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Alltag erdrückt mich weil er immer gleich ist

Crazybabe85

Mitglied
Hallo,

ich w, 34 habe leichte depressive Phasen. Da geht es mal auf uns ab. Nehme auch leichtes Antidepressiva ein.

Was mir momentan zu schaffen macht, ist der immer gleiche Alltag....vorallem in der Arbeit, aber öfers auch allgemein.

Immer gleicher Ablauf, gleiche Leute, gleicher Ort...


Glaube aber wenn ich die Arbeit wechseln würde, dann würde es mir nach ner Zeit genauso gehen.
Also ich denke es liegt nicht so an der Arbeit selber---


Was kann man tun, damit dieses Gefühl mich nicht so runterzieht (zieht mich in ein Loch da komm ich dann schwer raus)


Vorallem in der Arbeit ist es schwierig...da kann ich ja nicht einfach was anderes machen..

Aber auch allgemein....wenn es immer das gleiche ist....andererseits brauch ich auch Sicherheit...da ist ein schmaler Grad bei mir...

Habt Ihr eine Idee? Wie geht es da normalen Menschen?? Kann das jemand beschreiben?
 
Oft ist es auch so wenn die Arbeit jemanden nicht auslastet und erfüllt, weil es eben langweilig ist, kann das auch depressive Verstimmungen auslösen.
Es gibt auch das sogenannte "Bore out" - Unterforderung kann genauso krank machen wie Überforderung.

Ist es denn eine Arbeit, die dir wirklich Spass macht? Oder bist du nur durch Zufall dahin geraten?

Die Garantie das es in einer anderen Firma besser wird, gibt es leider nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann es gut nachvollziehen, wie du das empfindest. Es geht mir im Prinzip ganz ähnlich. Der Arbeitsalltag läuft in immer gleichen Runden ab, über Jahre hinweg... immer im selben Büro, Tag für Tag, ähnliche Aufgaben, ähnliche Probleme, immer dieselben Leute, nie ein Ortswechsel, und so weiter.

Bei mir ist es so, dass ich zum Glück einigermaßen viele Möglichkeiten habe, meine freie Zeit individuell zu gestalten. Im Lauf der Jahre habe ich mir ganz unterschiedliche Interessen und Hobbys angeeignet, sodass ich immer wieder etwas Neues machen und ausprobieren kann: reisen, fotografieren, Theater spielen, im Chor singen, Sprachkurse, Hochschulseminare besuchen, Bücher lesen, Fitness-Sport, Wandern, etc. Das macht mein Leben zumindest außerhalb der grauen Arbeitstage lebendig und abwechslungsreich.

Wie ist das denn bei dir? Hättest du die Möglichkeit, deine Freizeit individuell zu gestalten, oder bist du familiär stark eingebunden? Hast du denn Hobbys und Interessen, die dich begeistern würden?
 
Hallo Crazybabe!

1. Wie würde denn dein Arbeitsalltag aussehen, wenn du ihn selbst gestalten könntest?

Denke dir doch mal dazu etwas aus. Bist du in der Lage, deinen Tag selbst zu strukturieren, so das er dir Spaß macht? Welche Tätigkeiten würdest du gern tun, wo du glaubst, dass sie dich langfristig erfüllen?

2. Vielleicht darfst du ja in deinem Leben eine Entscheidung treffen, was dir wichtiger ist (vermeintliche) Sicherheit oder Freiheit? Was nützt dir denn die Sicherheit, wenn du dich dabei nicht wohl fühlst und du dich krank fühlst, schlapp und unmotiviert? Wozu glaubst du ist das Leben da? Um zu LEBEN oder um zu funktionieren?? In welcher Variante bist du der größte Gewinn für dich als auch für deine Mitmenschen?

3. Der Wunsch nach Sicherheit kommt aus Ängsten. Vielleicht ist es sinnvoll diesen Ängsten mal genauer nachzuspüren. Woher kommen sie? Vor was hast du genau Angst?

Angst, nicht genug Geld zu haben?
Angst, Lebensstandard zu verlieren?
Angst, einen niedrigeren Status als andere zu haben?
Angst, anderen nicht mehr zu gefallen?
Angst, Verpflichtungen nicht nachkommen zu können?

Wenn Du nachdenkst oder auch weise Menschen fragst, wirst du auch Antworten finden, dass viele dieser Ängste unbegründet sind und aufgelöst werden können. Dadurch kannst du dich innerlich befreien, und limitierende Glaubenssätze überwinden. Das ist ein Prozess, der etwas dauert. Der Zugang zu einem erfüllten Dasein öffnet sich, wenn du diesen Weg gehen wirst. Dieser orientiert sich aber nicht daran was "normale" Menschen tun.

Normale Menschen laufen gern im Hamsterrad bis an ihr Lebensende, und geben sich mit oberflächlichen Ablenkungen, die dumm machen und klein halten, zufrieden, und gehen ewig im Kreis.

Wer möchtest du sein?

Möchtest du die Gestalterin deines eigenen Lebens sein?

Oder möchtest du ein rastloses Arbeitsbienchen sein, dessen Leben hauptsächlich durch äußere Zwänge, gesellschaftliche Konditionierungen und Interessen und Vorgaben Anderer bestimmt wird?
 
Zuletzt bearbeitet:
Guter Beitrag von Abrafax, ich stimme ihm zu.
Im Hamsterrad mitzulaufen ist auf jeden Fall einfacher insofern, dass man gesellschaftlich anerkannt ist und finanziell in der Regel keinerlei Probleme hat. Wie es dir dabei psychisch geht, interessiert wenige.
Du solltest nie vergessen, dass Deutschland ein (immer noch im weltweiten Vergleich) sehr reiches Land ist und keiner hier verhungern wird, zumindest auf absehbare Zeit nicht. Was in 20 Jahren ist, weiß keiner.
Jeder hier hat Anspruch auf eine Unterkunft und ein finanzielles Existenzminimum.
Ob du es verkraftest, außerhalb der normalen Gesellschaft zu stehen, musst du selbst wissen.
Du solltest selbstbewusst sein, mit dir selbst klarkommen können und bereit sein, deinen Alltag selbständig zu gestalten.

Es geht ziemlich vielen so heutzutage in Deutschland.
Bevor du Tabletten nimmst, solltest du alle anderen Lösungen ausprobieren.
Job wechseln, Leben ändern, verreisen, neuer Partner, Psychotherapie, Verhaltenstherapie, mehr lesen, Ausdauersport, mehr unter Leute gehen, weiterbilden, Kinder kriegen, Haustier holen, Ernährung ändern, auswandern usw

Als letzte Option bleiben Tabletten, wenn du nicht gerade schwer krank bist, also bettlägerig und gar nichts mehr machen kannst.
Oder so große Ängste hast, dass du komplett unfähig bist in deinem Alltag zu funktionieren.
Diesen Eindruck machst du allerdings nicht.
Es ist ein Skandal, dass in Deutschland angeblich 6% aller erwerbstätigen Menschen Antidepressiva einnehmen und jeder 4. junge Mensch als psychisch krank gilt.
In was für einer Zeit leben wir eigentlich?
Klar, gibt es psychische Krankheiten und heute erkennt & diagnostiziert man mehr als früher, aber bei diesen Zahlen stimmt entweder grundsätzlich etwas an der Gesellschaft nicht oder diese Medikamente werden leichtfertig verschrieben.

https://www.faz.net/aktuell/wirtsch...-mensch-hat-psychische-probleme-15462273.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98188/Experten-beklagen-hohe-Zahl-verordneter-Antidepressiva

https://www.igp-magazin.de/antidepressiva/

In manchen anderen Ländern werden Antidepressiva bei leichten und mittleren Depressionen nicht verschrieben, z.B. Großbritannien.
In 90% der Fälle wird man dort ohne Antidepressiva behandelt, vermutlich zu Recht.
Es ist entweder eine Lüge oder zumindest unklar, ob Antidepressiva bei leichten und mittleren Depressionen überhaupt sinnvollerweise anzuwenden sind. In Deutschland wird es dargestellt, als sei die Wirksamkeit und Funktionsweise ein naturwissenschaftlicher Fakt, was es nicht ist, maximal eine Vermutung.

https://depression-heute.de/depressionstherapie-in-grossbritannien-lieber-keine-antidepressiva/
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

ich w, 34 habe leichte depressive Phasen. Da geht es mal auf uns ab. Nehme auch leichtes Antidepressiva ein.

Was mir momentan zu schaffen macht, ist der immer gleiche Alltag....vorallem in der Arbeit, aber öfers auch allgemein.

Immer gleicher Ablauf, gleiche Leute, gleicher Ort...


Glaube aber wenn ich die Arbeit wechseln würde, dann würde es mir nach ner Zeit genauso gehen.
Also ich denke es liegt nicht so an der Arbeit selber---


Was kann man tun, damit dieses Gefühl mich nicht so runterzieht (zieht mich in ein Loch da komm ich dann schwer raus)


Vorallem in der Arbeit ist es schwierig...da kann ich ja nicht einfach was anderes machen..

Aber auch allgemein....wenn es immer das gleiche ist....andererseits brauch ich auch Sicherheit...da ist ein schmaler Grad bei mir...

Habt Ihr eine Idee? Wie geht es da normalen Menschen?? Kann das jemand beschreiben?

Hast Du denn vielleicht die Möglichkeit , einmal ganz aus der Routine auszubrechen? Wenn Du alleine bist (ohne Kinder etc ) könntest Du zB auch ein Sabbatjahr nehmen , eine Zeit im Ausland verbringen / jobben o.ä.

Mit Kindern und Verantwortung etc ist das fast unmöglich. Da kann man einfach so raus aus allem.
Parallel dazu würde ich mir überlegen, ob der aktuelle Job wirklich passt. Gegebenenfalls die Arbeitszeit verkürzen und sich andere Dinge als Ausgleich suchen oder mal in anderen Bereichen arbeiten.

Maya
 
Hallo,

danke an alle für die Beiträge.

@Entität welches Ziel meinst du zum Beispiel? Soll ich mir den Feierabend als Ziel setzen ;-) Das tu ich schon jeden Tag.:-D

Nein im Ernst, was meinst du damit? Vorallem eines für JEDEN Tag???? Das mich motiviert? Ich weiß nicht ob mir das so viel in meiner
Lage weiter hilft und es mir dann so viel besser geht....aber erklär mir das mal...


DANKE
 
Also mein Tipp tuh irgendwas anders machen. Ich geb ein einfaches Beispiel wenn du in ein Kaufhaus gehst tuh von der Kasse reingehen und auch von der Kasse rausgehen.

Ganz Simple und dein Alltag ist nichtmehr der gleiche Tag oder tuh einfach mal in der Arbeit z.B. auf den Kaffee verziehten am Anfang oder tuh in der früh kalt Duschen oder oder oder.

Es gibt so viele Möglichkeiten den Alltag umzugestalten, du musst nur denken okay was könnte ich jetzt anders machen.

Wenn du einfach irgendwohin laufst kannst du deine Geschwindigkeit beim laufen ändern oder dein laufstyle 2 mal den selben fuß benutzen also hüpfen und dann den anderen. Im Auto fahrst du dann einfach mal ein Umweg.

Ich kann es aber verstehen wenn man so etwas einfaches nicht auf anhieb sieht, es muss ja nicht umbedingt was sinnvolles sein es muss einfach etwas anders sein als der davorige Tag.
 

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