Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

1900€ für dreiköpfige Familie realistisch?

Das wirkt sich mehr als störend aus bei normalen Menschen. Stress, Unzufriedenheit, Krankheiten sind dann die Folge. Das Gefühl nicht dazuzugehören, weil man vieles nicht mitmachen kann, kann auch dazukommen, manchmal auch Schamgefühl weil man das Gefühl hat, ein Loser zu sein.

Schon verrückt oder? Wir haben seit langem mehr keinen Krieg in diesem Land erlebt, wir haben einen Staat der in Notfälle seine Bürger*innen hilft, keiner muss in diesem Land verhungern. Und dennoch ist man unzufrieden, weil Nachbarn X sich mehr leisten kann als man selbst.

Ist eigentlich die neue Religion mehr Konsum geworden?

Das hat zwar nicht mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun. Aber dennoch versuche ich im Strudel einer Konsumgesellschaft mal mein Verhalten zu überdenken. Nicht immer einfach...

Persönlich kann ich mir nicht mehr vorstellen mit 1900€ meine Familie durchzubringen. Als Studentin kamen mir 800€ verdammt viel vor und ich kam super zurecht. Eine zeitlang auch nur mit knapp 500€ - das war hart. Aber der Mensch ist erstaunlich anpassungsfähig. Dummerweise bin ich Opfer auch der Lifestyle-Inflation geworden. Vielleicht sollte ich mir mehr von Frugalisten abschauen.
 
5000 Euro Urlaub? Hilfe, wo macht ihr denn Urlaub? 😳
Wir sind zu 3 und brauchen nicht mal die Hälfte.
Wir machen auch nicht jedes Jahr Urlaub. Davon stirbt keiner.
Gerade kleinen Kindern, wie wir eins haben ist eh egal, ob sie nun an der Ostsee im Sand buddeln oder in der Karibik auf Hawaii.
 
Schon verrückt oder? Wir haben seit langem mehr keinen Krieg in diesem Land erlebt, wir haben einen Staat der in Notfälle seine Bürger*innen hilft, keiner muss in diesem Land verhungern. Und dennoch ist man unzufrieden, weil Nachbarn X sich mehr leisten kann als man selbst.

Ist eigentlich die neue Religion mehr Konsum geworden?

Das hat zwar nicht mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun. Aber dennoch versuche ich im Strudel einer Konsumgesellschaft mal mein Verhalten zu überdenken. Nicht immer einfach...

Persönlich kann ich mir nicht mehr vorstellen mit 1900€ meine Familie durchzubringen. Als Studentin kamen mir 800€ verdammt viel vor und ich kam super zurecht. Eine zeitlang auch nur mit knapp 500€ - das war hart. Aber der Mensch ist erstaunlich anpassungsfähig. Dummerweise bin ich Opfer auch der Lifestyle-Inflation geworden. Vielleicht sollte ich mir mehr von Frugalisten abschauen.
Mir kam es eigentlich nie auf den Nachbarn X an. Als Arbeitsloser kam ich mir früher wie ein …Loser vor. Ich konnte nicht mit den Gruppen meines sozialen Umfeldes mithalten. Ich habe keine Sozialhilfe beantragt. Irgendwie kam ich mir minderwertig vor.
 
Mir kam es eigentlich nie auf den Nachbarn X an. Als Arbeitsloser kam ich mir früher wie ein …Loser vor. Ich konnte nicht mit den Gruppen meines sozialen Umfeldes mithalten. Ich habe keine Sozialhilfe beantragt. Irgendwie kam ich mir minderwertig vor.

Genau das meine ich auch. Der Wert eines Menschen definiert sich nicht anhand seines sozialen Status. Nur weil man aus x Gründen nicht arbeiten kann, ist man nicht weniger Wert. Als Kinder wissen wir das, leider behalten wir nicht alle dieses Gefühl im Laufe des Lebens.

Mein Mann war ebenfalls betroffen, als er arbeitslos war. Das hat wohl auch mit der gesellschaftlichen Erwartung zu tun. Nicht einfach da sich selbst zu fühlen.

Eine lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann deine Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Ich hoffe für dich, dass du jetzt oder in Zukunft für dich verinnerlicht, dass dein Wert als Mensch überhaupt nichts mit deinem Kontostand oder Berufsstatus zu tun hat. Dir noch einen sonnigen Tag, wo immer du bist.
 
Schon verrückt oder? Wir haben seit langem mehr keinen Krieg in diesem Land erlebt, wir haben einen Staat der in Notfälle seine Bürger*innen hilft, keiner muss in diesem Land verhungern. Und dennoch ist man unzufrieden, weil Nachbarn X sich mehr leisten kann als man selbst.
Da hast Du absolut Recht.
Liegt daran, dass man sich immer innerhalb seiner "Kaste" vergleicht.

Wir tun auch unfassbar viel, um in Vergleichen mit Mitmenschen besser dazustehen:
Wir machen Sport, geben Geld für schöne Kleidung aus, kaufen teure Autos, wollen angesehene Berufe haben, wir üben eine besseres Lachen vorm Spiegel.

Irgendwie hat das alles auch seine Berechtigung. Als Wirtschaftswissenschaftler muss ich feststellen, dass Konkurenz zu höheren Leistungen führt.

Aber es kann natürlich auch pathologisch werden. Gerade Depressive vergleichen sich ständig und kommen eben oft (fälschlicherweise) zum Schluss, "minderwertiger" als Andere zu sein.



Übrigens kann auch ich selbst mich nicht komplett davon frei machen, mich im Vergleich zu Anderen gut fühlen zu wollen.
"Positive Distinktheit" nennt man das in der Psychologie.
 
Da hast Du absolut Recht.
Liegt daran, dass man sich immer innerhalb seiner "Kaste" vergleicht.

Wir tun auch unfassbar viel, um in Vergleichen mit Mitmenschen besser dazustehen:
Wir machen Sport, geben Geld für schöne Kleidung aus, kaufen teure Autos, wollen angesehene Berufe haben, wir üben eine besseres Lachen vorm Spiegel.

Irgendwie hat das alles auch seine Berechtigung. Als Wirtschaftswissenschaftler muss ich feststellen, dass Konkurenz zu höheren Leistungen führt.

Aber es kann natürlich auch pathologisch werden. Gerade Depressive vergleichen sich ständig und kommen eben oft (fälschlicherweise) zum Schluss, "minderwertiger" als Andere zu sein.



Übrigens kann auch ich selbst mich nicht komplett davon frei machen, mich im Vergleich zu Anderen gut fühlen zu wollen.
"Positive Distinktheit" nennt man das in der Psychologie.

Und das strengt unglaublich. Wie kann es sein, dass die Mehrheit ein Leben führt wo der Urlaub als Highlight des Jahren gilt? Oder der Montag negativ assoziiert ist. Früher dachte ich, ich sei allein mit diesen Gedanken. Die Rente ist sowieso für die Katz, wozu sich also kaputt arbeiten bzw. man muss privat vorsorgen. Ist das ein deutsches Ding oder überall in der EU zu finden?
 
Halte ich im Stadtleben für komplett unrealistisch, dass eine Familie von netto 1.900€ Eigentum finanzieren kann.
Davon kann man nichtmal richtig ein Leben in ner Mietwohnung finanzieren. Schon miserable 80qm Wohnungen kosten hier warm 800€.
Schon wir hier in D leben wir in verschiedenen Welten.

Hier in und um München findet man für 800 Euro warm eine mini 2 Zi. Single Whg, höchstens. Meist nicht mal 1 1Zimmer Appartement unter 1000 Euro.

Für 80qm ist man mit nicht unter 1500 Euro dabei.
 
Da sollte die Politik mehr machen.
Die Politik macht viel, gibt viel Geld aus. Die Frage ist nur, ob es mit Sinn und Verstand und vorausschauend ausgegeben wird. Gerade habe ich gelesen, dass fast 1.000.000.000€ für Puma-Panzer ausgegeben wird, die noch nicht brauchbar sind. Die Entscheidungsträger wurden vorher sogar darauf hingewiesen. Das ist sicherlich kein Einzelfall. Sowas macht mich traurig.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben