AW: Arbeiten im S exgewerbe
Prostitution ist „Fast-Food-Sex"
Die Prostitution ermöglicht den schnellen Sex ohne umständliches Vor- und Nachspiel, ohne langwieriges Werben um einen Partner oder ohne die Partnerbeziehung überhaupt. Sie eröffnet die Chance zum blanken Sex.
Prostitution ist Macht
Für manche Männer bedient die Prostitution ein Machtgefühl. Er zahlt und sie hat zu tun, was er will. Die Frau erscheint ihm als Dienerin, als Unterlegene, als Auszubeutende. Es geht nur um ihn, um sein Wohlfühlen und um seine Lust, die Prostituierte ist Objekt und Mittel seiner Lust. In diesem Sinn kann die Prostitution als Teil der Herrschaft des Mannes über die Frau betrachtet werden. Zugleich kann auch das Umgekehrte gedacht werden: Der Mann liefert sich der Frau völlig aus; die Prostituierte tut und gestattet nur das, was sie will.
Jenseits eines Machtverhältnisses sind die Beziehungen zwischen Prostituierten und Kunden vielfältig. Sie können roh, kalt, erniedrigend, frustrierend, peinlich, ärgerlich oder nett, achtungsvoll, gemütlich, einvernehmlich, interessant sein und Spuren von einseitiger oder beidseitiger Sympathie und Zuneigung haben, ohne das Professionelle vergessen werden kann.
Prostitution ermöglicht oft erst Sexualleben
Die Prostitution ermöglicht manchen Männern überhaupt erst ein Sexualleben, so z.B. für vereinsamte, behinderte, kontaktschwache, bindungsunfähige oder solche Männer, die verschuldet oder unverschuldet ohne Partner leben. Damit erfüllt die Prostitution eine humanitäre oder Sozialfunktion. Für ältere Männer erfüllt sich durch junge Prostituierte die unstillbare Sehnsucht nach Jugend. Dies hängt auch mit der Bestätigungsfunktion der prostitutiven Sexualität zusammen: Der Mann sieht sich in seiner Attraktivität, in seiner Männlichkeit und in seiner sexuellen Potenz bestätigt: Er wird umworben, als Mann angenommen, und er kann noch.
Prostitution ermöglicht Neigungen auszuleben
Die Prostitution ist für sexuelle Minderheiten oft die einzige Möglichkeit, ihren Neigungen nachzugehen.