Grosses Leid ist grosses Leid, da sollte man finde ich nicht anfangen zu vergleichen.
ich stimme dir zu Lola1 und auch Germ hat Recht...(andere verhungern lassen um hier mit Biosprit zu fahren etc.).Aber generell kann ich nicht so ganz dem Punkt zustimmen, dass der Mensch oder die Welt krank sein soll. Der Mensch ist nicht krank sondern so wie er halt ist. Ich würde da nicht eine zu angstgeleitete und übertriebene Wertung reinbringen, obwohl diese Wertung ggf. einen guten Zweck erfüllt: zu definieren was toleriert wird oder toleriert werden sollte und was nicht, um eine Art Grenze und Begrenzung zu finden.
Viele Menschen vergessen/verkennen die menschliche Natur und wünschen sich ein zahmes Kuscheltierchen...um sich sicherer zu fühlen. Sicherheit ist jedoch Illusion. Menschen sind und bleiben (egal wieviel Kulturarbeit man draufpackt) Raubtiere, ausgestattet mit einem gehörigen Aggressionspotenzial.
In der Natur herrschen rauhe Sitten und es überleben nur die Fittesten und auch die, die am aggressivsten Beute schlagen und vor anderen verteidigen und dabei in Kauf nehmen dass Schwächere verhungern..die Natur ist mitleid- und gnadenlos...so auch der Mensch oft. Somit verhungern viele Menschen z.B. da sie leider in armen Regionen der Welt geboren wurden in denen es keine Infrastruktur gibt und korrupte Regierungen, die eher an der eigenen Bereicherung als am Aufbau des Landes interessiert sind. Und der Rest der Welt vor sich hinlebt und zusieht,oft auch nur zusehen und verdrängen kann um nicht irre zu gehen an der Bewusstheit an den Schrecknissen der Welt. Wir alle verdrängen viel...um weiterleben zu können.
Die Natur des Menschen, seine natürlichen Triebe und Verhaltensweisen als krank zu bezeichnen geht in meinen Augen zu weit. Ich würde eher von ungesetzmäßigem und von einer gesellschaftlichen Norm/Moral abweichendem Verhalten reden, wenn es um den Amstettener Täter geht.
Und die Welt als krank zu bezeichnen..nur weil einige Menschen krank handeln geht glaube ich auch zu weit und ist typisch anthropozentrisch..sich mal wieder zu wichtig nehmend. Dieses sich so wichtig nehmen, sich selbst in den Vordergrund stellen des Menschen hat Vor- und Nachteile. Vorteil ist Erfindungsgeist und Fortschritt, Nachteil jedoch Naturzerstörung und Ausbeutung der Welt. Aber wir tun damit an sich nix anderes als andere Tiere...wir wollen das Maximum an Leben rausziehen in der Zeit die uns verbleibt...unser Handeln ist nicht auf Langfristigkeit ausgelegt, sondern oft nur auf ein kurzfristiges JETZT bezogen...und nach uns die Sintflut ggf...
Wer sich den Menschen als Gutmenschen wünscht, der darf nicht vergessen, dass die menschliche Aggression auch zu dem geführt hat was wir Kultur nennen, zu Kunst, Fortschritte in der Medizin und Wissenschaft und zu Frieden in zumindest einigen Regionen der Welt, zu dem Luxus überhaupt hinter einem PC zu hocken und über die Welt diskutieren zu können....aber jedes Ding hat halt auch seine Kehrseiten...auf der einen Seite werden einige Reiche immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Welt ist nicht perfekt aber man kann sie deswegen nicht als krank bezeichnen.
Wir leben in einer Zeit in der die Welt aufgrund des Einflusses der Medien und der globalen Vernetzung immer mehr zusammenrückt und der Mensch sich des Ausmaßes seines Handels zeitweilig ein klein wenig bewusst wird...aber wie das so bei Menschen ist handelt er dennoch oft wider besseren Wissens weiter ausbeuterisch, gewinn- und lustorientiert...er reizt sein Blatt solange aus bis es ggf. zu spät ist..bis zu einem kritischen Punkt an dem die Natur schon alles von alleine regeln wird
😉
D.h. nicht, dass alles von alleine gut wird...es wird glaube ich global betrachtet niemals gut, sondern eher anders...wieder mit guten und auch schlechten Seiten...und immer so fort. Für ein kleines Menschenleben betrachtet muss man sich als Ottonormalmensch schon ziemlich anstrengen um es hinzukriegen, dass es zumindest für einen selber ganz gut wird...
Es stimmt wie Germ schrieb, dass Menschen auf Themen die mit Sex und Gewalt zu tun haben stehen..so ist unsere Natur....wir sind alle hochsexualisierte und gewaltfähige Wesen...und solche Fälle wie der Amstettener Fall fasziniert und stößt uns gleichermaßen....Es ist wichtig, dass diese Dinge in unserem "Programm" enthalten sind und es ist auch wichtig, dass Vorfälle wie der Amstettener Fall öffentlich diskutiert werden um sich immer wieder an die Werte und Moral und Gesetze zu erinnern, die geschaffen wurden um solche Vorfälle zumindest zu reduzieren.
Ich finde Paparazzitum auch sehr verachtenswert...aber es gibt auch seriöseren Journalismus und generell geht es hier teilweise um echte Anteilnahme...es gibt zwar immer wieder auch Scheissjournalien, die sone Art Affenzirkus aus einer ernsten Angelegenheit machen....aber wo Mist geschehen ist versammeln sich leider oft auch Schmeissfliegen...
🙁 Da hilft nur Fliegenklatsche...
Ausbeutung und auch Vergewaltigung gehört ins natürliche Repertoire von Tieren und auch Menschen, auch hier kommen die negativeren Seiten der menschlichen Natur zum Vorschein. Aus biologischer Sicht hat ein Männchen hier leicht manipulierbare und naive Weibchen ausgenutzt (seine Frau, die Tochter, in Thailand noch einiges an Futter für seinen Trieb)und ausgebeutet ..seine Gene gestreut...mehr nicht...Aus kultiviert menschlicher Sicht in unserer Kultur..(woanders fiele das Urteil ggf. anders aus!) hat hier ein Mann ein Verbrechen begannen.
Wir können an sich froh sein hier in einer Kultur zu leben in der Vergewaltigung strafbar ist und sich die Leute über solche Sachen wie den Fall Amstetten aufregen..andernorts auf der Welt würde kein Hahn (und auch keine Henne) nach den Opfern krähen.
Tyra