Mein Sohn hat auch ADHS und hatte immer Schwierigkeiten in der Schule. Freunde hatte er nicht.
Als er aufs Gymnasium übergetreten ist, ging gar nichts mehr. Er war an allem schuld, hat nur gestört, es sollte sich "was ändern" oder er hätte die Schule verlassen müssen. Mein Sohn war schon damals seit Jahren in Behandlung, hat Medikamente genommen und Therapien durchlaufen.
Als letzte Möglichkeit gaben wir ihn in eine kinder- und jugendpsychiatrische Klinik, damit er dort evtl. noch besser mit Medikamenten eingestellt werden kann oder noch andere Therapien bekommt. Er wollte freiwillig hin, weil er so nicht weitermachen wollte.
Das Fazit nach fast 3 Monaten Klinik, in der er ohne/mit/mit verschiedenen Medikamenten usw. beobachtet wurde: Er wird es nie schaffen, sich in einer Klasse mit über 30 Schülern und ständig anderen Lehrern konzentrieren zu können.
Über die Klinik wurde das Jugendamt verständigt und Eingliederungshilfe beantragt.
Seit der 6. Klasse ist mein Sohn in einem Internat, das zum größten Teil vom Jugendamt bezahlt wird. Er ist inzwischen auf ein anderes Internat speziell für Oberschüler gewechselt. Er kommt sehr gut zurecht, hat viele Freunde und die Noten sind o.k.
Wir haben zwei mal im Jahr ein Hilfeplangespräch mit Eltern, Jugendamt, Lehrer, Sozialpädagogin, Kind, wo die Fortschritte vor allem im Sozialverhalten besprochen werden und neue Ziele gesetzt werden.
Für uns ist das wie eine 6 im Lotto - mein Sohn hätte auf einer staatlichen Schule keine Chance gehabt!
Vielleicht kommt für euch sowas in Frage? Es ist nicht leicht, eine Förderung vom Jugendamt zu bekommen, aber man darf nicht aufgeben! Unsere ist sogar noch nach der 10. Klasse verlängert worden bis zum Abitur, was alle für unmöglich gehalten haben.
Es ist sehr, sehr schwer, sein Kind in ein Internat zu geben (er ist fast 300 km weg), aber es war wirklich das beste für ihn!