Das hat gar nichts mit Ausbeutung zu tun, sondern schlicht mit logischem Denken und der Tatsache, dass ich die wirtschaftlichen Zusammenhänge kenne. Aber ich versuche, es auch dir zu erklären.
Nehmen wir mal an, du bist eine Frau in Bangladesh. Du bist 20, hast keine Ausbildung, hast keine Arbeit und vielleicht noch sechs, sieben Geschwister.
Was machst du dann?
Dann ist ein Laden wie KiK ein Hoffnungsschimmer sondergleichen, denn er gibt dir Arbeit und mit dieser Arbeit hast du deutlich mehr als vorher. Mit dieser Arbeit kannst du vielleicht auch deine Familie unterstützen.
25 Euro im Monat verdient sie.
Das hört sich für uns wenig an und in der Tat, hier ist es auch wenig. Aber dort hat das Geld mehr wert, daher misst man Löhne in Kaufkraft-Paritäten, (Purchasing-Power-Parities) und nicht nominal.
Diese Löhne sind landestypisch. Denn wären sie es nicht, würde dort keiner arbeiten. Und man kann auch nicht sagen, dass KiK diesen Menschen mehr Geld zahlen soll.
Ein Lohn orientiert sich immer am Land, wo er ausgezahlt wird.
Zu verlangen, dass die Menschen dort mehr bekommen, mehr, als das landestypische, wäre so, als würde man in Deutschland verlangen, dass ein Müllmann 3000 Euro Netto verdient.
Das Lohnniveau des Landes gibt diese Summen nicht her. Weder hier beim Müllmann, noch dort bei der Näherin.
Ganz zu schweigen davon, dass die meisten Kunden von KiK Sozial Schwache sind, Arbeitslose, Sozialhilfe-Empfänger, Rentner usw. Die haben sowieso wenig Geld und könnten eine eventuelle Lohnerhöhung, die sich auf die Preise durchschlagen würde, nicht tragen.