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Angst: mein 18jähriger Sohn

T

Truth

Gast
Man tut das gut, Diva. Nüchtern, realistisch, selbstkritisch! Danke!
Bei einem Punkt hab ich noch gemischte Gefühle, uzw. wie du das meinst, mit Vertändnis und Toleranz ganz zum Schluss. Es kommt schon darauf an, für was du Verständnis und Toleranz hast, glaub ich zumindest. Verständnis und Toleranz für die aktuellen Bedürfnisse eines Menschen können enorm weiterhelfen. Erkennen, was das Bedürfnis ist, ist das schwierige, weil wir uns niemals ganz in die Lage versetzen können, auch wenn wir das manchmal glauben.

LG Truth
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
@ Malu: Sorry, dass wir hier kurz mal eine Fachdiskussion einschieben ...

@ Diva: Die Sichtweise kann man auch ohne eine Familientherapie ändern. Zum Beispiel dadurch, dass man einen Erwachsenen auch so behandelt und nicht die alte Eltern-Kind-Geschichte länger aufrecht erhält, nachdem eine Seite (der Sohn) das nicht mehr akzeptiert.

Du schreibst, der Sohn "hätte Probleme" - ich glaube, hier sind wir beide Profis genug um zu wissen, dass ein Problem erst dann lösbar wird, wenn der Probleminhaber es als solches anerkennt. Indem ihm die Mutter diese Aufgabe dauerhaft abnimmt, braucht er sich nicht darum zu kümmern. Wenn diese "Stelle" wieder frei ist, wird er recht schnell merken, dass er jetzt ein Problem hat - z.B. wenn er kein Geld mehr auf dem Konto hat oder er krank wird. Ich kenne Fälle, da hat ein Besuch beim Arzt und ein ernstes Wort desselben mehr bewirkt als die ganzen "Predigten" der Eltern.

Trotzdem kann ich deine Sichtweise als eine von vielen Möglichkeiten respektieren - letztlich wird das helfen, das den berühmten Unterschied macht ...
 
T

Truth

Gast
@ Malu: Sorry, dass wir hier kurz mal eine Fachdiskussion einschieben ...

@ Diva: Die Sichtweise kann man auch ohne eine Familientherapie ändern. Zum Beispiel dadurch, dass man einen Erwachsenen auch so behandelt und nicht die alte Eltern-Kind-Geschichte länger aufrecht erhält, nachdem eine Seite (der Sohn) das nicht mehr akzeptiert.

Du schreibst, der Sohn "hätte Probleme" - ich glaube, hier sind wir beide Profis genug um zu wissen, dass ein Problem erst dann lösbar wird, wenn der Probleminhaber es als solches anerkennt. Indem ihm die Mutter diese Aufgabe dauerhaft abnimmt, braucht er sich nicht darum zu kümmern. Wenn diese "Stelle" wieder frei ist, wird er recht schnell merken, dass er jetzt ein Problem hat - z.B. wenn er kein Geld mehr auf dem Konto hat oder er krank wird. Ich kenne Fälle, da hat ein Besuch beim Arzt und ein ernstes Wort desselben mehr bewirkt als die ganzen "Predigten" der Eltern.

Trotzdem kann ich deine Sichtweise als eine von vielen Möglichkeiten respektieren - letztlich wird das helfen, das den berühmten Unterschied macht ...
Werner, ich glaube du tappst gerade in die Falle des Denkers! :)Manchmal sollten wir gar nichts tun!!!! Manchmal sollten wir nur LIEBEN.

LG Truth
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Werner, ich glaube du tappst gerade in die Falle des Denkers! :)Manchmal sollten wir gar nichts tun!!!! Manchmal sollten wir nur LIEBEN.
@ Sorry, Malu - immer noch die Fachdiskussion ;)

@ Liebe Truth,
danke für den Hinweis - aber in so einer Situation wie Malu und ihr Sohn es sind, ist alles ein "Tun", auch das Nichtstun. Und "lieben" allein gibt es leider hier nicht; das setze ich stillschweigend voraus, dass sie ihn über alles liebt und - wie geschrieben - alles tun würde. Die Frage ist für mich, ob man auch mal etwas tun kann, was paradox wirkt und unpassend. Die Problemlösungsforschung zeigt, dass genau diese unerwarteten Reaktionen oft den Unterschied herbeiführen, der letztlich das Ding löst.

Stell dir mal vor, die Mutter und der Vater, vielleicht noch mit den Großeltern kommen überraschend ins Zimmer des jungen Erwachsenen - jeder legt ihm 500 Euro auf den PC-Tisch und sagt: Wir sehen dass du ein Problem hast, das du im Moment nicht siehst. Wir können nichts mehr für dich tun, solange du nicht willst. Wir respektieren, dass du dich zugrunde richten willst - aber gönne dir noch etwas Schönes auf deine letzten Tage - das ist unser Geburtstagsgeld für die nächsten drei Jahre für dich ... glaubst du nicht auch, dass er dann anfängt, sich so seine Gedanken zu machen?
 

polgara

Aktives Mitglied
Hallo,

wenn es ganz schlimm wird und ihr befürchtet, dass er sich zu Grunde richtet, könnt ihr auch mal nachfragen beim Hausarzt, ob er in die Psychatrie als Notfall eingewiesen werden kann. Könnte ihn wachrütteln...

Hast du die Möglichkeit ihm Mineralstoffe und Vitamine ins Essen zu schmuggeln? Ich meine das ganz im Ernst.

Ansonsten kann ich dir aus eigener Erfahrung und Beratungserfahrung sagen, dass du meist sehr machtlos bist und aushalten musst.

Was er nicht von selbst machen will, wird er nicht tun. Und da kannst du dich auf den Kopf stellen...
Gibt es jemanden aus der Verwandtschaft oder Bekannschaft, der normal mit ihm umgehen kann? Auf den er sich immer wieder einlassen kann. Jemand der nur ganz niederschwellige Dinge fordert? Einen Schrank zusammen bauen, mal den Rasen mähen? Als Hilfestellung für deinen Sohn um wieder etwas Normalität zu erfahren.

Er ist mit 18 immer noch pubertierend und der Gehirnumbau ist so mächtig, dass du meinst einen anderen Menschen vor dir zu haben.
Setzt ihm trotzdem ganz klare Grenzen zuhause, was eure Bereiche und die finanzielle Versorgung anbelangt.

Viel Kraft und gute Nerven wünsche ich dir und deinem Mann, denn ihr solltet euch gerade jetzt gegenseitig stützen und die Sorge um euren Sohn sollte nicht euren Alltag beherrschen.

Gruß
 
T

Truth

Gast
@ Sorry, Malu - immer noch die Fachdiskussion ;)

Diese Fachdiskussion, kann dir vielleicht sogar helfen Malu :), deshalb also kein sorry von mir;)

@ Liebe Truth,
danke für den Hinweis - aber in so einer Situation wie Malu und ihr Sohn es sind, ist alles ein "Tun", auch das Nichtstun. Und "lieben" allein gibt es leider hier nicht; das setze ich stillschweigend voraus, dass sie ihn über alles liebt

Genau hier liegt dein DENKFEHLER! Denn vielleicht hat ihn ihre Art zu Lieben ihn genau in diese Situation gebracht. Ich hab das vorhin sehr pauschal gesagt, dass man manchmal nur lieben sollte. ABer was bedeutet das denn? Nichts sagen, keine Ratschläge geben, sich nicht besser fühlen, klüger, erfahrener... und weiß der Fuchs noch alles. Aus seinen eigenen Mustern treten und den anderen einfach nur in den Arm nehmen. Manchmal liegt es an der eigenen Unfähigkeit, seiner Liebe Ausdruck zu geben, eben weil man sich viel zu viel Gedanken macht. Was ein liebevolles in den Arm nehmen manchmal bewirken kann, können die besten erlernten Dinge nicht wett machen. Bitte beachten: Ich spreche von MUTTERLIEBE!

und - wie geschrieben - alles tun würde. Die Frage ist für mich, ob man auch mal etwas tun kann, was paradox wirkt und unpassend. Die Problemlösungsforschung zeigt, dass genau diese unerwarteten Reaktionen oft den Unterschied herbeiführen, der letztlich das Ding löst.

Liebe kann durch keine paradoxe Handlung ersetzt werden. Keine Mutterliebe!

Stell dir mal vor, die Mutter und der Vater, vielleicht noch mit den Großeltern kommen überraschend ins Zimmer des jungen Erwachsenen - jeder legt ihm 500 Euro auf den PC-Tisch und sagt: Wir sehen dass du ein Problem hast, das du im Moment nicht siehst. Wir können nichts mehr für dich tun, solange du nicht willst. Wir respektieren, dass du dich zugrunde richten willst - aber gönne dir noch etwas Schönes auf deine letzten Tage - das ist unser Geburtstagsgeld für die nächsten drei Jahre für dich ... glaubst du nicht auch, dass er dann anfängt, sich so seine Gedanken zu machen?

Vielleicht wurde schon zuviel einfach mit Geld oder anderen Dingen wett gemacht?
Es geht hier bestimmt darum, irgendwelche Muster zu durchbrechen. Aber welche Muster?

LG Truth
 
T

Truth

Gast
Ich meine damit, dass durch Verständnis und Toleranz destruktive Verhaltensmuster sich nicht verändern - müssen. Sie werden dadurch noch bestärkt und ich sehe sein Verhalten nicht als konstruktiv lebensbejahend an. Meines Erachtens hat er massive Störungen, die ihn am Leben hindern. Toleriert man das nun, setzt dem nichts entgegen - warum sollte er sich dann verändern?

und wie schon gesagt, ich denke immer, dass solche Störungen einen Sinn haben, eine Absicht, die man als Eltern nur sehr schwer erkennen kann, aber sie drücken etwas aus, dass etwas nicht stimmt. Das kann in seiner Persönlichkeit liegen.

Verständnis und Toleranz hindern daran, genauer hinzusehen und das müsste hier gemacht werden. Denn wie soll es denn weitergehen, wenn man ihn toleriert? sitzt er mit 25 noch bei seinem Fußballforum, ist er dann auf 50 kg abgemagert?
Welche Lebensperspektiven hat er?
Korrekt. Es gibt einen Punkt, der für mich entscheidend war zu erkennen. Als "gesund" funktionierendes Mitglied der Familie erkenne ich das Problem des Sprösslings GLOBAL und weiß für mich genau, wo der Hund begraben ist. Auf jeden Fall glaube ich es zu wissen. Also verhalte ich mich meinem Wissen und Glauben entsprechend. Anstatt dann über dein eigenen Schatten zu springen, möchten wir, dass das Kind über den Schatten springt. Das geht aber manchmal nicht, weil der Schatten einfach zu groß ist. Was ihn überwindbar macht, ist dann einfach die bedingungslose Präsenz und das Wissen, dass wir nichts ausrichten können, sondern die direkte Hilfe auf jeden Fall von Außen kommen sollte.

LG Truth
 
V

venia

Gast
Ob die "fachlichen" Aussagen im Moment hilfreich sind...

Spezialiesieren wir uns doch mal auf das erste... WIE FINDE ICH ZUGANG ZUM JUNGEN?!

Ohne sein Zutun wird das alles nix...
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Ohne sein Zutun wird das alles nix...
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Vielleicht sollten wir unterscheiden zwischen

a) dem Problem der Mutter, also von Malu
b) dem Problem des Sohnes

Da hier nur Malu schreibt, können die Tipps nur an sie gehen und an ihr Problem. Es wäre mal interessant zu hören, was der junge Mann selbst über seine Situation sagt.

Deshalb wäre eine weitere Option, ihn zu fragen, was denn sein Ziel sei und dann zu schauen, ob man ihn dabei unterstützen kann, es zu erreichen?
 

polgara

Aktives Mitglied
Was ihn überwindbar macht, ist dann einfach die bedingungslose Präsenz und das Wissen, dass wir nichts ausrichten können, sondern die direkte Hilfe auf jeden Fall von Außen kommen sollte.

LG Truth

Das stimmt schon, aber es nützt nichts, wenn er nicht will oder mitmacht.

Ich hatte auch schon daran gedacht, dass ihr als Eltern zum Jugendamt geht und eine sozialpädagogische Hilfe für ihn beantragt. Wobei auch da ein Mindestmaß an Kooperation von ihm vorausgesetzt wird. @ Diva: Geht das bei 18jährigen auch noch?
Es könnte auch schon helfen, wenn das Hilfeplangespräch bei euch zuhause statt findet.

Diese Sozialarbeiter arbeiten mit Jugendlichen in verschiedensten Problemlagen - unter anderem Schulverweigerer. Das sind oft auch Männer, die besser an männliche Jugendliche ran kommen. Ich erlebe diese Menschen als extrem geduldig und sehr besonnen im Umgang und mit sehr niederschwelligen Angeboten. Er wäre vor allem auch ein Ansprechpartner für euren Sohn, mit dem er anders sprechen könnte als mit euch. Jemand, der auf seiner Seite steht.
 

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