eduardo
Aktives Mitglied
Du bist nicht der Erste und auch nicht der Einzige, der diese Probleme hat - in diesem Forum. Viele der Threads hier haben ein ähnliches Thema.
Was tun, wenn man nicht dem gängigen Schhönheitsideal entspricht? Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt, wenn ich Paare gesehen habe, die ich persönlich, für sehr unattraktiv gehalten habe. Entspricht der Partner wirklich dem eigenen Geschmack oder findet man sich einfach mit ihm ab? Besteht tatsächlich eine physische Anziehung oder schätzt man einfach, dass man selbst geschätzt wird? Ist man irgendwann einfach so verzweifelt und bedürftig nach körperlicher Aufmerksamkeit, dass das schlichte Interesse eines anderen attraktiv wirkt?
Wenn jeder ein einzigartiger Topf ist, auf den ein Deckel passt, wird man dann irgendwann zu einem gleichförmigen Klumpen, auf den dann jeder Topf passt?
Ich glaube, dass Menschen ein Gespür für Normative haben. Sie können ihre eigene Attraktivität in ein Ranking übersetzen, dass zwar ungenau ist, aber sicherliche eine Orientierung und Tendenz darstellt im Bezugssystem des Normativ. Natürlich ist dieses Gespür höchst subjektiv, aber es setzt nichtsdestotrotz die eigenen Maßstäbe. Jemand, der mehrheitlich vielleicht als durchschnittlich attraktiv angesehen wird, kann im eigenen Maßstab sehr viel höher eingeschätzt werden. Für manch einen reicht die Kategorie 'schlank' aus, um den anderen als attraktiv zu werten. Vielleicht findet man noch ein bis zwei weitere Merkmale, die sich am Normativ orientieren, wie z.B. schöne Haare oder frisch aussehende Haut. Das Normativ bezieht sich selbstverständlich immer auf Alterskategorien. Man wertet immer 'im Vergleich'.
Je älter man wird, desto grobkörniger und schlecht umrissener wird das Normativ und umso leichter ist es, jemanden als attraktiv einzustufen. Mit 23 ist man da sicherlich in einem schlechten Alter, da Anfang 20 im Altersnormativ das Optimum darstellt in Bezug auf physische Attraktivität (zumindest in medial verhandelten Diskursen - siehe Werbe- und Modeindustrie).
Wenn das also ein Trost ist; mit steigendem Alter wird es dir leichter fallen Menschen attraktiv zu finden (zumindest in meiner Theorie).
Der Club ist sicher nicht die beste Plattform, um jemanden kennenzulernen, wenn man sich selbst unterhalb der Norm sieht - der Begriff Fleischbeschau kommt nicht von ungefähr. Das Internet, in seinen Anfängen Zufluchtsort für all diejenigen, die bei den Fleischbeschauen nur als Ausschussware gehandelt wurden, ist in weiten Teilen inzwischen auch ein Medium, das von den Attraktiven erobert wurde. Facebook, Dating-Websites... in vielen Fällen geht es nicht mehr ohne Foto oder sonstigem Nachweis von Attraktivität.
Die digitale Revolution hat auch Auswirkungen auf das eigene Liebesleben. Der Referenzrahmen ist einfach größer. Früher reichte es vielleicht im Dorf als Schönheit gehandelt zu werden. Heute unterliegt die Liebe weitestgehend den Gesetzen des Kapitalismus durch die Explosion des Angebots. Diese Wahlfreiheit bedeutet auch zwangsläufig, dass man, wenn das eigene Angebot nicht sehr attraktiv ist, man länger nach einem Abnehmer suchen muss.
Das Bedürfnis nach physischer Schönheit wird daher auch bei Männern immer stärker. Millionen Männer rennen zu McFit & co., halten Diät, benutzen Tagescremes u.ä., um sich attraktiver zu machen. Das ist sicher nicht nur eine Mode des Metrosexuellem, sondern möglicherweise auch eine Notwendigkeit.
Nicht aufgeben und etwas tun! Irgendwann klappt's...
so long...
Eigentlich ein sehr sehr guter Beitrag! Aber glaub mir, je mehr Zeit verstreicht, umso schwieriger wird es auch für ihn werden. Irgendwann ist er 35 und es ist immer noch nichts passiert..glaub mir, das geht schneller als man denkt!