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Wie krank ist die Welt?!

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Wobei auch diese Schicksalsergebenheit durchaus psychologisch erklärbar ist.

Stichwort "erlernte Hilfslosigkeit".
Wenn die Frau zuvor schon missbraucht wurde vom Vater, dann war sie da ja schon in einem traumatisierten Verhältnis. Ist ja oft so, dass man dann keinen Ausweg mehr sieht...

Zudem kommt ja noch dazu, dass sich so eine verdrehte Beziehung zwischen Gefangenen und Wächtern aufbaut => Stockholm-Syndrom.

Abgesehen davon wissen wir ja gar nicht, was die Frau versucht hat und was nicht...
 
A

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Re: Wie krank ist die Welt?!
Es scheint jedenfalls Mitwisser zu geben. Bevor die Tochter ins Krankenhaus eingeliefert wurde, gab es einen anonymen Anruf bei der Polizei, in der jemand die Geschichte erzählt hat. Das habe ich heute Morgen um 7 bei NTV gehört. ( NTV ist ein RTL-Ableger und deshalb nicht ganz besonders der Wahrheit verpflichtet ) Es würde aber erklären wie die ganze Sache aufgeflogen ist.

Für mich ist die "Schuldunwissenheit" des Täters ( wenn es so ist! ) eigentlich völlig klar. Der wird sich keineswegs als Täter gesehen haben, sondern als Versorger und Beschützer der Familie.
 
zumindest hat er seine Versorgungsleistungen mit Zugewinn erbracht und nen Schutzbunker errichtet
 
Stichwort "erlernte Hilfslosigkeit".

warum hat das dann nicht bei mir funktioniert?..ich wurde ja in meiner Kindheit auch durch Gewalt traumatisiert..zwar kein Missbrauch sondern "nur" Schläge und Psychoterror...aber durchaus mit dem Ziel mich als hilflos und unterwürfig hinzubiegen...woran liegt es das das bei einigen hinhaut, bei anderen nicht? Am jeweiligen Charakter, an der Herkunft, dem Vorbild der Mutter z.B...da meine Mutter devot und wegsehend drauf war, kann es das Vorbild ja nicht sein...also doch eher Charakter, dass einige halt alles akzeptieren wie es kommt ohne aufzubegehren, also an so was wie Schicksal blind glauben und sich dem ergeben und andere nen eigenen Kopp entwickeln und mehr Widerstand entwickeln...das hängt bestimmt auch mit der Art der Bedrohung ab und wer entschlossener und klüger drauf ist...der Täter oder das/die Opfer.

Ja das Stockholm-Syndrom kenne ich...natürlich liefert das auch ne Mit-Erklärung..aber mir an sich nicht genug...Ich finde es faszinierend , ne eher erschreckend wie ein solcher Typ (in meinen Augen an sich Durchschnittskaliber) in der heutigen Zeit in der doch durchaus so was wie weibliche Emanzipation möglich und realisierbar ist...so viel Macht über ne ganze Familie haben kann und das so lange Zeit.
Und jetzt kam es (glücklicherweise) zu einem harten Break und diese Familie muss sich einer Realität stellen die mit viel Unverständnis reagiert....wird ne harte Zeit für die Opfer und bleibt zu hoffen, dass sie es hinkriegen in die Normalität (bzw. eine bessere Normalität als die die sie erlebt und für normal angesehen haben) zu finden.

Das mit der Schuldunwissenheit des Täters sehe ich etwas differenzierter..er war sich glaube schon klar darüber, dass er da was Illegitimes tat..sonst hätte er nicht so einen Hype mit dem Verbergen gemacht...aber er hat sich halt als Patriarchen gesehen, der sich einfach das Recht genommen hat sich über herrschende Moral und Gesetze hinwegzusetzen und Menschen zu funktionalisieren, seinem Trieb untertan zu machen. Und die Krux ist ja, dass die Opfer den Täter durch ihre Passivität, ihr Hinnehmen, ihr Dulden,ihre lange Ergebenheit darin bestärkt haben sich im Recht (des Stärkeren)zu fühlen....hier sieht man die enge Verflochtenheit des Täter-Opfersystems und das Menschen halt zwar kultur- und moralfähig sind aber es nie Garantien gibt und auch wie mächtig die Natur (Triebe, Selektion, Dominanz der Stärkeren etc.) ist. Ohne das jetzt als Ausrede für den Täter zu sehen....denn die Natur mag mächtig sein, aber der Wille des Menschens kann dem schon entgegenwirken...schlimm wird es nur wenn jemand anstatt den Willen zur Moral und Ordnung eher den Willen zur Unmoral bzw abweichender Eigenmoral entwickelt.

Ein wenig Mitschuld trägt da in meinen Augen die patriarchale Struktur unserer Gesellschaft...männliche Dominanz ist kulturell etabliert und im Extremmaß oder im pervertierten Ausmaß kann sie auch solch skurille Blüten tragen.

Und das mit dem Schutzbunker....schräg.....an sich eher das Gegenteil als ein Schutz---Bunker. Und von allgemeiner Versorgungsleistung würde ich auch nicht reden..sondern eher von einseitiger Selbstversorgung....die Tochter im Keller als Sexssklavin zu halten ...dazu war ja ne Mindestversorgung notwendig..sonst wäre der "Spass" und die Gewährleistung der Selbstversorgung ja zu Ende gewesen....
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube, das man sowas erst beurteilen kann, wenn man selbst jahrelang eingesperrt ist. Die Aufdeckung dieser Tat hätte gleich in den ersten Jahren erfolgen müssen - als das Mädchen von 11 bis 18 Jahre alt war. Da ist für mich die Frage nach Mutter, den Klassenkameraden, normalerweise hat man in diesen Jahren den ersten Freund etc. etc.
Das verstehe ich einfach nicht. ( aber die Behörden wohl auch nicht )
 
warum hat das dann nicht bei mir funktioniert?.
na, weil Du halt was besonderes bist 😉
Jeder Mensch ist anders, der eine reagiert stärker, der andere nicht.

.ich wurde ja in meiner Kindheit auch durch Gewalt traumatisiert..zwar kein Missbrauch sondern "nur" Schläge und Psychoterror...aber durchaus mit dem Ziel mich als hilflos und unterwürfig hinzubiegen
Es ist eben schon nochmal ein Unterschied, ob man geschlagen wird oder eingesperrt und missbraucht. Missbrauch geht schon in eine andere Richtung als Schläge (auch wenn ich körperliche Gewalt nicht runterspielen möchte)

...woran liegt es das das bei einigen hinhaut, bei anderen nicht? Am jeweiligen Charakter, an der Herkunft, dem Vorbild der Mutter z.B...da meine Mutter devot und wegsehend drauf war, kann es das Vorbild ja nicht sein...also doch eher Charakter, dass einige halt alles akzeptieren wie es kommt ohne aufzubegehren, also an so was wie Schicksal blind glauben und sich dem ergeben und andere nen eigenen Kopp entwickeln und mehr Widerstand entwickeln...das hängt bestimmt auch mit der Art der Bedrohung ab und wer entschlossener und klüger drauf ist...der Täter oder das/die Opfer.
Mit Intelligenz hat das wohl eher weniger zu tun. Klar spielt auch das Vorbild ne Rolle, aber eben auch der Charakter und die Umstände im Allgemeinen. In dem Zusammenhang ist die Thematik Resilienz ganz spannend. Das Menschen, die eigentlich ganz schlechte Bedingungen haben, trotzdem was werden.

Ja das Stockholm-Syndrom kenne ich...natürlich liefert das auch ne Mit-Erklärung..aber mir an sich nicht genug...Ich finde es faszinierend , ne eher erschreckend wie ein solcher Typ (in meinen Augen an sich Durchschnittskaliber) in der heutigen Zeit in der doch durchaus so was wie weibliche Emanzipation möglich und realisierbar ist...so viel Macht über ne ganze Familie haben kann und das so lange Zeit.
Das ist ja die Frage, die man noch gar nicht weiß. Wie viel wusste die Familie und wie viel nicht. Hatte er wirklich Macht über alle oder war es "einfach" so, dass sich die Familie nicht besonders umeinander gekümmert hat? Das wäre auch erschreckend, aber ebenso eine Erklärung, warum da wenige was mitbekommen haben.
 
Gestern habe ich übrigens gelesen, dass die Briefe die seine Tochter schreiben musste, von ihm zugeklebt wurden. Also sein Speichel dran gefunden wurde. Natürlich gab es in den 80ern noch keine DNA Tests! 🙄
 
Das ist ja die Frage, die man noch gar nicht weiß. Wie viel wusste die Familie und wie viel nicht. Hatte er wirklich Macht über alle oder war es "einfach" so, dass sich die Familie nicht besonders umeinander gekümmert hat? Das wäre auch erschreckend, aber ebenso eine Erklärung, warum da wenige was mitbekommen haben.

diese Frage wird sich ggf. noch ein wenig in den nächsten Wochen klären...oder auch nicht....und stimmt...es kann auch sein, dass eine allgemeine Gleichgültigkeit untereinander herrschte...
Wozu hat man dann eigentlich ne Familie, wenn man sich nicht umeinander kümmert?
Nur aus praktischen Erwägungen? Scheinbar manchmal ja....traurig.

Betr. DNA-Tests..tja hinterher ist man immer schlauer...
 
Ich glaube, das man sowas erst beurteilen kann, wenn man selbst jahrelang eingesperrt ist. Die Aufdeckung dieser Tat hätte gleich in den ersten Jahren erfolgen müssen - als das Mädchen von 11 bis 18 Jahre alt war. Da ist für mich die Frage nach Mutter, den Klassenkameraden, normalerweise hat man in diesen Jahren den ersten Freund etc. etc.
Das verstehe ich einfach nicht. ( aber die Behörden wohl auch nicht )

dafür muss man ja nur mal hier im Forum lesen. Wie viele missbrauchte Mädels und Frauen hier sind, die sich erst sehr, sehr spät jemanden anvertrauen. Es ist doch oft so, dass nicht geglaubt wird, nicht gehandelt wird, etc. Und natürlich haben die Mädchen auch Angst und Schamgefühle und trauen sich leider nicht, drüber zu sprechen.

Gestern habe ich übrigens gelesen, dass die Briefe die seine Tochter schreiben musste, von ihm zugeklebt wurden. Also sein Speichel dran gefunden wurde. Natürlich gab es in den 80ern noch keine DNA Tests! 🙄

Naja, wenn sie einen DNA-Test hätten machen wollen, dann hätten sie ja erstmal stutzig werden müssen, das da was nicht stimmt. Aber das ist ja offensichtlich niemand geworden.
 
diese Frage wird sich ggf. noch ein wenig in den nächsten Wochen klären...oder auch nicht....und stimmt...es kann auch sein, dass eine allgemeine Gleichgültigkeit untereinander herrschte...
Wozu hat man dann eigentlich ne Familie, wenn man sich nicht umeinander kümmert?
Nur aus praktischen Erwägungen? Scheinbar manchmal ja....

Das geht jetzt etwas vom Thema weg, aber inzwischen halt ich nicht mehr viel von "Familie" so nach dem Motto "Blut ist dicker als Wasser". Wieso sollten sich Leute, nur weil sie verwandt sind, besser verstehen als andere? Wieso sollten Geschwister zusammen halten und Kontakt haben, nur weil sie dieselben Eltern haben?
Ich mein, wenn es eine gute Familie ist und klappt, okay. Prima. Aber manchmal passts einfach nicht.
Ich geh da inzwischen eher nach dem Spruch: "Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht" 😉 . Ich hab jetzt Leute, die mir viel wichtiger sind als meine Blutsverwandten - meine Wahlfamilie sozusagen.
 
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