Sigillaria
Aktives Mitglied
Kommt drauf an, was man unter "bedürfnisorientierte Erziehung" versteht.Da bist du nicht die erste in diesem Forum. (Wobei ich diese Formulierung extrem seltsam finde, ich glaube nämlich nicht, dass das Problem eine zu liebevolle und bedürfnisorientierte Erziehung ist. Aber egal.)
Wenn man sich z.B. zur Dienstmagd des eigenen Kindes macht, und ihm jeden noch so unsinnigen Wunsch erfüllt, oder auch nicht erzieherisch eingreift, wenn das Kind z.B. grob zu anderen Menschen, zumal jüngeren Kindern oder Tieren ist, dann ist das natürlich absolut falsch und schädlich für das Kind und dessen weiteres Leben.
Denn dadurch wird das Kind zu einem ständig fordernden Erwachsenen und begreift nicht, daß die Erfüllung seiner Wünsche nicht das Wichtigste auf der Welt ist!
Außerdem werden Kinder, die keine Grenzen kennenlernen, auch oft sehr unsichere Erwachsene, eben weil sie nie wirklich gelernt haben, wie das Leben funktioniert.
Also im Grunde ist diese Art bedürfnisorientierte Erziehung, bzw Verwöhnung, auch nur eine andere Form von Vernachlässigung.
Denn es ist m.E. eine Hauptaufgabe von Eltern, ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten, und nicht. ihnen eine wunscherfüllende Scheinwelt vorzugaukeln.
Das russische Sprichwort "ein Kind hasst den Erwachsenen, der ihm alle Wünsche erfüllt" trifft leider manchmal zu.
Und dann verstehen die Eltern die Welt nicht mehr, wo sie doch so unendlich viel für ihr Kind gemacht und getan haben...