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36 - fehlende Berufung - kein Akademiker - keine Chance mehr - lebensmüde HILFE

Regenwolke17

Neues Mitglied
Hallo Mitleidende. Ich wende mich jetzt doch mal an das Forum, da ich überhaupt keinen Ausweg mehr sehe und langsam nicht mehr kann. Mein berufliche Laufbahn ist leider alles andere als rosig verlaufen. Mit 18 vom Gymnasium runter wegen privater Probleme (u.a. Scheidungskrieg der Eltern), danach abgeschlossene kaufmännische Ausbildung (notentechnisch gut), aber nur befristeten Vertrag bekommen, deswegen in eine andere Firma gegangen. Dort 2 Jahre lang regelmäßig nach der Arbeit weitergebildet zum Betriebswirt (Abschluss Note Gut).

Dies hat mir in der Firma nichts gebracht, wieder in eine andere kleine Firma gegangen, dort nun Jahre lang mehr oder weniger Mädchen für alles gewesen (Einkauf, Verkauf, Buchhaltung, EDV usw..), bei mäßiger Bezahlung. Leider schreibt die Firma schon seit geraumer Zeit rote Zahlen, so dass dies auch keine Zukunft mehr hat. Dazu kommt mittlerweile eine gewisse Abneigung gegen die Arbeit ansich, da ich es als eine Spießrutenlauf ansehe um zu überleben, sehe aber keine Möglichkeit mehr sich etwas aufzubauen. Erst kürzlich las ich einen Artikel in dem die heute 25-45 Jährigen als Verliergeneration bezeichnet wird. Selbst ein Besserverdiener könne sich heute nur noch schwer Eigentum aufbauen. Viele sagen mir Arbeit bzw. den Hintern aufreißen lohne sich nicht mehr. Dabei wirkt es auf mich schon demütigend wenn scheinbar alle um einen herum "Erfolg" verbuchen können. Der eine steigt zum Teamleiter auf, der nächste macht tolle Projekte, ein anderer arbeit für Daimler in Singapur, ein weiterer verdient nur durch einfache Ausbildung bei Daimler schon fast doppelt so viel wie ich, hat ständig Urlaub usw... Ich fühle mich ehrlich gesagt wie im falschen Film und entwickle ernsthafte Probleme mit hinreichenden Konsequenzen:

* Treffen mit Freunden/Bekannten werden mehr und mehr gemieden (aus Angst es könnte wieder Thema sein wie toll es bei anderen läuft)
* Innere Unruhe / Resignation / Lustlosigkeit (Gefühl alles läuft nur scheiße, manchmal starker Druck die Situation mit Gewalt verändern zu müssen, dadurch Impulsivität und Aggressionspotential sobald etwas zum eigenen Nachteil verläuft.
* Enttäuschung über Politik und Gesellschaft (ich sauge Misstände auf wie ein Schwamm und hadere)
* Beziehung läuft immer schlechter da ich gegenüber der Partnerin oft pampig bin und sehr oft schlechte Laune habe.

Der Gedanke jetzt mit 36 wieder was suchen zu müssen (ja was eigentlich?) versprüht in mir das Gefühl der Abgehängtheit, Chancenlosigkeit und totalem Versagensgefühl. Man könnte sagen ich bin dabei mich selbst zu zerstören. Für mich ist es kaum mehr möglich zu irgendwelchen Treffen zu gehen, da ich es nicht mehr ertrage als Einziger als beruflicher Verlierer dazustehen. Es erscheint mir alles sinnlos und manchmal denke ich sogar daran nicht mehr leben zu wollen. Ich bin nichts, ich kann nichts, das wird nichts mehr, wer will mich schon.. sind die Nr.1 Gedanken in meinem Kopf. Ich habe keine Ahnung was ich noch tun soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
Achejjjee...
was soll ich denn sagen die nicht mal eine Chance hatte eine Ausbildung zu machen?^^und ach,..es geht noch schlimmer,glaub mir.

Also,da deine Firma doch eh schon rote Zahlen schreibt ist es eine Frage der Zeit.
DU brauchst was anderes und hast noch die Chance selber zu schauen was auf dem Markt angeboten wird.

Mit einem lächeln bei Vorstellungsgesprächen und nicht nur den Gedanken das alles beschissen ist,kannst Du deine Vorstellungen wo du noch hin kommen möchtest,vllt auch mit teilen,..wenn dich der Ehrgeiz noch weckt und DU dich nicht das auf das "alle haben es besser" fokossierst"

...die Lücken/Firmen auf dem Markt findest,die Du ergänzen könntest und bei sichtlicher Anstrengung auch für Dich diese Extras heraus springen.

Wenn DU jetzt nicht kämpfst für das was dir vor schwebst,fährt der Zug weg.

Wie soll es dir damit erst gehen?..willst Du werden wie einer der jeden Tag auf "Gott und die Welt pöbelt",weil er nicht bekomme hat?
Ich glaube du musst dich da ein bisschen mehr anstrengen.Ich wäre FROH wenn ich die vorrausetzungen hätte,wie DU sie hast..

Ich wünsche Dir viel Geduld dafür und ein gutes Händchen für die suche einer guten ,großen und besseren Firma..und mit einem Lächeln geht ALLES gleich viel Besser,probiere das mal aus.


Lieben Gruß
schokoschnutte*
 
Ich glaube kaum, dass alle nur Karriere machen und supertolle Jobs haben. Schau Dir nur mal die Leute an, die den ganzen Tag auf dem Bahnhof herumlungern ... Wirklich zufrieden sind vielleicht 10 bis 15 %. Zufrieden sage ich. Denn Zufriedenheit im Job hat meist weniger mit hohen Gehaltszahlen zu tun als mit dem Erleben einer gewissen Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit.

Wenn Du auf solche Angebertreffen gehst, auf denen chronisch über die tollen eigenen Erfolge gelabert wird, so würde ich mir dies nicht antun. Meine Freizeit gehört eher Menschen, die ich sympathisch finde. Und bei Daimler solltest Du wissen, dass es sich - sehr vorsichtig ausgedrückt - auch nicht um ein lupenreines Unternehmen handelt (siehe zB hier: Kartell-Klagen: Daimler und Porsche drohen Milliardenklagen von Anlegern - Wirtschaft - Stuttgarter Nachrichten).
Ich bin nichts, ich kann nichts, das wird nichts mehr, wer will mich schon.. sind die Nr.1 Gedanken in meinem Kopf.
Mit 36 ist meines Erachtens noch eine Menge drin. Vielleicht besteht Dein Problem eher in einer Art Minderwertigkeitsgefühl. Du vergleichst Dich wohl auch zu viel (mit Blendern). Der wichtigste Maßstab bist Du selbst, wenn Du Deine Möglichkeiten und Rahmenbedingungen mit dem vergleichst, was Du daraus machst.
 
Hallo Jusehr,

sicherlich kann man sich jetzt mit solchen Leuten wie von dir beschrieben vergleichen. Doch nutzt einem das wirklich etwas?

Und glaub mir ich gehe sicher nicht freiwillig auf solche Treffen, der liebe Gott meint es aber scheinbar so: egal wen man kennenlernt oder mit wem man zu tun hat, bei jedem scheint es zumindest geradlinig oder stets vorwärts zu gehen, nur ich selbst komme einfach auf keinen grünen Zweig. Ich fühle mich auch ehrlich gesagt gar nicht mehr so richtig gesellschaftsfähig, einige machen Jobs deren Namen ich nicht einmal verstehe, können ellenlange Lebensläufe mit x Modulen und Fachbegriffen vorweisen, meine Bewerbung hat gerade mal 5 Seiten. Das ist für mich Demütigung pur, weshalb ich im Prinzip schon Angst und Probleme mit sozialen Kontakten habe.

Sicherlich ist mein Selbstbewusstsein sowas von im Keller, dass ich schon zeitweise nur im Bett liege und denn Sinn meines Lebens hinterfrage. Hört sich vielleicht krass an, ist aber so. Ich weiß genau mancher war einfach zu Beginn gleich in der richtigen Firma - schiebt bei Daimler eine relativ ruhige Kugel, ständig mehr Urlaub durch sogenannte "Überstunden" die mehr aus Kaffeetrinken bestehen. Und das Schlimme daran ist, dass ich weiß kein Stück Dümmer zu sein als der, nur ist es bei mir eben einfach nicht so gelaufen.

Jetzt in meinem Alter quasi wieder neu anzufangen, wo ich nicht einmal weiß was mir überhaupt wirklich liegen würde, ist für mich eine schier unlösbare Mammutaufgabe. Und was kann ich vorweisen: jahrelang als Mädchen für alles in einer Firma gearbeitet zu haben. Ich fühle mich so dermaßen einfach und zeitlebens am falschen Fleck. Dann natürlich auch die Angst vor ewigen Befristungen, Mobbing und was man in der heutigen Zeit so alles hört.
 
Ich kann dich nur ermutigen nach guten Stellen zu suchen.
Hab auch 8 Jahre auf meiner Stelle gehockt und bin nun die blöde... alle um mich herum haben mich überholt. Ich bin 29 und meine Freunde/Cousinen im gleichen Alter.

Ob die zufrieden sind bezweifle ich, aber sie sehen es als Status an "verbeamtet" oder Referentin zu sein.
 
Echt, ich habe einen anderen Eindruck.

Selbst bei den "Angebern" läuft vieles nicht gut. Denn sonst hätten die es wohl nicht nötig, ständig anzugeben. Da ist was faul.

Ansonsten gibt es ganz viele Leute, die krank sind oder liebe Menschen in ihrem Umfeld verloren haben. Kaputte Ehen, Einsamkeit, Schulden, miese Wohnverhältnisse und und und ...

Schau Dich doch mal in diesem Forum um! Das ist hier zwar nicht unbedingt repräsentativ. Aber Angeberei wohl auch nicht. Denn wer angibt, verschweigt natürlich seine negativen Seiten. Hier kann man aber anonym sein und dadurch sieht man hier meines Erachtens eher, was so alles im Alltags- und Berufsleben abläuft.

Ich weiß nicht, ob Du wirklich so gerne mit den hundert Leuten, die am nähesten zu Dir wohnen, tauschen möchtest.
 
Traurig....

Ich finde es schlimm das uns von Kindheit an gepredigt wird das du dein Jobstatus und dein Gehaltscheck bist.
Kenne das auch von zu Hause. Da wurde man immer verglichen
"Der Sohn von der und der ist jetzt Meister"
"Die Tochter xy ist ja so fleißig die hat Drei Jobs"

Nach dem Tod meines Vaters machte ich mit 17 meinen Schulabschluss und wusste nicht wo hin mit mir. Erst später erkannte ich das ich krank war, ausgelutscht und fertig. Ich schmiss eine Lehre, zwei Fachabbis und endete erstmal als Hilfsarbeiter.

Die Reaktion meiner Familie war das sie sich einfach nur für mich schämten. Das es mir dreckig ging und ich Hilfe benötigt hätte kam denen nicht in den Sinn.

"Du bist eine faule Sau, wie kannst du mir das nur antun?"
"Wir glauben nicht das du in deinem Leben jemals was schaffst"

Hach waren das aufmunternde Sprüche. Ich bin meiner Mutter und meiner Schwester aber nicht böse. Auch Sie sind von der Gesellschaft geprägt und wollten im Prinzip nur das Beste für mich. Trotzdem tat es weh.

Ich fing dann mit 21 eine Ausbildung zum Kaufmann an die ich mit 24 mit der Note "sehr gut abschloss"

Bin dann 2014 in einer techischen Firma in der Produktion eingestiegen.

2015 zum Vorarbeiter befördert
2016 Produktionsleiter
2017 Teamleiter für Rollouts & Produktionssteuerung

Bin 2016 angefangen Nebenberuflich meinen Fachwirt zu machen.

Rate mal was der Effekt war?

Meine Familie fand mich ganz toll auf einmal wurde wieder über mich geredet da ich ja vorzeigbar bin.

Glücklicher bin ich dadurch nicht geworden. Meine Partnerin macht mich glücklich. Als wir uns kennenlernten war ich noch in der Ausbildung und es war ungewiss was beruflich aus mir wird.
"Mir ist dein Gehaltscheck egal, Hauptsache wir sind zusammen und du bist lieb zu mir"

Das war das Schönste was mir je Jemand gesagt hatte. Das motivierte mich auch zu mehr, da wir auch ein Kind möchten war es mir wichtig mal eine Familie ernähren zu können und ich strengte / strenge mich an.

Mein Verdienst ist jetzt nicht gerade super viel muss ich sagen, ist ein Mittelständisches Unternehmen. Bekomme 3000 Brutto im Durchschnitt.
Habe aber viele Freiheiten die ich schätze. Ich bin keiner von denen die glauben jemals gerne Arbeiten zu gehen. Meistens kotzt es mich an. Würde auch nicht anders sein wenn ich 5000 verdienen würde. Ich wäre viel lieber zu Hause bei meiner Freundin. Haben oft schon über Selbstversorgung spekuliert.

Anderes Thema sind da was die Leute so erzählen. In meinem Bekanntenkreis verdienen die auch alle 2000 Netto. Ja ne ist klar. Deswegen haben die auch immer nach zwei Wochen kein Geld mehr.
Viele kaufen sich Urlaub und Autos auf Pump und tun so als könnten sie sich das selbst leisten um sich wichtig zu machen.
Wie gesagt Gesellschaftsproblem......
Gerade die Leute die wild mit Zahlen um sich werfen erzählen den meisten Scheiß. Hier im Internet bin ich damit sehr offen, im realen Leben weiß nur meine Freundin was ich verdiene, es geht keinen was an. Ich habe das immer für mich behalten.

Lass dich nicht so runterziehen. Messe dich nicht an deinem Job und deinem Lohn. Mir viel es schwer mich davon zu lösen aber seit dem geht es mir gut.

Davon ab hast du einen nicht schlechten Werdegang hingelegt. Gibt schlimmeres echt!

PS: Betriebswirt....Mich nervt der Fachwirt schon, denke nicht das ich den BW noch mache 😀


Achja und Akademiker zu sein heißt nicht viel zu verdienen. Heute suchen Sie wieder viele Fachkräfte da jeder Hans und Franz meint bis Mitte 40 studieren zu müssen
 
Mein berufliche Laufbahn ist leider alles andere als rosig verlaufen. Mit 18 vom Gymnasium runter wegen privater Probleme (u.a. Scheidungskrieg der Eltern), danach abgeschlossene kaufmännische Ausbildung (notentechnisch gut), aber nur befristeten Vertrag bekommen, deswegen in eine andere Firma gegangen. Dort 2 Jahre lang regelmäßig nach der Arbeit weitergebildet zum Betriebswirt (Abschluss Note Gut).

Also du hast eine Ausbildung mit guten Noten abgeschlossen, warst nie arbeitslos und hast dich mit gutem Abschluss weitergebildet. So schlecht ist das doch gar nicht. Natürlich gibt's auch bessere Berufswege, aber auch viel schlechtere.


Jahre lang mehr oder weniger Mädchen für alles gewesen (Einkauf, Verkauf, Buchhaltung, EDV usw.)

Wenn du in Klammern geschrieben hättest Kaffee kochen, kopieren, Müll wegbringen, Mitarbeiter zum Flughafen fahren, dann wäre das wirklich nicht so toll. Aber so hast du doch in ganz viele kfm. Bereiche Einblick erhalten. Das ist doch gar nicht so schlecht. Damit bist du ein Allrounder.


Dazu kommt mittlerweile eine gewisse Abneigung gegen die Arbeit ansich, da ich es als eine Spießrutenlauf ansehe um zu überleben, sehe aber keine Möglichkeit mehr sich etwas aufzubauen. Erst kürzlich las ich einen Artikel in dem die heute 25-45 Jährigen als Verliergeneration bezeichnet wird. Selbst ein Besserverdiener könne sich heute nur noch schwer Eigentum aufbauen. Viele sagen mir Arbeit bzw. den Hintern aufreißen lohne sich nicht mehr.

Mit dem Eigentum sind wahrscheinlich Immobilien gemeint. Die sind durch die Finanzkrise so teuer geworden. Hast du denn nichts sparen können die ganzen Jahre?

Und was ist denn die Alternative? Hartzen?


Dabei wirkt es auf mich schon demütigend wenn scheinbar alle um einen herum "Erfolg" verbuchen können. Der eine steigt zum Teamleiter auf, der nächste macht tolle Projekte, ein anderer arbeit für Daimler in Singapur, ein weiterer verdient nur durch einfache Ausbildung bei Daimler schon fast doppelt so viel wie ich, hat ständig Urlaub usw... Ich fühle mich ehrlich gesagt wie im falschen Film und entwickle ernsthafte Probleme mit hinreichenden Konsequenzen:

Der Gedanke jetzt mit 36 wieder was suchen zu müssen (ja was eigentlich?) versprüht in mir das Gefühl der Abgehängtheit, Chancenlosigkeit und totalem Versagensgefühl.

Sieh es doch mal so: Bisher warst du in einem (oder zwei) Unternehmen, wo es keine Möglichkeit für eine Karriere gab. Aber jetzt fängt was Neues an. Die Chance, dass du auch mal an so interessante, gut bezahlte Jobs und Projekte kommst.



* Treffen mit Freunden/Bekannten werden mehr und mehr gemieden (aus Angst es könnte wieder Thema sein wie toll es bei anderen läuft)
* Innere Unruhe / Resignation / Lustlosigkeit (Gefühl alles läuft nur scheiße, manchmal starker Druck die Situation mit Gewalt verändern zu müssen, dadurch Impulsivität und Aggressionspotential sobald etwas zum eigenen Nachteil verläuft.
* Enttäuschung über Politik und Gesellschaft (ich sauge Misstände auf wie ein Schwamm und hadere)
* Beziehung läuft immer schlechter da ich gegenüber der Partnerin oft pampig bin und sehr oft schlechte Laune habe.


Das ist nicht gut. Ein bisschen Frust ist verständlich, aber das darf nicht so sehr dein Leben beeinflussen. Fang eine Psychotherapie an. Geh vielleicht zu einem Coach. Such dir auf jeden Fall jemand, mit dem du dich besprechen kannst. Und wenn es online ist. Vielleicht ist ja auch ein beruflicher Neuanfang das richtige für dich. Vielleicht was ganz Anderes, was dir aber mehr Spaß macht (und wo kfm. Kenntnisse trotzdem gern gesehen sind, gerade weil die sonst niemand dort hat). Krankenpfleger, Erzieher, irgend so was. Vielleicht muss es ja gar nicht so gut bezahlt sein, damit es dir gefällt. Vielleicht reicht es dir ja auch, dass es sinnvolle und wichtige Arbeit ist, die vielleicht auch gesellschaftliche Anerkennung oder den Dank der Klienten bringt. Ich glaube nicht, dass deine Kumpels beim Daimler, wenn sie sich z.B. mit einer Hospiz-Krankenschwester oder einem Künstler vergleichen, nur das Gehalt und die Urlaubstage vergleichen. Vielleicht kannst du ja auch einen einfachen (vielleicht sogar zeitreduzierten) Job machen, aber nebenbei mit einem Hobby Anerkennung und einen Nebenverdienst erlangen.

Vielleicht kannst du auch mit deinen kfm. Kenntnissen ein Jahr lang in der Entwicklungshilfe arbeiten? Für die GIZ oder eine kleine Hilfsorganisation? Denk mal ein bisschen größer, weiter. Und gib dir den Raum für grundsätzliche Fragen und kreative Überlegungen. Stell dir grundsätzliche Fragen wie: Wer bin ich? Wer will ich sein? Was will ich im Leben erreichen? Was will ich bewegen? Was kann ich gut? Was macht mir Spaß? Was motiviert mich? (Ist es wirklich Geld?) Spinn ein bisschen rum, mach ein Brainstorming und Assoziationsspiele (es gibt verschiedene Kreativtechniken) um auf Ideen zu kommen, wie es mit dir weitergehen könnte.

Dein Blick ist gerade sehr verengt. Verständlich, wenn Arbeitslosigkeit droht und Angst vor dem Abstieg herrscht. Aber deine Aufgabe ist es jetzt, konstruktiv damit umzugehen. Sozial unverträglich zu werden, ist kein guter Weg.

Und lass deine Freundin (und die Politik auch weitgehend) aus dem Spiel. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit und Broterwerb. Wenn du 40 Stunden in der Woche arbeitest, dann ist es damit auch mal gut, und die restliche Zeit sollte sinnvoll genutzt und vor allem genossen werden. Feiern und genießen können ist auch eine Tugend. Wenn dir das Gerede über die Arbeit auf die Nerven geht, dann mach mit deiner Freundin mal was ganz anderes. Macht irgendwas, wo nicht das übliche Gespräch "wo kommst du her, was machst du so" im Mittelpunkt steht, sondern eine aufregende Sache. Was weiss ich, von mir aus geht in den Swingerclub, nehmt an Cosplay/Rollenspielen teil oder geht auf Rockkonzerte. Oder helft bei der Tafel oder im Hospiz oder bei der Obdachlosenhilfe. Und mach Sport, power dich aus. Macht den Kopf frei. Vielleicht hilft auch mal eine Reise in ein ärmeres, exotisches Land, auf ganz andere Gedanken und neue Perspektiven zu kommen.

Viel Glück.
 
Vieles von dem was man im privaten Umfeld zu hören bekommt stimmt nicht, es hat sich zumindest in meinem Umfeld schon oft bestätigt das vieles davon nur Blenderei ist um sich besser zu stellen als andere. Darauf würde ich an deiner Stelle nicht allzu viel geben.

Zu deiner Situation: Ich kann dich verstehen, natürlich ist es demotivierend wenn man viel tut und sich weiterbildet und dann dennoch nur mäßig dafür entlohnt wird, zudem mit der Arbeit an sich unzufrieden ist.

Aber ich glaube du siehst deine Situation selbst etwas zu negativ. Denn so schlecht sieht es doch gar nicht aus - du hast einen Job und hast dich fast permanent weitergebildet, sodass du mit etwas Anstrengung sicher wieder etwas finden wirst. Manchmal muss man den jetzigen Job eben einfach aufgeben um etwas neues anfangen zu können.

Neuer Job, neues Glück! Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute für die Zukunft, und lass den Kopf nicht hängen! 😉
 
leider haben sich manche menschen in meinem umfeld sehr negativ durch ihren "erfolg" entwickelt.

te, versuch die arbeit als arbeit zu sehen und nicht lebensinhalt.
natürlich sollte es dir einigermaßen spaß machen, aber sei nicht traurig, weil du da nicht 100% aufgehst.
das haben die wenigsten 😉
 

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