Johannes12
Neues Mitglied
Hallo liebe Community,
der Text wird wohl etwas länger und ich danke jedem der sich die Zeit nimmt ihn zu lesen und mir vlt. bei meiner Situation helfen kann.
Ich bin 28 Jahre alt, männlich und wohne in einer WG. Ich habe Mathematik an der TU München studiert und promoviere seit einem Jahr bei VW. Habe dort einen 3 Jährigen sozialversicherungspflichtigen Vertrag und werde von einem Lehrstuhl betreut. Ich habe Praktika bei MAN und bei der Allianz während des Studiums gemacht und war ein halbes Jahr in Australien. Ich bin Stipendiat bei der Studienstiftung des deutschen Volkes und habe soviel Geld, dass ich ca. 1 Jahr ohne Einkommen überleben könnte. Soweit klingt alles ganz ok.
Mein Problem ist nur, dass ich die Promotion hasse. Ich wollte promovieren, um im Anschluss in die Lehre an die Uni oder die FH zu gehen. Allerdings ist es nun so, dass ich durch die Industriepromotion so in den wirtschaftlichen Alltag eingebunden bin, dass es mir schwer fällt zu arbeiten. Es kommen immer Fragen wie: "Wie kann man mit deiner Dissertation überhaupt Geld verdienen?", "Du solltest mal mehr liefern!", "Was genau machst du eigentlich den ganzen Tag? Du liest ja nur viel?", "Wir wollen deinen Algorithmus jetzt auch testen am Ende vom Jahr!". Kurz ich soll keine Forschung machen, sondern im Alltag mithelfen. Dazu kommt, dass mein betreuender Prof., den das Unternehmen gestellt hat Bauingenieur ist und mir eigentlich gar nicht weiterhelfen kann. Er will immer nur, dass ich "bunte Bildchen" mach die gut aussehen. Mathematisch und formeltechnisch kann er mir nicht helfen. Hinzukommt, dass ich persönlich nicht mit ihm zu Recht komme. Er ist stark extrovertiert und der Macher Typ. Ich eher ruhig und analytisch, aber dennoch sehr Ergebnisorientiert. Ich hab das mit meinem Betreuer bei VW besprochen und der meinte, es ist nicht gewünscht an etwas zu forschen, was nicht direkt messbar ist und einen Vorteil für VW bringt. Wenn ich damit ein Problem habe müsste ich halt an die Uni gehen.
Zudem kommt hinzu, dass das Klima in unserer Abteilung sehr schlecht ist (2 Umstrukturierungen / Chef und Teamwechsel in 6 Monaten) und dadruch eine hohe Fluktuation herrscht (ca 30% der Leute ist weg bzw geht in den nächsten Tagen. Darunter auch mein Betreuer. Er ist dann weg.). Ich will dort einfach nur weg, weil ich keinen Weg sehe dort erfolgreich meine Arbeit zu Ende zu schreiben. Allerdings ist hier das Problem. Ich hab einfach zu viel Angst davor das zu tun was nötig ist. Ich bin so verunsichert, ob eine Promotion nun das Richtige für mich ist und ob ich an der Uni wieder scheitere. Ich fühle mich wie gelähmt und habe oftmals Angstzustände, wo ich daran denke, dass ich Hartz 4 bekomme und nie einen Job haben werde. Meine Arbeitsmotivation- und Fähigkeit ist im Keller. Ich habe kaum noch Kraft iwas zu tun. Das führt im Moment dazu, dass ich gar nichts tue. Was natürlich die Lage nur verschlimmert!
Ich war kein Idiot ich hatte Pläne für danach. Plan B war an der Uni zu promovieren, wo es theoretischer ist und mehr auf tatsächliche neue Inhalte ankommt, weniger auf deren Wirtschaftlichkeit. Allerdings bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, ob ich das kann und ob mich da nochmal jemand nimmt, da ich schonmal gescheitert bin.
Mein Plan C war auf Mathematik und Informatik Lehramt umzusatteln. Ich will auf jeden Fall unterrichten, am liebsten an der Uni oder FH (doch dafür brauch ich den Dr.). Ich hab schon viel unterrichtet (Klassen bis 25 Schüler) und mehrere Übungsleiterkurse an der Uni.
Ich weiß nur einfach nicht was ich machen soll. Es sind zu viele Dinge auf einmal die mir durch den Kopf gehen. Mittlerweile bewerbe ich mich aus Panik auf irgendwelche "Data Scientist" Stellen oder Beamtenlaufbahnen die ein Studium voraussetzen. Oder ich überlege mir eine Ausbildung zu machen die sicher ist, wie Erzieher oÄ.
Eines weiß ich sicher, wenn ich nicht den Mut habe sehr bald eine Entscheidung zu treffen verspiele ich mir Chancen (Schlechtes Arbeitszeugnis). Des Weiteren bin ich schon für Mathematik Informatik Lehramt eingschrieben und die Zeit läuft gegen mich (maximale Studienzeit). Ich hab mittlerweile schon Angst zu gucken ob ich das noch schaffen kann. Ich habe mir auch schon Hilfe bei einem Coach geholt. Der meint ich sollte doch erstmal bei VW versuchen was zu ändern. Ich weiß aber nicht was. Ganz ehrlich. Ich wüsste nicht was die tun könnten. Außer vlt eine komplett andere Abteilung und einen unbefristeten Vertrag auch bei erfolgloser Promotion.
Ich war mal sehr engagiert ich merke nur, dass ich gerade extrem an meine Grenzen stoße und mir die Lebensenergie entfließt. Ich steuere direkt auf eine schwere Depression zu, wenn ich nicht schon drin bin. Ich traue mich nicht zu handeln aus Angst dem Neuen wieder nicht gewachsen zu sein. Ich bin ein sehr schlauer Mensch, ich kann gut erklären, bleibe auch unter Stress relativ ruhig habe aber das Problem, dass ich zur Perfektion neige und ziemlich sicher eine Angststörung entwickelt habe. Ich habe mittlerweile sogar Angst vor Anrufen, weil ich denke es ist mein Prof oder Chef.....
Hinzukommt dass ich keinen hab, dem ich soweit vertraue dies alles, was ich hier schreibe mitzuteilen. Daher nutze ich mal dieses Forum in der Hoffnung, dass es mir dadurch leichter fällt es meinen Freunden zu erzählen. Bis jetzt denken alle (bis auf meine Eltern und meine Geschwister), dass es mir super gefällt bei VW.
Ich bin total am verzweifeln und bekomme langsam Selbstmordgedanken. Ich weiß einfach nicht mehr weiter....... Wollte das einfach mal loswerden
der Text wird wohl etwas länger und ich danke jedem der sich die Zeit nimmt ihn zu lesen und mir vlt. bei meiner Situation helfen kann.
Ich bin 28 Jahre alt, männlich und wohne in einer WG. Ich habe Mathematik an der TU München studiert und promoviere seit einem Jahr bei VW. Habe dort einen 3 Jährigen sozialversicherungspflichtigen Vertrag und werde von einem Lehrstuhl betreut. Ich habe Praktika bei MAN und bei der Allianz während des Studiums gemacht und war ein halbes Jahr in Australien. Ich bin Stipendiat bei der Studienstiftung des deutschen Volkes und habe soviel Geld, dass ich ca. 1 Jahr ohne Einkommen überleben könnte. Soweit klingt alles ganz ok.
Mein Problem ist nur, dass ich die Promotion hasse. Ich wollte promovieren, um im Anschluss in die Lehre an die Uni oder die FH zu gehen. Allerdings ist es nun so, dass ich durch die Industriepromotion so in den wirtschaftlichen Alltag eingebunden bin, dass es mir schwer fällt zu arbeiten. Es kommen immer Fragen wie: "Wie kann man mit deiner Dissertation überhaupt Geld verdienen?", "Du solltest mal mehr liefern!", "Was genau machst du eigentlich den ganzen Tag? Du liest ja nur viel?", "Wir wollen deinen Algorithmus jetzt auch testen am Ende vom Jahr!". Kurz ich soll keine Forschung machen, sondern im Alltag mithelfen. Dazu kommt, dass mein betreuender Prof., den das Unternehmen gestellt hat Bauingenieur ist und mir eigentlich gar nicht weiterhelfen kann. Er will immer nur, dass ich "bunte Bildchen" mach die gut aussehen. Mathematisch und formeltechnisch kann er mir nicht helfen. Hinzukommt, dass ich persönlich nicht mit ihm zu Recht komme. Er ist stark extrovertiert und der Macher Typ. Ich eher ruhig und analytisch, aber dennoch sehr Ergebnisorientiert. Ich hab das mit meinem Betreuer bei VW besprochen und der meinte, es ist nicht gewünscht an etwas zu forschen, was nicht direkt messbar ist und einen Vorteil für VW bringt. Wenn ich damit ein Problem habe müsste ich halt an die Uni gehen.
Zudem kommt hinzu, dass das Klima in unserer Abteilung sehr schlecht ist (2 Umstrukturierungen / Chef und Teamwechsel in 6 Monaten) und dadruch eine hohe Fluktuation herrscht (ca 30% der Leute ist weg bzw geht in den nächsten Tagen. Darunter auch mein Betreuer. Er ist dann weg.). Ich will dort einfach nur weg, weil ich keinen Weg sehe dort erfolgreich meine Arbeit zu Ende zu schreiben. Allerdings ist hier das Problem. Ich hab einfach zu viel Angst davor das zu tun was nötig ist. Ich bin so verunsichert, ob eine Promotion nun das Richtige für mich ist und ob ich an der Uni wieder scheitere. Ich fühle mich wie gelähmt und habe oftmals Angstzustände, wo ich daran denke, dass ich Hartz 4 bekomme und nie einen Job haben werde. Meine Arbeitsmotivation- und Fähigkeit ist im Keller. Ich habe kaum noch Kraft iwas zu tun. Das führt im Moment dazu, dass ich gar nichts tue. Was natürlich die Lage nur verschlimmert!
Ich war kein Idiot ich hatte Pläne für danach. Plan B war an der Uni zu promovieren, wo es theoretischer ist und mehr auf tatsächliche neue Inhalte ankommt, weniger auf deren Wirtschaftlichkeit. Allerdings bin ich mir jetzt nicht mehr sicher, ob ich das kann und ob mich da nochmal jemand nimmt, da ich schonmal gescheitert bin.
Mein Plan C war auf Mathematik und Informatik Lehramt umzusatteln. Ich will auf jeden Fall unterrichten, am liebsten an der Uni oder FH (doch dafür brauch ich den Dr.). Ich hab schon viel unterrichtet (Klassen bis 25 Schüler) und mehrere Übungsleiterkurse an der Uni.
Ich weiß nur einfach nicht was ich machen soll. Es sind zu viele Dinge auf einmal die mir durch den Kopf gehen. Mittlerweile bewerbe ich mich aus Panik auf irgendwelche "Data Scientist" Stellen oder Beamtenlaufbahnen die ein Studium voraussetzen. Oder ich überlege mir eine Ausbildung zu machen die sicher ist, wie Erzieher oÄ.
Eines weiß ich sicher, wenn ich nicht den Mut habe sehr bald eine Entscheidung zu treffen verspiele ich mir Chancen (Schlechtes Arbeitszeugnis). Des Weiteren bin ich schon für Mathematik Informatik Lehramt eingschrieben und die Zeit läuft gegen mich (maximale Studienzeit). Ich hab mittlerweile schon Angst zu gucken ob ich das noch schaffen kann. Ich habe mir auch schon Hilfe bei einem Coach geholt. Der meint ich sollte doch erstmal bei VW versuchen was zu ändern. Ich weiß aber nicht was. Ganz ehrlich. Ich wüsste nicht was die tun könnten. Außer vlt eine komplett andere Abteilung und einen unbefristeten Vertrag auch bei erfolgloser Promotion.
Ich war mal sehr engagiert ich merke nur, dass ich gerade extrem an meine Grenzen stoße und mir die Lebensenergie entfließt. Ich steuere direkt auf eine schwere Depression zu, wenn ich nicht schon drin bin. Ich traue mich nicht zu handeln aus Angst dem Neuen wieder nicht gewachsen zu sein. Ich bin ein sehr schlauer Mensch, ich kann gut erklären, bleibe auch unter Stress relativ ruhig habe aber das Problem, dass ich zur Perfektion neige und ziemlich sicher eine Angststörung entwickelt habe. Ich habe mittlerweile sogar Angst vor Anrufen, weil ich denke es ist mein Prof oder Chef.....
Hinzukommt dass ich keinen hab, dem ich soweit vertraue dies alles, was ich hier schreibe mitzuteilen. Daher nutze ich mal dieses Forum in der Hoffnung, dass es mir dadurch leichter fällt es meinen Freunden zu erzählen. Bis jetzt denken alle (bis auf meine Eltern und meine Geschwister), dass es mir super gefällt bei VW.
Ich bin total am verzweifeln und bekomme langsam Selbstmordgedanken. Ich weiß einfach nicht mehr weiter....... Wollte das einfach mal loswerden