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Alkohol die Zweite

  • Starter*in Starter*in Finchen
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Finchen

Gast
Liebe Forumsfamilie,

ich möchte es kurz und knapp machen, mein Vater ist ein langjähriger Alkoholiker, der mindestens so lange, wie ich (25) auf der Welt bin abhängig ist. Eigentlich sollte mich das Ganze nicht mehr in dem Maße beschäftigen, wie es mich als Kind beschäftigt hat ( ich lebe heute mit meinem Partner glücklich zusammen), aber in letzter Zeit haben sich Dinge angehäuft, die mich wieder zu sehr in das Thema einbeziehen. Alles was ich will ist mein Leben, ohne seine Probleme ausbaden zu müssen, zu leben.

Bisher lebte mein Vater mit meiner Mutter und meiner Schwester (17) in einer Wohnung. Vor ca. 5 Monaten trennte sich meine Mutter von meinem Vater und zog in eine eigene Wohnung und hat einen neuen Freund, was ich grundsätzlich auch als den richtigen Schritt angesehen habe. Meine Schwester (noch Schülerin) ist aber allein bei meinem Vater geblieben, es stand eigentlich nie richtig zur Debatte, dass meine Mutter sie mitnimmt.

Momentan ist meine Mutter 2 Wochen mit einer Freundin in den Urlaub gefahren und hat mich gebeten bei meiner Schwester und Vater gelegentlich nach dem Rechten zu sehen, wofür ich mich auch schluckenderweise bereit erklärt habe. Nun ist es aber so, das ich festgestellt habe, dass mein Vater seitdem meine Mutter nicht mehr da ist täglich exzessiv trinkt und eine tägliches vorbeifahren nötig ist. Auch wegen meiner Schwester, die täglichen Erledigungen kann sie ohne Führerschein wohl kaum machen, auch mein Vater fährt (zum Glück) kein Auto mehr. Mir wird das Ganze langsam zu viel. Ich mag mich nicht mehr drum kümmern, ich habe mich mit Absicht von allem losgelöst. Aber verwahrlosen lassen kann ich meinen Vater auch nicht und meine Schwester erst recht nicht. Besonders macht mir auch der Umgang meines Vaters mit finanziellen Mitteln sorgen, er hat kein Gefühl mehr dafür. Was kann ich nur machen? Therapieformen haben wir schon versucht, auch bei Ärzten waren wir schon vor geraumer Zeit. Alles basiert aber auf Freiwilligkeit meines Vaters, aber die hat er nicht. Ich kann doch nicht zusehen, wie er alles kaputt macht. Ich brauch nen Rat. Bin dankbar für alles.
 
Hallo suesse,da niemand schreibt,tu ich es mal,also,meine Freund hat auch seine Probleme mit Alkohol,verneint es natuerlich,das macht alles nur noch schlimmer,aber nun zu dir.Hm,sehr schwierig,vielleicht erstmal,nein,ganz sicher sogar deine Schwester da raus holen,das praegt einem das Leben,hol sie da raus,bitte,und das dein Vater nicht jaemmerlich im Suff erstickt,greife alle Mittel und lass ihn endgueltig ne Therapie machen,es ist nicht einfach und man ist sehr verzweifelt,weil er es nicht einsieht und du willst ihn nicht untergehen sehen,er ist aber kurz und dran.Das habe ich bei meinem Freund auch,nur bei mir kommt noch(leider)Gewalt ins Spiel(heul)ist erst ne Stunde her,nicht zum ersten mal.Ich kann ihn auch nicht seinem Schicksal ueberlassen aber meine Hilfe und Tipps und was weiss ich nicht noch alles,will er auch nicht annehmen,er ist beim trinken,wie ausgewechselt,freut mich,dass du in einer kompetenten Partnerschaft lebst.Ich bin in deinem Alter und habe leider nicht das Glueck.Tja,hm,was kann man da machen?Also,Schwester raus und mach ihm das ein fuer alle mal klar,dass er sich mal aufraffen soll und am besten nicht vom Alkohol anfangen,rausfinden,was ihn bedrueckt,dann Schritt fuer Schritt.Wenn ich eine Antwort wuesste,die zieht,waere ich auch schon weiter,hach ja,wuensche dir alle Kraft und Liebe dieser Welt,ich drueck dich....
 
Scheiß Alkohol!!

leider kenne ich das Alk-Problem auch. Dein Vater wird es wohl gar nicht so merken, dass alles verkommt. man muss deine Schwester retten. Sie kann nun doch nicht die Wohnung sauber halten müssen und den Vater (er hat sich schließlich allein für den Alk entschieden!) "sauber halten"! damit ist sie erstens überfordert und zweitens ist es echt nicht ihre Pflicht für die Eltern zu sorgen! In ihrem Alter hat sie ja sogar noch das RECHT auf Pflege durch die Eltern. Ich verstehe einfach nicht, warum eure Mutter sie nicht mitnimmt!

Ich verstehe eure Mutter, dass sie nicht mehr kann und den Abflug gemacht hat, wie du ja auch. Alles okay, denn keine von euch dreien hat den Vater zum Alk und damit zum Verfall gezwungen. Aber dass deine kleine Schwester nun die Suppe auslöffeln soll, finde ich übel!
Mein Lösungsvorschlag:
Der Vater bleibt ganz allein (ich verstehe euren Schmerz und die Angst, aber keiner ist ja bereit ihn zu pflegen (Selbstschutz), was vielleicht auch ihn mal wachrütteln könnte)
und deine Schwester kommt zur Mutter oder zu dir. Damit kommt ein großer Teil des Geldes auch zur Schwester, er kann das wenigstens nicht mehr versaufen.
Wenn deine Schwester nicht da rauskommt, geht auch ihr Leben abwärts. Man darf ihr das nicht zumuten!

Viel Kraft wünsch ich euch, auch die Kraft, den Vater, dem ihr alle Chancen gegeben hattet, mal loszulassen. Vielleicht fäller auf die Beine. Wenn nicht - nun, irgendwann ist er eh alleine, wenn nämlich deine Schwesert auch geht. In 2 Wochen, bis deine Mutter wieder kommt, verloddert dein vater nicht, aber deine Schwester wird viel schneller an Kraft verlieren.

Passt auf euch auf!
Ach ja, noch etwas: Alkoholiker denken ja weltfremd und oft5 egozentrisch, das macht eben die Sucht aus ihnen. WENN diese Menschen bei Verstand wären, würden sie niemals wollen, dass sich Familienmitglieder für sie opfern. Wenn ihr das tut, ladet ihr ihm ja noch mehr Schuld auf. Das würde er nicht wollen, wenn er es verstünde.

Alles Liebe, Annalina
 
Hallo Finchen

Teilweise stimme ich meinen Vorgänger(inne)n zu. Deine Schwester darf nicht bei Deinem Vater bleiben. Sie ist damit überfordert. Letztlich bleibt an ihr hängen, was zuvor die ganze Familie übernommen hat.

Ihr solltet versuchen, sie dort heraus zu holen. Allerdings ist das zuerst einmal die Aufgabe Deiner Mutter. Und ehe Du Dich dabei zu sehr einbringst, solltest Du einmal Klartext mit ihr reden. Ich habe ein wenig das Gefühl, dass sie sich um ihre Verantwortung für ihre Tochter drückt. Und es ist kein Wunder, dass sich etwas in Dir dagegen sträubt, die Aufgabe Deiner Mutter zu übernehmen.

Deinen Vater solltet ihr erst einmal links liegen lassen. Das meine ich ernst! Er ist ein erwachsener Mann und muss in der Lage sein, sich selbst um sein Leben zu kümmern. Je mehr ihr das übernehmt, desto schwerer wird es auch für ihn, einen eigenen Weg aus seinem Alkoholismus zu finden, wenn er es denn überhaupt noch will. Und ich nehme an, dass ihr ihm schon ausreichend Gelegenheit und Hilfe angeboten habt.

Den folgenden Ratschlag zu einem Alkoholiker fand ich gut:

http://www.hilferuf.de/forum/upload/gesundheit/9401-drogen.html#post90846

Günter
 
hallo, ich muß ehrlich sagen, was ist mit deiner mama los? wie kann sie nur an sich selber denken, wie kann sie das kind dort lassen? also, tut mir leid, aber das verstehe ich absolut nicht. das ist ja schon verletzung der aufsichtspflicht. ich bitte dich, als tochter einer alk-mama und später selber alki, habe es mit der geburt meiner tochter geschafft, vom alk loszukommen. ich bitte dich, hole deine schwester da sofort raus. meiner meinung machst du dich mitschuldig, wenn du sie nicht rausholst. tut mir wirklich leid, wenn ich hier so hart schreibe, aber hier geht es um die seele deiner schwester. ich habe gerade nicht im kopf, ob du das alter deiner schwester genannt hast, wende dich ans jugendamt. bitte

grüße und sei stark
 
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