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Andere Menschen meinen über mich bestimmen zu können

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Ich arbeite einige Stunden und studiere nebenher. Ich bin aber schon 28.
Gestern sprach die Bekannte meiner Mutter meine Mutter darauf an, ob ich denn überhaupt schon eine längere Beziehung gehabt hätte. Als ich das erfuhr, war ich geschockt.
Was geht diese Frau mein Leben an? Für mich kommt eine Partnerschaft nicht in Frage. Ich bin eher asexuell. Ich habe weder Interesse an Männern noch an Frauen. Ich möchte gar keine Partnerschaft.
Einige Menschen scheinen sich aber gern in die Leben Anderer hinein zu hängen.
Nun fing meine Mutter auch noch an "Willst du denn nicht mal? Was wäre denn?"
Ich bin fast an die Decke gegangen.

Danach wurde das nächste Reizthema angesprochen. Wann ich denn Vollzeit arbeiten würde.
1. Arbeite ich bereits nebenher und 2. Ist das auch meine Sache.
Ich bin schockiert wie eine fremde Frau meint über mein Leben zu entscheiden?

Rein zufällig hatte ich am gleichen Tag einen Arzttermin. Der Arzt fragte mich, was ich denn beruflich mache.
Ich sagte, ich studiere und arbeite nebenher.

Daraufhin kam: "Na, dann wird es aber langsam Zeit."

Hallo? Definiert sich denn jeder Mensch heutzutage nur über seine Arbeit und den Beziehungsstatus?
Habt ihr eine Antwort auf Lager, die gut passt und sitzt, wenn andere Menschen meinen, sich in mein Leben einmischen zu müssen?
 
Ich finde du solltest dich nicht so sehr darüber aufregen. Du hast recht, es ist dein Leben und es ist deine Entscheidung, was du mit anfängst. Sollte man dich jedoch nur nach einer Beziehung fragen, so ist es nichts schlimmes und du musst dich nicht aufregen, dann kannst du klar antworten und gut ist. Bei so Sprüchen, wie dem von deinem Arzt wäre ich auch locker geblieben, ich hätte erstmal gefragt wofür es denn Zeit wird. Schließlich hast du nichts weiter gesagt, als das du studierst und arbeiten gehst, also mir erschließt sich nicht was er damit meinte, denn du tust bereits was und mehr geht nicht in Hinsicht der Arbeit, um was anderes ging es nicht.
Zu deiner Mutter oder ihrer Bekannten hätte ich klar und deutlich gesagt das du bereits arbeiten und studieren gehst und ob du im Anschluss Vollzeit arbeitest oder nicht ist deine Sache. Wenn diese Menschen deshalb schlecht über dich urteilen sollten, so würde ich ruhig bleiben und denen meinen Rücken kehren. Fragen stellen und seine Meinung sagen/Ratschläge geben ist in Ordnung, aber vorschreiben und urteilen geht zu weit. Natürlich ist das mit dem Rücken kehren, nur so weit gemeint, wenn es wirklich zu schlimm ist, wie genau man am besten mit umgeht, ist von vielen Dingen abhängig. Dennoch kannst du lernen gelassener damit umzugehen und selbstsicherer deinen Weg gehen 😉
 
Solltest du von den Personen Persönlich angesprochen werden( war bei mir der Fall) dann Bitte nicht Rechtfertigen unter gar keinen Umständen.
Keine langen Erklärungen abgeben denn das nützt sowieso nichts, im Gegenteil, damit lieferst du denen nur noch mehr Futter.
Wenn es ganz schlimm kommt und sie dir zu sehr auf den Wecker gehen dann weise sie darauf hin das du schon längst Erwachsen bist.
Und das aller Wichtigste nicht aufregen.

Natürlich ist es dreist,( als solches habe ich es auch immer empfunden) jedoch sind diese Menschen nun mal so wie sie sind die bekommst du nicht(mehr) geändert. Es ist dein Leben und darin führst du Regie und kein anderer. Du bist 28 und nicht mehr 8, du bist Erwachsen, Punkt Aus. Du bist niemandem Rechenschaft Schuldig.
🙂


 
Auf deine Frage. Nein.

Ich stehe in selbiger Position wie du. Ich mache meinen Schulabschluss nach, und arbeite nebenbei.
Meine Mutter wird aber auch oft gefragt wie mein Leben aussieht. Sie regelt das aber auf ihre Weise und spricht auch aus was das diese Personen angehen würde.
Somit unterhalten wir uns auch oft über diese Dinge, und meine Meinung dazu ist faktisch, dass es mir grundsätzlich egal ist. Natürlich fragen Menschen andere, oft weil sie entweder Vergleichswerte suchen, zum Beispiel indem sie das Leben ihrer Kinder zu denen von anderen vergleichen. Oder weil sie nunmal ganz einfach andere Erziehungsmuster genossen haben, bzw. Wertevorstellungen.

Wieso ist das nun aber mein Problem? Wieso sollte ich das zu meinem Problem machen?
Klar werde auch ich mal hin und wieder gefragt warum ich in keiner festen Beziehung bin, denke aber nicht, dass ich mich in irgendeiner Weise rechtfertigen müsste. Ich sage darauf meistens nur dass es so ist wie es ist, es mir aber dabei sehr gut ist, so wie die Dinge sind. Mir fehlt es an nichts. Natürlich ist das für einen Gegenüber, der nunmal eine Wertevorstellung von fester Bindung zu einem Partner hat und dies als "Erfüllung" sieht, nicht sehr begreiflich. Und das ist doch nichts schlimmes. Wieso sollte ich dafür böse sein? Oder mich ungerecht behandelt?

Und Taten sprechen da nun andere Worte. In den meisten Fällen plediere ich auf Verständnis. Ich unterhalte mich ein bisschen mit diesen Personen. Und nach einiger Zeit bemerken auch diese, dass ich eine sehr eigenständige, bodenständige und unabhängige Frau bin, die nun einmal ein Lebensmuster gewählt hat das zu ihren eigenen Bedürfnissen passt und sie revidieren ihre Meinung.

Wenn es also um solche Konfrontationen geht, zwischen zwei Vorstellungen und Lebenseinstellungen, dann finde ich nicht, dass negative Gegenwehr irgendetwas bringt, außer, dass beide Seiten sich in ihren Meinungen verhärten und einander verschließen. Es gibt keinen Austausch. So denke ich zum Beispiel auch, dass eine Partnerschaft sehr wohl bereichernd sein kann, dass aber auch persönliche Unabhängigkeit bereichernd ist. Die man aber genauso gut in einer Partnerschaft haben kann. Man muss halt für sich selbst herausfinden was man braucht, was man will, und wie man langfristig mit alltäglichen Problemkonflikten umgeht.

Was das berufliche angeht, nun in dieser Gesellschaft in der wir leben, haben wir nun einmal ein gewisses Erfolgsschema entwickelt. 28 und studieren klingt erst einmal negativ. Das kann man nicht verschönern. Aber es liegt wieder das selbe Muster vor. Vorstellungen und anerzogene Meinungen. Seien das auch sozial-gesellschaftliche Meinungen. Wenn du aber für dich selbst aufkommst, in deinem eigenen Tempo deine persönlichen Ziele anstrebst, was scheren dich dann diese Vorstellungen? Natürlich fühlt man sich oft bedrängt davon, dennoch sollte man sich davon nicht vereinnehmen lassen, sich vergleichen und dann doch anfangen zu zweifeln. Das Erfolgsschema funktioniert nicht für jeden, und ich denke, es tut einem nicht weh fünfe gerade sein zu lassen und denen, die daran halten, nicht anzufeinden. Sondern Verständnis zu haben. Denn für dich bedeutet dein Lebensweg im Grunde nichts negatives, wieso sollte man in einem Konflikt also negativ aufwarten?

Ich sehe es also so, bevor man Verständnis von anderen erwarten kann, muss man erst selbst Verständnis haben, vorallem für und von sich selbst. Nichts wird einem geschenkt, und auch wenn du jemandem Verständnis zeigst, wirst du vielleicht nichts davon zurückbekommen, aber solange du mit dir im Reinen bist, dir nichts zu verschulden hast, was kümmert es dich? Ich denke auch nicht, dass es bei solchen Fragen gleich ein Kräftemessen angedeutet wird, indem man durch Rechtfertigung versucht die Oberhand zu gewinnen in diesem "Kleinkrieg" von Meinungen. Es ist ja so, man ist nur für sich selbst und seine eigenen Gefühle verantwortlich. Das soll nicht heißen, dass man immer "Ja" und "Amen" sagen muss zu allem, sondern dass man hinter sich selbst stehen kann. "So lebe ich, und so geht es mir gut und ich zeige dir, dass auch mein Leben sehr viel Wert hat." - manchmal ist es auch einfach nur, dass der Gegenüber damit gewisse Sorgen aussprechen möchte, dass er vielleicht die Sorge hat man wäre einsam oder fühle sich allein, man würde mit vielen Dingen vielleicht überfordert sein. Was ja alles ganz berechtige Sorgen sind, und Mitgefühl zeigen, und man kann den Gegenüber auch dort abholen indem man ihm zeigt "Mein Leben ist nicht das was du dir unter einem guten Leben vorstellst, aber es gibt 7 Milliarden Arten zu leben, und dies ist meine Art."
 
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