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Amoklauf in Hamburg

Einfach nur heftig...........Ich wohne auch im Allgäu und Kempten ist gerade mal einen Katzensprung von mir entfernt 🙁 Würde mich mal interessieren, woher er die Waffe und so viel Munition hatte. Was ist nur los in dieser Welt 😢
 
Der Täter kam aus den eigenen Reihen. Was es umso trauriger macht.
Und schon laufen parallel wieder die Theorien, wie es bei den Zeugen Jehovas abgeht....
Wobei niemand je dort gewesen ist, schätze ich.
Sozusagen "gefundenes Pressefressen"....
Ich bleibe bei meinem Mitgefühl für die Opfer, deren Angehörige und deren Gemeinschaft, die niemandem je etwas Böses getan hat!

(und um evtl. Fragen vorzubeugen: Nein, ich gehöre nicht zu den Zeugen Jehovas, habe aber Freunde dort - obwohl ich "andersgläubig" bin....)
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir sind hier in einem Trauerthread. Es sind Menschen gestorben durch eine willkürliche Tat.
Bei uns herrscht wie bei allen Gewalttaten Entsetzen, die Zeugen Jehovas trauern um ihre geistlichen Geschwister und Angehörigen.
Bitte lasst uns dabei bleiben!
 
Es tut mir sehr leid, wenn Menschen von Zeugen Jehowas belästigt wurden. Eigentlich ist ihnen Respekt wichtig und es macht auch im Rahmen ihres Glaubens keinen Sinn, aufdringlich zu werden. Aber auch sie sind nur Menschen und es gibt eben immer und übeall solche und solche.

Ich lebe als "Ungläubiger" mitten unter ihnen und wurde und werde keinesfalls zwangsmissioniert, zu keinem Zeitpunkt. Ich nehme mir mit, was ich möchte, was ich für sinnvoll halte. Und das ist völlig okay so. Da ich die Zeugen Jehowas als friedliche Menschen kenne, die niemandem etwas zuleide tun wollen, macht das die Tragödie für mich umso schlimmer.

Ich habe den gestrigen Abend mit den Leuten aus unserer Versammlung verbracht. Der erste Schock ist vorbei. Man hat sich umeinander gekümmert, geschaut, dass es allen gut geht. Man hat einander Mut gemacht. Die Opfer, die Verletzten, die Angehörigen, um die wird sich vor Ort gekümmert.

Wichtig ist jetzt eher, wie kann man andere trösten, die keine solche Gemeinschaft haben. Und es wird darüber geredet, dass man dankbar ist. Für die Polizisten, die so schnell vor Ort waren und schlimmeres verhindert haben. Für die freundlichen Worte, die Menschen für sie finden . Das Mitgefühl. Für die Empathie.

Ich kann nicht für "die Zeugen" sprechen, ich kenne nur Menschen aus den Versammlungen hier vor Ort. Und da ist wichtig, keine Angst oder gar Hass in die Welt zu tragen. In der Bibel steht, Menschen können nicht gerecht sein und wir sollten es uns nicht anmaßen. Der Täter ist tot und damit wird es Jehowa sein, der ihn richtet. Daran glauben die Zeugen, dass wir auch - oder nein, gerade im Anblick einer solchen Tragödie nicht aus den Augen verlieren dürfen, dass wir als liebende Wesen geschaffen wurden.

Mich würde es auch nicht wundern, wenn nicht jetzt gerade Zeugen Jehowas bei der Familie des Täters sind, um dort Trost zu spenden. Das entspricht ihrem Glauben.

Wenn ich mir dagegen die Gesellschaft anschaue, und das tut mir gerade echt weh, die Toten sind noch nicht beerdigt und es kommen schon die ersten und verurteilen, beurteilen, plappern von Dingen, von denen sie ganz offensichtlich keine Ahnung haben. Ich studiere seit zwei Jahren die Bibel mit diesen Menschen und verstehe ein wenig, wie sie denken und was sie fühlen. Und das entspricht nicht dem, was ich momentan gerade verschiedentlich lese.

Das ist pietätlos.

Aber ... Gott richtet die, die sich anmaßen, über andere zu richten.
 
für Trauernde, die versuchen den Tod oder einen erlittenen Verlust zu verarbeiten.


Ich habe die ganze Nacht kaum geschlafen, ständig Albträume. Heute ist Versammlung. Ich weiß nicht, was das mit mir macht. also doch, jede menge Albträume.

Das war immer mein friedlicher Ort. Bin meist nur dabei per Zoom. aber es bringt mir einen Moment von Frieden und Sicherheit. Brachte? Irgendwie hat dieser Ort seine Unschuld verloren.

Und ein wenig denke ich mir, warum stell ich mich eigentlich so an? Mir ist nichts passiert. Und ich fühle mich ein stück allein gelassen, weil ich so viel heftiger reagiere. Und das hat eben mit meiner psychischen Verfassung zu tun.

Und überall kommen sie jetzt mit ihren Vorurteilen und Lügen aus den Löchern gekrochen. Das macht mich ganz krank. Können die vielleicht erst mal ihre Angehörigen beerdigen? Ist nicht wenigstens so viel Anstand möglich?

Dieser Angriff wirft mich ganz schön aus dem Plan. Ich würde mich am liebsten einfach unter der Decke verstecken und weiß nicht, wie ich klar kommen soll. Aber jeder trauert auf seine Weise. Wahrscheinlich braucht die Traurigkeit jetzt einfach ihren Raum.
 
Ich kann nur versuchen in Erinnerung zu rufen das Jesus Christus sagte " Was ihr den geringsten unter Euch angetan habt , das habt ihr mir angetan " und Jesus Christus gab sein Leben für viele, ganz bedingungslos , weil er die Menschen liebt, genau wie sein Vater. Auch er ist von einer Tiefen Liebe den Menschen gegenüber ergriffen.
Ich habe mich selbst noch nie durch das Prinzip der Liebe belästigt gefühlt , genauso wenig wie es die ZJ sind , die ich kenne, die sind auch zurückhaltend.

Was ich viel schlimmer finde ist die Tatsache, das da ein Mensch es mir so schwer macht, ihn trotzdem zu lieben und ich denke mir, wie verblendet muss der gewesen sein, leider kann ich den das nicht mehr fragen.
Die Trauer braucht ihre Zeit sie ist wie ein Ton der eine Schwingphase hat und eine Abschwingphase aber es ist auch immer öfter so , da die mediale Vernetzung vorhanden ist - das die Nachrichten in einer noch nie dagewesenen Flut auf einen einprasseln.
So ähnlich verhält es sich mit den ganzen Anschuldigungen und Vorwürfen und Vorurteilen, die Menschen teils wohl absichtlich hegen, um sich auf Kosten der Opfer in Szene zu setzen, eine noch nie dagewesene Flut von Pietätlosigkeit.

Mir tun die Menschen leid und ich habe dann immer das Gefühl, das sie viel zu oft in ihrer Trauer die sie übermannt vergessen, das ein Gott der sie liebt vom Prinzip her das beste ist, was ihnen passieren kann, mir gibt der Glaube an den Schöpfer unendlich viel Kraft und Ruhe und Sicherheit, die Hoffnung das all der Schmerz des Herzens irgendwann endet, wenn es friedlich und wahrhaftig ist.
Da ist die Erinnerung an die Liebe des Schöpfers kein Trauerersatz, sondern die Legitimation, als einer der geringsten einfach nur über das Geschehen weinen zu dürfen.
 

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