Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Tochter möchte Geld von uns leihen und lügt uns offensichtlich an.

Da bist du nicht die erste in diesem Forum. (Wobei ich diese Formulierung extrem seltsam finde, ich glaube nämlich nicht, dass das Problem eine zu liebevolle und bedürfnisorientierte Erziehung ist. Aber egal.)
Kommt drauf an, was man unter "bedürfnisorientierte Erziehung" versteht.
Wenn man sich z.B. zur Dienstmagd des eigenen Kindes macht, und ihm jeden noch so unsinnigen Wunsch erfüllt, oder auch nicht erzieherisch eingreift, wenn das Kind z.B. grob zu anderen Menschen, zumal jüngeren Kindern oder Tieren ist, dann ist das natürlich absolut falsch und schädlich für das Kind und dessen weiteres Leben.

Denn dadurch wird das Kind zu einem ständig fordernden Erwachsenen und begreift nicht, daß die Erfüllung seiner Wünsche nicht das Wichtigste auf der Welt ist!
Außerdem werden Kinder, die keine Grenzen kennenlernen, auch oft sehr unsichere Erwachsene, eben weil sie nie wirklich gelernt haben, wie das Leben funktioniert.
Also im Grunde ist diese Art bedürfnisorientierte Erziehung, bzw Verwöhnung, auch nur eine andere Form von Vernachlässigung.
Denn es ist m.E. eine Hauptaufgabe von Eltern, ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten, und nicht. ihnen eine wunscherfüllende Scheinwelt vorzugaukeln.
Das russische Sprichwort "ein Kind hasst den Erwachsenen, der ihm alle Wünsche erfüllt" trifft leider manchmal zu.
Und dann verstehen die Eltern die Welt nicht mehr, wo sie doch so unendlich viel für ihr Kind gemacht und getan haben...
 
Wenn man sich z.B. zur Dienstmagd des eigenen Kindes macht, und ihm jeden noch so unsinnigen Wunsch erfüllt, oder auch nicht erzieherisch eingreift, wenn das Kind z.B. grob zu anderen Menschen, zumal jüngeren Kindern oder Tieren ist, dann ist das natürlich absolut falsch und schädlich für das Kind und dessen weiteres Leben.
Ich bin ziemlich sicher, dass das nicht mit dem feststehenden Ausdruck "bedürfnisorientierte Erziehung " gemeint ist und dass auch die TE den Begriff nicht so verwendet hat. Über die negativen Folgen der von dir beschriebenen Erziehung sind wir uns einig.
 
Liest du irgendwo raus, dass es hier so gelaufen ist?
Also, weder kann ich sicher sein daß es so gelaufen ist, noch daß es nicht so war.
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht...
Meinen Post habe ich auch eigentlich eher allgemein im Bezug auf das Problem mit der bedürfnisorientierten Erziehung gemeint; nämlich daß das manchmal von Eltern leider wörtlich verstanden wird, und die ernsthaft glauben, daß man dem Kind bloß keine Wünsche, bzw Bedürfnisse verweigern sollte.
Das ist natürlich Quatsch, aber auch das ist ein Problem bei der B.E., daß dieser Begriff so schwammig ist und von jedem anders verstanden werden kann.. Und gerade Eltern, die von Pädagogik keine Ahnung haben, nehmen solche Begriffe dann einfach wörtlich.

Also z.B. so wie bei der Jahrzehnte alten "Urban Legend" von dem antiautoritär erzogenen Kind, hast du die auch schonmal gehört?
Da gibt's verschiedene Versionen von dieser Story, eine davon spielt z.B. in der hannoverschen U-Bahn:
Ein Kind mit seiner Mutter sitzt gegenüber einer sehr alten Dame, und das Kind zappelt mit den Füssen herum und tritt dabei der alten Frau ständig gegen das Bein.
Aber weil die sich anscheinend nicht traut was zu sagen, greift irgendwann eine Punkerin mit Cola-Dose in der Hand ein und sagt zum Kind, "Du, lass das doch mal, die Frau dauernd zu treten!"
Daraufhin die Mutter vom Kind:
"Hören Sie mal, ich erziehe mein Kind antiautoritär, und wenn das Kind gerade Lust dazu hat und das so machen will, dann ist das für mich in Ordnung. Und außerdem geht Sie das gar nichts an!"
Darauf die Punkerin "ich bin auch antiautoritär erzogen, und habe da jetzt richtig Lust darauf"... und gießt der Mutter den Inhalt ihrer Cola-Dose über den Kopf.

Von der Story gibt's noch andere Varianten, eine die ich mal gehört habe, spielte z.B. in einem Berliner Supermarkt.
Aber so ein Verhalten passt zu manchen bdürfnisorientierten Eltern von heute genauso, wie damals unter dem Schlagwort "antiautoritär".
 
Aber fragen wir doch mal @Struwwelpeter : hast du den Begriff so verwendet, wie er definiert ist? Oder hast du es mehr so ausgelegt, dass dem Kind alles erfüllt wurde, was es eingefordert hat?

Ich habe den Begriff tatsächlich genau so verwendet, wie er eigentlich definiert ist.

Bedürfnisorientiert bedeutet für mich nicht, dass ein Kind jederzeit laut in ein Gespräch hineingrätschen kann und sofort Gehör bekommt, oder dass seine Wünsche und Forderungen um jeden Preis erfüllt werden.

Ich kenne selbst einige Fälle von falsch verstandener Bedürfnisorientierung.
Spätestens wenn sich diese Kinder in eine Gemeinschaft außerhalb der Familie einfügen müssen wird ersichtlich, was die Eltern mit diesem Erziehungsstil angerichtet haben.
 
Ich weiß gar nicht, ob ich explizit dir hier das schon mal geschrieben habe, @Struwwelpeter - Eltern müssen nicht so gut sein, wie möglich, sondern lediglich so gut wie nötig. Die Welt ist unvollkommen und Kinder müssen lernen, sich mit der unvollkommenen Welt zu arrangieren - und wo könnten sie das besser als an ihren eigenen Eltern? (Die These stammt nicht von mir, aber ich hab auch vergessen, woher ich sie habe, kann also keine Quelle nennen.)

Natürlich habt ihr auch Fehler gemacht, Fehler gehören zum Leben dazu. Aber ihr habt euch immer Gedanken gemacht, wart zugewandt und liebevoll. Punkt. Mehr braucht das nicht, mehr kann und darf man nicht einfordern.

Wenn ein erwachsenes Kind ein solches Aufwachsen nicht wertschätzen kann, muss es an seiner Wertschätzung wohl mal arbeiten.
Dass du dir jetzt noch Vorwürfe machst, finde ich jedenfalls nicht richtig.

Dem kann man sich entgegenstellen und Respekt für das eigene So-sein und Wertschätzung (nicht Dankbarkeit, Kinder müssen m. E. nicht dankbar sein dafür, dass man sie in die Welt gesetzt und großgezogen hat) einfordern.

Du hast ja die Geschichte um meine Tochter mitverfolgt...die hätte ich sehr gern immer mal gefragt, ob sie eigentlich glaubt, dass sie von uns beiden die bessere Mutter ist! Dann hätte sie mir vermutlich den Kopf abgerissen. Und vorher hätte sie mir klargemacht, dass ganz sicher ICH schuld bin, wenn SIE fragwürdige Dinge mit ihrem Kind tut. Ist aber nur eine Hypothese, ich frage sie lieber nicht...

Gerecht ist das nicht und tatsächlich gibt es Therapeuten, die hier in eine verfehlte Richtung argumentieren. Ob diese Therapeutin hier so eine ist, kann man von Weitem nicht wirklich beurteilen, denke ich - aber ich finde definitiv nicht richtig, dem erwachsenen Kind eine schwere Persönlichkeitsstörung mit euch als Auslöser zuzuschreiben.
 
Ich stimme dir in praktisch allen deinen Ausführungen zu, aber das hier:
Aber ihr habt euch immer Gedanken gemacht, wart zugewandt und liebevoll. Punkt. Mehr braucht das nicht, mehr kann und darf man nicht einfordern.
würde ich noch darum ergänzen, dass ein gewisses Maß an Selbstreflexion und Kritikfähigkeit meiner Meinung nach unbedingt dazu gehören, weil sonst Zugewandtheit und vor allem Liebe auch in eine völlig falsche Richtung gehen können.
 
Meine Tochter ist berufstätig und bekommt ein recht ansehnliches Gehalt.
Am Freitag erhielt ich eine WhasApp Nachricht von ihr:
"Die Krankenkasse hat diesen Monat fast 2000 Euro eingezogen, weil der Beitrag erhöht wurde . Könntest du mir bitte 2000 Euro leihen.? Du bekommst es natürlich zeitnah zurück."
Mein allererster Gedanke war, dass es sich um den "Enkeltrick" handeln könnte und dass es gar nicht meine Tocher ist.

Ich habe ihr dann geantwortet: "Schicke mir bitte das Schreiben von der Krankenkasse als Foto, damit ich die Nachzahlung nachvollziehen kann. Dann sehen wir weiter"
Daraufhin schickte sie mir eine Abrechung, aus der hervorging, dass es sich um eine einmalige Nachzahlung von knapp 200 Euro handelt.
Ich habe dann noch gefragt: "Kann es sein, dass von Seiten der Krankenkasse etwas schiefgelaufen ist?"
Es kam aber keine Antwort mehr.
Bis heute habe ich nichts mehr von ihr gehört.

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll und ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.
Wissen wir auch nicht, kennen deine Tochter nicht.
Was ist ein recht ansehliches Gehalt?
Warum kommt sie nicht persönlich und spricht mit dir?
Per WhasApp, geh doch mal zur Ihr und frage nach.
Scheinst deine Tochter ja selbst nicht gut zu kennen, warum ist das so?
Mangelndes Zuhören und unklare Botschaften führen zu Missverständnissen und führen dazu, dass persönliche Gespräche weniger werden.
Vergesse diesen wichtigen Bereich des Lebens nicht und achte darauf, ihm die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben