe angegangen zu sein und mein Chef war erneut hart im Ton und hat mir zu verstehen gegeben, dass ich anders arbeiten muss. Mich belastet diese frühe Kritik sehr, da ich Angst habe nicht zu genügen und meinen Job wieder zu verlieren. Ich bin nicht nur finanziell davon abhängig, sondern mich plagen dann auch Gedanken wie "Bin ich nicht gut in dem was ich tue", "Bin ich nicht gemacht für diesen Job", "soll ich einen anderen Weg einschlagen"...
Ich bin einfach noch nicht so weit, dass ich weiß wie in dieser Abteilung die Arbeitsweise läuft etc. Das ist ja in jedem Büro etwas anders oder nicht...
Ich kann nicht einschätzen, inwiefern meine Angst zu scheitern rational ist oder ob ich mir überflüssig diesen Druck mache. Auch meine Depression vereinfacht die Situation nicht.
Ich habe Angst tatsächlich "schlecht" zu sein, nicht zu genügen etc. Ich habe sogar nachts davon geträumt, dass mein Gehalt verringert wurde, weil ich nicht so qualifiziert sei wie die anderen.
Aktuell bin ich wie unter Strom, kann mein Wochenende nicht genießen und habe nur Bauchschmerzen. Ich weiß nicht, was ich tun soll und wie ich die Situation wahrnehmen soll. Ich schaffe es nicht einen sachlichen Blick auf die Situation zu werfen und kann nicht einschätzen, wie ernst die Lage ist. Meine Angst ist, dass meine Angst berechtigt ist und ich nicht genüge.
Vielleicht bin ich wirklich nicht geeignet für den Job? Was meint ihr zu der Situation? Ich glaube mir würde ein Blick und eine Einschätzung von Außen helfen, selbst wenn ich hören müsste, dass es nicht gut für mich aussieht.
 

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Weiß nix

Gast
Von einem Studiumabsolventen in einem nicht schlecht bezahlten Job kann man schon als Arbeitgeber etwas erwarten. Job ist kein Ponyhhof.
 
S

Strupp

Gast
Ist dein Job denn eine Trainee-Stelle oder ein "normaler" Berufseinstieg?
Bei ersteren hat man ja meist explizit eine Einführungsphase während bei zweiterem natürlich schneller ein Mehrwert von dir erwartet wird.

Grundsätzlich würde ich mich aber in jedem der beiden Fälle mit meinem Mentor/Chef zusammensetzen und Arbeitsziele und Erwartungen abstecken.
 
Lieber Sebastian,

ich kann deine Situation vollkommen nachvollziehen, da ich vor einem Jahr dies auch erlebte. Übrigens finde ich dein Chef merkwürdig: Nach dem zweiten Tag erwartet er bereits deutlich bessere Leistungen bei einem Berufsanfänger? Das ist Blödsinn, du brauchst Zeit anzukommen. Das Studium bietet dir das Werkzeug, aber erst in der Praxis lernst du dieses anzuwenden. Dafür braucht es Zeit und Erfahrung. Wenn dein Chef es anders sieht, ist er kein guter Chef. Mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehen und die Angst vor Fehlern, ist kontraproduktiv. Wir alle machen Fehler, daraus lernen wir ja! Schaue dir das 3 Monate an, wenn in diesem Zeitraum sich nichts verbessert, dann schaue dich um.
 
Ist dein Job denn eine Trainee-Stelle oder ein "normaler" Berufseinstieg?
Bei ersteren hat man ja meist explizit eine Einführungsphase während bei zweiterem natürlich schneller ein Mehrwert von dir erwartet wird.

Grundsätzlich würde ich mich aber in jedem der beiden Fälle mit meinem Mentor/Chef zusammensetzen und Arbeitsziele und Erwartungen abstecken.
Mehrwert bereits am zweiten Tag beweisen als Berufsanfänger? Das ist vollkommen Blödsinn. Bei jemandem mit Berufserfahrung durchaus sinnvoll, aber selbst die brauchen auch Zeit sich im neuen Unternehmen einzuarbeiten. Wer bereits am 2 Tag deutliche Performance erwartet, hätte sich keinen Berufsanfänger anlachen soll.
 

miasma

Aktives Mitglied
Solche Kommentare : "Von einem Studiumabsolventen in einem nicht schlecht bezahlten Job kann man schon als Arbeitgeber etwas erwarten. Job ist kein Ponyhhof." sind einfach ne echte Frechheit.
Wie kann man denn so etwas antworten?

TE.. dein Chef scheint in kleinster Weise ein guter Chef zu sein.
Denn man erreicht damit ja gar keine Steigerung der Arbeitsleistung, wenn man am zweiten Tag jemanden schon "scharf kritisiert"... was das auch immer heißt.
Sucht der ´nen Prellbock?

Es ist leider viel Glück dabei... unter welchem Vorgesetzten man arbeitet und ob das paßt, man was lernt, vernünftig angelernt wird.
Kein Uniabsolvent kommt in eine Firme und kennt sofort irgendwelche Arbeitsweisen und Prozesse.. außer du warst da vorher Werkstudent.

Ich hab aktuell auch einen Chef der so gar nicht mit mir auf einer Wellenlänge ist, ständig nur nörgelt an Allen und Jedem. Und bei uns tuen mir auch die jungen Leute leid.. die das viel eher auf sich beziehen und die schlechte Stimmung im Team bringt alles... aber keine bessere Arbeit.

Ich arbeite seit 30 Jahren und hatte schon richtige Top-Vorgesetzte, Mittelmaß und eben auch welche wo es einfach nicht paßt.
Die sich ausleben am Arbeitsplatz, weil sie es nicht besser können, selber von oben Druck bekommen, oder auch gern ihre Machtposition zeigen.

Leider kann man dir da nur raten, das nicht so persönlich zu nehmen und zu schauen ob es besser wird in den nächsten Tagen!? Wie werden die anderen Mitarbeiter behandelt? Findest du vielleicht jemand anderen der dich "an die Hand nimmt zur Einarbeitung" mit dem du gut klar kommst!?

Ansonsten hilft nur: Schlechte Erfahrung abhaken und doch nochmal auf die Suche nach einem anderen Job gehen! Beim nächsten mal bessere Antennen haben und mehr Glück!

Verzweifle nicht... sowas passiert leider.
 
S

Sebastian_95

Gast
Danke für all eure Antworten! Das hilft mir sehr weiter.
Es ist so, dass ich den ersten Tag von meinem Chef eingearbeitet wurde und ab dem zweiten Tag eben selbstständig arbeiten sollte, was ich auch gemacht habe. Allerdings versuche ich eben klaren Anweisungen zu folgen und werde dann im Nachhinein gefragt weshalb ich nicht noch dies und jenes erledigt habe und mir klar sein sollte, dass das auch gemacht werden muss. Und von mir erwartet wird.

Ich habe kein Problem 150% zu geben, allerdings bin ich nach fünf Tagen noch nicht so weit einzuschätzen, was wann und von wem erledigt werden muss und wie wichtig es ist.
Ich finde eigentlich eine kurze Rücksprache nach jedem Step sinnvoll in den ersten Wochen aber vielleicht ist es das nicht ??

Leider kann man dir da nur raten, das nicht so persönlich zu nehmen und zu schauen ob es besser wird in den nächsten Tagen!? Wie werden die anderen Mitarbeiter behandelt? Findest du vielleicht jemand anderen der dich "an die Hand nimmt zur Einarbeitung" mit dem du gut klar kommst!?
Meine Kollegen sind alle sehr hilfsbereit und ich habe festgestellt erst die Kollegen zu fragen, bevor ich zu meinem Chef gehe, weil mir dann vieles an Nörgelei erspart bleibt.
Auch die anderen Kollegen werden hin und wieder kritisiert, aber bei mir wird eben ganz genau hingeschaut und ich habe das Gefühl egal was ich mache es reicht einfach nicht und ist nicht gut genug. Ich beziehe dann alles auf mich und zweifle an meinen Fähigkeiten und an mir selbst.
 

AppleSR

Mitglied
@Sebastian_95: Deine Qualifikationen sind hier nicht das Problem. Auf mich machst du den Eindruck, als ob du ein schwaches Selbstwertgefühl hast und in deinem Inneren ein eher unsicherer Mensch bist. Dein Chef spürt das und nutzt das aus, um dich noch mehr zu verunsichern.

Schon dein erster Abschnitt liest sich sehr devot und verunsichert... dass du so dankbar bist, diese Stelle gefunden zu haben, etc. Du solltest mal deine Einstellung ein wenig überdenken. Nicht du musst froh sein, wenn dich jemand einstellt... die Arbeitgeber müssen froh sein, dass sie so einen qualifizierten Mitarbeiter wie dich haben können. Immerhin hast du ein Studium erfolgreich absolviert. Ganz im Ernst: Welcher neue Mitarbeiter ist nach 1-2 Tagen schon so gut eingearbeitet, dass er alles ohne Hilfe bewältigen kann? Keiner. Das ist in einem anspruchsvollen Job, für den man ein Studium benötigt, gar nicht möglich.

Fachlich bist du sicherlich ein Top-Mitarbeiter. Aber an deinem Selbstwertgefühl solltest du unbedingt arbeiten, wenn du im Berufsleben etwas zustande bringen möchtest. Und das ist jetzt echt nicht böse gemeint. Ich war früher als junge Frau genauso und habe auch mal Rotz und Wasser geheult, wenn ich auf der Arbeit fertig gemacht wurde. Emotionale Menschen, die nah am Wasser gebaut sind, werden von vielen Arbeitgebern nicht ernst genommen. Du bist im Gegensatz zu mir auch noch ein Mann, von dir wird ein selbstsicheres Auftreten noch viel mehr erwartet als von einer Frau. Von daher möchte ich dir ein Coaching empfehlen, da kannst du sicher einiges lernen.
 

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