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Angst vor Nachbarin/Mobbing - wie damit umgehen

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Ja, wundern ... und dann habe ich eben beim Aufräumen im Keller in einer alten Kiste ein Holzbrettchen mit einem Sinnspruch gefunden, das gehört dem, der vor uns hier gewohnt hat, da steht so in Fraktur mit Lötkolben eingebrannt:

Ein wenig gute Laune lässt oft Gutes schon gescheh'n
Den Alltag aber kann man mit Humor oft nur besteh'n


Das Ding ist auch noch schön kitschig gerahmt, und es hängt jetzt bei uns im Eingangsbereich neben der Axt und dem Rechen.

(okay, das mit der Axt und dem Rechen stimmt jetzt nicht, so ländlich leben wir nun auch nicht, aber die Tendenz stimmt irgendwie schon.)😎

Das ist so lieb, dass der alte Mann an uns gedacht hat und sein Schildchen nicht mitgenommen hat ins Heim.
 
Als wir hier eingezogen sind haben wir gleich mehrere Artefakte übernommen. Darunter zwei Kreuze, eines davon mit einem perfekt ausgearbeiteten Jesus, der derartig gemartert, ausgehungert und abgemagert wikt, dass ich ihn über den Esstisch gehangen habe. Dort erinnert er uns nun immer daran, wie gut es ist, ordentliches Essen auf dem Tisch zu haben. (Ja, ich weiss, mein Humor ist etwas blasphemisch - aber nur manchmal.) 😀

Dazu gab es diverse Heiligendarstellungen, einige selbst gemalte, kleine Landschaftsbildchen und einen hinter Glas gerahmten Sinnspruch in edlen, altdeutschen Lettern:

Beklage nicht den Tag, der Müh und Arbeit gibt,
es ist so schön zu sorgen, für Menschen, die man liebt.


Ja. Also ich habe das Ding in die Nähe der offenen Küche gehangen, so dass man von Herd und Arbeitsplatte immer einen guten Blick darauf hat. Bitte keine Beschimpfungen jetzt, ich weiss, wie das wirkt. Ich mag das alte Rollenmodell irgendwie. *Schlappen ausweicht* Lakonischer Kommentar des Menschen an meiner Seite: "Du host doch oan Schloag!" Joa - hob i. I hob des fei gern.

(-;
 
*Prust* ....:daumen: *Lol* Ich lach mich gerade so was von schlapp !!! Der Spruch ist ja sogar NOCH besser als unserer. Den will ich auch.
(Mal gerade überleg wie ich so etwas gebastelt oder gestickt bekomme.)

Und der Jesus ist auch klasse, aber so was bekommt man dann schon eher an jeder Ecke nachgeschmissen, und an so einem komm ich auch jeden Tag vorbei. Der ist aus Stein und schon von dem ganzen Regen und der Zeit irgendwie dünn und abgeschliffen geworden, und die Nase ist auch schon fast ab, dafür steht immer so ein Lichtlein darunter.

Jaja, hier auf dem Land ist alles etwas anders. Und unser lieber alter Vorbesitzer, der war ein echtes Original (wenngleich auch ebenso für blöd befunden von unseren Nachbarn wie wir jetzt, dabei hatte er gar keine Kinder sondern hat immer nur bei offenem Fenster vom Sofa aus den Fußballern im Fernsehen zugeschrien, wie sie es gefälligst besser machen sollen.)

Aber das BESTE ist, dass er UNS den Zuschlag für sein altes Haus gegeben hat, um sich für all die jahrzehnelangen Lästereien über ihn an den Nachbarn zu rächen.😀 Der hat es richtig gemacht.
 
Aber das BESTE ist, dass er UNS den Zuschlag für sein altes Haus gegeben hat, um sich für all die jahrzehnelangen Lästereien über ihn an den Nachbarn zu rächen.😀 Der hat es richtig gemacht.

Meinst Du wirklich, dass er das mit Vorsatz getan hat? Warum? Weil Ihr Kinder habt und er wusste, dass das die Nachbarin nerven würde? Was hat er Euch denn über sie erzählt?
 
Wie würdest Du Dich fühlen, wenn man so etwas über Dich sagt?

Mal andersrum gefragt: wie würdest DU Dich fühlen, wenn man Dir den "bösen Blick" unterstellt, und als Schutz Edelsteinmobiles in die Fenster hängt? Ich finde das auch nicht gerade nett. ;-)

Und ihr ein Alkoholproblem zu unterstellen finde ich ganz schön dreist.

Ich wäre auch nicht sonderlich erbaut davon, wenn das Nachbarskind in meinem Garten rumläuft und mir die Blumen abrupft. Manche Menschen mögen Gänseblümchen lieber auf dem Rasen, als daß sie von Kindern abgerissen werden. Und da haben die Eltern schon aufzupassen, daß der Nachwuchs nicht bei den Nachbarn aufs Grundstück flitzt.

Daß sie mit einem Küchenmesser Gemüse schnibbelt kann man ihr ja auch nicht vorwerfen...

Das tut mir alles so Leid, denn im Grunde bin ich ein warmherziger und umgänglicher Mensch und möchte nur in Frieden leben. Beim besten Willen kann ich mir nichts anderes vorstellen, dass sie die stündliche Musikbeschallung absichtlich so installiert hat.

Wenn DU von vornherein gleich davon ausgehst, daß andere Menschen diese Energie aufwenden, nur um DICH zu zwiebeln, dann sagt das einiges über DICH aus. Und das spricht nicht so sehr dafür, daß Du ein "umgänglicher und warmherziger Mensch" bist. Wie soll man denn aus Glückwunschkarten eine "Terroranlage" basteln? Da würde selbst McGyver an seine Grenzen stoßen.


Ich würde als erstes mal ein offenes und vor allem sachliches Gespräch vorschlagen, in dem Ihr Euch mal an einen Tisch setzt und mal miteinander redet. Vieles klingt für mich wie ein Mißverständnis. Zum Beispiel das Klavierspielen. Vielleicht denkt sie, sie sei der totale Klaviervirtuose und das, was sie klimpert, würde genau so klingen wie das, was ne Viertelstunde aus der Stereoanlage kommt. Das wird wohl kaum sein, um Euch zu ärgern. Das klingt bei Dir schon ein wenig nach Verfolgungswahn.


(...) irrationales Verhalten, das ich nicht einordnen kann, macht mir eben Angst.

Du hängst gegen irgendwelche "bösen Blicke" Edelsteinmobiles auf und redest über "irrationales Verhalten"?


Wenn Sie mit ihrem großen Messer am Fenster etwas schnitt und dich dabei beobachtet hat, kann man so etwas durchaus auch unter grusselig ablegen. Es ist eine drohgebärde.

Andere Menschen nennen sowas "kochen". Ich guck beim Gemüse schneiden auch mal aus dem Fenster.


Ich denke, daß möglicherweise auf BEIDEN Seiten Mißverständnisse da sind, und daß auch BEIDE Seiten daran arbeiten können, diese aus der Welt zu räumen.
 
Hallo zusammen,

bin neu hier und dieses ist mein erster Beitrag. Ich musste schreiben, weil ich mich in der TE stark wiedererkenne.

Ich war und bin die Königin des Hineininterpretierens von bösen Absichten in das Verhalten von Nachbarn. Das hat mir viele Jahre lang eine Menge Stress, Kummer und Sorgen gebracht. Solange bis ich mich auf guten Rat hin einmal überwand und auf die Nachbarn zuging und "harmlos" nachfragte. Und siehe da, fast nichts von meinen lang und sorgfältig entwickelten, ausufernden Vermutungen über das Verhalten meiner Nachbarn hat überhaupt zugetroffen. Das hat mich einerseits sehr erleichtert, andererseits war ich sehr bestürzt, dass ich mich über so lange Zeit in völligem Irrglauben befunden habe.

Ich muss sagen, dass ich mich da, aus eigenen Gründen heraus, in einer ordentlichen Realitätsverzerrung befunden habe.
Als ich das erkannt habe, war ich sehr erschrocken über mich selber und habe mir geschworen, mich nie wieder ungeprüften Vermutungen über bösen Absichten von Nachbarn hinzugeben.

Es besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass man die Dinge aus eigenen Gründen fehl interpretiert bzw. viel zu dramatisch sieht.

Die Nachbarin der TE ist sicher recht seltsam und auch nicht wirklich sympathisch. Dennoch, so dramatisch, wie die TE es empfindet, wird sie ihr Verhalten nicht meinen. Sie ist einfach nur kein netter Mensch und wahrscheinlich neugierig dazu. Aber ängstigen muss man sich vor ihr sicher nicht.

Was mich am meisten bestürzt hat, war, dass ich später mit Hilfe von Therapie erkannt habe, dass ich zu der Nachbarin, von der ich mich am meisten gequält gefühlt habe, innerlich selbst eine solche Beziehung aufgebaut und in mir erlaubt habe, einfach weil ich mich einsam gefühlt und mich nach einer Mutter gesehnt habe. Eine quälende Beziehung zu der älteren Nachbarin habe ich da offenbar als besser für mich empfunden, als ganz allein zu sein. Es ist auch eine Form der Fixierung.

Ich wollte nur sagen, dass es sehr viel mit einem selber zu tun haben kann, warum man dem Nachbarn erlaubt, so einen Raum im eigenen Leben einzunehmen.

Ansonsten sind es einfach nur etwas seltsame und nicht gerade sympathische Nachbarn, mit denen man versucht, möglichst wenig zu tun zu haben.

Ich hoffe, ich konnte verständlich machen, was ich meine. Es ist schon recht spät.

Alles Gute jedenfalls.
 
Was mich am meisten bestürzt hat, war, dass ich später mit Hilfe von Therapie erkannt habe, dass ich zu der Nachbarin, von der ich mich am meisten gequält gefühlt habe, innerlich selbst eine solche Beziehung aufgebaut und in mir erlaubt habe, einfach weil ich mich einsam gefühlt und mich nach einer Mutter gesehnt habe. Eine quälende Beziehung zu der älteren Nachbarin habe ich da offenbar als besser für mich empfunden, als ganz allein zu sein. Es ist auch eine Form der Fixierung.

Ich wollte nur sagen, dass es sehr viel mit einem selber zu tun haben kann, warum man dem Nachbarn erlaubt, so einen Raum im eigenen Leben einzunehmen.

Ansonsten sind es einfach nur etwas seltsame und nicht gerade sympathische Nachbarn, mit denen man versucht, möglichst wenig zu tun zu haben.

Ich hoffe, ich konnte verständlich machen, was ich meine. Es ist schon recht spät.

Wieder einmal, zum zweiten Mal habe ich das Gefühl, dass ich in diesem Forum ECHTE Hilfe gefunden habe, und ich bin einfach nur baff über so einen ehrlich, offenen und erhellenden Beitrag.

Manchmal sieht man den Splitter im Auge des Anderen tatsächlich besser als den Balken vor den eigenen Augen.
DANKE
:blume:
@Tabula Rasa

Ach ja, und was den alten Mann betrifft, der vor uns hier gelebt hat, stimmt es schon, dass er Objekt der Ablehnung und Verachtung gewesen ist von Seiten unsere Nachbarn. Weil er hat ein wenig verschroben war und seine Ticks hatte. Er kannte sie immerhin jahrzehntelang, und er wusste wie sehr sie Kinder nicht mögen und auf Ordnung und Pedanterie aus sind.

Welches Problem sie auch immer gehabt haben, genau dieses Problem hat er ihnen mit uns vor die Tür gesetzt - dass sie sich damit beschäftigen mussten - in Form von uns.
Uns kann man nicht so zurechtschnippeln, sauber kehren und in Form stutzen, was diese Nachbarn mit allem, was ihnen in die Quere kommt tun. Ich denke, sie haben deshalb genau so ein "verstricktes" Verhältnis zu uns, wie Gast es so treffend bei der Psychoanalyse für sich erkannt hat (und wie ich es möglicherweise besonders zu der Nachbarin bis dato auch hatte.)

Oder noch zu anderen Personen ... aber wie heißt es doch so schön: "Erkenne Dich selbst" (Orakel von Delphi).

----

P.S. Liebe Moderatoren: Kann der Thread hier geschlossen werden? Ich glaube, das Wichtigste wurde gesagt. Lieben Dank!
 
Zuletzt bearbeitet:
Es freut mich sehr, dass ich bzw. wir alle zusammen dir hier ein Stück weiter helfen konnten! Sei versichert, dadurch sparst du dir viel in Kummer verbrachte Lebenszeit.

Dein großer Beitrag dazu ist, dass du dieser "Erkenntnis" so unmittelbar die Tür geöffnet hast und sie annehmen konntest. Dies habe ich selten so erfahren und ich muss sagen, dass es mich das freut. So hat meine Psychotherapie (nicht Psychoanalyse ;-) ) auch noch jemand anderem jedenfalls punktuell Nutzen gebracht. 🙂

Liebe Grüße und alles Gute

violina

(ich habe mich gestern als violina angemeldet, aber man muss wohl 48 Stunden warten, bevor man zum ersten Mal unter dem Namen schreiben kann).
 
Übrigens: objektive und nicht ganz unerhebliche Grenzverletzungen durch die Nachbarn würde ich heutzutage natürlich trotzdem ansprechen. Eine tendeziell zu starke Fixierung meinerseits auf die Nachbarn schließt nicht aus, dass sie in der Realität tatsächlich grenzüberschreitend agieren. Und die Einsicht in eigene Projektionen bedeutet nicht, dass man auf der Realebene alles hinnehmen muss. Diese beiden Ebenen sollte man sorgfältig auseinander halten.

Wichtig ist nur, den eigenen Anteil bzw. die eigenen Motive an den zum Teil überhöhten Gefühlen in Bezug auf die Nachbarn zu erkennen und ihn im Auge bzw. einigermaßen im Griff zu behalten, um im realen Verhältnis zu den Nachbarn dann mit der nötigen Gelassenheit und Ruhe aufzutreten, die man braucht, um ein nachbarschaftliches Problem zu klären.

In Bezug auf die stündliche nächtliche Musik, die deine Kinder stört, würde ich die Nachbarin zum Beispiel ruhig bei Gelegenheit einmal ansprechen und die Sache vorbringen. Ist man sich seiner eigenen Übertragungen dabei bewusst und agiert sie nicht "blindlings" aus, ist die Gesprächssituation davon entlastet und hat eben auch dadurch gute Aussichten auf Gelingen. Und wie gesagt ist man dann manchmal wirklich überrascht, wie leicht sich auf einmal alles auflöst. Das war jedenfalls meine Erfahrung.

Liebe Grüße und viel Erfolg

violina
 
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