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1. Sitzung beim Psychiater - Vorbereitung?

jaune

Mitglied
Hi Leute!

Ich war bei meinem Hausarzt wegen Schlafproblemen. Als wir ein bisschen "geredet" (ich hab peinlich berührt auf den boden gestarrt und er hat mir alles aus der nase herausgezogen) haben, meine er, dass ich vielleicht bei einem Psychiater besser aufgehoben wäre. Gestern, als die Bluttests herrvoragend waren, hat er meiner Mutter (ich bin 15) alles erzählt und mit ihr gemeinsam (okay, ich war auch dabei und wurde auch kurz gefragt) dann beschlossen dass ich mal zu einem "Vorstellungsgespräch" hin gehen soll. Panisch und Pessimistisch wie ich bin, hab ich gleich mal geschaut, was so auf mich zu kommt. Ich hab wirklich was gefunden aber...
Da ich ja noch Jugendlich bin, habe ich einen Termin bei einem Kinder- und Jugendpsychiater. Wie läuft das da so ab? Muss ich mir das so vorstellen, dass ich da irgendwelche bilder malen muss und er mir dann sagt, was für eine bedeutung das hat?!
Ich kann mich besser auf Sachen einstellen, wenn ich sie gedanklich in meinem Kopf nachgespielt habe. (ich habe mir tausendmal meinen arztbesuch vorgestellt, was ich sage, was er sagen könnte...)
Was für fragen kommen da auf mich zu? Wird es sehr kindlich? Kann ich mich irgendwie darauf vorbereiten?

Herzlichsten Dank für eure Antworten!
 

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Dachs572

Mitglied
Diese Vorstellungsgespräche zwischen Patient und Therapeut haben in der Regel den Sinn, das beide sehen können ob sie miteinander können.

D.h. beide sollten einander erstmal beschnuppern und dann entscheiden ob genug Vertrauen auf beiden Seiten da ist, damit der Patient sich dem Therapeuten auch öffnen möchte.
Den wenn der Patient mauert hat der Therapeut nichts worauf er eingehen könnte, und alles bleibt so wie es ist.
Hat der Patient dagegen Zweifel wird er sich auch nicht öffnen.
Die ganze Behandlung hat aber nur Sinn wenn beide zusammen an den Problemen des Patienten arbeiten, sonst bleibt alles wie gehabt.

Was ein Kinder oder Jugendpsychiater nun genau im einzelnen macht, weiß ich leider nicht, da ich erst in Behandlung gegangen bin als ich aus dem Alter raus war.
Ich denke schon, dass es da einen Unterschied geben muss, denn ein Kinderarzt behandelt ja auch den Menschen, bloß früher in seiner gesamten Entwicklung, folglich müsste ein Therapeut auch einen jungen Menschen behandeln mit dem Wissen im Hinterkopf, dass der Mensch mit dem er es zu tun hat noch nicht ganz ausgeformt ist.

Daher kann ich nur sagen, dass es im Grunde zwei Hauptrichtungen gibt, die eine versucht über Gespräche, den Gründen für die aktuellen Probleme des Patienten auf die Spur zu kommen (heißt glaub ich Gesprächstherapie), die andere macht es im Grunde genauso, geht aber weiter im Leben zurück, nicht nur die Dinge, die einen jetzt oder in naher Vergangenheit beschäftigt haben werden beleuchtet, sondern man geht so weit zurück, dass man sagen kann, dass damals hat das Verhalten, das Gefühl oder die Angst, unter der man heute leidet verursacht und man geht jetzt daran, dass zu ändern (sogenannte tiefenpsychologische Analyse).

Letztlich geht es darum das du dich dir selber und deinen Problemen stellen musst, der Therapeut kann dich nur auf diesem Weg begleiten und dir Rückmeldungen geben wie deine Worte bei ihm ankommen. Nennt man Reflektionen oder reflektieren, ist wie ein Spiegel, der reflektiert ja auch, bloß dass dieser Spiegel versucht deine Seele abzubilden. :rolleyes:
Manchmal können da schon Fragen kommen die du gar nicht verstehst, weil der Arzt Vorstellungen hat, und du denkst, hat der mir überhaupt zugehört, dann müssen beide schauen wie sie zurück auf den gemeinsamen Weg finden. Je besser dieser Austausch miteinander klappt, um so besser kannst du dich mit dir selber auseinandersetzen, dann kannst du auch für dich selber sagen, das fühle ich jetzt, davor habe ich Angst, diese Hoffnungen und Ziele habe ich, dass und dass will ich nicht mehr für mich und muss es daher ändern, dass und dass will ich, dann muss ich auch was dafür tun. :eek:
Außerdem sollte ein guter Therapeut auch immer dein Rettungsnetz sein, jemand der dich genauso sicher auffängt, wie er dich auf deinen Reisen in dich selbst begleitet, wenn du in deinem Chaos von Gefühlen abzustürzen drohst, indem er dich erdet. :cool:
Er sollte dir aber auch Hoffnung und Kraft geben, dass sich Dinge ändern lassen. Solltest du also nicht das Gefühl haben, das du dich auf ihn verlassen kannst, ist es wie im Zirkus auf dem Trapez, ohne Fänger, d.h. ohne guten Therapeuten, kann der Artist nicht arbeiten, dann such dir jemand anderen.
:D

Hoffentlich hat das alles dir irgendwie was gebracht und du hast mehr Glück als ich damals, als ich zu ersten mal zu Therapeuten gegangen bin. Es regnete und das war nur das kleinste der Probleme an dem Abend seufz^^. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:

jaune

Mitglied
Danke Dachs.

Du hast mir wirklich geholfen.
Ich hoffe, dass wir uns verstehen, denn der ist der einzigste in meiner Stadt. Aber ich hab ihn schonmal durchgegoogelt :D fast nur gutes :)
Muss ich mir da Notizen machen? Was ich sagen will und so... wär nicht schlecht oder?
Ich hab halt nur angst, dass er mich wie ein Kind behandelt. Weil eigentlich bin ich geistig "reifer" als die meisten meiner Altersgenossen. ich wollte eigentlich auch zu einem normalen Psychiater gehen... aber das darf ich nicht. So wie man bis zu seinem 18. Geburtstag auf die Kinderstation des Krankenhauses gehört.
Was ist denn passiert? Du kannst mir gerne eine Nachricht schreiben... wenn du willst :)
Dann kann ich dir auch von mir erzählen.

Wirklich. Danke.
 
G

Gast

Gast
Hallo,
ich weiß ja nicht, ob du dein Gespräch schon hinter dir hast oder ob du darauf wartest.
Ich war vor ein paar Tagen genau in der selben Situation wie du. Ich hatte vor 2 Tagen mein erster Gespräch mit einer Kinder- und Jugendtherapeutin. Zwar bin ich schon volljährig, aber man kann bis ca 21 Jahren noch zu einem Kinder- und Jugendtherapeuten gehen. Ich hatte auch totale Angst und dachte, dass ich dann gar nicht weiß was ich sagen soll. Ich hab mir dann ewig viele Gedanken gemacht und hab auch überlegt ob ich mir was aufschreiben soll, weil in solchen Situationen meistens alles vergesse. Wegen Zeitgründen und dem Rat meiner Freundin habe ich das dann aber gelassen und bin dann relativ unvorbereitet hingegangen. Ersteinmal hat sie meine Daten aufgeschrieben und hat mich gefragt, was so mein Hauptproblem ist. Bei dir kann das ja etwas schwer sein, weil du es nicht genau weißt. Aber ich würde ich einfach ehrlich sagen, dass du Schlafprobleme hast und dass du nicht weißt wieso. Ich hab halt ein genaues Problem, dass hab ich ihr gesagt, aber ich weiß auch nicht genau an was es liegt. Aber es ist ja nicht schlimm wenn man es weiß, es ist ja eigentlich die Aufgabe vom Psychologen, dass er herausfindet, warum das so ist.
Dann haben wir eigentlich dir ganze Stunde nur bisschen versucht mein Leben durchzugehen. Also von meiner Geburt bis in die Zukunft. So ein grober Überblick. Aber das war auch nicht so genau. Also auf welchen Schulen ich war und ein paar Ereignisse und wie ich mich da gefühlt habe. Aber da hat sie eher gefragt und ich hab nur geantwortet und das war auch nicht so schwer. Da hätte ich mich auch nicht vorbereiten müssen. Also es ist eher so ein Kennenlernen und wenn du mal nicht weiter weißt, dann sag es einfach. Das ist ganz normal. Also geh einfach unvorbereitet und ohne Angst hin. Ich hab mich so reingesteigert und hatte so Angst und war wirklich positiv überrascht und danach habe ich mich gut gefühlt. Ich bin jetzt schon gespannt auf die nächsten Stunden und schau positiv in die Zukunft.
Du schaffst das!!! Keine Angst! Nach 5 Stunden wirst du dich wahrscheinlich entscheiden müssen ob du es mit dem Therapeuten machen möchtest. Es ist auch nicht schlimm, wenn du es nicht machen möchtest, dann versuchst du es eben bei jmd anderen.

Und noch zum Unterschied bei Kinder- und Jungentherapeuten und normalen. Ich denke, dass er mehr Erfahrungen mit Kindern hat und dass es halt wichtig ist, weil wenn man jetzt ein 5-jähriges Kind hat, dann muss man schon wissen wir man vorgeht. Aber er wird dich schon richtig einschätzen und ganz normal mit dir umgehen ;)

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen :)
Liebe Grüße
 

jaune

Mitglied
Merci beaucoup, Gast!

ich hatte mein gespräch schon ;)

bei mir war es genau so. nur dass meine mutter daneben saß...

sie hat mir auch fragen zu meiner familie, hobbies, freunde, schule usw. gestellt.

und dann ist was rausgekommen...

naja. jetzt hab ich am dienstag nochmal einen termin bei ihr. und die psychiaterin, die im gleichen haus arbeitet, kommt auch. (bei ihr hatte ich eigentlich einen termin)

aber danke :)

PS. ich hab mir einen 2 seiten zettel mit all meinen sorgen und ängsten und gedanken gemacht. den wollte sie gar nicht sehen...

Ich wünsche dir sehr viel erfolg bei deiner therapie!
deine jaune
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Es wäre sinnvoll, die Fachbegriffe richtig zu verwenden -
ein Psychiater ist kein Psychotherapeut, sondern ein Arzt.
Er macht eine Anamnese (Untersuchung), stellt dann
eine Diagnose (welche Krankheit hat der Patient) und
verschreibt in der Regel ein Medikament oder verordnet
eine Behandlung (das könnte auch eine Psychotherapie
sein). Meist hat er nicht mehr als 10-15 Minuten Zeit je
Gespräch. Er hat auch nur selten eine therapeutische
Ausbildung.
Falls der Hausarzt eine Überweisung für eine Psychothe-
rapie schreibt, muss man sich einen "Psychologischen
Psychotherapeuten" suchen. Das sind diejenigen Thera-
peuten, die von der Krankenkasse bezahlt werden und
bei denen die Wartezeiten bis zu einem Jahr betragen.
Meist wird man auf Verhaltenstherapeuten treffen und
hier gilt, was mein Vorschreiber notiert hat: Man muss
erst mal sehen, ob man zueinander passt - weil dieses
"Zueinanderpassen" laut Forschungen der einzig ent-
scheidende Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie
ist.

Bei Schlafstörungen würde ich dir gerne den folgenden
Link mit vielen praktischen Tipps empfehlen - vielleicht
ist da was dabei, was der Arzt oder Psychiater nicht be-
dacht hat: http://www.loesungssammlung.de/schlaf.htm

Viele Grüße,
Werner
 

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