Am Anfang - nach dem Onboarding - die ganzen Abläufe kennenzulernen, sorgfältig zu arbeiten und gleichzeitig die täglichen KPIs zu erfüllen. Am Anfang habe ich sogar mehr gemacht, als täglich gefordert wurde, dann aber gemerkt, dass ich die Kundenaufträge nicht sorgfältig abarbeiten kann, weil es zu vielen wurden.
Jetzt mache ich weniger Anrufe (und schaffe die täglichen KPIs nicht), arbeite dafür aber sorgsamer und fühle mich langsam sicherer.
Du müsstest mir erstmal erklären, was genau mit „KPIs“ gemeint ist. Bitte bedenke, dass viele diese Begriffe nicht automatisch verstehen – was genau steckt dahinter, welche Priorität haben sie, und woran wird konkret gemessen?
Meinst du damit so etwas wie messbare Vorgaben – z. B. eine tägliche Zielzahl an Aufgaben, die du erfüllen musst? Wenn ja, dann klingt das stark nach quantitativer Leistungsüberwachung – das sollte man klar benennen.
In vielen Unternehmen ist es leider so, dass man nach einer sehr kurzen Einarbeitung direkt ins volle Programm geworfen wird – am besten sofort produktiv und unter Zeitdruck.
Ich kenne das selbst: Man hat keine echte Gelegenheit, sich einzuarbeiten oder Zusammenhänge gründlich zu verstehen – man soll einfach sofort „funktionieren“. Das ist ein strukturelles Problem.
Dein Text wirkt stellenweise so, als hättest du dir durch übermäßigen Ehrgeiz und Pflichtbewusstsein selbst unnötig viel Arbeit und Druck gemacht.
Ich sage das nicht vorwurfsvoll, sondern als Hinweis: Vielleicht wäre es klüger, bewusst einen Gang runterzuschalten – gerade am Anfang. Lass dich nicht verrückt machen von diesen KPIs. Auch bei uns wird nicht jede Monatszahl erreicht – und viele langjährige Mitarbeitende kennen ihre kleinen „Tricks“, um die Statistik schön aussehen zu lassen. Das sagt schon viel aus.
Ich weiß natürlich nicht, wie dein Unternehmen konkret mit Zielverfehlungen umgeht. Aber die Frage ist: Welche realen Konsequenzen drohen dir überhaupt, wenn du bestimmte Kennzahlen nicht erfüllst? Wird das wirklich sanktioniert – oder erzeugst du selbst gerade mehr Druck, als nötig wäre?
Lass dich nicht ausbeuten. Mach deinen Job gut – ja. Aber vergiss nicht: Du bist kein Roboter.