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Angst vor dem Leben

Bergluft

Neues Mitglied
Ich verbringe den ganzen Tag Zuhause, weil ich Angst vor dem Leben habe. Ich habe schon öfters versucht, mehr rauszugehen. Aber ich habe immer gleich direkt die Quittung bekommen.

Ich hab Angst vor Hunden. Da kam mal ein Hund auf mich zugelaufen und der Besitzer sagte er tut nichts. Ich habe mich dann getraut ihn zu streicheln, er biss mich.
Ich dachte, ich besuche mal ein Konzert. Seitdem habe ich Hörprobleme und Tinnitus.
Ich flog in den Urlaub, und jemand kippte einen Eimer über mich aus.

Mittlerweile trau ich mich gar nicht mehr mich zu überwinden. Ich bekomme immer direkt die Quittung.
Das Leben draußen ist gefährlich.
Wie kommen andere damit klar?
 
Die beißt der Hund auch, da landet meist ein ganzer Kübel ....also der ausgekippte Inhalt drüber, die haben auch " Tinnitus ", wenn sie mal raus auf ein Konzert gehen, sind die ja gewöhnt dran, aber die schreiben keinen Forenbeitrag und machen damit weiter , denke ich.
 
Ich glaube, dein Problem ist gar nicht, dass du schwach bist oder dich absichtlich zurückziehst.
Sondern dass dein Kopf inzwischen gelernt hat, dass etwas Schlechtes passiert, sobald du rausgehst.
Und weil du mehrere unangenehme oder belastende Erfahrungen gemacht hast, hat sich genau so ein Muster festsetzen. Also wirkt deine Wohnung wie der einzig sichere Ort.
Das Schwierige ist nur, je länger du dich zurückziehst, desto gefährlicher wirkt draußen alles.
Ja, natürlich kann draußen etwas passieren. Das Leben ist nicht komplett kontrollierbar.
Hunde können beißen. Menschen können rücksichtslos sein. Konzerte können zu laut sein.
Andere Menschen kommen oft deshalb besser damit klar, weil sie negative Erlebnisse eher als blöde Einzelfälle abspeichern und nicht als Beweis dafür, dass die ganze Welt unsicher ist.
Und ich glaube, genau da steckt bei dir der Knackpunkt.
Versuche es langsam und behutsam anzugehen, z.B. ein kurzer Spaziergang, ein ruhiger Ort, vielleicht mit Kopfhörern oder Gehörschutz, bewusst Situationen wählen, die sich sicher anfühlen.
Versuche dir klar zu machen, dass nicht jede schlechte Erfahrung eine Quittung dafür ist, dass du dich überhaupt rausgewagt hast.
Ich denke, dass du darüber schreibst, zeigt, dass ein Teil von dir wieder leben möchte nur eben ohne ständig Angst vor dem nächsten Schlag zu haben.
 
Besitzer sagte er tut nichts
Das heißt nicht, dass du den Hund streicheln darfst. Es bedeutet, dass der Hund nichts tut, wenn du auch nichts tust. (Ich nehme an, der Besitzer hat nicht gesagt: „Und du darfst es streicheln.“) Aber solche Dinge kommen mit der Übung – es wäre schade, wenn du dich wegen solcher Dinge zurückziehen würdest. Ja, das Leben ist manchmal gefährlich, aber es ist auch erfüllend.
 
Wie kommen andere damit klar?

Fragst du, wie andere damit klar kommen, das Haus nicht zu verlassen?

Ich kenne einige, die so gut wie nie Rumstreunen. Muss man, wenn man nicht will oder nicht kann..??
Die meisten Bauern um mich herum haben es so, so hatte man es doch früher auch sehr oft, da war das normal, also ein Ausnahmefall bist du sicher nicht.

Wieso nennst du dich eigentlich Bergluft? Fürchtest du dich auch, wenn du alleine auf (Berg)Wanderungen gehst, oder traust du dich auch nicht einkaufen gehen?
 
Es gibt diesen Spruch: wenn dich etwas stört, dann lerne damit leben, oder ändere es, oder verlasse es.

Stört es dich, ein Stubenhocker zu sein? Willst du es ändern? Möchtest du mehr machen, falls du könntest?
Bei mir ist es so, dass ich sehr, sehr gern daheim bin, es ist ein Hochgenuss, was da ist- wunderbare Umgebung, idyllischer Garten, also ich brauch nicht weggehen, um es schön zu haben.
Ich kanns aber, Weggehen und wo anders sein, das klappt gut, kurz, aber lang mag ich das nicht- da fehlt mir dann mein Daheim, das mir mehr bietet, als es irgendwo sonst gibt.
 

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