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Ängste um sich selbst und irgendwie auch nicht

P

Puzzlestück

Gast
Ich weiß nicht, was ich hiermit bezwecke und auch nicht, was ich mir hiervon verspreche. Will ich einen Rat? Will ich mir das alles einfach nur von der Seele schreiben? Ich weiß es nicht...
Aber vielleicht wären Tipps gar nicht mal so schlecht...

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...
Irgendwie fühle ich mich durchgehend leer und überflüssig, kann mich phasenweise für nichts begeistern und fühle mich beim kleinsten Vorfall schuldig und mies.
Dann sind wieder diese Phasen in denen es mir plötzlich wieder etwas besser geht, bspw. wenn ich zeichne. Solange ich in der Schule mit Freunden beisammen bin, lache ich und bin gut drauf, sobald der Unterricht losgeht oder ich zuhause bin, fühle ich mich wieder einsam und hege die trübsinnigen Gedanken über Tod und die Welt. So ne richtig schlimme Melancholie eben.

Diese "Phase", wie es jetzt viele betiteln werden, geht nun schon knapp ein Dreivierteljahr und scheint kein Ende zu nehmen. Den eben beschriebenen Höhepunkt habe ich erst seit zwei Monaten.

Ich fühle mich ausgelaugt und kraftlos, meine Noten leiden erbärmlich und nächstes Halbjahr habe ich Prüfungen. Hinzu habe ich das Gefühl niemanden mehr trauen zu können und bin allmählich paranoisch davon überzeugt, vom Pech verfolgt zu sein (erst geht mein Laptop kaputt, dann mein Handy, ich vergesse alles wichtige, schreibe nur schlechte Noten und so weiter...).

Ehemals habe ich meine innersten Gefühle und Ängste nur einer Person mittgeteilt, einem Internetfreund, den ich nun schon ein Jahr lang kenne. Doch er hatte von einem Tag auf den anderen den Kontakt abgebrochen, nur einen Monat nachdem ich ihm unter Tränen von meinen Selbstmordgedanken erzählt habe, bzw. mit ihm darüber geschrieben habe. Er hat mich getröstet und ich habe plötzlich das Gefühl gehabt, ihm alles sagen zu können.
Ich!
Ein extrem misstrauisches Weib, das extreme Schwierigkeiten hat, über seine Gefühle zu reden.
Und dann hat er den Kontakt beendet...

Ich habe es anfangs gar nicht wahrgenommen, auch wenn es mich sehr verletzt hat. Aber dann wurde meine Stimmung immer schlimmer, ich habe mich für alles verantwortlich gefühlt, verlor das Interesse an diversen Hobbys und konnte mich nicht einmal mehr richtig gegen die Launen meiner Stiefmutter erwehren. Mein dickes Fell war quasi abrasiert worden (Metapher ;D) und ihre Sticheleien trafen genau ins Herz.
Nachts habe ich geweint und bei einem dieser Anfälle einfach den Kontakt zu weiteren Internetfreunden abgebrochen. Natürlich wollten sie wissen was los sei, doch ich konnte es ihnen nicht sagen, da ich nicht zugeben wollte, dass es mir schlecht ging...
Oder ich wollte ihre Hilfe auch nicht...
Oder ich wollte nur Aufmerksamkeit...
Ich weiß es selber nicht.
Mittlerweile hätte ich sie gerne wieder angeschrieben, doch meine Angst vor ihrer Abweisung ist viel zu groß...
Aber sie fehlen mir so sehr, da sie lange Zeit die Einzigen waren, zu denen ich eine Art Verbindung hatte. Ja, ich habe mir wirklich eine Menge verbaut.

Die letzten Tage habe ich in dieser Stimmung verbracht, wobei Musik plötzlich wieder ein nahezu lebenswichtiger Faktor für mich geworden ist.
Ich lasse momentan einfach niemanden mehr an mich ran und vergrabe mich in meiner eigenen Welt. Dabei habe ich mir geschworen, dies nie wieder zutun.

Letzte Woche hatte der damalige Internetfreund dann plötzlich über Facebook geschrieben. Es war ein Absturz für mich, ein riesiger!
Er besaß die Frechheit nachzufragen, ob es mich damals verletzt hat...
Ich habe ihm die Wahrheit gesagt, vieles jedoch verschwiegen, obwohl ich eigentlich diesen riesigen Redebedarf hatte! Ich könnte heulen, weil ich mich einfach so allein auf dieser großen weiten Welt fühle...

Niemanden kann ich trauen, das ist meine Auffassung.
Er hat mir angeboten, dass ich ihn über WhatsApp anschreiben kann und ich bin hin und her gerissen. Ich vermisse ihn so abartig dolle dass es wehtut, er war sowas wie mein Bruder für mich.
Aber meine Freunde haben mir geraten es zu lassen und das tue ich bisher auch...
Aber es tut so weh...
Kann mir da einer einen Rat geben?

Ich habe keine Familie, keine richtige jedenfalls. Mit denen kann ich nicht reden, dafür fühle ich mich ihnen einfach zu fremd.

Ich muss gestehen, ich habe einfach keine Ahnung was mit mir los ist und habe auch große Angst, dass ich mir in einer unbedachten Handlung etwas antue. Selbstzweifel sind ja nichts Neues mehr für mich, aber es geht mir wirklich sehr auf den Sack!

Auch die Tatsache, dass ich noch niemals im Leben verliebt war, treibt mich in den Wahnsinn! Ich habe das Gefühl, alle in meinem Jahrgang hatten mal eine Beziehung oder waren zumindest in jemanden verschossen, doch bei mir war da einfach nichts! Noch nie!
Gut ich bin gerade mal fast 17, aber das ist doch unnatürlich oder nicht?

Ich habe Zukunftsängste und das Gefühl, die Sorgen erdrücken mich...
Es mag ja sein, dass das in meinem Alter "total normal ist", aber es muss doch was geben, was meinen Absturz auffängt...oder?
 

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marut

Aktives Mitglied
oki, ich fang mal an.
also mich persönlich würde es interessieren, warum es diesen kontaktabbruch gab. das würde ich auf jeden fall fragen. und die distanz zu ihm wahren würde ich auch, also keine whatsapp kontakt oder dergleichen, denn offenbar ist er jmd, der abhaut und einen im stich lässt, wenn es problematisch wird.

schreibst du tagebuch? ich weiss, ich empfehle das vielen, aber es ist auch wirklich eine sehr gute möglichkeit, seine gedanken zu ordnen, als sie nur ständig in fortgesetzten grübeleien im kopf zu wälzen.
 
P

Puzzlestück

Gast
@marut
Ich habe eine Zeitlang (mit 14) Tagebuch geführt, jedoch endete das damit, dass ich nur negative Dinge aufgeschrieben und Abschiedsbriefe hineingeschrieben habe.
Also wirklich hilfreich war es nicht.

Allerdings würde ich deinen Rat sehr gerne beherzigen. Jetzt, wo ich "reifer" bin, könnte es sicherlich anders verlaufen ^^.
Danke dafür :)
 

marut

Aktives Mitglied
hallo puzzlestück, guten morgen :)
das 'negativ'-werden meiner tagebucheinträge kenne ich auch. ich habe dafür dann einen guten tipp bekommen, den ich beherzigt habe und nun gern an dich weiter reiche.
am sinnvollsten ist ja das tagebuchschreiben, wenn man sich, seine gedanken und gefühle und sein verhalten quasi wie in einem aufsatz ordnet und analysiert. sich den schmerz von der seele schreiben ist aber was anderes. es ist eher so, dass man seine seele dadurch von als negativ empfundenen gedanken und gefühlen reinigt. bei diesem reinigungsschreiben wird das tagebuch sozusagen zum mülleimer für all den seelenballast, der sich so anhäuft und kann manchmal ein regelrechtes auskotzen sein (verzeih den kraftausdruck).
beides ist wichtig.
wenn man nun merkt, dass man sein tagebuch eher zur reinigung benutzt, dann versuche folgendermaßen vorzugehen. schreibe nur solange es aus dir heraus fließt. wenn du eine pause machst, ist der schwall auch schon vorbei, es ist kontraproduktiv, sich da nochmal und nochmal reinzusteigern (anders ist es beim ordnen und analysieren, da sind gedankenpausen wichtig). wenn sich also der seelenmüllschwall ergossen hat, was du an besagter pause merkst, dann entferne diese seite aus deinem tagebuch (deshalb wichtig, immer auf neuer seite beginnen). diese entfernten seiten knüllst du zusammen und verbrennst sie in einer kleinen schale, am besten im freien, auf dem balkon oder dergleichen. wenn das papier brennt, sage 'möge all mein schmerz, möge aller schmerz in dieser welt genau wie dieses papier in flammen aufgehen, zu rauch und asche werden und vergehen.'
 

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