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An ungeliebten Ort wohnen, aber nicht wegziehen können

Habt ihr mal an einem Ort gewohnt, wo ihr nicht sein wolltet, aber ihr konntet nicht wegziehen?

  • Ja

    Teilnahmen: 7 58,3%
  • Nein

    Teilnahmen: 5 41,7%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    12
  • Umfrage geschlossen .

Spt457

Aktives Mitglied
Hallo,
ich wollte mal nachfragen, ob ihr schon mal in folgender Situation gesteckt habt oder gerade steckt=
Dass ihr (als Erwachsene/r) dort wo ihr wohnt, eigentlich nicht wohnen wollt. Aber aus irgendeinem Grund etc. könnt ihr (gerade) nicht wegziehen.
Könntet ihr mir vielleicht erzählen, wie ihr in die Situation geraten seid. Wie ihr damit umgegangen seid? Und was habt ihr gemacht, um aus der Situation wieder herauszukommen? Schreibt mir einfach eure Meinung dazu, wenn ihr wollt. Müssen tut ihr aber nichts.
 
Ich habe eine Weile an den Ort zurück kehren müssen, wo ich nie wieder hin wollte, weil ich lange keine Wohnung an meinem Wunschort gefunden hatte.
Ich habe die Zeit damit überbrückt, alles für den neuen Ort vorzubereiten. Uni Unterlagen angefordert, Kram gepackt, Wohnungen besichtigt und ansonsten die Zeit irgendwie versucht rum zu bekommen.
Ist es denn irgendwie absehbar, ob/wann du dort weg kannst?
 
Hallo Spt457, du hast grad voll meinen Nerv getroffen! Denn ich hause seit 15 Jahren dort, wo ich niemals sein wollte und nun aus finanziellen und organisatorischen Gründen einfach nicht mehr weg komme.
Und jeder einzelne Tag ist der blanke Horror hier!
Bitte schreib weiter!
 
Fast jeder Ort hat seine Vor und Nachteile.
Vielleicht hilft dir dieser Gedanke.
Dass man nicht wegziehen kann , heißt das vielleicht dass da ein großer Grund, dass man nicht wegziehen will ?

Oder sind es finanzielle Gründe?
Dann verstehe ich, dass das belastend sein kann.
 
Sagen wir mal so, ich wohne gerade in einer Wohnung, wo man keine Ruhe findet und ich musste feststellen, dass auch das mitten in der Stadt wohnen so gar nicht meins ist. Auch muss ich feststellen, dass für mich das dörfliche wichtiger geworden ist und das praktische einer Großstadt nicht das absolute MUSS ist.

Auf Dauer macht einen das psychisch schon kaputt. Ausharren funktioniert nur eine gewisse Zeit und sollte kein Dauerzustand sein.
 
(part 1)
Hallo,
auf mehrfachen NAchfragen hier, werde ich es jetzt erläutern.
also ich bin vor 1 Jahr wieder unplanmäßig in meine Heimatstadt gezogen.
 
Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, weshalb man an einem Ort leben MUSS, an dem man nicht leben will. Wenn ein Ort gefühlt so negativ ist für jemanden, dann setzt man Himmel und Hölle in Bewegung, um dort nicht zu sein, will heißen, dass es immer eine Lösung gibt, dort nicht wohnen zu müssen! Und wenn es das letzte Hemd wäre, das ich geben muss, wenn ein Ort als unzumutbar empfunden wird, dann ist das letzte Hemd es allemal wert, wenn es dann besser wird.
Vielmehr stellt sich doch die Frage, weshalb der Ort vermeintlich unzumutbar ist:
- sind es die Wohnumstände (schlechter Zustand, Schimmel,…)
- ist es das Umfeld (rassistisch, politisch, ablehnend,…)
- ist es die eigene Vergangenheit (Als schlecht empfundene Kindheit/Jugend,…)
- Perspektivlosigkeit (hohe Arbeitlosenzahlen, kein ÖPNV,…)
Und dann: warum lebt man dort? Selbst bei Grundsicherung darf man den Wohnort / das Zuständigkeitsgebiet auf Antrag wechseln, wenn z.B. von einer geeigneteren Arbeitsmarktlage auszugehen ist. Muss man halt vorher klären und dann die notwendigen Schritte ein,eigen.
Grundsätzlich gilt (im wahrsten Sinne des Wortes) das Recht auf freie Wohnungswahl, was auch den Ort mit einbezieht.
Ich kann Aussagen wie „ich kann nicht anders“ immer ein Armutszeugnis der Eigenverantwortlichkeit eines erwachsenen Menschen, würde das für mich nicht gelten lassen und auch für keinen anderen Erwachsenen. Es wird immer mal kleinere oder größere Hindernisse geben, das sind Herausforderungen, die man umschifft, wenn ich nicht drüberklettern kann, dann suche ich einen Weg außen herum, aber es sind genau diese Lebenserfahrungen, die einen immer stärker und eigenverantwortlicher machen.
 
Als meine Mutter heiratete mußte ich als uneheliches Kind (11 Jahre) natürlich mit, sonst hätte ich bei Oma und Tante bleiben müssen die weit entfernt wohnten, und die wußten auch nichts mit mir anzufangen, weil die begangenen Erziehungsfehler sich da schon bemerkbar machten. War halt immer das ziemlich unerwünschte Anhängsel, nachdem meine Mutter meinen Vater nicht mit mir als Druckmittel kirre machen konnte.
Ihr Ehemann war Landwirt und auch nicht mehr so jung, scheint aber trotzdem eine Liebesheirat gewesen zu sein. Für sie war das wahrscheinlich ein Traum, als "angesehene" Bäuerin auf dem eigenen Hof wirtschaften zu können, für mich war das Landleben aber nichts. Totale Ödnis, nichts als Arbeit, dann kamen kurz hintereinander zwei Kinder mit denen ich auch nichts anfangen konnte, auf Babys stand ich noch nie. Felder ringsum, Wald weiter draußen, Kühe lebenslänglich angekettet im Stall, Schweine auch dauerhaft eingesperrt, nur Hühner durften mehr oder weniger frei herumlaufen, und keinerlei Freizeitmöglichkeiten außer Fernsehen, und das hatte damals nur drei Programme die an Werktagen erst nachmittags zu senden anfingen. Von der örtlichen Kirche her gab es immerhin eine kleine Leihbücherei, sonst wäre ich intellektuell total versumpft, Bücher waren meine einzigen wirklichen Freunde, besonders eng war ich mit Nachbarskindern oder Schulkameraden nie. Und mal woandershin fahren lief nicht mit den unterentwickelten Öffentlichen, die an Werktagen nur dreimal am Tag fuhren, samstags zweimal (früh und mittag) und sonntags gar nicht, die aber auch schon damals kosteten, und Taschengeld war rar, das sollte gespart werden, wurde von mir erwartet, nicht ausgegeben.
Mit Aufnahme der Berufstätigkeit und eigenem Einkommen war ich weg, logischerweise. Ich fühle mich nur in einer Stadt wohl wo man alle Möglichkeiten für Freizeit und Hobby hat. Landleben ist nur geeignet für Leute die mit eigenem Auto mobil sind, und selber fahren habe ich mir nie zugetraut (und hätte auch wieder gekostet!). In der Stadt kommt man auch ohne Auto herum, in andere Städte per Bahn.

Es würde helfen @Spt457 zu erfahren, was genau Dich am Umzug hindert. Ohne das läßt sich kein Ratschlag geben außer, daß man beweglicher ist wenn man möglichst wenig Ballast mitschleppen muß. Das kann ein Hausstand sein, Haustiere oder eine Familie an die man sich leichtsinnig angekettet hat. Aber es gibt ziemlich wenig von dem man sich nicht trennen kann wenn man muß. Wer nichts hat außer ein paar Koffer für das Nötigste, ist leicht beweglich und kann immer kurzfristig umziehen. Wenn es an Geld mangelt sollte man seine Ansprüche entsprechend runterschrauben, statt einer eigenen Wohnung (heute Mindestforderung!) reicht überbrückungsmäßig auch ein Zimmer in Untermiete. Hab ich damals gemacht bevor ich eine eigene Wohnung fand. Es gibt jede Menge Tipps und Tricks für Erstmieter und Studenten die erst mal jeden Euro dreimal umdrehen müssen, wie man sparsam leben kann oder sich unnötige Belastungen erspart. Wer beispielsweise gelernt hat auf japanische Art zu schlafen (Schlafmatte mit Bettzeug auf dem Boden, wird jeden Morgen platzsparend zusammengerollt) erspart sich schon mal ein Bett (oder Wanzenstiche wenn ein fremdes benutzt werden muß, in Pensionen). Das spart auch Platz, denn je größer die Unterkunft um so teurer die Miete. Für einen Single der aus dem Koffer leben kann, langen 10 Quadratmeter bei Mitbenutzung von Küche und Bad, also ein Zimmer.
 

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