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Absolute Midlife Crisis mit 32

Die Diagnose und auch eine Behandlung können ja auch noch im Erwachsenenalter erfolgen.
Bin auf der Warteliste und hab wohl viele Anzeichen die darauf hinweisen. Ja genau deswegen wollte ich in Verhaltens- und Medikamentösetherapie gehen.

Ich war schon in Therapie wegen ner Depression. Aber halt Medikamentös bei nem Chefarzt.
 
Ich finde, du bist zu hart zu dir selbst.

Softwareentwickler ist was das berufliche Ansehen betrifft mittlerweile doch quasi auf einer Stufe mit Rechtsanwalt oder Arzt. Bei mir kriegen jedenfalls immer alle große Augen, wenn ich sage, dass ich Softwareentwicklerin bin. Software muss außerdem nicht immer langweilig sein. Es gibt schließlich auch Produkte, die durchaus wichtig sind. Etwa in der Medizin, Luftfahrt, bei Banken, Industrie 4.0, auch die Zukunft des Autos liegt in Software. Da wird sich doch gewiss irgendetwas finden, wofür du dich begeistern kannst.

Es kann sein, dass du nicht direkt auf deine Wunschposition kommst. Aber dann merkst du dir, wo du hin willst und suchst dir das Nächstähnliche.

Es gibt neben ADHS übrigens auch ADS, ohne das H. Das habe ich, ich bin ebenfalls superschnell abgelenkt. Auch ich habe aber diese Spitzenzeiten. In meinen Augen sogr intensiver als "normale" Kollegen. Diese Spitzenzeiten nutze ich dann, um volle Power zu bringen. Und achte eben darauf, dass ich in Firmen und Projekten komme, die mich interessieren, bzw. die mich zwar nicht immer interessieren, aber bei denen ich weiß, dass sie ein gutes Sprungbrett sind hin zu wo ich wirklich hin will.

In Spitzenzeiten notiere ich mir einfach immer, wie ich was programmieren will. So Pseudocode mäßig, mit leeren Klassen und Methodenkörpern, manchmal auch nur auf dem Papier existent. Wenn der Plan erst mal steht, kann ich auch bei schlechter Konzentration weiterarbeiten, etwa indem ich die einfacheren Methoden schon mal ausimplementiere, bis ich mich wieder besser konzentrieren kann und zu den schwierigeren Teilen übergehe. Oder ich nutze konzentrationslose Zeiten, um Kollegen zu helfen, Fehler zu fixen, die mir auch schon ein paar Mal über den Weg gelaufen sind.

Weißt du, ich kann dich schon irgendwie verstehen. Dank ADS und psychischen Problemen hatte ich auch eeewig studiert, war erst mit Ende 20 mal fertig (mit dem B.Sc. den Master mache ich im Schneckentempo neben dem Job). Das nagt natürlich sehr am Selbstbewusstsein. In meinen Traumjob kam ich nicht rein, da hätte ich schon in Regelstudienzeit nen 1er Schnitt samt Master gebraucht, um da direkt genommen zu werden. Also habe ich eben eine Stelle bei einem Dienstleister angenommen, der schon mal in die richtige Richtung geht, um Erfahrung zu sammeln.

Mir geht es jedenfalls besser, seit ich die Karriere nicht mehr so wichtig nehme. Ich starte morgens meinen Rechner, gebe so viel, wie ich heute eben kann und abends fahre ich ihn wieder herunter. Es gibt Tage, da habe ich viel geschafft und solche, da hätte ich auch gleich im Bett bleiben können. Aber mit weniger Eigendruck klappt es schon besser.

Und: nur weil du jetzt noch nicht so weit gekommen bist wie andere, muss das nix für die Zukunft heißen. Als ich vor 5 Jahren endlich mit dem Studium fertig war, fühlte ich mich auch als Versager. Aber ich habe die letzten 5 Jahre Gas gegeben (so gut es eben ging) und überall versucht, das Positive zu sehen, selbst wenn mal was nicht so lief. Chancen ergriffen, wenn sie mir über den Weg liefen (etwa besserer Job). Haben früher noch manche über mich und meinen beruflichen Misserfolg gelacht, ist ihnen das Lachen längst vergangen. Dabei war der berufliche Aufstieg so gar nicht geplant, der kam mit der Zeit von alleine. Ich habe mich einfach immer mehr in Bereiche vertieft, die mich schlicht interessierten und ja, irgendwie ging es dann steil nach oben.

Und glaub nicht alles, was andere alles sagen. Wer weiß schon, was der eine an dem Satelliten gearbeitet hat. Vielleicht war seine "Arbeit" derart wertvoll, dass der Satellit noch 3 Monate früher ins All geschossen worden wäre, wäre er einfach "krank" zuhause im Bett geblieben. Oder er macht was eigentlich völlig triviales. Du glaubst nicht, wie viele Leute ich kenne, die nach außen hin totale Großkotze sind, aber kennt man mal Kollegen von denen, hört man ganz anderes...

Daher: geh in Therapie, versuche, aufzuklären, ob du AD(H)S hast und was man ggf. dagegen tun kan. Gib einfach von jetzt an das Beste (im Rahmen deiner Möglichkeiten) und halte die Augen offen nach Chancen.
 
Whut?😳
Wieso denn das? Willst du Medizin studieren oder denkst du es würde diese Leere ausfüllen? Während meines Pflegepraktikums im Sommer hab ich auch herumfantasiert. Ich war so fasziniert von den Kitteln und der Wichtigkeit die sie ausstrahlen. Ich hab mich informiert. Nach der Ausbildung (mit 28) müsste ich ein paar Jahre arbeiten um das ohne Abi zu machen. Am Ende bin als Assistenzärztin in den vierzigern und dann kommt noch die Facharztausbildung... Also ich will dir nichts ausreden aber Medizin muss man wirklich wollen sonst verschwendet man nur seine Zeit. Selbst mit nem einser Abi hätte ich das nie Medizin studiert.
Das Altersargument sehe ich beim TE hier nicht. Er ist jetzt 25 - da ist er beim Medizinstudium in allerbester Gesellschaft, denn durch die strengen Zugangsvoraussetzungen fangen sehr viele erst später an. Finge er jetzt direkt an mit dem Studium wäre er mit Anfang 30 zumindest schon fertiger Assistenzarzt. Die Facharztausbildung dauert zwar noch einmal, aber man verdient bis dahin ja schon gutes Geld. Außerdem will auch nicht jeder als Arzt arbeiten, so dass die FA-Fortbildung noch nicht einmal zwingend ist.

Wo ich zustimme ist, dass man Medizin wirklich tief in seinem Inneren wollen muss, sonst werden die Phasen des Studiums problematisch, an denen es extremst lernintensiv wird oder auch megauninteressant. Als jemand, der bereits einmal Probleme mit Depressionen hatte und womöglich auch mit ADS eine besondere Herausforderung in Sachen Konzentration, sollte du @BehindHorizon dir diesen Schritt wirklich SEHR gut überlegen. Du schreibst auch, dass du schon einmal wegen Depressionen in Behandlung warst. Solltest du tatsächlich Arzt werden wollen wird man da zumindest genauer hinschauen, wenn du die Approbation beantragst. M. W. brauchst du ein Attest bzgl. psychischer Gesundheit; ich weiß allerdings nicht sicher, was genau attestiert werden muss.

Mich wundert ein bisschen, dass im Leben des TE so unterschiedliche Disziplinen im Fokus sind. Ein IT-ler, der ja vorrangig mit Prozessen arbeitet, hat m. E. nicht viel gemein mit einem Humanmediziner. Einmal mehr sieht es so aus als wüsste der TE noch nicht so wirklich, wohin für ihn die Reise grundsätzlich gehen soll.

Und glaub nicht alles, was andere alles sagen. Wer weiß schon, was der eine an dem Satelliten gearbeitet hat. Vielleicht war seine "Arbeit" derart wertvoll, dass der Satellit noch 3 Monate früher ins All geschossen worden wäre, wäre er einfach "krank" zuhause im Bett geblieben. Oder er macht was eigentlich völlig triviales. Du glaubst nicht, wie viele Leute ich kenne, die nach außen hin totale Großkotze sind, aber kennt man mal Kollegen von denen, hört man ganz anderes...
Den Beitrag von Sofakissen finde ich ganz hervorragend, möchte vor allem aber auch diesem Zitat uneingeschränkt zustimmen. Ich habe so viele Schaumschläger in meinem Berufsleben kennengelernt - was da über eigene Leistungen schwadroniert wird oder auch wie man andere wahrnimmt, passt unglaublich oft nicht ansatzweise dazu, was wirklich dahinter steckt.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Pfefferminzdrops
Im Titel steht doch dass er 32 ist😅
Ich bin 25. Ich hab aber kein Abi und hab beschrieben wie mein Werdegang wäre. Ich müsste erst die Ausbildung beenden (3 Jahre) und Berufserfahrung sammeln weitere 3 Jahre (ca). Dann wäre ich so alt wie der TE und würde das Studium beginnen. 6 Jahre Studium und 6 Facharztausbildung. Mit 43/44 wäre man fertiger Arzt.... Na ja eigentlich geht das noch🤔
Aber dann müsste man hochmotiviert...
Ups... hatte iwie auch beim TE 25 im Kopf und den Titel gar nicht mehr beachtet 😀. Bei Anfang 30 wäre ich dann allerdings auch skeptisch. Zwar gibt es auch so alte Medizinstudenten, aber die sind dann doch eher seltener. Beim Studium der Medizin, das ja nicht wegen des Schwierigkeitsgrades, sondern der nicht zu bewältigenden Fülle des Lernstoffs als extrem stressig gilt, halte ich auch soziale Kontakte fast schon für unerlässlich. Dass alte und junge Studis sich finden mag zwar in Einzelfällen klappen, halte ich aber tatsächlich eher für die Ausnahme als die Regel. Und so ganz allein mit ganz viel Frust und noch mehr Lernstoff.. das stelle ich mir tatsächlich schwierig vor.
 
Also, du bist Softwareentwickler mit nicht ganz linearem Lebenslauf, aber dafür auch mit vielen Kompetenzen, die sich aktuell auch in einem guten Gehalt widerspiegeln. Es könnte schlimmer kommen, meinst du nicht?
Ist es wirklich dein innersten, tiefster Wunsch, Arzt zu werden? Dann würde ich dir raten a) zu einer Studienberatung an der Uni zu gehen und b) mit einem Arzt in Ausbildung zu sprechen. Wenn du es dann immer noch willst, go for it!
Wenn du glaubst, als Arzt deine innere Lehre füllen zu können, dann ist das ein Trugschluss. In dem Fall müsstest du dich fragen, was dir wirklich fehlt. Eine Aufgabe, Anerkennung, eine Gemeinschaft, ein Hobby, eine Familie? Das wären Dinge, die du auch abseits des Jobs haben kannst, vor allem als erfolgreicher Softwareentwickler.
 
Hallo BehindHorizon,

ich kenne dieses Gefühl, sich mit anderen ständig vergleichen zu müssen und dann irgendwie immer schlecht abzuschneiden. Das ist ein Zeichen von Unsicherheit, fehlendem Selbstbewusstsein, falschem Umfeld oder Einsamkeit. Auch Ziel- und Orientierungslosigkeit führen dazu, dass man sich gerne mit anderen vergleicht und sich dann immer Sachen herauspickt, die man selbst gar nicht möchte.

Du hast das mit den Ärzten und Rechtsanwälten erwähnt, die sie jetzt (angeblich) sind. Das ging bei mir auch ewig so. Die anderen haben es ja viel besser und die machen richtig, nur man selbst nicht.
Aber weißt du, es ist ja nicht nur so, DASS man z. B. Jura studiert und dann irgendwie Rechtsanwalt ist. Man muss auch ein guter Rechtsanwalt sein. Wenn du dein Studium beendest, dann bist du nur irgendwas auf Papier. Das heißt nicht, dass du damit im Leben auch Erfolg hast.
Oft ist es auch so, dass Kontakte eine große Rolle spielen. Das unterschätzt man immer gerne. Viele Menschen sind deswegen beruflich weit oben, weil man sie hineingeschleust hat, nicht, aufgrund ihrer Fähigkeiten.

Die Szene mit dem Satelliten-Typen kenne ich. Aber mal ehrlich: würdest du das wollen? Satelliten ins All schießen und einen Beruf haben, der so viel Prestige und Anerkennung bietet? Also, ich nicht. Ich will weder in Flughäfen arbeiten, noch in Krankenhäusern. Egal, was ich dann für einen gesellschaftlichen Status habe, eben WEIL sie einen so hohen Status haben. Das wäre mir irgendwie viel zu stressig, denn du musst als Arzt z. B. halt deine Arbeit immer richtig machen. Wehe, du machst einen Fehler. Dann bist du gleich gar nicht mehr glaubwürdig. Wenn ein Bürokaufmann etwas falsch macht, ist es nicht schlimm. Wenn aber ein Rechtsanwalt einen Fehler macht, kann die erheblichen Auswirkungen auf deine Karriere haben. Das ist eben so mit so Berufen, die hoch angesehen werden. Man verbindet große Erwartungen mit ihnen.

Du willst also Medizin studieren. Bist du dir denn sicher? Ist das so eine Torschlusspanik-Idee oder meinst du das ernst? Es gibt Berufe wie Arzt oder Steuerberater, die muss man lieben.
An deiner Stelle würde ich das lassen. Es ist sehr stressig und falls du ADHS haben solltest, wäre das sowieso keine gute Voraussetzung. Außerdem habe ich oft gehört, dass man Drogen bzw. Rauschmittel nehmen muss, um dieses Studium mental durchzustehen.

Dies wäre meine Meinung dazu - und alles was @Sofakissen gesagt hat.
 

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