Ich finde, du klammerst dich ein bisschen zu sehr an das große Ideal der einen, einzigen großen Liebe.
Was stimmt ist, dass von der ersten großen Liebe immer etwas im Herzen bleibt. Also zumindest kann ich das bestätigen. Aber es heißt trotzdem nicht, dass man mit ihr den Rest des Lebens verbringen muss.
Ich habe meine erste große Liebe mit Anfang 20 getroffen. Als es vorbei war, habe ich Jahre gebraucht, um wirklich loszulassen. Wir sind heute, 30 Jahre später, noch immer in Kontakt und gute Freunde. Er wird für mich immer ein ganz besonderer Mensch bleiben, aber ich kann heute sagen, dass es gut ist, dass wir nicht wieder zusammengekommen sind – obwohl ich mir damals nichts sehnlichster gewünscht hätte.
Das Leben, das er heute führt, entspricht überhaupt nicht meiner Vorstellung von einem erfüllten Leben. Wir hätten uns zwangsläufig früher oder später in unterschiedliche Richtungen entwickelt.
Das mag natürlich bei dir alles ganz anders sein – ich will nur eines damit sagen:
Ich glaube nicht, dass es nur die EINE große Liebe gibt – obgleich die erste große Liebe immer etwas Besonderes bleibt.
Ja, du hast irgwie schon Recht, aber er war ansonsten wirklich perfekt. Er war spontan, romantisch, hat mich zum lachen gebracht und wie gesagt unsere Bindung war so wertvoll. Ich hab einfach Angst, dass ich sowas "auslösche", wenn ich wirklich einer anderen Person die Chance gebe, meine große Liebe zu sein. Klar, hätte ich ihn auch irgwann als Kumpel, da er mich ziemlich gut kennt und ich ihn. Und das für mich ausschlaggebenste: ich hab ihm so viel von mir gezeigt, dass könnte ich nach all denschlechten Erfahrungen, nie nie wieder bei einer anderen Person. Uns mir ist eine tiefe emotionale Nähe das wichtigste in einer Beziehung.