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Alkoholsucht - Depressionen -Auswege aus Sucht und Krankheit

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Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

hiermit eröffne ich eine allgemeine Diskussion über und um Alkoholsucht (oder auch anderweitige Suchtarten: Tablettensucht, Internetsucht etc.) und Depressionserkrankungen etc. Hintergründe, Erfahrungsberichte (gerne auch von Angehörigen) und mögliche Auswege.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
meine Meinung dazu:

ich fände es auch mutig wenn jemand zu seiner Sucht steht...[...]
Mutiger und besser fände ich es wenn jemand öffentlicher, also zumindest vor Vertrauten und einem Therapeuten zu seiner Sucht steht und sagt: ich bin süchtig, ich brauche Hilfe.
Das Forum hier wurde ja von vielen Betroffenen als erster Schritt gut genutzt...
Man bekommt ja hier viel Zuspruch und auch tipps, Aufmerksamkeiten von vielen Usern hier....was gibt man zurück? Wäre nicht auch mal ein wenig Mitarbeit angebracht in Richtung sich selbst zu helfen? Leistungsbereitschaft in Richtung Selbsthilfe, sprich Therapie zeigen? Das jedenfalls würde mir mein soziales Gewissen ein wenig anraten...Ich will hier kein schlechtes Gewissen erzeugen, aber darauf hinweisen dass alles miteinander verbunden ist.....wir alle zusammenhängen irgendwo und nicht nur der Süchtige unter seiner Sucht leidet sondern seine Sucht früher oder später auch Wellen auf das Gesamtsystem der gesamten sozialen Gemeinschaft schlägt.

Sucht ist eine Krankheit (die wertfrei nicht schlechter oder besser ist als andere krankheiten , es ist schlicht ne Krankheit fertig) die bei jedem unterschiedliche Ursachen haben kann..Sucht ist jedoch durchaus eine heilbare Krankheit.

Heute las ich ein Gedicht von Goethe das mir sehr gefiel und ich hoffe es wird richtig in Richtung Hoffnungsschimmer und mehr Mut haben und zeigen und nicht als Vorwurf oder so gedeutet.

Feiger Gedanken

Feiger Gedanken
bängliches Schwanken
weibisches Zagen
ängstliches Klagen
wendet kein Elend
macht dich nícht frei

Allen Gewalten
zum Trutz sich erhalten
nimmer sich beugen
kräftig sich zeigen
rufet die Arme
der Götter herbei.

Das heißt übersetzt nicht vor seinen Problemen weglaufen und sich ihnen offen und aufrecht (innerlich und äußerlich aufrecht) stellen...sich nicht verzagt und ängstlich in Sucht flüchten sondern die Dinge (die man verbockt oder noch nicht erledigt hat etc.) soweit es geht wieder in Ordnung bringen. Akzeptieren dass man Mensch ist und auch Fehler macht, was nur menschlich ist und sich dafür nicht in einen perfiden Kreislauf der Selbstkasteiung stürzt....womit man keinem hilft..weder sich noch anderen.
Und das Gedicht sagt dass wenn man sich selbst hilft und kräftig zeigt (nicht verzagt sich in Sucht verkriechend) einem auch die Götter helfen werden...
Das Gedicht spricht auch davon sich allen Gewalten (egal ob sie menschlicher, politischer oder sonstwelcher natur sind) trotzen sollte..sich ihnen nicht beugen...Sucht ist jedoch meiner Ansicht nach sich beugen...vor sich davonrennen...Feigheit vor den eigenen Schwächen zeigen...Schwächen hat jeder..man sollte dazu stehn...

(...)

Es gibt immer verschiedene Meinungen und Ansichten und Reibung ist wichtig zur Entwicklung. Wenn man immer nur hört was man gerne hört entwickelt sich nichts Neues...Mitleid in einen Teich des Selbstmitleids schütten ist oft wie Öl aufs Feuer des Leides gießen...es hilft wenig...es nährt oft eher ungünstige Verhaltensgewohnheiten, es besteht die Gefahr das Leid zu funktionalisieren.

Ich würde dazu raten dass Thema viel weniger emotional aufgeladen zu betrachten sondern ein wenig sachlicher und realistischer...denn von einer sachlicheren Ebene her kann man Lösungen finden...wer sich jedoch hinter seiner Sucht verschanzt der kommt nicht weiter.

Sind denn an sich Lösungen erwünscht? Oder geht es nur darum die Sucht hier zu erklären oder zu rechtfertigen? Ich denke dass es an sich keine wirkliche Rechtfertigung für selbstzerstörendes Verhalten gibt....allenfalls Erklärungen...aber oft erscheint es mir hier so als würde nach einer Rechtfertigung gesucht...einer Rechtfertigung dafür sich hängen und fallen zu lassen...dahingehend verweise ich erneut auf die Ansicht es jungen Goethe..niemals sich beugen, kräftig sich zeigen.....Und darauf dass es tausend Gründe (z.B. Ängste, Trauer, Leiden etc.) geben mag süchtig zu werden aber kein Grund dürfte dauerhaft als Rechtfertigung für selbstzerstörerisches Verhalten gültig sein, oder?

Tyra

mein früherer Arbeitskollege war Alkoholiker, depressionskrank...er verlor in der Zeit viele Freunde...hätte fast seine gesamte Familie verloren und hat dann zum Glück mit harter Therapiearbeit (mehrere Jahre....Bereitschaft Außenkontrolle zu zu lassen, da er in Sachen Alk die Kontrolle verloren hatte...etc.) das Ruder noch rumwerfen können...Er lebt nunmehr seit rd. 10 Jahren krankheitsfrei und recht glücklich...macht viel Sport, lebt gesund, hat einiges in seinem Leben und seiner Haltung geändert...Ich bewundere ihn sehr.
Ich denke eine Sucht ist eine sehr herrische Geliebte/Partnerin...die keine anderen Menschen neben sich duldet...und man muss sich dann auf Dauer klar entscheiden für die Sucht und gegen Sozialkontakte oder gegen die Sucht und für Sozialkontakte..beides geht oft nicht.

Betr. Internet möchte ich auf die Gefahr hindeuten dass manche Erkrankte sich hier ihr Portiönchen Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit abholen was auch in Ordnung ist..solange auch von anderer Seite Sozialverhalten (z.B Leistungsbereitschaft in Richtung KONKRETE Selbsthilfe) erkennbar ist..ist meine Meinung...ich bin hier etwas strenger gebe ich zu...aber ich denke..man bekommt was und gibt was zurück...und dieses Verhältnis sollte immer egal wo zumindest ansatzweise ausgeglichen sein.
Bei Alkoholsucht oder Suchtkrankheit generell erachte ich Internethilfeforen teilweise eher als kontraproduktiv, da sie bei einigen Menschen die mit dem Medium nicht so gut umgehen können Isolation forcieren...es werden ggf von einigen Sozialkontakte damit ersetzt (obwohl das auf Dauer nicht wirklich funktioniert), ist Zeitvertreib...stiehlt aber auch wertvolle Zeit die sinnvoller nutzbar wäre?
Achja...auch hier könnte Sucht entstehen..Internetsucht...ggf eine Versuchung für Menschen die generell zu Suchtkrankheiten neigen?

Diese Dinge sollte man meiner Meinung nach mit bedenken.
 
Zuletzt bearbeitet:
"Ich fände es auch mutig, wenn jemand zu seiner Sucht steht"...Na, dann sollte der TE doch mal mutig starten.
Goethe würde sich sicher im Grabe erbrechen, wenn er von dem Missbrauch seiner Lyrik in diesem Zusammenhang Wind bekäme.
Hast du ein Alkoholproblem? Willst du Wege aus der Sucht für dich aufgezeigt bekommen? Ich verstehe deine Intention nicht.
 
nein ich habe keine Suchtprobleme...ich mag ab und an einen netten Single Malt Whisky...so alle paar Wochen mal. 😉 Kann aber auch drauf verzichten.

Der thread hier soll nur ein allgemeiner Infothread zu den Themen Alkoholismus und psychische Erkrankungen sein, da diese Themen hier im Forum häufiger auftreten.
Ich werde dazu in den nächsten Tagen noch weitere Infos hier einstellen und wer mag kann von seinen Erfahrungen mit Sucht oder psychischen Erkrankungen berichten.
DAS ist meine Intention und wers lesen will kann es lesen, wer nicht der nicht. Manchen die es interessiert gibt es ggf einige Denkanregungen.

Lyrik beinhaltet oft viel Weisheit und ich denke Goethe fände es gut dass seine Lyrik ernst genommen wird. Goethe war sehr lebensbejahend, naturverbunden, wusste was im Leben wichtig ist.....und symphatisch an ihm fand ich dass er das mit der Eigenverantwortung so ähnlich sieht wie ich.

Ne Idee was Sucht bewirkt und was Süchtige suchen und wo sie das was sich suchen woanders oder anderswie gesünder finden können?

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:

Zitat: ich fände es auch mutig wenn jemand zu seiner Sucht steht...[...]
Mutiger und besser fände ich es wenn jemand öffentlicher, also zumindest vor Vertrauten und einem Therapeuten zu seiner Sucht steht und sagt: ich bin süchtig, ich brauche Hilfe.
Das Forum hier wurde ja von vielen Betroffenen als erster Schritt gut genutzt...allerdings was bringt es dann den Nickname zu wechseln und erneut unter anderem namen zu beginnen?
Man bekommt ja hier viel Zuspruch und auch tipps, Aufmerksamkeiten von vielen Usern hier....was gibt man zurück? Wäre nicht auch mal ein wenig Mitarbeit angebracht in Richtung sich selbst zu helfen? Leistungsbereitschaft in Richtung Selbsthilfe, sprich Therapie zeigen? Das jedenfalls würde mir mein soziales Gewissen ein wenig anraten...Ich will hier kein schlechtes Gewissen erzeugen, aber darauf hinweisen dass alles miteinander verbunden ist.....wir alle zusammenhängen irgendwo und nicht nur der Süchtige unter seiner Sucht leidet sondern seine Sucht früher oder später auch Wellen auf das Gesamtsystem der gesamten sozialen Gemeinschaft schlägt.
Zitat ende.

Es macht keiner einen wirklich unabhängigen Thread zum thema sucht auf, indem wirkliche tipps adressen oder sonstwas reinkommen,es sieht so aus als wenn jemand zeigen möchte" hier so gehts und wie dies machen gehts nicht"....für mich jedenfalls.
Das finde ich schade,besser wäre eben wenn solch threads unabhängig voneinander eröffnet werden.Finde ich.Ich hoffe man kann verstehen was ich sagen will.
Sonnenlichtlein
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Leute,

hier mal meine Antworten auf die eingetroffenen Posts..ich hoffe ich habe niemanden vergessen...falls ja, bitte nicht lynchen 😉😀



Es macht keiner einen wirklich unabhängigen Thread zum thema sucht auf, indem wirkliche tipps adressen oder sonstwas reinkommen,es sieht so aus als wenn jemand zeigen möchte" hier so gehts und wie dies machen gehts nicht"....für mich jedenfalls.
Das finde ich schade,besser wäre eben wenn solch threads unabhängig voneinander eröffnet werden.Finde ich.Ich hoffe man kann verstehen was ich sagen will.


Was ich schade finde ist diese sehr eng gefasste Sichtweise und das Vorurteil dass keiner einen unabhängigen Info-thread aufstellen kann. Ich kann, und ich bin auch nicht keiner, sondern jemand der's einfach macht....wieso auch nicht?
lise konnte ja auch was ich gut finde...
Es geht hier nicht um Rechthaberei etc. sondern nur um Sachlichkeit und allgemeine Tipps...ggf schwer zu verstehen für Menschen die Sachlichkeit und Reflexion wenig gewohnt sind und das nicht kennen? Wird Zeit das zu ändern finde ich ..das erweitert die Perspektiven...weg von dieser eng gefassten Erwartungshaltung hin zu mehr Toleranz und Offenheit ggü Ungewohntem, ggf etwas Neuem und auch das meine ich vollkommen ohne Überheblichkeit.

Auch dir Collie vielen Dank für deinen Zuspruch.



Man darf sich nicht vor den Karren der Droge spannen lassen, sondern um den Mensch kämpfen, der in deren Fängen steckt - und manchmal bedeutet das, diesen Menschen fallen zu lassen, wegzuschicken oder an professionelle Stellen zu verweisen.

NICHT helfen kann man durch virtuelles Händetätscheln.

ganz meine Linie + schicke als auch richtige und wichtige Redewendung mit dem virtuellen Händetätscheln und das das nicht hilft...Das spricht auf das Problem des Funktionalisierens einer Krankheit/Sucht an...Aufmerksamkeit + Streicheleinheiten in Foren für lau kriegen...das zementiert das Leid bei manchen ein....ist oft ne Sackgasse. Ich kenne das aus einem Forum das ich früher mal mit geleitet habe, was bei einigen suizidal Depressiven (die Therapie verweigerten und auf virtuell umschwenkten) mit dem Anspruch bei jeder Akutphase virtuell gehalten zu werden (was nicht geht und auf Dauer zu energielasten anderer geht) gelegentlich sehr eskaliert ist...

Also in diesem thread ist es nicht nur erlaubt sondern willkommen auch über unbequeme Dinge wie Krankheit funktionalisieren oder das Leid das Leidende oft im Umfeld mit bewirken indem sie (manchmal unbewusst, manchmal teilbewusst und manchmal auch bewusst) am Leid anhaften etc. zu diskutieren und ich hoffe sehr dass dabei genügend Sachlichkeit herrscht und sich nicht einige auf den Schlips getreten fühlen sondern es auch eventuell Betroffene gibt die offen zugeben können: ja ich war süchtig und oft ein A******* und habe Fehler gemacht und bin oft unausgeglichen und aggressiv drauf gewesen etc....

Ich bewerte solche Dinge und Phänomene nie negativ..sondern eher einfach feststellend, vorläufig formulierend und ohne Bewertung...habe aber oft bemerkt dass einige sich damit direkt negativ bewertet angegriffen fühlen und aggressiv abgehen. Überstarke Reaktionen deuten ja an sich drauf hin einen wunden Punkt (wund da ggf. zutreffend?) getroffen zu haben....auch das ist manchmal wichtig: Konfrontation mit dem inneren Schweinehund..und dabei berichte ich an sich von Dingen die ich auch teilweise von mir her kenne...der inneren dunklen Seite die in jedem steckt, auch Nichtsüchtigen...aber manchmal denke ich insbesondere bei Süchtigen öfters zutage treten..? Ist nur eine These ohne Anspruch dass sie auf alle und jeden zutrifft...es mag da Ausnahmen die die Regel bestätigen geben...Wie gesagt..finde ich alles nicht so tragisch...tragisch oder sagen wir anstrengend wird es erst wenn einige sich in einigen Schilderungen genau wieder erkennen, angepisst und/oder entlarvt fühlen und denken sie müssten mit großem Geschrei und ANTI ihren guten Ruf oder so wieder herstellen..was an sich total überflüssig ist...

Ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit Rattes Beitrag finde ich ist die Bewusstwerdung dass man in Suchtzeiten oft überreizt ist, emotional unausgeglichen und oft auch sehr aggressiv....Drogen verändern den Charakter und das Verhalten...oft nicht gerade positiv...man fühlt sich offenbar oft angepisst (was ich auch aus der Beratungsstelle mit Drogenabhängigen erlebt habe und auch hier im Forum oft bemerkbar ist) auch da wo an sich kein ausreichender Grund bestehn mag...die Hemmschwelle öfters mal aggressiv zu reagieren oder agieren wird herabgesetzt...man läßt halt oft vorschnell die Sau raus, bedauert dass dann ggf anschließend und ist gefangen in einer Art überreagieren-schlechtes-Gewissen/Scham-erneut überreagieren um zu kaschieren- erneut Scham darüber etc-Kreislauf.



@Ratte: vielen Dank für deine Schilderung. Gemütlich war die Stimmung bei euch ja nicht und auch ein wenig gruselig mit dem aus dem Bett rausholen und stumm nebeneinander sitzen erinnert irgendwie an David Lynch-Filme...die gruseligen mit Gewalt und surrealen Momenten...Lost Highway z.B da gibt es auch ne Szene in der ein Ehepaar in einem kühl und ungemütlich wirkendem Wohnzimmer nebeneinander auf einem Sofa sitzt und man merkt dass diese beiden Menschen die sich ja an sich als Paar nah sein müssten obwohl sie zusammen auf einem Sofa sitzen offenbar keinerlei Nähe zueiander haben, ferner voneinander nicht sein könnten...also gar nicht zusammen leben sondern aneinander vorbei, jeder isoliert in seiner eigenen Welt...bei Sucht bestimmt jeder in seiner Suchtwelt. Drogen saugen ggf Sozialität und Nähe weg..fressen die Seele auf. Und in den dunklen Schattenecken lauert die ganze Zeit die Gewalt...bis sie irgendwann ausbricht....HORROR pur finde ich und ich kann total verstehen dass dich das fast wahnsinnig machte.

Wie sieht es heute aus? Veränderung? Besserung? Hast du diese dunkle Zeit verarbeiten können, einen Weg aus der Co-Abhängigkeit gefunden und wenn ja, wie?

Gruß an alle
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Ratte: Gratulation zu deiner Trennung von einem Mann der dir nicht gut tat und vom Alk.

Ich finde es gut dass du zu genügend Selbstvertrauen gefunden hast nicht mehr zu schweigen und offen darüber zu reden was bei dir zu Hause los war.
Hattest oder hast du heute auch vor Ort Menschen mit denen du reden konntest/kannst oder hast du dich ausschließlich an Foren gewandt?

Naja aber als arme Socke würde ich deinen Mann bzw. EX nicht gerade bezeichnen...wieso arm? Im Sinne von armselig und bescheuert oder eher im Sinne von Mitleid haben?
Hätte er denn Mitleid verdient? Wenn deiner Meinung nach ja, warum?

Tyra

P.S muss für heute mal wieder wech...noch einkaufen und sone Sachen.....melde mich dann beizeiten wieder...bis denn...
 
"Leider" ist es nicht nur ein dummes, sinnfreies Sprichwort dass da heisst: "Ein Alkoholiker muss oft erst ganz tief fallen, bevor er erwacht".
Verständnis ist erstmal eine menschliche, positive Motivation, aber oftmals mündet sie in diesem Zusammenhang -leider- oft nur darin dass der Süchtige keinen Druck verspürt irgendetwas zu verändern-- das ist nunmal leider die Realität.
DAS will ich keinesfalls als allgemeingültige Anleitung und Feststellung in den Raum stellen-- sicher gibt es auch Menschen die es anders schaffen, die auch und gerade mit der Unterstützung des Verständnisses und des zu ihm halten einen Weg aus der Sucht finden-- aber prozentual ist es, glaub ich, tatsächlich die Minderheit.

Lieben Gruss,
Nachtblume
 
Ich habe grossen Respekt davor, dass du es nach so vielen Jahren, dennoch geschafft hast, Ratte, den Absprung für DICH zu schaffen!
DAS war ja ein fürchterlich eingeschränktes Leben welches du geführt hast, ich vermag sicher nur im Ansatz zu ERAHNEN wie es dir oft erging...
Und du hast es geschafft dich aus diesem Leben zu befreien, darauf kannst du stolz sein und ich hoffe sehr, dass du vieles jetzt nachholst!

Aber du siehst ja auch -- dein Bleiben und dein Erdulden hat NICHTS geändert bei deinem Mann, im Gegenteil es hat ihn sicher schlussendlich unterstützt weiterzusaufen...

Es ist sicher auch noch ein Unterschied ob Menschen sich eh schon in die Isolation katapultiert haben und keinerlei bedeutsame sozialen Bindungen mehr pflegen ---- oder
ob sie eben noch ein soziales Netz haben. Ich denke die die eh schon nur noch alleine vor sich hinbröseln, können eh bis zum St.Nimmerleins Tag Argumente finden, dass sie jetzt und demnächst nicht WIRKLICH aufhören können/wollen. Aber sind Menschen auch und insbesondere in partnerschaftlichen Gefüge DANN ist irgendwann wohl oder übel der Punkt of no return. Natürlich gibt es auch die die einfach über Gebühr leidensfähig sind und eben auch bis zum St.Nimmerleins Tag bleiben und sich mit in das Schicksal des suchtkranken Partner´s "ergeben".... das ist dann ja die sogenannte Co-Abhängigkeit.

Meine "Fast" Schwägerin war auch sehr duldsam und leidensfähig... sie tat mir wirklich sehr leid, war sie so im "normalen" Leben eine vermeintlich taffe, selbstbewusste Frau, die sich von niemanden die Butter vom Brot nehmen lies.... und in ihrer Bez. zu meinem Bruder...🙁:mad:
Ja, ich war irgendwann mit schlechten Gewissen selber an den Punkt wo ich ihr innerlich wirklich die Daumen drückte, dass sie einen dauerhaften Absprung von meinem Bruder schafft. Ich liebte meinen Bruder, es war ein totaler Zwiespalt der Gefühle für mich, aber nein, ich konnte es eigentlich nicht mehr ertragen mit zu erleben wie sie sich mit unglücklich macht!
UND -- der Tag kam und das war gut so!!! Und zwar: FÜR BEIDE!!!Und deshalb differenziere ich klar zwischen Menschen mit sozialem Netzwerk und denen ohne.
Obwohl ich es -ich schrieb es schon einmal als einen
grossen unglaublich wichtigen Schritt empfinde dass
sich Menschen aus diesem Kokon der Einsamkeit rausarbeiten. DAS ist so wichtig m.E. und ein ganz wichtiges Kriterium zur Selbsthilfe.

Lieben Gruss
Nachtblume
 
Mein damaliger Partner war auch Alkoholiker,er konnte wochenlang ohne einen Tropfen,hate kein Bedürfnis zu trinken,wenn er aber anfing,dann dauerten seine Saufeskapaden mehrere Tage,bis zu zwei Wochen.
Er war dann "dauerbetrunken" und natürlich wie ausgewechselt.
Nüchtern war er meistens ein liebevoller,hilfsbereiter,sehr sozialer Mensch,es konnte aber auch sein das seine Stimmung umschlug und er zum Psychopaten wurde,wie Jeckyl und Mr. Hyde,unglaublich.
Ich habe auch stundenlang in Angst verharrt,während er mich erniedrigte und bedrohte,jede Geste beobachtete er,jeden Moment musste ich damit rechnen das er mich schlug,er beleidigte,verhöhnte und verspottete mich,es war der Horror.
Heute kann ich den Grund erahnen,es hatte mit seiner Mutter zu tun zu der er ein krankes Verhältnis hatte,er liebte und hasste sie gleichzeitig und ich musste an ihrer Stelle hinhalten.
So denk ich mir wars.
Wenn er betrunken war gings die erste Zeit "gut",ich sag mal so,die ersten zwei,drei Tage war er zu ertragen,danach fing es an gefährlich zu werden,dann schlug die Stimmung um und er hätte alles getan um weiter trinken zu können,meistens war er denn ein paar Tage verschwunden,man konnte nur hoffen das man ihn wieder zu sehen bekam wenn er nüchtern war.
Er wurde zig-Mal in die Entnüchterungszelle gebracht,zig- Kuren von mehreren Monaten haben nichts gebracht,am Ende habe ich angefangen mit zu trinken weil ich es anders nicht mehr ertragen konnte.
Wir lebten auf dem Dorf und die Polizei die ich des öfteren rufen musste hatte Angst vor ihn (er war Ringer),niemand wollte sich körperlich mit ihm anlegen.
Als ich für eine OP ein paar Wochen in's Krankenhaus musste habe ich es geschafft,ER HAT MICH VERLASSEN weil es mit uns nicht klappte🙄
Ich habe nicht widersprochen.😛

Mich von ihm emotional zu lösen hat enorme Kraft gekostet,meine Freunde und meine Familie haben sich von mir distanziert,verstÄndlicherweise,weil ich auf niemanden hören wollte,weil ich dachte ich schaffe es ihn zu ändern,was natürlich ein
grosser Irrtum war,wie konnte ich nur so blöd sein das zu glauben.
Ich habe gedacht das man diesen Menschen "retten" muss weil ja soviel "Gutes" in ihm steckt und ich wollte das andere das auch sahen🙄
Heute weiss ich das es vergeudete Zeit war und das ich mich fast selbst geopfert hätte nur um ihn helfen zu wollen.
Man hätte ihn vor sich selbst schützen müssen und wie sollte das funktionieren?
Mir tut es unendlich leid wenn ich sehe wie Alkohol einen Menschen verändern kann,und wie man hilflos zusehen muss wie der Mensch den man liebte( oder glaubte es zu tun) sich selbst zerstört und sein Leben wegwirft.

Man mags nicht glauben,aber als ich vor ein paar Wochen die Nachricht über seinen Tod bekam hat mich das betroffen gemacht.

Lise
 
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