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Angst vor der Konsistenz beim essen

Ginarabea23

Neues Mitglied
Hallo mein name ist gina und ich bin 23 jahre alt.

Ich habe in meinem ganz jungen alter alles gegessen.

Und dann von jetzt auf gleich fing es dann das ich nur noch nudeln gegessen habe und Pommes und reis. Gewisse sossen natürlich auch.
Jetzt mit 23 jähren ist es immer noch der Fall das ich jeden tag nur Nudeln mit Tomaten soße esse und Pommes und ebenfalls reis.

Jedesmal wenn ich versuche in ein Apfel zu beissen oder in was anderes geht das 2 Sekunden gut und dann muss ich anfangen zu würgen. Es ist nicht weil es mir nicht schmeckt sondern weil die Konsistenz für mich ekelhaft ist .
Ich selber habe super blutwerte und keine Mangelerscheinungen.

Ich wurde seit dem ich 2 bin von meinem Stiefvater geschlagen bis ich 16 jähre alt war dann hat sich mein Onkel umgebracht und er war für mich mein ein und alles.

Dazu kam das ich einen selbstmord versuch hatte und borderline.

Ich bin jetzt seit 3 jähren verheiratet und dankbar meinen mann an meiner Seite zu haben.
Jedoch will ich einfach wie jeder normale mensch essen können, einfach in ein Restaurant ohne drüber nach zu denken ob die nudeln haben...

Ich bin schon seit 1 jahr auf der suche nach einer Therapie um meine Vergangenheit zu verarbeiten denn es begleitet mich bis heute noch.

Doch meine frage hatte jemand sowas auch und wie bekommt man das endlich in den griff ?

Sorry für den langen text und danke für eure Antworten

Liebe grüße Gina
 
Ungewöhnliches Problem.

Es gibt aber Ess-Coaches. Normalerweise behandeln die Fettsucht und Magersucht, aber für dich gibt es da bestimmt auch den richtigen Therapeuten. Da wäre dann wahrscheinlich begleitend zu einer zweiten Gesprächstherapie...
 
Hallo G.,

ich verstehe, dass du viele Probleme hast mit deinen Gefühlen, deiner Psyche und deinem Lebensgefühl. So sehe ich dein Essverhalten als eine Symptomatik aus all dem negativen Chaos in deinem Inneren. Und dabei möchte ich Annehmen, dass ich das Innere prinzipiell und auch sehr gerne als ein Chaos ansehe. Es ist mir sympathisch es als Chaos zu bezeichnen. Nur damit du nicht auf den Gedanken kommst Ordnung hinein bringen zu wollen. Wirklich niemand kann die innere Welt in eine Ordnung bringen.
Ich selber habe auch sehr viele Probleme und habe auch schon viele hinter mir lassen dürfen. Was ich damit sagen möchte, dass ich ein wenig von den Symptomen weiß, die ein Mensch haben kann. Und ich habe bei meinen Problemen feststellen dürfen, dass sie auf der einen Seite das Problem aufgezeigt haben, aber auf der anderen Seite habe ich sehr oft feststellen dürfen, dass ein Symptom auch gleichzeitig eine Chance ist. An dem man sich und seine Gefühle erkennen kann und darauf eingehen kann.
So wie bei dir mit der Konsistenz von essen.
Klar ist, dass deine Gefühle dir ganz zielsicher zeigen, was du nicht abhaben kannst. So wie die Sache mit dem Apfel. Und das ist auch völlig ok so. Ich habe in meinem Leben auch viele Dinge nicht abhaben können. Nicht so schlimm wie bei dir. Aber im Laufe der Jahre habe ich feststellen dürfen, dass mich manche Dinge nicht mehr stören, die für mich früher unertragbar waren.
Du solltest verstehen, dass dein Inneres dir sagen möchte, dass Äpfel für dich etwas Negatives sind. Du magst die Konsistenz für Äpfel nicht. Und bestimmt gibt es bei deinem Chaos noch mehr Dinge, die du nicht mögen kannst. Aber ich rede ja auch von einer Chance und was du aus dem Apfelbeispiel lesen kannst ist, dass dir dein Inneres zu dir spricht. Es sagt zu dir, dass es Äpfel nicht mag. Und ich sehe darin eben die Sicherheit, dass du dein Inneres sehr gut verstehst. Auch wenn es dir sagt, was du nicht magst. Und es gibt dir gleichzeitig die Sicherheit, dass du zum Beispiel Nudeln immer essen können wirst. Und so kannst du dich darauf verlassen, dass du wohl auf jeder Speisekarte etwas finden wirst, was du auf jeden Fall essen kannst.
Und das finde ich sehr schön. Du hast so viele Konflikte im Inneren bei deinen Problemen und dennoch teilt dir deine innere Seite mit was es mag und was es nicht mag. Auch wenn es psychisch bedingt ist.
Und so kannst du mit deiner inneren Seite in Kontakt, in Kommunikation, in Wahrnehmung treten. Du bist bestimmt vorsichtig bei dieser Sache. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies mit ein Grund ist, weshalb du dein Inneres verstehst. Nutze deine Sensibilität und beachte bei der Suche auf der Speisekarte darauf, dass es dir beim Essen auf die Konsistenz ankommt. Versuch dir vorzustellen, welche Konsistenz dir gut tun könnte und welches Essen in deinem Mund unbehagen auslösen könnte!
So kannst du auf dich eingehen und dich dabei beobachten, ob du fortschritte machst mit dir und deiner inneren Wahrnehmung. Dabei könnte dir klar werden, dass Essen etwas grundlegend Existenzielles ist und du so auf dein natürliches inneres Verständnis eingehst. Deine Seele muss bestimmt sehr viele schwierige Erfahrungen verarbeiten. Und das merkst du. Aber deine Seele ist auch ganz eng mit deiner menschlichen Natur verwoben und versteht diese biologischen inneren Prozesse genauso, wie dein Empfinden im Mund.
Was ich dir sagen möchte ist, dass du darin eine ganz große Chance auf deinem Krankheitsweg finden kannst und so eine Orientierung für dich im Leben gewinnen könntest.
Wäre schön, wenn du von diesem Prozess erzählen würdest. Mich würde es sehr interessieren, wie dein Umgang damit ist und womit du dich außeinandersetzen musst/darfst. Je nach dem, ob du gute oder schlechte Erfahrungen machst.
Sehe aber eine Chance darin und versuche einen Weg dich im Erforschen der Konsistenz von Nahrungsmittel zu finden.
Ich wünsche dir dabei alles Gute und hoffe, dass dein Empfinden und du einen Weg finden.
lg t
 
Schwierig. Ich bin absoluter Laie, würde aber mal behaupten, dass dir nur eine Konfrontationstherapie helfen kann.
Die setzt man besonders bei Phobien und Zwangsstörungen ein. Evt begleitet durch eine Verhaltenstherapie.

Wenn du sagst, die Konsistenz von Nudeln mit Sosse und Pommes sind okay, dann hast du da ja schonmal etwas Spielraum! Denn diese drei Dinge haben ja sehr unterschiedliche Konsistenzen. Du kannst also dein Essen so zubereiten, dass die Konsistenz vom anderen erreicht wird; Gemüse ganz weich kochen, zum Beispiel.
 
Hi Gina.
Ich hatte in anderen Sachen Erfolg damit, dass ich einen Zustand hinterfragt habe - wie Du auch.
Das Denken bei einem Apfel zB kann bedeuten, dass man meint, es wird einem schlecht gehen.
Entsprechend reagiert man darauf: das Ereignis tritt ein.
In meiner Sache war mir damals klar, dass das Ereignis eintreten wird... würde...oder doch nicht, daher habe ich mich dafür entschieden, das Ereignis in Kauf zu nehmen und zu prüfen, wie es sich auswirkt.
Bezogen auf den Apfel könntest Du überlegen, ob du danach würgen möchtest.
Tritt es ein, so würdest Du prüfen, wie viel Du würgen musst. Also nicht vorher aufgeben sondern durchziehen. Danach würdest Du prüfen was passiert, wenn Du das zweite mal hinein beisst, also ob Du zwei mal intensiv würgen musst, oder ob nach dem ersten mal klar wurde, dass Du es doch beherrschen kannst.
Wenn das so ist, wird der Reflex sich eher abschwächen als verstärken, da Gewöhnung eintritt. Und der Gedanke sich ergibt: es war nicht so wie ich es mir vorgestellt habe.

Damit hättest Du zumindest einen minimalen Versuch einer Eigentherapie absolviert.
Es soll aber nicht so ausgehen, dass Du schon würgen musst, wenn Du nur Äpfel im Supermarkt siehst.
 
Hallo,
das nennt sich "Selektive Essstörung". Eventuell solltest du eine Therapie machen. In Amerika gab es die verrücktesten Fälle! Eine Frau konnte sich nur von Chicken Nuggets ernähren, eine andere wiederum (angeblich) nur von Pfefferminzbonbons.

Da bist du mit deinen Nudelgerichten vergleichsweise noch "gut dran"! Eventuell kannst du schaffen, da alleine wieder rauszukommen.

Von Nudeln mit Sauce ist es nur ein kleiner Schritt zu Ravioli. Von Ravioli ist es nicht mehr weit bis zur Lasagne. Eine Lasagne ist nicht weit entfernt zum Auflauf... etc.

Du bist damit nicht alleine! Hier ein interessantes Interview! Die Frau hat nahezu dieselben Probleme, die du hier ebenfalls schilderst. Auch hier ist es die Angst von der Konsistenz und Ablehnung von Obst und Gemüse!
Liebe Grüße,
SFX
 
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