Es hat halt wie gesagt nicht jeder die selbe Energie
In unserem Fall ist es der nicht vergleichbare Alltag. Wenn wir frei haben, ticken wir recht ähnlich vom Biorhythmus und Anteil an Aktivität/Entspannung wir brauchen.
So ist einfach schwierig, dass sich unser Berufsalltag so unterscheidet. Meine Freundin ist sehr selbstbestimmt, arbeitet von zu Hause aus und kann sich selbst einteilen wie viel sie jeden Tag macht und wie sie sich das über den Tag und die Woche aufteilt. Ich bin oft stundenlang auf den Beinen ohne Pause, muss mich sehr konzentrieren und nach einem Dienst oft einfach k.o.
Das lässt sich immer schwerer vereinbaren. Meine Freundin wünscht sich nach einem Arbeitstag alleine und eher passiv, ruhig, wenig Bewegung und Action, zum Feierabend Aktivität und Spaß. Ich würde gerne runterkommen und mich erholen, wenigstens ab und zu.
Ich glaube, wir haben uns beide verändert. Ich konnte die Anstrengung besser wegstecken und war aktiver. Meine Freundin empfand ich aber auch verständnisvoller, wenn ich mal einfach nur ins Bett wollte.
Aber das ist auch nur eines unserer Probleme. In den letzten Tagen war meine Angst wieder sehr stark, dass wir immer mehr die Verbindung zueinander verlieren.
Das Gefühl, nicht zu reichen, wird auch immer stärker.
Einerseits versuche ich meiner Freundin ganz viel Liebe zu geben und zu zeigen, dass ich mich bemühe. Versuche ihr zuzuhören und ihre Bedürfnisse zu sehen. Aber wenn das nicht reicht, kann ich meinen Frust schlecht verbergen und runterschlucken. Das führt zu Missverständnissen und Streit. Habe sie während der Woche nach langen Diensten zweimal zu Abendveranstaltungen begleitet. Von Freitagmittag bis Samstagmittag musste ich arbeiten, worüber sie sauer war (aber dafür hatte ich über Ostern fünf Tage frei), weil sie gerne Samstag etwas unternehmen wollte. Was sie machen wollte, hätte man auch am Sonntag machen können (war nicht an den Samstag gebunden), aber da war ihr die Lust vergangen, weil sie auf Samstag eingestellt war. (Kennt meinen Dienstplan aber seit Jahresanfang, weil ich ihn in unseren gemeinsam Kalender eintrage.)
Therapiesuche gestaltet sich auch schwierig und konfliktreich.
Wir haben uns jetzt ein paar Mal zusammen drangesetzt, was sehr mühsam und zäh war. Hundert mögliche Paartherapeuten angeklickt, meine Freundin legt entweder sofort ein hartes Veto ein, wenn irgendetwas gar nicht passt oder sie zuckt die Schultern und weiß nicht, ob es passen könnte. Zu meinem Vorschlag, dass sie mal alleine in Ruhe sucht und sich alle rausschreibt, bei denen es für sie passen könnte und ich dann ihre Auswahl nochmal nachsortiere, so dass am Ende die übrig bleiben, mit denen wir es uns beide vorstellen könnten, war ihr Kommentar: "Das ist mir zu kompliziert." Zu dem Vorschlag, es umgekehrt zu machen: "Ist das sinnvoll so?"
Aber mehr Möglichkeiten als zusammen zu suchen und beide alleine fallen mir auch nicht mehr ein.
Heute ist mein Gefühl ein bisschen: Kampf gegen Windmühlen, weil nichts (mehr) richtig ist.
Der Gedanke es nicht mehr "reparieren" zu können, treibt mir aber die Tränen in die Augen und wenn ich wüsste, was ich tun könnte, würde ich es versuchen.
Genau deswegen wäre mir an deiner Stelle die Pause wichtig, ich versteh dich sehr gut das es sich für einen Rückschritt anfühlt aber so wie es jetzt läuft von dem wie du es schilderst ist es ja für euch beide auch keine Lösung.
Vielleicht brauchst du und sie Zeit für sich 🤷♀️
Ich glaube, dass es darauf hinausläuft und wir mal probieren, wie es uns damit gehen würde.
Obwohl ich auch Sorge habe, dass es uns vielleicht noch mehr auseinander treibt.