Hallo Andrea, zunächst was zum "Alter überspringen": das kannst du als eine Art Übersetzung verstehen, die ich irgendwann mal für mich gewählt habe. Wenn Erlebnisse für Kinder oder Jugendliche 'nicht altersgerecht' erlebt werden können (ich habe in gewisser Weise meine Pubertät "übersprungen") weil die äußeren Rahmenbedingungen beispielsweise durch (auch sexualisierte) Gewalt, durch Aufgaben (Kinder, die bereits in die Rolle der Mutter schlüpfen müssen usw.) nicht gegeben sind, dann haben sie nicht bzw. nur unvollkommen die Möglichkeit, altersentsprechende Entwicklungen zu durchlaufen. In meinem Fall also Pubertät (so ca. 12.-17. Lebensjahr): erste Verliebtheiten, erste Küßchen und Fummeleien oder Schwärmereien, heimliche Stelldicheins, Loslösungsprozesse aus dem Elternhaus und was so alles dazu gehört - ist für mich sozusagen "ausgefallen".
"Triggern": wird mehr oder weniger als Synonym für Schlüsselreiz verwendet. Texte, Begebenheiten, Gerüche, Geräusche können mit einer bestimmten (in diesem Zusammenhang: traumatisierenden) Erfahrung "verknüpft" im Gedächtnis gespeichert sein, manches bewußt, manches "vergessen". Von Triggern spricht man, wenn Beschreibungen von Erlebnissen des Users xy bei dir plötzlich wiederkehrende Erinnerungen aktivieren, die genauso belastend wirken können wie in der Zeit, als das "Abspeichern und Vergessen" notwendig war, um einigermaßen stabil zu überleben. Also nicht ganz ungefährlich.
Gelegentlich kann so ein "Triggern" auch ziemlich - öhm - lustig sein. Beispielsweise, wenn eine verheiratete, bald fuffzichjährige Fritzie was zum Thema Schmusen und Fummeln liest und plötzlich anfängt, rote Ohren zu kriegen, zu schwärmen und von heimlichen ersten Küssen zu träumen. 😱😀
So, zu deinem Thema:
erstens: Kinder haben zu unterschiedlichen Zeiten sinnliche, auch erotisch/sexuelle Entwicklungsphasen. Das fängt bereits in sehr frühkindlichem Alter an und ist vollkommen natürlich. Problematisch wird's, wenn Erwachsene diese durchaus auch sinnlichen Selbsterkundungen, Empfindungen usw. wahrnehmen und so umdeuten, als seien Kinder "frühentwickelt": aufreizend, verfügbar oder in ihrer Intimsphäre nicht ernst zu nehmen (Unterbinden, Strafen). Ich weiß nicht, ab welchem Alter Mädchen im allgemeinen onanieren und welche Phantasie-Anregungen sie "üblicherweise" dafür verwenden - ich nehme mal an, daß das immer auch davon abhängt, was bis dahin von außen an sie herangetragen worden ist. Ich weiß, daß ich ungefähr mit 6 Jahren erste Orgasmen hatte, allerdings ohne konkrete Phantasien. Mit 7 habe ich kleine stimulierende Zeichnungen angefertigt und versteckt (weibliche Körper). Mit 10 etwa hatte ich in der Grundschule erste Aufklärungsunterrichte und -bücher dazu: also haben die meine Phantasien beflügelt. Schlagartig beendet war für mich die Probier- und Erkundungsphase dann etwa ab 12 ("echte" gelebte Sexualität, die allerdings nicht meine eigene war).
Was die Stimulantien deiner 10-Jährigen angeht: sie sind nicht üblich, ich würde besorgt reagieren, wenn ich mitbekäme, daß ein so junges Mädchen so detailliertes "Material" verwendet.