Als meine Mutter heiratete mußte ich als uneheliches Kind (11 Jahre) natürlich mit, sonst hätte ich bei Oma und Tante bleiben müssen die weit entfernt wohnten, und die wußten auch nichts mit mir anzufangen, weil die begangenen Erziehungsfehler sich da schon bemerkbar machten. War halt immer das ziemlich unerwünschte Anhängsel, nachdem meine Mutter meinen Vater nicht mit mir als Druckmittel kirre machen konnte.
Ihr Ehemann war Landwirt und auch nicht mehr so jung, scheint aber trotzdem eine Liebesheirat gewesen zu sein. Für sie war das wahrscheinlich ein Traum, als "angesehene" Bäuerin auf dem eigenen Hof wirtschaften zu können, für mich war das Landleben aber nichts. Totale Ödnis, nichts als Arbeit, dann kamen kurz hintereinander zwei Kinder mit denen ich auch nichts anfangen konnte, auf Babys stand ich noch nie. Felder ringsum, Wald weiter draußen, Kühe lebenslänglich angekettet im Stall, Schweine auch dauerhaft eingesperrt, nur Hühner durften mehr oder weniger frei herumlaufen, und keinerlei Freizeitmöglichkeiten außer Fernsehen, und das hatte damals nur drei Programme die an Werktagen erst nachmittags zu senden anfingen. Von der örtlichen Kirche her gab es immerhin eine kleine Leihbücherei, sonst wäre ich intellektuell total versumpft, Bücher waren meine einzigen wirklichen Freunde, besonders eng war ich mit Nachbarskindern oder Schulkameraden nie. Und mal woandershin fahren lief nicht mit den unterentwickelten Öffentlichen, die an Werktagen nur dreimal am Tag fuhren, samstags zweimal (früh und mittag) und sonntags gar nicht, die aber auch schon damals kosteten, und Taschengeld war rar, das sollte gespart werden, wurde von mir erwartet, nicht ausgegeben.
Mit Aufnahme der Berufstätigkeit und eigenem Einkommen war ich weg, logischerweise. Ich fühle mich nur in einer Stadt wohl wo man alle Möglichkeiten für Freizeit und Hobby hat. Landleben ist nur geeignet für Leute die mit eigenem Auto mobil sind, und selber fahren habe ich mir nie zugetraut (und hätte auch wieder gekostet!). In der Stadt kommt man auch ohne Auto herum, in andere Städte per Bahn.
Es würde helfen
@Spt457 zu erfahren, was genau Dich am Umzug hindert. Ohne das läßt sich kein Ratschlag geben außer, daß man beweglicher ist wenn man möglichst wenig Ballast mitschleppen muß. Das kann ein Hausstand sein, Haustiere oder eine Familie an die man sich leichtsinnig angekettet hat. Aber es gibt ziemlich wenig von dem man sich nicht trennen kann wenn man muß. Wer nichts hat außer ein paar Koffer für das Nötigste, ist leicht beweglich und kann immer kurzfristig umziehen. Wenn es an Geld mangelt sollte man seine Ansprüche entsprechend runterschrauben, statt einer eigenen Wohnung (heute Mindestforderung!) reicht überbrückungsmäßig auch ein Zimmer in Untermiete. Hab ich damals gemacht bevor ich eine eigene Wohnung fand. Es gibt jede Menge Tipps und Tricks für Erstmieter und Studenten die erst mal jeden Euro dreimal umdrehen müssen, wie man sparsam leben kann oder sich unnötige Belastungen erspart. Wer beispielsweise gelernt hat auf japanische Art zu schlafen (Schlafmatte mit Bettzeug auf dem Boden, wird jeden Morgen platzsparend zusammengerollt) erspart sich schon mal ein Bett (oder Wanzenstiche wenn ein fremdes benutzt werden muß, in Pensionen). Das spart auch Platz, denn je größer die Unterkunft um so teurer die Miete. Für einen Single der aus dem Koffer leben kann, langen 10 Quadratmeter bei Mitbenutzung von Küche und Bad, also ein Zimmer.