Stichwort "erlernte Hilfslosigkeit".
warum hat das dann nicht bei mir funktioniert?..ich wurde ja in meiner Kindheit auch durch Gewalt traumatisiert..zwar kein Missbrauch sondern "nur" Schläge und Psychoterror...aber durchaus mit dem Ziel mich als hilflos und unterwürfig hinzubiegen...woran liegt es das das bei einigen hinhaut, bei anderen nicht? Am jeweiligen Charakter, an der Herkunft, dem Vorbild der Mutter z.B...da meine Mutter devot und wegsehend drauf war, kann es das Vorbild ja nicht sein...also doch eher Charakter, dass einige halt alles akzeptieren wie es kommt ohne aufzubegehren, also an so was wie Schicksal blind glauben und sich dem ergeben und andere nen eigenen Kopp entwickeln und mehr Widerstand entwickeln...das hängt bestimmt auch mit der Art der Bedrohung ab und wer entschlossener und klüger drauf ist...der Täter oder das/die Opfer.
Ja das Stockholm-Syndrom kenne ich...natürlich liefert das auch ne Mit-Erklärung..aber mir an sich nicht genug...Ich finde es faszinierend , ne eher erschreckend wie ein solcher Typ (in meinen Augen an sich Durchschnittskaliber) in der heutigen Zeit in der doch durchaus so was wie weibliche Emanzipation möglich und realisierbar ist...so viel Macht über ne ganze Familie haben kann und das so lange Zeit.
Und jetzt kam es (glücklicherweise) zu einem harten Break und diese Familie muss sich einer Realität stellen die mit viel Unverständnis reagiert....wird ne harte Zeit für die Opfer und bleibt zu hoffen, dass sie es hinkriegen in die Normalität (bzw. eine bessere Normalität als die die sie erlebt und für normal angesehen haben) zu finden.
Das mit der Schuldunwissenheit des Täters sehe ich etwas differenzierter..er war sich glaube schon klar darüber, dass er da was Illegitimes tat..sonst hätte er nicht so einen Hype mit dem Verbergen gemacht...aber er hat sich halt als Patriarchen gesehen, der sich einfach das Recht genommen hat sich über herrschende Moral und Gesetze hinwegzusetzen und Menschen zu funktionalisieren, seinem Trieb untertan zu machen. Und die Krux ist ja, dass die Opfer den Täter durch ihre Passivität, ihr Hinnehmen, ihr Dulden,ihre lange Ergebenheit darin bestärkt haben sich im Recht (des Stärkeren)zu fühlen....hier sieht man die enge Verflochtenheit des Täter-Opfersystems und das Menschen halt zwar kultur- und moralfähig sind aber es nie Garantien gibt und auch wie mächtig die Natur (Triebe, Selektion, Dominanz der Stärkeren etc.) ist. Ohne das jetzt als Ausrede für den Täter zu sehen....denn die Natur mag mächtig sein, aber der Wille des Menschens kann dem schon entgegenwirken...schlimm wird es nur wenn jemand anstatt den Willen zur Moral und Ordnung eher den Willen zur Unmoral bzw abweichender Eigenmoral entwickelt.
Ein wenig Mitschuld trägt da in meinen Augen die patriarchale Struktur unserer Gesellschaft...männliche Dominanz ist kulturell etabliert und im Extremmaß oder im pervertierten Ausmaß kann sie auch solch skurille Blüten tragen.
Und das mit dem Schutzbunker....schräg.....an sich eher das Gegenteil als ein Schutz---Bunker. Und von allgemeiner Versorgungsleistung würde ich auch nicht reden..sondern eher von einseitiger Selbstversorgung....die Tochter im Keller als Sexssklavin zu halten ...dazu war ja ne Mindestversorgung notwendig..sonst wäre der "Spass" und die Gewährleistung der Selbstversorgung ja zu Ende gewesen....