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6. Semester und nun?

Silvestergirly

Aktives Mitglied
Hallo liebes Forum,



so langsam wird es mal Zeit meine Zukunft irgendwie zu planen... Und das fällt mir unheimlich schwer.

Mittlerweile bin mit 25 ich 6. Semester meines Bibliotheks- und Informationsmanagement Studiums, also beinahe durch. Schreibe schon an meiner BA, wenn auch noch nicht angemeldet, weil ich eben noch Kurse habe.

Das meine Chance in einer Bibliothek zu landen, sehr schwierig sind, weiß ich. Jedoch war das mal mein Traum und deswegen habe ich es ergriffen. Wieso war? Weil ich durch das Studium desillusioniert wurde. Schlechte Job Chancen, Schwierigkeiten beim Studieren, Teils Desinteresse für die Lerninhalte und keine Freunde unter meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen.

Natürlich, ich wusste das mit den Jobchancen schon vorher, aber es war eben mein Traum. Zudem wollte ich bereits ab dem 1. Semester abbrechen, habe es aber durch zureden von Kommilitonen, Familie, Studienberatung nicht gemacht. Der Gedanke kam immer wieder und im 4 und 5 Semester waren meine Depression teils so schimm, das ich benaihe wirklich mein Studium abgebrochen hätte oder pausiert hätte, um in die Klinik zu gehen.

Nun stehe ich hier so kurz vor meinem Abschluss in er Luft. Ich bin seit bald 6 Jahren mit meinem Partner zusammen, der hat eine super Anstellungen, unbefristet, wird dem nächst verbeamtet und daher kann ich nicht weitweg ziehen und muss hier im Norden bleiben. Der Norden ist super super mau mit Stellenausschreibungen. Im Süden sieht das natürlich komplett anders aus. Aber dafür müsste wir vieles aufgeben bzw. ich müsste dann wohl meinen Freund, Familie und Freunde aufgeben, was ich nicht möchte.

Was ich sonst noch mit meinem Studium machen kann, fällt mir sehr schwer herauszufinden.

Ich weiß zwar, dass viele in Verlage wollen (noch unwahrscheinlicher + keine Erfahrung = doppelt so unwahrscheinlich), manche gehen in PR Agenturen, manche in die IT-Branche..

Ich selber habe mich aber bei der Modulwahl mehr um Verlag und Öffentliche Bibliotheken orientiert, zwar auch Kommunikation aber IT weniger, weil die Dozentin das nicht unterrichten konnte. Ansonsten hätte ich es gern gemacht. Aber sein wir mal ehrlich. Welche IT-Firma stellt jemanden mit meinem Abschluss ein, wenn er jemanden mit einem Informationstechnologie oder Informatik Studium haben kann? Der hat weit aus mehr Ahnung und nicht nur mein unnützes Halbwissen.

Meine Option meinen Master zu machen, empfinde ich auch als Zeitverschwendung. Er geht zwar um die Arbeitsmöglichkeit in Medienfirmen wie Agenturen etc, um internationale Kommunikations- und Medienwissenschaft (neben dem Bibliothekskram), da mir aber der Bachelor schon keine Freunde bereitet hat und der Master so breit ausgefächert ist, dass ich mir meinen Schwerpunkt selbst legen muss, wäre ich nach dem Master Studiengang genau dort, wo ich jetzt auch stehe.

Natürlich habe ich mir immer gedacht, du machst neben bei nochmal Praktika, orientierst dich, knüpfst Kontakte in anderen Bereichen außer Bibliothek. Dazu kam es aber nie, weil ich a) selbst in den Semesterferien viel zu tun hatte, b) ja nicht wusste, was wohin und wie und c) Angst hatte, dass das mir nichts bringen wird und das mich niemand als Praktikant einstellt.

Ich überlege immer und immer wieder, was ich denn noch machen kann und das einzige was sich mir erschließt ist, eine andere Ausbildung, ein anderes Studium zu machen. Aber ich habe keine Lust mehr zu studieren. Das liegt mir null und ich bin kein Theoretiker und auch nicht sonderlich gut (mein Stand bisher ist 2,0). Und für eine Ausbildung nimmt mich sicher in diesem Alter keiner mehr, zudem wüsste ich nicht mal annähernd was ich denn machen sollte, weil mir eifnach nichts liegt.

Ich habe das Gefühl mein Leben total gegen die Wand gefahren zu haben. Und ich bereue es so sehr, dass ich diese Studium überhaupt angefangen habe...

Hat einer vielleicht einen Rat? Steckt oder steckte in einer ähnlichen Sitution und hat Tipps und Hilfen?

Mich blockiert diese Angst so sehr und ich habe echt das Gefühl, 3 Jahre verschwendet zu haben.

Danke,
Sil
 
Hallo Sil,

mir geht es ähnlich..
Zunächst einmal solltest du auf jeden Fall den Bachelor noch zu Ende machen, es ist gut dass du das noch zu Ende durchziehst (alles andere würde die Situation noch verschlimmern).
Was mir insgesamt einfallen würde:
1) In vielen Studiengängen hat man im Master nochmal die Gelgenheit, seinen kompletten Schwerpunkt zu ändern. Außerdem ist es oft so, dass der Master als viel angenehmer empfunden wird als der Bachelor, sofern man mehr Wahlmöglichkeiten hat was man belegen kann. Du könntest sich z. B. erkundigen ob es auch in deinem Studiengang so ist.
2) Bzgl. Praktika gehört etwas Eigeninitiative und ein bischen Mut dazu, wovon du scheinbar noch eine Portion gebrauchen könntest. Wenn du aber ein Praktikum zu deinem Fach machen willst, dann wird meistens vorausgesetzt, dass du eingeschriebener Student bist- d. h. in deinem Fall solltest du da zumindest formal Masterstudent sein.
3) Mit 25 ist es noch nicht zu spät von vorne anzufangen, nach deinen Schilderungen wäre eine Ausbildung besser. Eine Freundin von mir hat mit 26 ihren BWL-Bachelor abgebrochen (sie hat mit 19 Jahren angefangen zu studieren) und macht jetzt eine Ausbildung als Industriekauffrau. Es gibt sehr viele in deinem Alter und älter, die sich nochmal umorientieren; Außerdem würdest du ja dann auch schon etwas Geld verdienen. Vielleicht findest du einen Ausbildungsberuf, indem für dich einiges aus dem Studium - wenn auch im weitesten Sinne- zum Vorteil werden könnte? Mir würde z.B. eine Ausbildung als Medienkauffrau/Medienkaufmann einfallen.

Falls dir oben genanntes nicht schon in den Sinn gekommen ist, würde ich dir raten die obigen Punkte mal durchzugehen und dann für dich zu entscheiden. Ich weiß dass die Hürde dazu etwas aufzuhören und was neues anzufangen sehr sehr hoch ist, du kannst aber dann stolz auf dich sein einen Bachelor zu haben und dir stehen damit trotzdem noch mehr Türen offen, als dir vllt bewusst ist, denn: Auch wenn du nochmal was neues anfängst- dein Lebenslauf scheint bei weitem nicht so zu sein, dass du nirgendwo Chancen hättest, insbesondere hast du nichts, was man verstecken muss oder wofür man sich schämen muss und hast denke ich gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz in einem Ausbildungsberuf, der bewerbertechnisch nicht so extrem überlaufen ist.

Viel Erfolg
 
Du musst Dir überlegen, was Du arbeiten willst. "Studieren" an sich bringt doch nichts.
Schreib´ DIch kurz vor Studienende in einen zulassungsfreien Studiengang ein bzw. bewirb´ Dich, weil Du dann nicht unter die Zweitstudienregelung (mit Begründung) fällst. Und dann geh´ ein Jahr arbeiten bzw. Praktika machen in verschiedenen Bereichen, damit Du einen Einblick bekommst, was Du willst und was nicht.
 

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