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1. Arbeitstag gehabt und total fertig. Druck, Anforderungen und Zeit

Goat

Mitglied
Guten Morgen

gestern hatte ich meinen ersten Arbeitstag, nach der Ausbildung. Mir war schon vorher bewusst, dass der Einstieg nicht einfach wird aber so hart hätte ich absolut nicht erwartet. 🙁

Während meiner Ausbildung habe ich das letzte Jahr in diesem Bereich verbracht (-Berufsschulzeit und Urlaub). Dann sollte ich in einen anderen Bereich wechseln, dorthin, wo ich jetzt bin. So konnte ich mich mich mit der Umgebung und den Kollegen schon mal vertraut machen. Jedenfalls sagte mir mein Vorgesetzter, dass in dem Bereich eine Stelle frei wird und er mich gerne nehmen würde. Ich war eigentlich nicht erfreut, da zu dem Zeitpunkt für mich schon feststand, dass ich woanders nach der Ausbildung arbeiten möchte. Das hat leider nicht geklappt, so dass ich jetzt hier bin.

Ich kam gestern an und erfuhr gleich, dass ich vom 1. Tag in die Statistiken mit einfließe. Heißt ab 10 Uhr hätte ich schon arbeiten müssen. Ich musste aber erst mal meinen Schreibtisch zurecht machen, mein Fahrzeug beladen und richtig einstellen, Handy einstellen und Laptop einstellen. Dazu noch der schriftliche Kram. So war ich dann gegen 13 Uhr endlich fertig und konnte anfangen. Zwischendurch hat mein Chef mich schon immer wieder gefragt wie lange ich denn noch brauche da ich ja schon seit 10 Uhr in die Statistik einfließe.
Ich musste gestern gleich mehrere Kundenaufträge erledigen. An sich kein Problem, ich weiß zwar in etwa was zu tun ist aber alleine ist es doch etwas anderes. Aber mein Chef erwartet von mir, dass ich mit den 30+ jährigen Berufserfahrenen Kollegen mithalten kann. Zwischendurch erhielt ich immer wieder Anrufe weil irgendjemand was wissen wollte, so dass ich gestern nur 3 von 7 Aufträgen geschafft hatte. Um 21 Uhr war ich dann fertig und war kurz vor 22 Uhr Zuhause. Wenn 2 Kollegen gestern nicht dagewesen, die mir weiter halfen, würde ich wohl heute noch umherirren. Ich war so kaputt, dass ich schon auf Arbeit dachte, gleich ist's vorbei. Zuhause konnte ich gerade noch duschen und essen. Dann ging ich auch schon in's Bett und schlief 10 Stunden was für mich sehr ungewöhnlich ist. Und nachher geht der "Spaß" von Vorne los.

Ich bin total unzufrieden, weiß aber nicht was ich machen soll. Einfach kündigen ist wohl nicht gut aber auf die Schnelle finde ich auch keinen neuen Job. Gerade als Berufseinsteiger sind die Chancen eher schlecht.
Aber ich weiß nicht, wie lange ich noch dem Druck meines Chefs standhalte und wie lange meine Kollegen das mitmachen mit dem andauernden Helfen. Ich kann es einfach nicht besser und ich finde es mehr als beschissen, dass mein Chef von mir erwartet, dass ich von Tag 1 an wie die Kollegen mit langjähriger Erfahrung arbeiten kann und mich mit allem auskenne. Er lässt auch nicht mit sich reden. Seine Argumente sind nur: du hast deine Ausbildung hier verbracht, das ist ganz normal oder da kann ich auch nichts machen. 🙁


Hilfe was kann ich jetzt bloß machen? Einfach meinen Rhythmus einhalten und Schritt für Schritt steigern und auf den Chef nicht hören und verunsichern lassen? 🙁
 
Hallo. Ich kenne das sehr gut, zwar von meinen ersten Wochen in der Lehrzeit, aber auch dort wurde ich einfach hingesetzt und man hat vorausgesetzt, dass ich alles kann, also nach dem Motto mach mal. Kam mir vom ersten Tag an völlig dumm vor. Im Gegensatz zu dir hatte ich keinerlei Unterstützung, sondern war den Kollegen eher ein nerviger Dorn im Auge. Wenn ich was nicht wusste und danach gefragt habe wurde ich noch blöd angemacht.

Ich kann dir aber versichern, wenn das Dauerzustand ist, brennst du innerlich aus, und das schadet deiner Gesundheit. Suche nach einem ernsten Gespräch mit deinem Chef. Aber fange nicht an so monatelang weiterzumachen. Im Zweifel such dir besser was anderes.
Niemand sollte sich für den Job kaputt machen müssen.
 
Hallo,
auch ich kenne das. Mach dich nicht fertig. Schau dich nach was anderem um. Nichts ist schlimmer als mit "Bauchweh und Abscheu" einer Arbeit nachzugehen. Halte fest und suche. Ich drück dir die Daumen und hoffe, dass du etwas findest, was für dich geeignet ist. Übrigens: du hast nur eine Gesundheit und die sollte wirklich nicht für die Arbeit drauf gehen.
Alles Liebe tonne
 
Ein Stück weit frage ich mich aber auch, wieso das alles jetzt so neu und unerwartet für Dich ist, wenn Du doch das gesamte letzte Ausbildungsjahr in der Abteilung verbracht hast?

Es ist definitiv nicht richtig, dass die gesamte Einrichterei in irgendeine Zählung mit fällt. Dazu hättest Du zum Chef gleich sagen müssen, dass Dir am ersten Tag schon noch Zeit gegeben werden muss, Deinen Arbeitsplatz einzurichten und die Formalitäten zu erledigen. Und arbeiten bis 21 Uhr ist ja wohl ein Witz.

Aber was ist das für eine Arbeit? Habt Ihr Akkord oder was? Und all das hast Du in dem Jahr dort nicht mitgekriegt? was hast Du denn die ganze Zeit dort gemacht?
 
Und arbeiten bis 21 Uhr ist ja wohl ein Witz.

Hab ich auch gedacht, aber kurz danach schreibt Goat ja, dass er zehn Stunden geschlafen habe und es "nachher" erst weitergehe. Das heißt, er hat mindestens bis acht Zeit zu schlafen und fängt nach neun an zu arbeiten, wahrscheinlich dann wohl um zehn.

Also elf Stunden insgesamt - wo ist da der Witz? Das ist mittlerweile eigentlich ziemlich normal... zumindest für Berufsanfänger, mit denen man es machen kann. Unter das Jugendschutzgesetz fällt er ja anscheinend nicht mehr.
 
Guten Abend 🙂

Heute war es schon etwas besser aber bei weitem nicht erstrebenswert. Mein Chef war heute glücklicherweise auf Dienstreise so dass ich heute etwas ruhiger alles angehen konnte. Heute musste ich auch "nur" 9 von eigentlichen 8 Stunden arbeiten. Aber eine Pause konnte ich auch heute nicht machen um wenigstens das Minimum zu schaffen.


Das tut mir Leid Phalle. 🙁 Was hast du denn gemacht? Die Ausbildung durchgezogen oder hast du so schnell noch etwas neues gefunden? Die Ausbildung mal schnell zu wechseln ist ja noch schwerer.


Vielen Dank Tonne. 🙂 Das ist nur leider nicht so einfach in den nächsten Wochen einen neuen Job zu finden. Ich schaue am Wochenende auch immer, was es so an Jobs gibt, ich bin sogar bereit quer durch die Bundesrepublik zu ziehen aber etwas passendes konnte ich nicht mehr finden. Zum Ende meiner Ausbildung hatte ich mich ja schon beworben aber mich wollte niemand haben. 🙁 Das lag bestimmt an der zu dem Zeitpunkt noch nicht beendeten Ausbildung und jetzt finde ich nicht mehr so tolle Stellen.


Weidebirke, ich war ja nicht das ganze Jahr da. Ich hatte zwischendurch immer noch Berufsschule, Urlaub und zum Schluss die Prüfungen. So war ich insgesamt vielleicht ein halbes Jahr dort. Und die erste Zeit schaut man ja erst mal nur zu um zu sehen was überhaupt Sache ist. So wirklich verstehen und mitarbeiten konnte ich erst in den letzten 3 Monaten aber auch nur mit Hilfe.
Wir betreuen Unternehmen und private Personen bei der Planung und Inbetriebnahme von Systemlösungen. Sprich wir beraten Kunden zur passenden Auswahl, richten Internet, Telefone und PCs ein, kümmern uns um die Verkabelung der Netzwerkanlagen, beheben Fehler oder Störungen. Das ist schon sehr schwer wenn man nur 1 Stunde zeit hat bei einer Firma mit 50 Mitarbeitern die dementsprechend große Netzwerkanlage zu durchsuchen nach fehlerhaften Konfigurationen oder einem falsch aufgelegtem Kabel auf dem Switch. Das ist für mich einfach nicht machbar bei der schier unendlichen Anzahl an Fehlerbildern eine Eingrenzung zu treffen.
Also ich würde bei dem Zeitdruck schon sagen, dass es Akkordarbeit ist.

Ich hoffe, du verstehst jetzt dass es nicht machbar ist nach der Ausbildung mit einem Kollegen, der 20 Jahre Berufserfahrung hat mitzuhalten. Während meiner Ausbildungszeit hier bin ich ganz normal bei einigen Kollegen mitgelaufen und habe anfangs nur zugeschaut und das was ich bereits konnte mitgemacht und den Rest habe ich mir nach und nach erklären lassen.


Ich habe es meinem Chef gesagt, wir hatten ja eine Woche vorher nochmal telefoniert aber er sagte das ist nun mal so und wird von mir erwartet. :mad: Zur 3 stündigen Einrichtung meiner Arbeitsplätze und Utensilien sagte er nur, dass er das in einer Stunde gemacht hätte. Zum Glück waren ein Kollege gerade im Raum und hat mich in Schutz genommen. Eigentlich ist mein Chef ein netter Mensch. Aber wenn es um seine blöden Statistiken geht, dann kann er schnell unausstehlich und gemein werden. Nein der 11 Stunden Tag ist leider kein Witz. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie ko ich heute war. 🙁


Dass der Einsteig nicht leicht ist, war und ist mir klar aber so hart hätte ich mir das nie vorgestellt, dass ich gleich von 0 auf 100 einsteigen soll. Das kann doch nicht verlangt werden von einem Berufseinsteiger der noch nie alleine gearbeitet hat und keinerlei Routine besitzt.
 
Wir sind doch Menschen und keine Maschinen!
.. Wobei: auch eine Maschine macht auch nur, was sie kann, wofür sie von einem Menschen
e i n g e r i c h t e t wurde.
 
Hallo, bei mir ist es ähnlich gelaufen. Ich wurde in den letzten Wochen meiner Ausbildung in die Abteilung gesteckt, wo ich zukünftig arbeiten sollte und konnte mich dort auch nicht gut vorbereiten, weil ich mit meiner Abschlussprüfung beschäftigt war.

Als ich dann angefangen habe, kannte ich mich noch mit nichts aus, weswegen mir die Kollegen oft unter die Arme greifen mussten. Nach etwas Schonfrist wurde das aber immer weniger ... bis ich schließlich ordentlich auf die Schnauze geflogen bin. Ich habe schlußendlich aus diesen Fehlern gelernt und arbeite jetzt, 2 Jahre später, in den meisten Bereichen so gut, wie deutlich erfahrenere Kollegen - in manchen sogar besser. Das alles habe ich allerdings nur durch Motivation, Einsatz und Lernbereitschaft geschafft. Daran hat es mir nämlich in den Anfangstagen gemangelt ... weswegen ich schließlich beim Chef im Büro gelandet bin und es mich fast meinen Beruf gekostet hätte.

Wenn ich mich jetzt an diese Zeiten und alle meine damaligen Fehler zurückerinnere, kommt es mir fast so vor, als wäre ich damals ein anderer Mensch gewesen. Mittlerweile bereite ich mich auf eine Weiterbildung vor. (Wobei mich meine Firma unterstützt, weil ich so einen tollen Einsatz gezeigt habe)

Mein Tipp an dich: Bleib am Ball und versuche das Beste zu geben. Dann wird es mit der Zeit auch immer besser.
 
Hallo 🙂 Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen und mir geht es super. 🙂

Die ersten Wochen hatte ich täglich Überstunden geschoben und nichts von meiner Freizeit gehabt. Ich gewöhnte mich nach und nach an die Tätigkeiten und habe nur noch so gearbeitet, wie ich es für richtig hielt, so dass ich nach einiger Zeit zum Mittelmaß gehörte. Nebenbei hatte ich nach einem Job gesucht und mich mehrfach beworben. Nach 2 Vorstellungsgesprächen habe ich es dann geschafft und bin im öffentlichen Dienst gelandet. 🙂 Nun verdiene ich zwar etwas weniger aber bin super zufrieden. Hier werde ich nach und nach angelernt, muss mich nicht mehr mit den großkotzigen Kunden herumschlagen und kann ordentlich Arbeiten, ohne Zeitdruck.

Wem es genau so ging, lasst euch nicht unterkriegen, fahrt etwas runter und versucht so schnell wie möglich irgendwo anders unter zukommen. Was bringen 200€ mehr im Monat, wenn man das Geld nicht ausgeben kann oder die ganze Zeit unglücklich ist und sich jeden Morgen aus dem Bett quälen muss.
 

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