Hallo liebes Forum,
liebe Marisol,
vielen Dank für das Kompliment, dass die Beiträge Dir Vergnügen bereitet haben 🙂.
Ja, sicher bin ich keine Streichelmaschine o.ä. . Ich hab ja, wie Hollunderbusch schon auch schreibt, etwas "nährendes" davon gehabt, nämlich endlich mal wieder Körperlichkeiten. Und endlich mal Austausch, etwas näher, nicht nur Hallo-und-guten-Tag-guten-Weg.
Ich bin/war seit fast 14 Jahren alleinerziehend. Meine Tochter hat sich leider aufgrund von Traumata, die ich erst letztes Jahr erfahren habe, auch nur über Therpeuten aus der Klinik, wo sie war, unglücklich entwickelt. Sie hat: Depressionen, schwere, Selbstmordgedanken, Schulabsentismus, Selbst- und Fremdgefährdung ( ich war die "Fremd"- gefähderte, soziale Isolation ( wollte nirgendwo mehr hin, weder Schule, noch sonstwen treffen) massiver Medienkonsum. Dazu hat sie null Grenzen akzeptiert. Setzte ich Grenzen konnte ich davon ausgehen, von ihr geschlagen zu werden. Das ist jetzt leider echt kein Witz, sondern kaum erträgliche Realität. Und ich hab das wirklich jahrelang ertragen müssen. Ich wurde von ihr seit Jahren körperlich attackiert, bei jedem Konflikt, der aufkam, sodass ich zum Schluss nur noch geschaut habe, keinen Konflikt mehr aufkommen zu lassen.
Ich hatte auch keine Kraft mehr, mein Leben nach meinen Wünschen zu gestalten, da sie auch bereits jetzt seit über einem Jahr nicht mehr zur Schule geht/ gegangen ist. Wobei, ich hab mich mit den allerkleinsten Wünschen zufrieden geben müssen. Und das war meistens: In einem Lieblingsstadtteil einen Kaffee trinken gehen. Mal joggen gehen. Mehr nicht. Soziales Leben konnte aus vielen Gründen nicht mehr stattfinden und die Isolations-Schlinge hat sich für mich hier immer enger um mich gezogen. Deswegen auch der Entschluss, in dieses Kirchencafé zu gehen, um endlich irgendwie Leute kennen zu lernen, um diese hartnäckige Isolation endlich zu durchbrechen.
Letztes Jahr habe ich versucht in meinen alten Chor wieder rein zu kommen. Die wollten mich auch gerne nehmen. Problem: Meine Tochter hat dann bis abends halb 11 am Handy gedaddelt und war unerträglich, wenn ich wiederkam. Nichts mit "ich-schaff-das-schon-und-geh-selbst-um-9-ins-Bett".
Da hab ich gemerkt: Das geht jetzt hier (noch) nicht mit dem Chor. Schmerzlich hab ich das aufgegeben. Dann eine Musical AG, sogar hier in der City echt erfolgreich. Wollten mich auch nehmen, ich fand die auch klasse. Ging wieder wegen meiner Tochter nicht, sie rastete nur noch aus, wurde immer mehr zur Gefahr für sich- und letztlich auch für mich.
Beruflich ging dann ab Feburar 24 überhaupt nichts mehr: a) wurde mir gekündigt ( Probezeit, Änderung der Unternehmensstruktur), b: Meine Tochter befand sich in einem wirklich mehr als alarmierenden Zustand. Nicht mal das Jugendamt war irgendwie in der Lage, uns gescheit zu helfen. Bis eine Kinderpsychologin sagte: So schnell wie es geht stationär, alles andere bring GAR NICHTS mehr. Jo, und im Grunde macht meine Tochter seit September 24 erst Intervalltherapie, hat dann eine heftige Magersucht zusätzlich entwickelt, hat 21 Kilo abgenommen, wurde entlassen, da Klinik nicht für Anorexie ausgebildet, dann andere Klinik, dann Entlassung, weil nicht mitgearbeitet und seit Ende Juni 25 mit Beschluss in Geschlossener, weil diverse Male Suizidankündigung. Abhauen, Verschwinden, Polizeieinsatz. Seit zwei Wochen ist sie nun freiwllig da, da sie nicht mehr nach Hause soll. Ärztlich und auch vom Jugendamt so beschlossen und ich halte das auch für richtig, denn mich weiter schlagen zu lassen bei Konflikten macht mich auch kaputt, wundert mich eh, dass ich noch einigermaßen "durchkomme", aber frag mal andere Alleinerziehende: Du musst durchhalten. Du hast keine Wahl. Wenn Du keine adäquaten Großeltern hast ( sexueller Missbrauch), der KV sich nicht kümmern will, du nicht arbeiten kannst, weils dem Kind zu schlecht geht....
Ich glaub, es wird schon deutlich wie unfassbar belastend das alles ist- und war. Sie muss in eine Wohngruppe, will das nicht, soll aber unter keinen Umständen wieder nach Hause, weil hier, zu Hause, alles wieder von Vorne anfängt. Sie kann hier nicht mehr gesund werden, das Verhalten hat sich einfach über einen viel zu langen Zeitraum ein"trainiert" bei ihr. Es geht ihr zwar schon echt besser und eie wollen sie auch nicht dort lassen auf der GEschlossenen, aber, für eine Therapie auf der "Offenen" ist sie (noch) nicht bereit.
Ich glaub, es sind kaum noch Fragen offen, warum ich mir diesen "defizitären" Typen an die Hacke geholt hab. Nach dem Motto: Besser den als gar keinen. Ehrlich, wie einsam, verlassen und traurig ich war, kann ich bald nicht mehr in Worte fassen.
Liebe Buntehäsin, richtig, eine Entscheidung muss getroffen werden, so gehts nicht weiter! Vielen Dank!
Liebe(r) Gobi, es tut ein bisschen weh, zu lesen, ich wisse genau, warum ich mir das gefallen lasse, ich sei mir nichts wert. Du meinst das sicher nicht so hart. Doch, ich bin mir was wert. Und ich kenne meinen Wert. Ich denke, was ich über meine Lebenssituation mit meiner Tochter geschrieben habe, erklärt im Grunde alles. Irgendwann kann man nicht mehr und klammert sich an einen beschissenen Strohhalm, wider jeglichen besseren Wissens. Weil man es nicht mehr erträgt.
Liebe(r) portion Control: Danke auch für Deinen Beitrag Kann sein, dass er schizo ist. Hab ich auch zwischendurch schon überlegt. Ändert ja nichts daran, dass ich da raus muss. Nein, ich bin keine Ärztin. Ich bin Sprachwissenschaftlerin, tut aber auch nichts zur Sache. Macht mich nur noch peinlicher, vielleicht. Nach dem Motto: So eine hochausgebildete Frau lässt sich auf so eine S**** ein. Ja, diese unfassliche jahrelange Bedürftigkeit "treibts" rein.
Lieber Bodo B.: danke auch Dir! Ja, ist wohl der Bauch, wahrscheinlich sogar... ah jee, ich schäm mich gerade ein bisschen. Ich bin aber ehrlich, warum sollte ich mich hier verstellen, das bringt ja nun gar nichts, zumal ich aufrichtig an der Lösung meines Problems mit dem Typen interessiert bin.
Lieber Brumm: Danke für Deinen Beitrag. Deine Forumulierung hat mich köstlich lachen lassen, das hat gut getan. Und leider hast Du Recht. Lachen hilft aber!
Liebe AnnaLivia: Adagio al fine..ohne! Coda! Vielen Dank für diese musikalische Aufforderung!
Ich bin ganz gerührt von soviel Anteilnahme und auch Verständnis. Ein stabiler Mann, ja, das wäre was. Zunächst wäre aber ein gesünderes Kind, mehr soziale, tragende Kontakte und zumindest endlich wieder die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, schon etwas, was gut täte, glaube ich 🙂.
Lieber Postmann: Danke, stimmt vollkommen, passt nicht. Und doch hab ichs getan. Trotzdem gut, dass es einem mal von jemand anderem gesagt wird, der/die nicht emotional verstrickt ist.
Liebe Rocket: Danke für Deine Worte! Harter Vergleich mit dem schlagenden Typen, ist aber durchaus vergleichbar, stimmt. Ja, andere Gruppen/Menschen aufsuchen. Zumindest war ich jetzt vor deren Sommerpause 3 Mal in einem explizit NUR Frauencafé. Da hatte ich dann auch mal das Gefühl, denken zu dürfen, dies zu äußern und verstanden zu werden. Werd ich ab September auch wieder hin- die haben gerade zu.
Liebe Youshri: vielen Dank für Deinen Beitrag. Ja, ich geh soweit, dass mein Unterbewusstsein aus dem Quark, den er mir erzählt hat, und WIE, nämlich dem Tonfall, bedrohliche Bilder heraus"gefühlt" hat. Und das hat sich mir in Albträumen gezeigt. Hätte ich ihm DAS erzählt, wäre das für ihn Beweis gewesen, dass Gott mich warnen will, nicht vom Wege abzukommen. Ich versteh auch nicht, warum man im Jahr 2025 noch leben und denken kann wie im Mittelalter. ABER: Ich habe mich ja auch fern jeder Logik verhalten...
Ein Teil in mir vermisst ihn leider ( noch), dennoch habe ich ihm heute morgen, angeregt und unterstüzt durch Eure Beiträge und Euer Verständnis, geschrieben, dass ich das nicht mehr will, er mit mir Schluss gemacht habe und ich jetzt auf Distanz gehe und auch von ihm nicht mehr angeschrieben werden möchte. Sodann habe ich ihn blockiert, alle Nummern, alle Kanäle. Wahrscheinlich steht er entweder- Überraschung- vor meiner Tür oder schreibt mir- mal wieder- einen Brief, um sich wieder einzuklinken. Vorstellbar ist es.
Ich fühle mich sowohl schlecht als auch erleichtert, als auch mit Fragezeichen versehen, die die Zukunft betreffen: Wie geht es weiter? Gerade mit meiner Tochter- und auch ich möchte gerne mal wieder ein Leben leben, dass ich zumindst soweit ganz ok anfühlt. Das ist, glaube ich, noch ein längerer Weg, denn mit meiner Tochter, so sagte auch der Klinik-Psychologe: "Wird es noch ein langer Weg". Ja, am liebsten würde ich jetzt gedrückt werden, bin ich ehrlich. Ich möchte mich auf jeden Fall bei Euch bedanken für Eure wertvollen Beiträge und Eure Muße, Eure Zeit gewidmet zu haben, meine Sachen durchzulesen. Ich fühle mich nicht mehr so allein damit.
Wenn ich noch etwas einfällt, sowohl zu dem Typen, meinen "Entzugserscheinungen" oder sonst wie: Bitte: Gerne mitteilen.
DANKE!!
SinaLynn