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Angststörung bis zum Exzess

Dernandine

Neues Mitglied
Hallo

Ich weiss nicht weiter, mein Freund hat ein schreckliches Problem. Folgendes:
Er muss zum Beispiel um eine Arbeit zu erledigen einen Zugangscode anfordern per Mail oder Telefon, Firmenintern.
Aus irgendeinem Grund bekommt er dann ein komisches Angstgefühl und kann das nicht. Dann sagt er dem Arbeitgeber Wochenlang das er daran arbeitet, schreibt sich krank, sagt aber weiter er müsse nur noch Kleinigkeiten machen, und nach jeder Krankschreibung hockt er weinend vor dem Computer und weiss nicht weiter. "Ich habe wieder nichts gemacht" "Ich werde bestimmt gekündigt" "Ich weiss nicht warum ich das tue"

Ich habe ihn schon dazu gebracht es einer Ärztin zu erzählen, die drückt einem einen Zettel in die Hand für Psychotherapie.
Und überall wird gesagt man muss 1-2 Jahre auf Therapieplatz warten.

Nützt also gerade zu dem jetztigen Zeitpunkt nichts, oder doch?
Ich hab da halt keinerlei Kompetenz was er jetzt tun soll.
Ich kenne die Situation nicht das ich Wochenlang behaupte etwas gemacht zu haben.
Es ist wie Angst vor Spinnen, er ist komplett gelähmt.
Ich sage dann halt sowas wie, sag es endlich dem Arbeitgeber, rede mit ihm, und er sagt dann "Aber das ist jetzt schon seit 10 Wochen so" "Soll ich jetzt hingehen und sagen, achja die letzten 10 Wochen hab ich nichts gemacht?"

Soll er das wirklich nicht? Oder sollte er endlich? Es ist ja offenbar eine Krankheit,
Er sagt auch, dass ich es auf gar keinem Fall seiner Mutter sagen soll.

Was soll er tun? Was ist der richtige Schritt jetzt? Am Arbeitgeber gestehen das er Wochenlang gelogen hat, obwohl er das nicht wollte? Weil er früher gemobbt wurde irgendwas in ihm zerstört wurde, dass er keine Mails oder Telefonate führen kann? Und sobald er auf ein Hinderniss stösst aufgibt und Youtube Videos schaut.
Er ist Informatiker. Also erkennt er das Problem nicht schnell, stellt direkt alles aus in ihm und das wars, er schaut Videos. Obwohl er es eigentlich kann. Er nimmt sich vor am Wochenende was zu machen, aber macht es nicht.

Ansonsten wenn es privat Handwerklich was zu tun gibt, oder etwas abzuholen, Zu helfen, Besorgungen zu machen oder liebevolle Geschenkideen zu haben ist er sofort zur Stelle. Aber das ist halt alles Privat. Sobald es gegen Aussen geht, also auch nur jemand im Supermarkt nache einem Produkt fragen, ist es vorbei.

Ich habe ihm auch angeboten, dass er mich informiert über die anstehenden Sachen die er machen muss, damit ich ihn erinnern kann, was er ganz ok annahm zwei Wochen. Aber dann hörte er auf, was direkt wieder darin endete das er den Arbeitgeber wieder anfing anzulügen.

Was tut man? Wo ruft man an? Zu welchem Arzt geht man?
Wir brauchen jetzt die Info was jetzt passiert und nicht was in 1-2 Jahren, nach 2-5 Jahren Therapie sein könnte.

Ich möchte helfen, ich kann aber nicht, ich weiss nicht wie

Liebe Grüsse
 
Einen Therapieplatz zu bekommen dauert, allerdings keine 1-2 Jahre. Aktuell sind es ca. 6 Monate. Wenn er sich aber noch nicht einmal auf eine Warteliste setzen lässt, beginnt noch nicht einmal diese Dauer zu zählen. Ruf für ihn mal die 116 117 an und schildere sein Problem, vielleicht habt ihr ja Glück und er bekommt darüber einen früheren Termin. Er riskiert ja aktuell, wegen dieser Angststörung seinen Job zu verlieren.

Sein Arzt kann ihm auch ein Programm verschreiben, mit dem er die Wartezeit überbrücken kann. Schau mal hier: https://www.novego.de/novego-angstprogramm-auf-rezept/

Sofern er bei einer größeren Firma arbeitet, könnte er auch dort Erste-Hilfe bekommen. Häufig gibt es Angebote zur psychosozialen Beratung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen,
Angstzustände sind wirklich schrecklich, ich kenne sie aus eigener Erfahrung. Man schämt sich wegen der eigenen Unzulänglichkeit und wird Meister im Ausreden erfinden und lügen damit niemand etwas merkt.
Wichtig ist, dass er bei seiner Ärztin eine Dringlichkeitsüberweisung bekommt, damit er nicht so lange auf einen Therapieplatz warten muss. Die erste Anlaufstelle ist m.M.n. ein Psychiater, der ihm angstlösende Medikamente verschreiben kann. Damit kann man die Zeit bis zu Therapiebeginn gut überbrücken. Und er sollte es seiner Familie sagen, das nimmt Druck, dort muss er sich dann nicht verstellen.
 
Sozialpsych. Dienst eurer Stadt
Beratungsstelle der Caritas

Dort Problem schildern und um Unterstützung bitten.

Termin Psychiater, evtl. können vorübergehend angstlösende Medis ein Ansatz sein.

Google nutzen, sich informieren zu Themen wie Angststörung, Depression. Selbsthilfegruppen in der Nähe suchen.

Sofort möglich sind auch Psychotherapietermine bei Selbstzahlung.
Es gibt genug Psychotherapeuten ohne Kassensitzzuteilung, die man selbst buchen kann. Üblichen Stundensatz von Therapeuten spuckt die Suchmaschine aus.
Vielleicht überbrückend möglich oder zumindest ein paar Termine, auch um beraten zu werden, wie er weiter vorgehen könnte?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ohjeh, damit gefährdet er ja echt seinen Job.
Ehrlich, sowas habe ich noch nicht gehört, das jemand vor Angst gelähmt ist, wenn man ein Passwort anfordern soll. Und ich habe selber so einiges an zwanghaften Ängsten 🙁🙁
Dieses Problem wird sich wohl nicht schnell lösen lassen, auch Psychotherapie und ähnliches dauert ja eine Weile, da kommt keiner und zaubert die Ängste weg. Schön wärs 🙄
Ihr solltet der Wahrheit ins Auge sehen, er kann diesen Job nicht mehr machen.
Er soll sich krankschreiben lassen, so kann er doch nicht arbeiten.
Und dann noch den Chef belügen und so tun als ob?
 
Aus irgendeinem Grund bekommt er dann ein komisches Angstgefühl und kann das nicht.

Fühlt nicht, macht einfach- das wäre hier zu tun. Mit dieser Blockade kann er aufräumen, indem er sie überhaupt nicht gelten lässt.

Gefühle aller Art müssen in der Hierarchie unten angestellt werden und dürfen nicht die Regenten sein. Auch wenn sie noch so massiv drohen, lernt das zu übergehen und zu überhören.

Mir gehts auch oft so, dass ich extreme Hürden sehe, wenn ich aber anfange, trotz dieser starken Gegenwinde, dann sehe ich immer wieder, diese Gegenwinde lösen sich auf, ich bin stärker.

Mut ist, wenn man trotz Angst etwas tut. Je öfter man das trainiert und übt, umso mutiger wird man.
Das beste "Gegengift" gegen Mutlosikeit ist nun mal eben MUT.

Du als seine Freundin könntest ihm helfen, daneben sein zb und mit ihm gemeinsam durchgehen, welche Schritte zu machen sind, er soll sie neben dir auflisten und wie gesagt, beim Anfangen und zusätzlich bei der Auflage, nein, es wird nicht gestreikt, wird sich dieser Streik lösen, so auch bei allen anderen Blockaden- durchgehen, statt vor ihnen zurückweichen.

Nun denn, wohlan, der Feind wird jetzt besiegt. Liebe deine Feinde.... dh.... sieh sie als Lernfelder, sei interessiert daran, diese Aufgaben anzunehmen als wichtige "Hausaufgaben", die super hilfreich sind in Sachen Eigenständigkeit, Selbstvertrauen, Lebensfreude.
 
damit er nicht so lange auf einen Therapieplatz warten muss.
Das kann er selbst übernehmen. Geduld, Beharrlichkeit kann man den ganzen Tag üben, es gibt ständig etwas, das angeblich schwer ist und sei es bloß seine Socken aufzuheben- oder die Küche in Ordnung zu bringen. Immer streikt etwas, immer gibts die "mürrische, lustlose, feige, faule, zig Ausreden erfindende" zweite Stimme in uns. Manche lassen sich von der stark einschränken, diese soll eben nicht an der Macht sein, wir wissen, wohin das führt. "Das Gute siegt"" so kann man vorgehen. Das geht auch ohne einen Therapeuten, der mit einem nachgrübelt, warum das so ist. Es ist immer der Grund im Werdegang zu finden- unterwegs wurde Frustriert und dieser Frust sitzt in den Knochen.
Soll man dem dauernd zuhören, oder immer wieder neu beginnen? Ich sehe keinen Grund dauernd zu fragen, was mich alles quält. Da werde ich mein Leben lang nicht fertig, diesem Frust zuzuhören.
Gscheiter ist, sich durchzuarbeiten zu seinem Wohlstand, als immer der "Armut" das Sagen zu überlassen.
 
Affirmationen können helfen, Eigensuggestionen kann man damit aufheben, die ja wie Selbsthypnose sind. Man kann sich erfolgreich suggerieren, ich kanns nicht.
Zuerst kommt dieses Selbstgespräch und nachher ist man gelähmt, WEGEN dieser Vorgabe.

Das kann man umdrehen, ich schaffe das, ich mach das, Punkt.

Ich habe vorher angefangen, meine Abstellkammer anzugehen, weil schlechtes Wetter ist heute, kümmere ich mich mal um diesen Feind. Ich habe mir vorgenommen, es wird durchgezogen, egal wie lang es dauert...in einem Eck gibts bereits Licht und Freude, wie immer war nur der Anfang schwer. Bin ich mal dabei, dann gibts das Gefühl, als ob mir ein Geist Hilfe gibt, wie ich am besten vorgehe. Dieser Geist muss praktisch um Hilfe gebeten werden, indem man durchs Anfangen auf jenen umschaltet. Der Grübler wird lahm gelegt, der andere aktiviert.
 

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