Hallo,
was mich immer mehr und mehr in diesem Lande stört ist die Einstellung zur arbeit. Immer häufiger musste ich beobachten , wie Leute im Stich gelassen wurde , die andere gebraucht haben ,wie man sogar behinderte dazu treibt arbeiten zu gehen, wie man Leute fertig macht , die von der Stütze leben, wie willkürlich das ganze System alleine mittlerweile ist.Dass mittlerweile sogar Leute mundtot gemacht werden und die Polizei nach belieben wegschaut.Wie Leute in Jobs mit minnimaler Bezahlung gedrängt werden (nach dem Motto "lieber den Spatz in der Hand , als die Taube auf dem Dach").Wie man unliebsamen Menschen nur aus purer Antipathie heraus ihre Qualifikationen , Zertifikate und schulischen Leistungen aberkennt um sie zu unterjochen und gefügig zu machen.Und alles wird dadurch unterstützt indem es nur eine einzige Meinung geben darf und kann "Alle müssen arbeiten , egal wer du bist und jeder der dass anzweifelt wird fertig gemacht"
deine Interpretation klingt recht unausgewogen und beruht ggf auf zu viel unguten Vorerfahrungen. Ich wäre in Hinsicht auf vorschnelle Verallgemeinerungen etwas umsichtiger.
Wir leben hier nicht in Afrika oder in Krisengebieten oder Kriegsgebieten in Teilen dieser Erde in der ggf solche Zustände (und ggf noch schlimmere) zutreffen wie du sie schilderst....
Was Arbeit und Leistung betrifft: eine soziale Gemeinschaft und so ein System der sozialen Absicherung wie es in Deutschland vorhanden ist kostet. Deutschlands Sozialsystem ist im weltweiten Vergleich ziemlicher Spitzenreiter. Aber das auch nur da zur Arbeit aufgefordert wird. Gezwungen wird niemand und ein MUSS gibt es nicht, außer man empfindet es ggf so weil man die Grundregeln des Lebens noch nicht so ganz verstanden hat.
LEBEN heißt generell zu versuchen einen Zustand von Chaos in eine einigermaßen lebbare Ordnung zu bringen. Das kostet Arbeit und Investment an Energie. Das ist nun einmal so und daran geht kein Weg vorbei.
Wieviel jeder arbeitet kann man selbst entscheiden...jedenfalls hierzulande aber ein Mindestmaß wird natürlich durch die Gesellschaftsform, in der man lebt teilweise mitbestimmt. Das ist der Preis den man zahlt um in den Genuß von Sicherheit, sozialer Absicherung zu kommen.
Wenn dir das nicht gefällt steht es dir frei nach Afghanistan oder Afrika in den Sudan umzuziehen oder in die Anden in denen du lediglich für dein täglich Brot arbeitest oder sowas...überall in der Welt wirst du jedoch ohne ein Mindestmaß an Energieinvestment nicht rumkommen.
Du schreibst von unliebsamen Menschen...das ist eine Wertung die ausschließlich von dir kommt und deinem Menschenbild = Bild von dir selbst entspricht. Ich würde versuchen gemäßigter umzudenken...und die Energie die du hast und die sich in der inneren Wut die in deinen Worten liegen wiederspiegelt effektiver und sinnvoller zu nutzen...für Arbeit an dir selbst und Freude an der Arbeit generell.
Schiller (Dichter zu Zeiten Goethes) meinte mal: wohl dem der in der Lage ist Notwendiges als eigenen Willen zu sehen....DAvon könntest du dir ggf eine Schnitte abschneiden.
Qualifikationen, Zertifikate und schulische Leistungen werden nicht willkürlich aberkannt. Und falls doch: Hierzulande gibt es ein funktionierendes Rechtssystem mit dem man was in der Hand hat um gegen Ungerechtigkeit oder maßgebliche Ungerechtigkeit vorzugehen. Und letztlich kommt es immer drauf an wie jemand seine Zertifikate einzusetzen weiss, falls du meintest du hast zertifizierte Qualifikationen die du bislang noch nicht gewinnbringend einsetzen/umsetzen konntest.
Du fühlst dich hierzulande unterjocht? Liegt es nicht eher an einer Art innerem Zwang einige Dinge ein wenig zu ungünstig zu bewerten? An einer unrealistischen Erwartungshaltung das immer alles nur recht leicht ist etc.?
Sicherlich gibt es noch politisch einiges zu verbessern und solche Dinge wie Einführung eines Mindestlohns wären günstig. Aber das erreicht man gewiss nicht durch Wut im Bauch, willkürliche Aggressionsausbrüche und Haudraufphrasen in anonymen Foren.
Tipp: meide TV und Internet...dort gibt es zu viel Painbodymist. Wenn du diese Medien nutzt schau Bildungssachen. Bildung ist Kapital, Wissen ist Macht. setzte Prioritäten, erledige anstehende Aufgaben...Jobsuche, Bewerbungen verbessern etc.
Sozialverhalten ist sehr wichtig, ich habe wenig Verständnis für Leute die arbeiten können aber sich grundlos dagegen sträuben und andere für sich zahlen lassen. Es ist in Ordnung wenn jemand in einer zeitweiligen Notlage Unterstützung bekommt, aber was zu stark ausartet ist Schmarotzertum. Man gibt und man erhält etwas...man gibt Arbeitskraft und etwas von seiner Zeit für die Gemeinschaft ab und erhält dafür eine Versorgung zurück. Das nennt sich Tauschgeschäft.
Es stimmt allerdings dass es Ungerechtigkeiten wie die 1-EURO-Jobs gibt oder das Arbeitsämter Arbeitslosigkeit eher nur verwalten als auf angemessene Weise zu beheben. Allerdings gibt es Rechtsstrukturen und Möglichkeiten Missstände zu beheben.
Meckern hilft wenig und gleich von Unterjochung zu sprechen finde ich übertrieben...klingt stark passiv-devot und ohnmächtig. Jeder ist eigenständig in der Lage sich was einfallen zu lassen um eine gute Arbeit zu finden...ggf kann man sich ja auch selbstständig machen od.ä. Man kann nicht erwarten, dass zunächst Mama und Papa alles für einen zurecht legen und richten und danach Papa/Mama Staat alles für einen leistet, damit man damit zufrieden leben kann. Zumindest die Arbeit sich weiterzubilden, aktiv genug zu sein um sich eigenständig einen guten oder zufriedenstellenden Job zu beschaffen sollte schon drin sein.
Tyra
apropos Zerfifikate etc...wichtig ist Arbeitgebern heutzutage auch gutes Benehmen, soziale Intelligenz...allein mit guten Zertifikaten kommt man manchmal nicht weiter, es geht um die Person als Ganzes, ihre Ausstrahlung, wie sie sich gegenüber ihrem Chef und Mitarbeitern verhält etc. Leute mit guten Zertifikaten gibt es nämlich recht viele...Leute mit guten Zertifikaten, einer guten Allgemeinbildung, positiver Ausstrahlung, Engagement, sozialen Qualitäten ebenfalls...Da sollte man schon an sich feilen und was zu bieten haben....