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Angst vor meinem Vater - Was ist Wahr?

K

Karlii‘

Gast
Hallo ihr Lieben,
Zu Beginn möchte ich mich schon mal bei allen bedanken, die meine Frage lesen und mir helfen wollen.

Ich weiß dass ihr auf meine Frage nicht die 100% sichere Antwort habt, die ich gerne hätte. Ich hoffe jedoch dass ihr einfach eure ehrliche Meinung dazu abgebt.

Nun zu meinem Problem :
Seit Monaten bin ich nun in einem Konflikt mit mir selbst. Ein Konflikt in dem ich herausfinden möchte was wahr, und was nicht wahr ist.
Ich habe Angst vor meinem Vater. Ich habe Angst in seiner Nähe zu sein. Immer wenn ich ihn höre, möchte ich weinen, schreien und einfach nur weg von ihm. Ich verabscheue ihn.
Jeden Tag gibt es mindestens eine Situation in der ich mich so fühle ( ich bin 17 und wohne noch zu Hause). Ich habe das Gefühl, dass er mir etwas schlimmes angetan hat.
Nun ist es aber so, dass mein Vater mir nie etwas angetan hat. Er war ein guter Vater. Er hätte mir doch niemals etwas angetan.
Und genau an dieser Stelle findet der Konflikt statt. Ich kann diese Gefühle der Panik nicht ignorieren. Ich habe es versucht, doch immer wenn ich ihn sehe zieht sich alles in mir zusammen. Wieso habe ich diese Gefühle wenn doch nie etwas war? Bilde ich mir das alles ein? Was für eine schlimme Tochter bin ich denn, dass ich solche Gedanken über meinen Vater habe? Ich stelle mir so viele Fragen… Diese Gefühle können doch nicht aus dem nichts auftauchen… aber vielleicht bilde ich mir diese Gefühle auch nur ein…
Was ist eure Meinung dazu? Glaubt ihr meine Fantasie dreht durch? Doch wieso reagiert mein Körper so stark, wenn es doch nicht echt ist?
 

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Eva

Aktives Mitglied
Tut mir leid, aber diese Frage kann dir hier keiner beantworten. Wir können nur mutmaßen. Ich möchte das nicht, da ich dich nicht wirklich kenne.

Wenn es dich so beunruhigt, würde ich dir einen Hypnotiseur empfehlen. Aber die Frage ist, ob es einen wirklich Guten in deiner Nähe gibt. Außerdem muss man den aus eigener Tasche bezahlen.

Alles Gute!
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Hallo Karlii,

sehr schwierig. Ganz platt würde ich sagen, Du bist vielleicht Durch Dein Alter im Konflikt mit Dir selbst. Dein Vater wiederum könnte für Dich etwas ungewisses symbolisieren, etwas dass Dir momentan Angst macht. Kann schon sein, das das was mit Deiner Identität zu tun hat, bedingt durch die Pubertät. Da neigt man ja zur Ungewissheit über die eigene Zukunft. ggf. Herkunft und was weiß ich noch alles.

Was wäre denn für Dich angemessen? Die Angst aushalten oder ihr offen zu begegnen? = Mit dem Vater (und Mutter) drüber reden.

Nach meiner Lebenserfahrung, gibt es solche Phasen, die keinen Auslöser haben müssen.
Wenn Du kannst, sprich mit einer vertrauten Person darüber. Jemand der/die Dich gut kennt. Vertrauens-Lehrer*in bspw.

Alles Gute
abendtau
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Hallo nochmal, Karlii,

ich habe das gestern noch man nachgelesen. Ging mir auch nicht aus dem Kopf.

Es ist wirklich so, dass sich erst mit 15 Jahren die Sehnsucht entwickelt (Die Was wäre wenn Fragen).
Hier kann man das nachlesen

"[...]​

Die Sehnsucht ist ein unbestimmtes Gefühl, das jeder kennt und das die Wissenschaft bis heute kaum erklären kann, denn Sehnsucht ist ein komplexes und höchst individuelles Gefüh. Nach Ansicht von Alexandra Freund (Universität Zürich) stehen Sehnsüchte für etwas sehr Schönes, aber Unerreichtes. Deshalb können sie auch so wehtun, weil man das Objekt der Sehnsüchte eben nicht besitzt und meistens auch weiß, dass man es nur sehr schwer oder gar nicht erreichen kann. Das Gefühl der Sehnsucht ist immer bittersüß. Am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung begründete Paul Baltes gemeinsam mit Susanne Scheibe, Alexandra Freund und Dana Kotter-Grühn die Sehnsuchtsforschung, wobei sie mittels eines Fragebogens die Sehnsucht genauer kategorisieren konnten. Es zeigte sich, dass nur wenige der Untersuchten mit dem Konzept 'Sehnsucht' nichts anfangen konnten. Nur Kinder kennen dieses Gefühl noch nicht, denn offenbar fehlen ihnen die nötigen sozial-kognitiven Voraussetzungen dafür und sie sinnieren noch nicht über ihr Leben, haben noch nicht so viele Erfahrungen gemacht wie Erwachsene und frönen auch nicht dem "Was wäre wenn"-Denken. Erst 15-Jährige können Sehnsüchte benennen und sind so ein Aspekt des Erwachsenwerdens. Manche Menschen nutzen Sehnsüchte, um ein blockiertes Ziel mental zu verarbeiten oder ihrem Leben eine neue Richtung zu geben. Damit hat die Sehnsucht einen Einfluss auf das Leben. Es gibt Vermutungen, dass die Sehnsucht in der Evolution des Menschen entstanden ist, um ihn immer wieder nach neuen Wegen suchen zu lassen und ihn auf Veränderung drängt. Im Leben von klinisch Depressiven fehlen Sehnsüchte, denn Depressive führen ein Leben im Grau, aber Sehnsüchte glänzend und treiben Menschen an. Nach Paul Baltes hilft die Sehnsucht dabei, mit Unerreichbarem zu leben. Die Sehnsucht - ein unbestimmtes Gefühl (Stangl, 2021)."​
Quelle:​
Stangl, W. (2021). Die Entwicklung von Emotionen. [werner stangl]s arbeitsblätter.​

Alles Liebe
abendtau
 
G

Gelöscht 119712

Gast
So wie ich deinen Eingangspost verstehe, fragst du dich, ob dich dein Vater mißbraucht hat und du es vergessen/verdrängt hast.

Soweit ich weiß, ist es hochumstritten, ob solche „Erinnerungen“ wieder ins Bewußtsein gebracht werden können oder nicht … es gibt auch Fälle (wie häufig die sind, ist auch umstritten), bei denen gerade durch diese Suche falsche Erinnerungen erzeugt wurden … und auch die Menschen selbst streben immer nach einer komplett erklärbaren Identität, d.h. es gibt eine Tendenz Erinnerungen zu erfinden um bestimmte Dinge zu erklären …
 

Oshkosh

Aktives Mitglied
So wie ich deinen Eingangspost verstehe, fragst du dich, ob dich dein Vater mißbraucht hat und du es vergessen/verdrängt hast.

Soweit ich weiß, ist es hochumstritten, ob solche „Erinnerungen“ wieder ins Bewußtsein gebracht werden können oder nicht
Ich kenne eine Frau jenseits der 40, die glaubt seit kurzer Zeit, sich daran zu erinnern, dass ihr Vater sie missbraucht hatte, als sie zwei Jahre alt war. Ich halte das für kompletten Nonsens. Niemand erinnert sich an Dinge, die er erlebt hat, als er zwei war.
Von daher würde ich auch von einem Hypnotiseur abraten.
Es gibt durchaus die Möglichkeit, falsche Erinnerungen zu erzeugen. Ich verweise einmal mehr auf Renate Volbert.
 

Nichts123

Aktives Mitglied
Ich habe Angst vor meinem Vater. Ich habe Angst in seiner Nähe zu sein. Immer wenn ich ihn höre, möchte ich weinen, schreien und einfach nur weg von ihm. Ich verabscheue ihn.
Nun ist es aber so, dass mein Vater mir nie etwas angetan hat. Er war ein guter Vater. Er hätte mir doch niemals etwas angetan.
Väter können ja das Nötigste tun, was auch gut sein kann. Hilfe gegen Dritte, Wäsche waschen und Essen machen (wenn beispielsweise keine Mutter da ist), irgendwohin fahren. Aber manche bringen den direkten emotionalen Rückhalt irgendwie nicht zustande. Ein nettes Wort hier, ein nettes Wort da. Fragen wie es einem geht. Vielleicht mal in den Armen nehmen usw.. usw. Kann völlig fehlen. Vielleicht kommt ja davon dein Gefühl? Kann man nie wissen.
 
Zuletzt bearbeitet:

GrayBear

Aktives Mitglied
Unser Verstand ist eine seltsame Sache: mal unglaublich präzise, mal kreativ und völlig unzuverlässig. Frag mal einen Kriminalisten, was von Zeugenaussagen zu halten ist. Unsere Erinnerungen sind nicht statisch, so sehr wir uns das auch manchmal wünschen mögen. Ich möchte nicht Deine Gefühle oder Deine Erinnerungen in Zweifel ziehen. Aber Du bevor Du Ereignisse los trittst, die andere furchtbar schädigen können, solltest Du Dir sehr, sehr sicher sein. Verzeih mir, wenn ich das anbringe, aber im Laufe des Lebens erleben die allermeisten Menschen paranoide Episoden, die dann wieder verschwinden und deren Ursache nicht eindeutig geklärt werden können. Etwas sicher zu wissen, bedeutet noch lange nicht, dass es auch so stattgefunden hat. Aber klar: sich nicht sicher zu sein, bedeutet auch nicht, dass es NICHT stattgefunden hat. Vielleicht wirst Du es nie ganz herausfinden, aber Deinen Vater könnte allein schon der Verdacht zerstören.

Ich kann Dir nur raten, damit sehr, sehr verantwortungsvoll umzugehen, natürlich auch Dir selbst gegenüber.

Ein Ansatz wäre für mich: wie kann er ein guter Vater gewesen sein, wenn Du ihn verabscheust? Wie passt das zusammen? Ein weiterer Ansatz wäre: was wir für unsere Wirklichkeit halten, ist unsere Wirklichkeit. Der eine freut sich über die Sonne und will raus, der andere fürchtet die UV-Strahlung und will das Altern seiner Haut vermeiden. Beide wohnen im selben Ort und werden sich wohl nie treffen. Es gibt nicht wenige Menschen, die eine überbordende Phantasie haben und Gefühle können sich sehr wohl im Körper manifestieren. Warum sagt man wohl, dass Wut einem auf den Magen schlägt, oder Angst einem die Kehle zu schnürt?

Kennst Du den Gruselfilm "Alien"? Dessen Schöpfer, ein Herr Giger aus der Schweiz, litt viele Jahre unter diesen entsetzlichen Alpträumen und hat sie versucht, durch Zeichnungen zu überwinden. Das woher und warum konnte er nie klären, aber er hat damit Millionen verdient.

Damit will ich nicht behaupten, dass Du nur phantasierst. Aber es gibt so vieles ...
 
Zuletzt bearbeitet:

dianabecker

Mitglied
Ich würde auch aufpassen, nicht das dir dann falsche Erinnerungen in den Kopf kommen oder Erinnerungen mit einander kombiniert werden, dann wird es ganz heikel und du weißt noch weniger, als vorher.
 

Knirsch

Aktives Mitglied
Von einem Hypnotiseur würde ich da auch abraten. Wenn man mit so einem Gedanken dort hingeht, wird schnell etwas konstruiert. Im Nachhinein bin ich schockiert, wie oft mir im Laufe meiner "Patientenkarriere" sexueller Missbrauch als Ursache aller Probleme vorgeschlagen wurde, obwohl ich körperliche Beschwerden hatte und lediglich, weil ich eine Frau bin, ohne irgendwelche Hinweise. Ich kenne auch Frauen, die bis heute davon überzeugt sind, dass irgendjemand ihnen was angetan haben soll, obwohl sie keinerlei aktive Erinnerung daran haben, nur weil eine Therapeutin oder ein Psychiater das mal in den Raum gestellt hatte.
Man muss da sehr aufpassen. Man hat manchmal irrationale Gefühle und WILL eine Erklärung.

Ich kenne solche Gefühle der spontanen Aggression gegen Eltern oder Familienmitglieder vor allem in der Pubertät. Da mir das auch mit meiner Mutter immer wieder passierte, nahm ich das jetzt nicht so Ernst. Ich erlebe auch andere, die ihre Eltern als wandelnde Stressoren empfinden. Das kann einfach nur normaler Teil des Erwachsenenlebens sein, kann aber auch harmlosere Gründe haben, wie dass man mal über ein bestimmtes Thema gestritten hat und das hochkommt oder dass man in bestimmten Situationen das Urteil der Eltern fürchtet oder sie einen einfach nerven, weil sie da sind und man ihnen eigentlich schon längst entwachsen ist. Oft gibt es auch Eltern, die sehr gute Eltern für Kinder waren, aber für Jugendliche eine Zumutung sind, ohne dass es von irgendwem so wahrgenommen wird, weil sie überfürsorglich oder sonst was sind. Nicht davon muss zutreffen. Ich will nur sagen: Es gibt viele Erklärungsmöglichkeiten. Vielleicht kannst du wirklich mal mit der Mutter oder dem Vater drüber reden, dass es dir so geht. Oft ist es dann schon besser.
 

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