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Angst vor Kündigungsgespräch in Kleinbetrieb

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Gast

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Guten Morgen zusammen,

ich habe ein "Problem" zu dem ich gerne einmal objektive Meinungen hören würde. Daher wende ich mich nun an Euch in der Hoffnung ein paar Antworten zu bekommen. Zum besseren Verständnis muss ich leider etwas ausholen, aber ich versuche mich so kurz zu fassen, wie möglich :).

Nachdem meiner Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Personaldienstleistungsunternehmen wurde ich als Sachbearbeiterin für Entgeltabrechnung unbefristet übernommen. Entgeltabrechnung ist überhaupt nicht mein Fall. Zu unkreativ, zu trocken, zu zahlenlastig, wenig Abwechslung. Aber es war erst einmal eine Möglichkeit Berufserfahrung zu sammeln und Geld zu verdienen. Im Sommer nach meiner Übernahme fing ich dann an das Abendgymnasium mit dem Ziel der Fachhochschulreife zu besuchen, um mir damit die Möglichkeit auf ein wirtschaftliches Studium zu eröffnen. Meine Kollegin mit der ich damals ein "Team" bilden sollte wollte leider ihre Kunden und die Aufgaben nicht teilen und versuchte mich mit allen Mitteln rauszuekeln. Nach 1,5 Jahre Mobbing hab ich dann die Reißleine gezogen und gekündigt. Da hatte ich noch keine neue Stelle. Jeder der schon mal mit Mobbing zu tun hat wird verstehen, dass es mir zu dem Zeitpunkt ziemlich egal war, weil ich einfach nur weg wollte. Natürlich hab ich mich zu der Zeit schon seit einem Jahr beworben, aber mit unter einem Jahr Berufserfahrung ist es so gut wie unmöglich eine neue Stelle zu bekommen, vor allem wenn man den Bereich (Sekretariat, Assistenz) wechseln möchte.

Auf jeden Fall, nachdem ich knapp 3 Monate arbeitslos war habe ich eine Stelle als Assistentin der GF in einer Gebäudereinigung bekommen. Nicht das gelbe vom Ei, aber immerhin die Tätigkeit, die ich gerne ausüben wollte und wieder Geld, dass in die Haushaltskasse floss. Aber glücklich bin ich hier von Anfang an nicht geworden. Die Firma hat insgesamt ca. 150 Mitarbeiter (Reinigungskräfte), aber ein sehr kleines Büro. In diesem arbeite ich allein mit dem Geschäftsführer und seiner Frau. Ich habe also keine Kollegen, arbeite den ganzen Tag für mich. Mit der arbeitsrechtlichen Gesetzeslage nehmen sie es überhaupt nicht genau, was für mich ein absolutes Unding ist. Zudem nehmen sie Mitarbeitern Krankmeldungen und Urlaubsanträge ziemlich krumm. Total krass...Als wollten die Mitarbeiter in nur eins auswischen, wenn sie einen Urlaubsantrag abgeben. Ganz ganz furchtbar. Oh und wehe ein Mitarbeiter kommt auf die Idee zu kündigen..Die nehmen das total persönlich und sind richtig sauer auf die Mitarbeiter. Sooo unprofessionell. Ach, ich könnte Euch da Geschichten erzählen..Also hab ich natürlich wieder angefangen mich weiter zu bewerben.

Da bin ich auf die Möglichkeit gestoßen ohne Abitur als "Beruflich Qualifizierte" zu studieren. Hab natürlich alles direkt in die Wege geleitet und bin jetzt im Bewerberpool für eine Uni und eine Hochschule für den Studiengang Wirtschaftswissenschaften oder Business Administration. In ca. 2 Wochen erhalte ich die Zu- oder Absage, aber meine Noten (setzen sich aus Berufsschulzeugnis und Prüfungszeugnis zusammen) sind sehr gut (1,7) und der NC liegt bei 2,5. Von daher denke ich eher, dass ich mit ner Zusage rechnen kann. Also gehts im Oktober los.

Nun heißt es für mich zum 30.09. kündigen. Meine Kündigungsfrist beträgt 4 Wochen. Ich möchte aber schon in 2 Wochen die Kündigung abgeben, damit die genug Zeit haben sich jmd. neuen zu suchen. Meine Vorgängerin in der Fa. war erst langzeitkrank und hat dann überraschend gekündigt. Meine Chefin, die nur ihrem Mann zuliebe in der Firma arbeitet (ausgeb. Tierarzthelferin) musste in der Zeit Vollzeit arbeiten und fand es ganz schlimm. Im August hab 2 Wochen Urlaub und muss mir jetzt schon anhören, was für ne Panik sie davor hat, wenn ich nicht da bin.

Das alles macht mir Vorstellung von dem nahenden Kündigungsgespräch nicht leichter. Ich hab echt Angst, dass die ausrasten, weil ich ja auch erst so kurz da bin. In einem normalen Unternehmen würde ich mir da weniger Sorgen machen. Die Arbeitswelt ist halt schnelllebig, aber hier -....Ich traue den sogar zu, dass die mich richtig anschreien und rausschmeißen oder keine Ahnung..

Wie würdet ihr die Kündigung angehen? Was sagen? Soll ich einfach sagen, dass ich studieren werde? Da haben die kein Verständnis für.. Ich meine, ich bin dann ja noch 8 Wochen hier, die irgendwie erträglich werden müssen. Ich hab keine Ahnung wie ich das jetzt angehen soll. Ist ein Thema was mich beinahe 24/7 beschäftigt. Vor allem nach der Erfahrung Mobbing habe ich da echt angst. Hat mich auf jeden Fall geprägt.

Ich danke Euch wirklich für jede Antwort und jeden Tipp!

Eure M.
 

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Kolya

Aktives Mitglied
Da haben die kein Verständnis für..
Halllo liebe M.,

Du hast ja noch keine Zusage zum Studium, oder? Warte erst mal die Zusage ab.

Ansonsten würde ich die Kündigung schriftl. vorbereiten und vorher um ein Gespräch mit dem Chef bitten. In diesem Gespräch würde ich sagen, daß Du das Arbeitsverhältnis zum .....2015 beenden möchtest.

WENN der AG nach den Gründen fragt, kannst Du immer noch sagen, daß Du durch Zufall über die Möglichkeit des Studiums ohne Abitur erfahren hast und diese Möglichkeit gerne in Anspruch nehmen möchtest.

Du kannst auch sagen, daß Du darüber nicht reden möchtest oder allg. halten.

Wenn die Ausrasten - lasse die ausrasten.

Viell. machen die Dich von der Qualifikation "plötzlich" nieder. Viell. auch nicht.

Du hast alles richtig gemacht und falls die Ausrasten, ist es nicht Dein Problem. Jeder Mensch hat das Recht auf seinen eigenen Weg.

Alles Gute fürs Studium

K.
 
G

Gast

Gast
Hallo Kolya,

erst einmal vielen Dank für deine Antwort.

Ja ich werde die Zusage wohl auch erst einmal abwarten. Bis zum 15.08. erhalte ich sie spätestens. Dann sind es ja immer noch 6 Wochen bis zu meinem Weggang.

Du hast vollkommen Recht. Eigtl. können die toben wie sie wollen, ich bin denen ja nix schuldig. Wäre zwar toll, wenn es nicht dazu kommen würde, aber ich glaube es wäre egal wie ichs formuliere, Kündigung ist Kündigung. Von daher werden sie auf jeden Fall sauer. Vom vernünftigen Standpunkt aus betrachtet bin ich ganz bei dir, aber bei der Umsetzung werde ich feige. Wünschte, es läge schon hinter mir. :p Mein Chef und seine Frau können schon sehr einschüchternd werden.

Hab auch schon überlegt, ob ich sozusagen die "Aussage verweigere", aber damit werde ich wohl nicht durchkommen. Werde wohl einfach das mit dem Studium sagen. Bin mir da auf jeden Fall sicher, dass die sich wie ein Lückenfüller fühlen werden und 0 Verständnis zeigen werden.

Aber hilft ja alles nix. Da muss ich durch.

Vielen Dank!

LG M.
 

Dinkelbaron

Aktives Mitglied
Kann ich verstehen und doch würde ich mir dahingehend keine Gedanken machen. Ich glaube eher das du Gewissensbisse hast weil dur das Gefühl hast jemanden im stich zu lassen und das brauchst du nun echt nicht. Sehe es wie ein Zahnarzt besuch. Es ist unangenehm und doch notwendig und wenn du es hinter dir hast fragst du dich evtl warum du dir selbst so einen Stress gemacht hast. Also , Augen zu und durch. Wenn mich mein Arbeitgeber darauf hin dumm kommen würde wäre ein Arztbesuch nahe liegend. Gehe hin sag es so wie es ist und gut.
 
G

Gast

Gast
Vor diesem Kündigungsgespräch hätte ich auch Angst, da es völlig unnötig ist.
Du hast noch nicht einmal einen Studienplatz, sorry.
Und du machst dich schon wieder vom Acker nach kurzer Zeit.
Liest sich so, als sei Arbeit nicht so dein Ding.
 
G

Gast

Gast
Also, dass es unvernünftig ist zu kündigen bevor ich die Zusage schwarz auf weiß habe, da stimmt ich Dir, "Gast" auf jeden Fall zu. Hatte dies nur in Betracht gezogen, um meinem Arbeitgeber 2 Wochen mehr Zeit für die Suche nach einer Nachfolgerin für mich zu geben.

Ansonsten kann ich nicht ganz nachvollziehen wie du aus meinem Text herauslesen konntest, dass arbeiten nicht mein Ding sei. Ich arbeite sogar sehr gerne, wenn mir meine Arbeit Spaß macht und ich wenigstens 1,2 nette Kollegen habe. Wenn ich nicht gerne arbeiten würde hätte ich meine Ausbildung nicht vorzeitig mit gutem Erfolg beenden können, wäre nicht gleich unbefristet übernommen worden und hätte es bestimmt nicht auf die Reihe bekommen Arbeit und Abendgymnasium (Mo-Fr, 17:30 Uhr - 22:00 Uhr) unter einen Hut zu bekommen ohne das eines von beidem darunter leiden musste. Aber ich bin erst 23 und noch nicht am Ende meines Weges angekommen. Allein mein Verdienst von gerade mal 2.000 € brutto aktuell ist schon Anreiz genug zu studieren um am Ende wenigstens die Chance auf höhere Gehälter zu haben. Und ich warte natürlich für meinen Arbeitgeber nicht noch ein Jahr, damit ich nicht nur so kurz in der Firma gearbeitet habe. Das ist doch auch Blödsinn, oder nicht?

Es freut mich sehr für dich, wenn du das Glück hattest gleich von Beginn an den richtigen Job, mit dem richtigen Gehalt und den richtigen Kollegen zu finden. Ich hab anscheinend nicht so ein gutes Händchen bisher bewiesen.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, lieber Gast,
das ist ja ganz prima, dass Du Dich weiterbilden möchtest. Ich wünsche Dir, dass Du eine Zusage für das Studium erhältst.

Und hinsichtlich der Kündigung - Du willst erst die Zusage abwarten (=ganz wichtig!) - sieh' das doch positiv.
Scheide im Guten aus - denn es besteht ggf. die Möglichkeit - dass Du in Ferien oder nebenbei - wenn es sinnvoll und möglich ist - dort etwas nebenbei verdienen kannst. Achte vor allem auch darauf, dass Du ein wirklich gutes Arbeitszeugnis erhältst.

Du hast ein schönes Ziel. Mach' Dein Ding. Und lass Dich nicht von Bedenkenträgern ausbremsen.

Alles Gute, Nordrheiner
 

janina73

Aktives Mitglied
Ich würde auf jeden Fall abwarten, bis Du die Zusage auf den Studienplatz hast und dann erst kündigen, ob der Arbeitgeber dann nun 2 Wochen mehr Zeit hat, eine neue MA zu suchen oder nicht.

Dann kannst die Kündigungsfrist einhalten, Deinen Resturlaub nehmen und Dich notfalls ( falls Dein Chef Dir wegen der Kündigung noch komisch kommt ) krankschreiben lassen. Du hast ja dort dann eh nichts mehr verloren und musst Dir eventuelle Schikanen nicht gefallen lassen.

Ich würde diesen Weg gehen, da er besser ist, als in kleineren Familienbetrieben oder Zeitarbeitsfirmen für wenig Geld zu arbeiten. Das Gespräch an sich kann so oder so verlaufen, rechtfertigen musst Du Dich ja nicht für Deine Kündigung....
Augen zu und durch:rolleyes:

Janina
 

Kolya

Aktives Mitglied
ist schon Anreiz genug zu studieren
Es ist IMMER gut, wenn man in jungen Jahren, wenn man dynamisch und gesund ist und hochmotiviert, zu studieren oder sich auf einem anderen Weg sich fortzubilden (z.B. Meister). Ich empfehle dies IMMER jungen Leuten. Studierte verdienen teilweise auch nur ein bißchen mehr, aber man hat schon bessere Konditionen.

Wenn Du die Möglichkeit hast und wirklich richtig motiviert bist, nutze die "jungen Jahren".

Meine Studienzeit war "the best ever" und ich war zutiefst - zutiefst im Herzen - dankbar, daß ich so intensiv und komprimiert lernen "durfte". Ich habe es als Geschenk erlebt. Ich dachte immer, im Berufsleben werde ich das nie wieder haben.

Alles Gute

Kolya

Nordrheiner hatte mal wieder einen tollen Vorschlag: Viell. hast Du wirklich dort die Möglichkeit in den Semesterferien zu jobben. Wer weiß, oft kommt es anders und oft auch besser als gedacht. ;)
 

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