Ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, nur die erste Seite.
Also, wenn du einen Mann kennenlernst, der erstens sexuell unterversorgt ist und zweitens dich sexuell attraktiv findet, dann ist es für den ganz schwierig, nicht doch irgendwie zu hoffen, dass irgendwas mit dir laufen könnte, auch wenn du zu Beginn signalisierst, dass du das nicht suchst. Du könntest ja deine Meinung ändern. Du könntest ja auf irgendeine Erfahrung aus sein (z.B. mit einem Mann zu schlafen statt mit Frauen oder mal Sex mit einem älteren Mann zu probieren).
Anzudeuten, dass du auf Frauen stehst, reicht definitiv nicht aus, um Männer abzuschrecken. Du könntest ja bi sein oder noch unentschlossen hinsichtlich deiner Orientierung, oder du hast gelogen, so wie andere lügen "ich hab einen Freund", oder es könnte sonst irgendwie doch was gehen. Und selbst wenn du klipp und klar sagst, dass du nichts von Männern willst, ist das nur die Theorie, eine sprachliche Information. Menschen kapieren aber meist eher das, was sie fühlen oder sehen; und das, was dein Gegenüber sieht, ist: junge Frau, fruchtbar, potenzieller Sexpartner. Was er fühlt, ist: ich würde die gern ... Es erfordert eine gewisse Anstrengung und Überwindung, die gedankliche Information über die gefühlsmäßige zu stellen. Das schafft aber nicht jeder Mann in jeder Situation.
Wenn es Männer sind, die dich in der Stadt ansprechen, dann sind das in der Regel wahrscheinlich gerade die, die auf der Suche nach einer Frau bzw. nach Sex sind.
Das mit der platonischen Freundschaft zwischen Männern und Frauen gibt es durchaus, aber oft erst, nachdem das andere geklärt ist. Manchmal nicht mal dann. Dazu musst du aber auch erst mal einen finden, der dich wirklich rein als Mensch gut findet, der sich mit dir unterhalten will, weil er das, was du sagst, interessant findet und dich sympathisch findet und nicht sowieso schon einen großen Freundeskreis und wenig Zeit hat. Wenn du dazu noch psychisch krank bist, Probleme hast und dein Leben ganz anders als das der meisten Leute ist, dann macht es das nochmal unwahrscheinlicher, dass ein Mann X mit dir auf einer Wellenlänge ist bzw. Lust hat, mit dir befreundet zu sein. Also von allen, die du kennenlernst, dürfte das alles nur auf einen kleinen Teil zutreffen. Bock auf Sex dürfte dagegen auf ziemlich viele davon zutreffen.
Du kannst es so sehen: Dass du als junge Frau begehrt wirst, verschafft dir nervige Erlebnisse wie die geschilderten. Es verschafft dir aber auch Vorteile, z.B. dass du überhaupt leicht mit Menschen ins Gespräch kommst oder dass man dir hier und da was gewährt, was ein Mann nicht bekäme. Wenn ich mich alleine in eine Kneipe setze, trinke ich mein Bier alleine und gehe alleine wieder raus. Wenn meine Bekannte (etwa gleich alt, in ähnlicher Lebenssituation, eher weniger attraktiv) sich in eine Kneipe setzt, wird sie garantiert angesprochen und lernt jemand kennen, hat auf jeden Fall einen interessanteren Abend als ich.
Du kannst es (deine Wirkung auf Männer) als Mittel zum Zweck einsetzen / ansehen. Du darfst halt nur nicht naiv bezüglich der Motive von Männern sein, sonst wirst du ent-täuscht.
Ich hoffe, ich konnte ein bisschen zur Klärung beitragen.