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Abzweigung

D

D...

Gast
Im Grunde ist das Leben ein langer Weg.
Ein langer Weg mit vielen Abzweigungen, Kreuzungen, Einbahnstraßen, und Nebenwegen.
Und mit vielen Stopschildern, Umleitungen und Baustellen.

Es gibt aber auch Abzweigungen, die ein plötzliches Ende haben.
Man biegt sozusagen falsch ab und schon ist man verloren.
Diese Abzweigungen sind anders als Einbahnstraßen. Bei Einbahnstraßen gibt es noch die Möglichkeit umzudrehen, was man auch früher oder später tut.

Aber es ist etwas anderes,wenn man falsch abbiegt. Denn der Weg des Lebens hat auch böse Überraschungen zu bieten.
Man biegt ab in eine Nebenstraße, die wunderschön aussieht, ähnlich wie eine Allee. Rechts und Links Kirschblüten-Bäume in ihrer vollen Pracht und die Sonnenstrahlen überfluten die Nebenstraße.
Voller Erwartung geht man sie also entlang.

Doch irgendwann wird alles um einen herum anders. Die blühenden Bäume verlieren ihre Farbe und gehen in dunkle Schatten über, die bedrohlich wirken.
Der gesamte Weg verliert an Ausdruckskraft und wirkt grau. Eine erschreckende, dunkle Aura liegt in der Luft.
Man fürchtet sich,will umkehren, erst langsam, dann beginnt man zu rennen. Doch es nützt nichts. Man wird zurückgezogen, wie von einer unsichtbaren, starken und bösen Macht.
Dann wirkt alles verschwommen, man kann nichst mehr klar erkennen.
Alles ist weg und verzehrt. Man selbst schwebt jetzt förmlich, wird von der Macht gezogen. Immer schneller. Quadrate, Kreise und Formen rauschen vorbei, wie der Wind,der um die Ohren saust.
Es herrscht keine Stille mehr. Es ist laut und man hört Stimmen. Schreie, die von Qualen zeugen und von Schmerz.
Die Schnelligkeit macht schwindelig und betäubt. Die Schreie schmerzen und scheinen den Kopf zu zersprengen.
Man will das es aufhört, wünscht sich, nie in diesen Weg eingebogen zu sein.
Die zunehmende Dunkelheit macht fast krank. Man bekommt Angst und wird immer schneller gezogen.
Dann taucht vor einem ein großes Loch auf. Es leuchtet weiß und strahlt Geborgenheit aus und Ruhe und Stille.
Man steuert auf das Loch zu und wird hindurch gezogen.
Danach stürzt man. Und alles reißt und verschwindet. Die Dunkelheit zieht ab und das Nichts erscheint.

Dann ist der Sturtz zu Ende. Man ist weich gefallen. Auf weichen, sauberen, Sand. Er ist ganz fein und stahlend weiß.
Langsam verschwindet das Nichts. Das Wahrheit kehrt wieder. Formen und Figuren entstehen und es herrscht Ruhe.
Richtiger Frieden mit Ruhe.
Man liegt im feinen Sand und fühlt sich tot. Die Kraft des Körpers ging mit der fremden Macht. Was bleibt ist die tote, müde Hülle.

Man erhebt sich und blickt umher. Rechts Klippen, links Klippen, geradeaus Klippen. Man befindet sich auf einem erhobenen Felsen umgeben von Klippen.
Doch sie wirken beruhigend, strahlen etwas Bekanntes, Heimisches aus. Etwas, was man von Herzen liebt und was Hoffnung schenkt.
Nur ein Gedanke: zur Klippe.
Schritt für Schritt zur Klippe.

-nur einer-

Immer weiter in Richtung Erlösung.

-nur einer-

Das Meer ist schon zu hören. Wie es sanft rauscht.

-nur einer-

Das Herz klopft. Der Takt gibt den Rythmus der Schritte an.

-nur einer-

Der Rand der Klippe ist in Sicht. Noch einen großen Schritt, dann hat man ihn erreicht.
Stille, Ruhe ist zu hören. Kein Meer, kein Herzklopfen, keine Schreie.
Nur Stille.
Man sieht hinunter und erkennt die Leere, die sich mit dem Schwarzen und dem Nichts verbunden hat. Und doch erkennt man etwas Schimmerndes.
Etwas, das Wärme ausstrahlt und Geborgenheit.
Das Ziel ist ganz in der Nähe

-Nur einer-
Nur ein Schritt. Nur einer.
Dann geht es abwärts und man durchbricht das Nichts und die Dunkelheit und kommt an, am Ziel. Im Paradies.
Und man sieht schon das Schreckliche zerstört und den Frieden hergestellt.
Volkommenheit und Erlösung.
Nur ein winziger, kleiner Schritt in ein besseres Leben.

Doch was geschieht?
Ich drehe mich um! Aus Angst?
Schnellen Schrittes entfernt man sich von den Klippen.

Etwas Riesiges in einem sträubt sich, will endlich diesen kleinen Schritt tun, doch man beginnt zu rennen.
Wie man noch nie gerannt ist.
Wieder beginnt alles zu verschwimmen.Doch diesmal ist es die eigene Kraft die einen zieht. Es wird warm und die Stimmen kehren wieder. Sie lachen und freuen sich.Sie motivieren, feuern an.
Die Kraft kehrt zurück in den Körper.
Man darf sich nicht umdrehen! Die Dunkelheit liegt noch auf der Lauer.
Doch mit jedem Schritt bleibt sie ein weiteres Stück zurück. Das Herz pocht wieder, helles Licht erscheint am Ende des Weges. Das gielt es jetzt zu erreichen. Mit letzter Kraft, so Gott es denn will. ...

Dann ist alle vorbei.

Man macht die Augen auf und findet sich auf dem Hauptweg des Lebens wieder. Nichts ist mehr zu erkennen von der Abzweigung, von der Nebenstraße.

Erschöpft ist man, mehr als je zuvor, doch ein anderes Gefühl ist viel stärker und verleiht eine unglaubliche Macht.

Es ist Glücklichkeit.

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Den Text schrieb ich schon vor etwas längerer Zeit, aber ich finde,er passt hier hin.

D...
 

Hallo D...,

schau mal hier: Abzweigung. Hier findest du vielleicht was du suchst.

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